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Vorheriges Programm

IS-TEDIS 1

Programmfinanzierung

EUR 25 million

Referenz zum Amtsblatt

L 208 von 1991-07-30

Rechtsrahmen

91/385/CEE von 1991-07-22
Zur Gewährleistung, daß die Systeme für den elektronischen Datentransfer angesichts der sozioökonomischen Bedeutung solcher Systeme so wirksam wie möglich eingesetzt werden, und zur Mobilisierung der erforderlichen Ressourcen zur Erreichung dieses Ziels auf der Ebene der Gemeinschaft.

Kurzbeschreibung

Diese zweite Phase des Programms setzt die während der ersten zweijährigen Anfangsphase des Programms TEDIS (1988-1989) begonnenen Arbeiten fort und erweitert diese.

Während seiner ersten Phase koordinierte TEDIS eine Anzahl von Projekten wie ODETTE (europäische Automobilindustrie), CEFIC-EDI (Chemieindustrie), EDICICE (Elektronik- und Computerindustrie), EAN-COM (Vertrieb und Einzelhandel), RINET (Rückversicherung), TEDIS Verkehrsgruppe usw., die auf die Initiative verschiedener Sektoren der europäischen Industrie mit dem Ziel der Umsetzung des elektronischen Datenaustauschs EDI begonnen wurden. Es hat diesen industriellen Gruppierungen logistische Unterstützung geleistet und den Informationstransfer zwischen ihnen gefördert.

Durch die Unterstützung von EDIFACT hat TEDIS einen wesentlichen Beitrag zur Vereinheitlichung der Normen geleistet. Durch das Sekretariat der EDIFACT-Board hat es die Arbeit zur Einführung von internationalen Normen über EDI geleistet, indem es eine aktive Rolle übernahm und die Arbeit des westeuropäischen EDIFACT-Board unterstützte. Außerdem wurde die Commission EDIFACT Board Information System (CEBIS) im Rahmen des Programms entwickelt, die der Unterstützung des EDIFACT-Board diente.

Besonders enge Verbindungen wurden mit den nationalen Komitees für die Vereinfachung von Geschäftsverfahren (COMPROS) geschmiedet. TEDIS nimmt an den Sitzungen dieser Gremien teil, um die Initiativen über EDI zu koordinieren. Des weiteren wurde in einer Anzahl von Mitgliedstaaten ein "EDIFORUM" eingerichtet und damit gute Beziehungen eingegangen.

Unterteilung

Sieben Bereiche:

- Normung der EDI-Nachrichten:
. Unterstützung der Arbeiten zur Entwicklung der internationalen Norm EDIFACT und insbesondere der Arbeiten des EDIFACT-Board für Westeuropa, Koordinierung der Arbeiten zur Erstellung der EDIFACT-Nachrichten und Bereitstellung der erforderlichen technischen Hilfe ;
. Bereitstellung der erforderlichen Mittel, um die EDIFACT-Konformität von EDI-Nachrichten und der Konvertierungssoftware sicherzustellen;
. Erforderlichenfalls Anpassung der EDIFACT-Norm an die neuesten EDI-Entwicklungen;
. Förderung von Maßnahmen für den "Übergang" zu internationalen Normen und insbesondere zu EDIFACT;
- Bemühung um Kompatibilität zwischen der amerikanischen Norm ANSI X12 und der internationalen EDIFACT-Norm;

- Spezifische EDI-Erfordernisse im Bereich der Telekommunikation:
. Vorschläge zur Verbesserung der technischen Verbundfähigkeit der europäischen EDI-Benutzer;
. Anreize für den verstärkten Einsatz von ISDN für EDI;
. Verstärkte Annäherung der verschiedenen auf Kommunikationsprobleme spezialisierten EDI-Gruppen;
. Unterstützung bei der Einrichtung der "zentralen Anlaufstelle" für den EDI-Austausch;

- Rechtliche Aspekte von EDI:
. Fertigstellung des europäischen Modellabkommens für EDI;
. Untersuchung der Restriktionen und Anforderungen rechtlicher Art in Einzelbereichen;
. Juristische Analyse der Trägermedien und Aufbewahrungsmittel sowie der elektronischen Unterschrift bei EDI-Nachrichten;
. Ausarbeitung eines Diskussionspapiers über die Angleichung und die Harmonisierung der europäischen Rechtsvorschriften zur Übernahme der EDI-Nutzungsvorschriften;
. Rechtliche Absicherung, daß die EDI-Nachrichtenfunktionen Rechtskraft und vertragliche Gültigkeit besitzen;
. Untersuchung der Auswirkung der EDI-Nachrichten auf die traditionellen Verkehrsfähigkeitsfunktionen;
. Verfolgung der Entwicklung in bezug auf den Schutz persönlicher und vertraulicher Daten zur Ermittlung des spezifischen Bedarfs, der im Gefolge der EDI-Weiterentwicklung entstehen könnte;
. EDI-rechtliche Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten sowie Mitwirkung an der internationalen Koordinierung;

- Sicherheit der EDI-Nachrichten:
. Einsetzung einer informellen Sachverständigengruppe für diesen Spezialbereich;
. Jährliche Ausrichtung von Workshops, die sich mit verschiedenen Themen im Zusammenhang mit der Sicherheit von EDI-Nachrichten befassen sollen;
. Aufklärung der EDI-Benutzer über Sicherheitsaspekte bei EDI-Nachrichten;
. Förderung der Entwicklung von EDI-Sicherheitsverfahren, -methoden, -dienstleistungen und -normen;
. Analyse der Benutzerumgebung, Ermittlung von Sachzwängen, Quantifizierung der Risiken und Ausarbeitung eines geeigneten Modells zur Gewährleistung der EDI-Sicherheit;
. Untersuchung der Sicherheitsanforderungen für neue EDI-Funktionen sowie der Auswirkungen der neuen Technologien;
. Bewertung der Dienstleistungen und Produkte, die für die Sicherheit von EDI-Nachrichten zur Verfügung stehen, und erforderlichenfalls Prüfung der Frage einer Zertifizierung;
. Sicherheitstechnische Analyse offener Mehrzweckumgebungen;

Sektorenübergreifende und europaweite EDI-Vorhaben:
. Erstellung und Fortschreibung eines ständigen Verzeichnisses der bestehenden oder möglichen EDI-Vorhaben in Europa;
. Koordinierung der sektoralen Vorhaben entsprechend den Bedürfnissen der gewerblichen Wirtschaft und der Anwender;
. Förderung des Aufbaus eines sektorübergreifenden Forums der EDI-Benutzer;
. Förderung von sektorübergreifenden Vorhaben entsprechend den Bedürfmissen der gewerblichen Wirtschaft und der Anwender;
. Förderung der Mitwirkung von einzelstaatlichen Verwaltungen und Gemeinschaftseinrichtungen an sektorübergreifenden Vorhaben;
. Verstärkte Förderung der EDI-Systeme im Hinblick auf einen zunehmenden Einsatz von EDI in Europa;
. Ausweis langfristiger Maßnahmen zum Aufbau und zur schrittweisen Vernetzung der EDI-Systeme in den Mittelmeerländern sowie in den mittel- und osteuropäischen Ländern;

- Analyse der Auswirkungen von EDI auf die Unternehmensführung:
. Ermittlung und Analyse der Veränderungen bei Management- und Organisationsmethoden, die durch die EDI-Einführung bedingt sind (insbesondere in KMU);
. Untersuchung der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von EDI;
. Bewertung des Kosten/Nutzen-Verhältnisses der EDI-Einführung in privaten oder öffentlichen Sektoren;
. Erarbeitung eines Modells zur allgemeinen Einführung von EDI in Verwaltungen sowie in privaten und öffentlichen Unternehmen;
. Sondierungsarbeiten in bezug auf die Schaffung eines europaweiten Koordinierungssystems für EDI-gestützte zwischenbetriebliche Kommunikation;

- Sensibilisierung:
. Durchführung regelmäßiger Erhebungen zur EDI-Weiterentwicklung in Europa sowie zu den verfügbaren EDI-Produkten und -Dienstleistungen;
. Durchführung von Einzelstudien speziell zu bestimmten Ländern, Regionen oder Industriezweigen;
. Veröffentlichung von Studien, Analysen und sonstigen Ergebnissen von programmrelevanten Maßnahmen;
. Förderung der Einrichtung von nationalen und/oder regionalen Informationszentren;
. Förderung von EDI-Aufklärungsmaßnahmen bei den kleinen und mittleren Unternehmen.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich und wird von einem Ausschuß mit beratender Funktion unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.

Das Programm wird in Abstimmung mit den in der Gemeinschaft bestehenden oder geplanten Politiken und Aktionen auf den Gebieten des Fernmeldewesens - insbesondere hinsichtlich etwa erforderlicher Maßnahmen gemäß der Rahmenrichtlinie (90/387/EWG) über die Einführung eines offenen Netzzugangs (ONP), des Informationsmarktes (IMPACT-Programm), der Sicherheit von Informationssystemen und der Normung und insbesondere in Abstimmung mit dem CADDIA-Programm und dem CD-Projekt durchgeführt, um die erforderliche Synergie mit den spezifischen Erfordernissen des elektronischen Datentransfers sicherezustellen.

Die zum Programm gehördenden Verträge werden mit Unternehmen und Verwaltungen in der Gemeinschaft, in den EFTA-Ländern oder Drittländern, mit denen die Gemeinschaft ein Abkommen über die Beteiligung an diesem Programm abgeschlossen hat, abgewickelt. Sechs solcher Verträge, die für die Dauer von TEDIS 2 stillschweigend verlängert werden können, wurden während der ersten Phase des Programms mit den EFTA-Ländern Österreich, Finnland, Island, Norwegen, Schweden und der Schweiz abgeschlossen (Beschlüsse 89/689/EWG, 89/690/EWG, 89/691/EWG, 89/692/EWG, 89/693/EWG und 89/694/EWG des Rates vom 21.12.1989, Amtsblatt Nr. L 400 vom 30.12.1989).

Am Ende des Programms legt die Kommission dem Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß einen Abschlußbericht vor, in dem unabhängige Sachverständige anhand der Kriterien und Anhaltspunkte gemäß Anhang II dieses Beschlusses den Realisierungsstand der einzelnen Ziele dieses Programms bewerten.
Datensatznummer: 278 / Zuletzt geändert am: 1996-05-06
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