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Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

JRC-REACTSAFE 5C

Nachfolgeprogramm

JRC-REACTSAFE 7C

Referenz zum Amtsblatt

L 141 von 1992-05-23

Rechtsrahmen

92/274/Euratom von 1992-04-29
Verbesserung der Sicherheit der Kernspaltungstechnologie durch Modellierung von Störfällen und Risikoeinschätzung, Bestimmung der Reaktorzuverlässigkeit, Inspektion von Anlagenkonstruktionen, Beobachtung des Verhaltens im Betrieb und der Studie von Kühlsystemen sowie der Steigerung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit durch Beschleunigung des Technologietransfers auf die Industrie.

Kurzbeschreibung

Als Teil des dritten Rahmenprogramms der gemeinschaftlichen Aktivitäten auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung (1990-1994) unter Subaktivität II.5: "Energie", setzt dieses Programm die Tätigkeit des vorhergegangenen GFS-Programms auf dem Gebiet der Reaktorsicherheit fort und baut auf ihm auf.

Die Aktivitäten konzentrieren sich auf:
-Störfall-Verhütungsstudien;
- Studien schwerer Störfälle im Zusammenhang mit Risikoeinschätzung und unter Konzentration auf die Studie der Abläufe unter Einsatz der vorhandenen FARO-Versuchsanlage von GFS sowie durch gemeinsame Nutzung der PHEBUS-Forschungsanlage in Cadarache (Frankreich).

Unterteilung

Sechs Forschungsgebiete:

- Zuverlässigkeits- und Risikoeinschätzung (Institut für Systemtechnik und Informatik, Ispra):
Entwicklung eines Konzeptrahmens und einer Methodik für die laufende Beobachtung und die Kontrolle des Sicherheitsniveaus alterndern Kernkraftwerke;

- Schwere Störfälle - EUREF (Institut für Sicherheitstechnologie, Ispra):
Entwicklung und Validierung des europäischen Störfallcodes 2 für die verbesserte optimale Schätzung des ungeschützten Strömungsverlustes und Verteilung dieses Codes an die EG-Institutionen;

- Schwere Störfälle - Quellen-Term (Institut für Sicherheitstechnologie, Ispra):
Verbesserung der Daten über die von einem von zerfallenden Kern freigesetzten Spaltprodukte, über das physikalisch-chemische Verhalten von Spaltprodukten und Aerosolen im Primärkreislauf und in der Reaktorhülle bei schweren Störfällen, sowie Verwendung dieser Daten für die Entwicklung und Validierung von Codes für die Schätzung des Quellen-Terms;

- Schwere Störfälle - das FARO-Testprogramm (Institut für Sicherheitstechnologie, Ispra):
Ermittlung experimenteller Daten über die Bildung von Brennstoffschmelzen, über die plötzliche Abkühlung von Brennstoffstrahlen durch das Reaktorkühlmittel und über die Wechselwirkung von durchgeschmolzenem Kernbrennstoff zur Simulation von Geometrien und Verhaltensweisen bei der Modellierung schwerer Störfallverhältnisse innerhalb und außerhalb des Reaktorgefäßtes;

- Brennstoffverfahren bei Störfällen (Institut für Transurane, Karlsruhe):
Leistung eines Beitrags zum Verständnis der Mechanismen bei schweren Reaktorstörfällen durch Unterstützung für Codeentwicklung und Anwendung, Wartung, durch Spezifikation und Charakterisierung von einem spezifischen Störfall aus dem im Kernbrennstoff freigesetzten Spaltprodukten und durch Entwicklung und Anwendung spezialisierter Instrumente für Reaktortests.

- Modellierung der Leistung von LWR-Kühlsystemen von Störfällen - Codeeinschätzung (Institut für Sicherheitstechnologie, Ispra):
Nutzung experiementeller Ergebnisse der LOBI-Anlage zur Verhinderung und/oder Minimierung von Störfällen bei wassergekühlten Reaktoren von heutiger und fortgeschrittener Konstruktion, Pflege der LOBI-Datenbank und des Benutzerdienstes sowie Einschätzung und Verbesserung des CATHAR-2-Sicherheitscodes im Rahmen des Vertrags über die Zusammenarbeit mit dem CEA in Frankreich.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung dieses Programms unter Einsatz der Dienste der GFS und parallel zu anderen einschlägigen spezifischen Programmen des dritten Rahmenprogramms (1990-1994) zuständig. Dabei wird sie vom Gouverneursrat der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) unterstützt.

Das Programm umfaßt Forschungs- und technologische Entwicklungsprojekte (FTE) sowie flankierende Maßnahmen. Die Durchführung der FTE-Projekte erfolgt unter Zusammenarbeit, soweit möglich, in Form von konzertierten Maßnahmen der einzelstaatlichen Forschungsorganisationen in den Mitgliedstaaten, und unter angemessener Berücksichtigung regionaler Entwicklungsaspekte von FTE-Aktivitäten und ihrer potentiellen sozialökonomischen Wirkungen. Der Einbeziehung der Industrie soll besonderer Aufmerksamkeit geschenkt werden, insbesondere der Einbeziehung von KMU. Dazu werden im Rahmen des Projekts Methoden für die Zusammenarbeit entwickelt.

Die Durchführung der Forschungsarbeiten erfolgt am Institut für Transurane (ITE) in Karlsruhe, dem Institut für Sicherheitstechnologie (IST) in Ispra und dem Institut für Systemtechnik und Informatik (ISEI) in Ispra.

Die Kommission ist befugt, mit Drittländern von COST internationale Abkommen zu verhandeln, insbesondere mit den Mitgliedstaaten des Europäischen Freihandelsverbands (EFTA) und den mittel- und osteuropäischen Ländern, um diese in das Programm einzubinden. Keine teilnehmende Organisation außerhalb der Gemeinschaft kann jedoch in den Genuß der gemeinschaftlichen Finanzierung auf Grund dieses Programms kommen. Jede solche Organisation muß einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten leisten.

Forschungsprojekte, bei denen internationale Kooperation möglich ist, beinhalten u.a. Kooperationsmaßnahmen mit internationalen Forschungslaboratorien und sollen den Austausch von Forschern ermöglichen. Ergänzende Maßnahmen sollen eine Kooperation mit Forschungslaboratorien und Institutionen in den Ländern Mittel- und Osteuropas ermöglichen.

Die Gesamtmittel, die für die Durchführung der Kernspaltung-Sicherheitsprogramme der GFS (Reaktorsicherheit, Sicherheitsmaßnahmen und Management von Spaltstoffen, Management von radioaktiven Abfällen sowie Sicherheit von Aktiniden und des Kernbrennstoffzyklus) belaufen sich auf 161,37 Mio. ECU, von denen 6 % für untersuchende Forschung verwendet werden dürfen. Ein Betrag von 1 % des gesamten GFS-Haushalts für 1992-1994 wird als Beitrag der spezifischen GFS-Programme für zentralisierte Maßnahmen im Bereich der Verbreitung und Nutzung der Forschungsergebnisse (VALUE II) einbehalten.

Die Verbreitung des bei der Realisierung von Projekten gesammelten Wissens erfolgt durch das Programm selber sowie durch zentralisierte Maßnahmen.

Die Kommission legt dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß einmal im Jahr vor dem 31. März einen Bericht über die Durchführung des Programms mit ergänzenden Bemerkungen des Gouverneursrats vor. Bei Programmende erfolgt eine Überprüfung des Forschungsprogramms durch ein Gremium unabhängiger, externer Experten, und ein Bericht dieser Überprüfung wird zusammen mit einem Gutachten des Gouverneursrats den gleichen Organisationen zugeleitet.

Fachgebiete

Kernspaltung - Sicherheit
Datensatznummer: 282 / Zuletzt geändert am: 1996-01-12