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Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

JRC-ENREFMET C

Nachfolgeprogramm

FP4-JRC-MEASTEST 2C

Programmfinanzierung

EUR 91,08 million

Referenz zum Amtsblatt

L 141 von 1992-05-23

Rechtsrahmen

92/273/CEE von 1992-04-29
Förderung europäischer Normen, und um einen Beitrag zu leisten zur Harmonisierung sowohl von nuklearen als auch nichtnuklearen Referenzmethoden und -materialien.

Kurzbeschreibung

Als Teil des dritten Rahmenprogramms für gemeinschaftliche Tätigkeiten auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung (1990 bis 1994) unter Unteraktivität II.2.: "Industrielle und Werkstofftechnologien" beruht das Programm auf der im Rahmen der GFS-Programme für Referenzmethoden und Zuverlässigkeit der Strukturen und Referenzmaterialien für nichtnukleare Energie von 1988 bis 1991 durchgeführten Arbeit und führt diese fort.

Das Zentralbüro für Kernmessungen (CBNM) wird seine Tätigkeit über Referenzmaterialien und Messungen sowohl im nuklearen als auch im nichtnuklearen Bereich fortführen und zwar insbesondere auf folgenden Gebieten:
- Darstellung, Charakterisierung und Zertifizierung von Proben
-Massenspektronomie langlebiger oder stabiler Isotope;
- Messung und Auswertung kerntechnischer Daten;
- Metrologie von Radionukleiden;
- Angewandte Strahlentechniken.

Die vorhandenen Versuchseinrichtungen einschließlich der Teilchenbeschleuniger werden auch bei den Forschungsarbeiten über die zunehmende Anwendung dieser spezialisierten Techniken in nichtnuklearen Bereichen eingesetzt werden. Die Arbeit zur Unterstützung der Verbraucherschutzpolitik wird fortgeführt. Ferner werden auf dem Gebiet der Zuverlässigkeit von Strukturen und - in geringem Maße - auf dem Gebiet der erneuerbaren Energiequellen (photovoltaische Energie) die spezifischen pränormativen Forschungsarbeiten fortgeführt; bei der letztgenannten Tätigkeit wird vor allem die bestehende Europäische Solartestanlage (ESTI) eingesetzt. Schwerpunkt der Forschungsarbeiten über die Zuverlässigkeit von Strukturen ist wiederum der Einsatz der neuen Reaktionswand beim Institut für Sicherheitstechnologie in Ispra. Im Rahmen eines multinationalen Programms werden weitere signifikante Tätigkeiten mit nationaler Beteiligung in den Bereichen der Vorhersage der Lebensdauer von Strukturen und der Abschätzung ihrer betrieblichen Lebensdauer durchgeführt.

Die Entwicklung und Modernisierung der Geel Linac, GALINA, als Neutronenquelle für hochauflösende Datenmessungen, ergänzt durch den 7MV Van de Graaff-Beschleuniger für Einpunktmessungen ist vorgesehen und sollte für das CBNM in einer einzigartigen Position in Europa als Neutronenmeßzentrum resultieren und ihm die Möglichkeiten geben, ein Programm der Strahlungphysik zu entwickeln.

Unterteilung

Fünf Forschungsbereiche:

- Kernmessungen (Zentralbüro für Kernmessungen, Geel):
. Verbesserung des Datensatzes für Neutronenstandards, im Vergleich dazu werden Teilchenquerschnitte oder andere Quantitäten bestimmt, die für die Kernspaltungs- oder Fusionstechnologie von Bedeutung sind;
. Verbesserung der radionukleiden Verfallsdaten für Normenanwendungen;
. Entwicklung von Kernmeßtechniken für nukleare und nichtnukleare Anwendungen;

- Referenzmaterialien (Zentralbüro für Kernmessungen, Geel):
. Vorbereitung, Charakterisierung und Zertifizierung von hochwertigen nuklearen Referenzmaterialien, die im Kernbrennstoffzyklus erforderlich sind, einschließlich Sicherungsmaßnahmen, um die Entwicklung eines einzigartigen und koordinierten nuklearen analytischen Systems innerhalb Europas fortzuführen und die unabhängige europäische Versorgung zu gewährleisten;
. Vorbereitung von Sonderzielen zur Unterstützung des Kerndatenprogramms des CBNM;
. Nutzung von Kernmessungen und verbesserter analytischer und Vorbereitungstechniken für ausgewählte nichtnukleare Anwendungen;
. Vorbereitung, Speicherung und Verbreitung von BCR-Referenzmaterialien;
. Unterstützung der Harmonisierung und Normung durchTätigkeiten für ausgewählte Zwischenvergleiche und Qualitätskontrolle.

- Reaktionswand (Institut für Sicherheitstechnologie, Ispra):
Verbesserung des Verständnisses der nichtliniearen Reaktion von Materialien und Strukturen auf schwere dynamische Lasten, um somit einen zur Optimierung der Konstruktionspraxis und Normen in mechanischer und struktureller Technik beizutragen;

-Zuverlässigkeitsmodellierung von Strukturen (Institut für Systemtechnik und Informatik, Ispra):
.Entwicklung und Bewertung von Methoden und Verfahren für Zuverlässigkeitsbewertungen und Vorhersage der Lebenszeit (im Verfahren der "besten Schätzung") durch Wissenstechnik und nicht-einbrechende Diagnosetechniken.;

-Pränormative Forschung in photovoltaischen Systemen (Institut für Systemtechnik und Informatik, Ispra)
. Bereitstellung pränormativer Forschung und Entwicklung über fortgeschrittene photovoltaische Umwandlungsgeräte;
. Um einen wissenschaftlichen Beitrag zur Harmonisierung europäischer Normen und Standards für den Binnenmarkt zu leisten;
. Um industriellen und Normungsbehörden Fachwissen über Kalibrierung und Qualifikation unter Vorteilsnahme der Neutralität und Unabhängigkeit der GFS anzubieten.

Ausführung

Die Kommission ist mit Unterstützung des Aufsichtsrats der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) für die Durchführung des Programms gleichzeitig mit entsprechenden spezifischen Programmen des dritten Rahmenprogramms (1990-1994) verantwortlich und nimmt hierzu die Dienste der GFS in Anspruch.

Das Programm umfaßt Projekte für Forschung und technologische Entwicklung (FTE) und flankierende Maßnahmen. Die FTE-Projekte werden in den entsprechenden Instituten der GFS in Zusammenarbeit und im Einvernehmen mit nationalen Forschungsstellen der Mitgliedstaaten durchgeführt, wobei so weit wie möglich den Aspekten der regionalen Entwicklung der Tätigkeiten in Forschung und Technologie sowie deren möglichen sozioökonomischen Auswirkungen Rechnung getragen wird.

Die Forschung wird vom Zentralbüro für Kernmessungen (CBNM) in Geel, dem Institut für Sicherheitstechnologie (IST) in Ispra und dem Institut für Systemtechnik und Informatik (ISEI) in Ispra durchgeführt.

Die Kommission ist ermächtigt, internationale Vereinbarungen mit Drittländern, die Mitglied von COST sind, auszuhandeln, insbesondere mit den Ländern der Europäischen Freihandelszone (EFTA) und den mittel- und osteuropäischen Ländern, mit dem Ziel, diese an den Tätigkeiten der GFS zu beteiligen. Vertragspartner, die an einer Maßnahme im Rahmen eines Programms teilnehmen, aber ihren Sitz außerhalb der Gemeinschaft haben, dürfen Gemeinschaftsfinanzierung für das Programm nicht in Anspruch nehmen. Solche Vertragspartner haben einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten zu leisten.

Die für internationale Kooperation offenen Forschungsprojekte sollen Kooperationsmaßnahmen mit internationalen Forschungslaboren umfassen und den Austausch von Forschern ermöglichen. Ergänzende Maßnahmen sollten die Kooperation mit Forschungslaboren und Institutionen ermöglichen, die in mittel- und osteuropäischen Ländern ansässig sind.

Der für die Durchführung der spezifischen GFS-Programme für erforderlich erachtete Betrag beläuft sich auf 91,08 Millionen ECU, wovon 6% für die orientierende Forschung verwendet werden kann. Ein Betrag, der 1% des Gesamthaushalts der GFS für 1992-1994 repräsentiert wird als ein Beitrag der spezifischen Programme für die zentralisierte Maßnahme zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse (VALUE II) zurückgestellt.

Die durch die Verwirklichung der Projekte gewonnenen Kenntnisse werden sowohl von den Programmen selbst als auch von der zentralisierten Aktion verbreitet.

Die Kommission legt dem Europäischen Parlament und dem Rat jährlich vor dem 31. März einen Bericht über die Durchführung der vorliegenden Entscheidung vor. Dem Bericht liegen die Bemerkungen des Aufsichtsrats er GFS bei. Nach Ablauf der Programme werden die durchgeführten Forschungsarbeiten von einer Gruppe externer unabhängiger Sachverständiger bewertet, und denselben Behörden wird ein Bewertungsbericht zusammen mit einer Stellungnahme des Aufsichtsrats der GFS übermittelt.
Datensatznummer: 287 / Zuletzt geändert am: 1996-01-12