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Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

JRC-ENVPROT 5C

Nachfolgeprogramm

FP4-JRC-ENVCLIMAT C

Referenz zum Amtsblatt

L 141 von 1992-05-23

Rechtsrahmen

92/273/EEC von 1992-04-29
Beitrag zu den in der Gemeinschaft benötigten wissenschaftlichen Kenntnissen, dem technischen Know-how und den Daten, damit die Gemeinschaft ihre Rolle auf dem Gebiet der Umwelt wahrnehmen kann, Evaluierung der Umweltbelastung durch die Industrie und andere Verursacher und Beurteilung der Umweltschäden aufgrund des Energieeinsatzes in Haushalt, Verkehr und Industrie.

Kurzbeschreibung

Das Programm, Teil des dritten Rahmenprogramms für Gemeinschaftsaktionen im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (1990 bis 1994) unter Linie II.3: "Umwelt", baut auf die in den vorhergehenden GFS-Programmen im Bereich des Umweltschutzes durchgeführte Arbeit auf und setzt diese fort.

Im Bereich Global Change wird der Schwerpunkt eine engere Zusammenarbeit mit den Laboratorien und Instituten in den Mitgliedstaaten und auf internationaler Ebene sein. Der Beitrag der GFS erstreckt sich in erster Linie auf:

-Modellierung und Transport von Schadstoffen in der Luft;
- Chemie der Atmosphäre, vor allem in Verbindung mit dem Verbleib biogener und anthropogener Emissionen;
-Wechselwirkungen Biosphäre-Atmosphäre;
- einschlägige Anwendungen der Fernerkundung.

Die Tätigkeiten im Bereich Umwelttechnologien erstrecken sich vor allem auf Umweltchemikalien und sind auf die Probleme der chemischen Abfälle ausgerichtet.

Unterteilung

Drei Forschungsbereiche (Umweltinstitut, Ispra):

- Global Change (globale Veänderungen):
Erforschen von Transport, Verbreitung und chemischem Verbleib biogener und anthropogener Emissionen in der gestörten Troposphäre:
.L. Labor- und Feldstudien über die Wechselwirkungen zwischen Biosphäre und Atmosphäre mit Betonung auf dem Mittelmeerraum;
. Tendenzen von für die Photochemie und der globalen Planeten-Wärmestrahlung relevanten atmosphärischen Spurenarten mit Betonung auf schwefelhaltigen Gasen;
. Theoretische Modelle und Versuchsvalidierung von Meso-Scale- und weitreichenden atmosphärischen physikalisch-chemischen Umwandlungs- und Transportprozessen;

-Umweltchemikalien:
. Evaluierung:
Verwaltung, Wartung, Aktualisierung und Erweiterung des Daten- und Informationsnetzes über umweltrelevante Chemikalien (ECDIN), Hilfe bei der Vorbereitung von Datenprofilen für Dienststellen der Kommission und Feststellung und Vergleich von Spurenmetallkonzentrationen in Geweben der allgemeinen Bevölkerung in der EG (Referenzwerte) sowie ihre toxikologische Relevanz;
. Boden, Wasser, Abfall:
Studien über die Wanderung, Retention und Umwandlung von Schadstoffen im Boden; Charakterisierung und Quantifizierung von Algenschleiern in Frisch-, Brack- und Meerwasser; Verbesserung der Qualität und Methodologie analytischer Messungen; Koordinierung des EUREKA-Projekts EU-674 und Entwicklung des damit verbundenen mobilen Labors für Feldmessungen und -analysen; Entwicklung von Entscheidungsfindungs-Hilfssystemen für die Bewirtschaftung giftiger Abfälle;
. Luftverschmutzung in Innenräumen:
Management und Wissenschaftliches Sekretariat der konzertierten Aktion "Luftqualität in Innenräumen und ihre Auswirkungen auf den Menschen" (früher COST 613); Entwicklung und Validierung von Methoden für die Bewertung der Emissionen und der Aufnahme flüchtiger organischer Schadstoffe in Innenräumen von und an Innenraummaterialien und Kontakt mit flüchtigen organischen Verbindungen aufgrund von Tätigkeiten in Innenräumen; Entwicklung und Anwendung der Analyse von halbflüchtigen organischen Verbindungen;

- Analyse von Nahrungs- und Arzneimitteln:
Entwicklung eines Europäischen Labors zur Unterstützung sektorieller EG-Politiken über Lebensmittel, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Zolltarife.

Ausführung

Die Kommission, die vom Aufsichtsrat der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) unterstützt wird, sorgt für die Durchführung des Programms mit Hilfe der GFS und parallel zu anderen entsprechenden spezifischen Programmen des dritten Rahmenprogramms (1990-1994).

Das Programm umfasst Projekte im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (FTE) und flankierende Massnahmen. Die FTE-Projekte werden in Zusammenarbeit und, wenn möglich, im Einvernehmen mit nationalen Forschungsstellen der Mitgliedstaaten durchgeführt, wobei so weit wie möglich den Aspekten der regionalen Entwicklung von FTE-Tätigkeiten sowie deren möglichen sozio-ökonomischen Auswirkungen Rechnung getragen wird. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den in Assoziierung mit der Industrie, vor allem mit kleinen und mittleren Unternehmen, abgewickelten Gemeinschaftsvorhaben gewidmet.

Die Forschung wird vom Umweltinstitut der Gemeinsamen Forschungsstelle (EI) in Ispra durchgeführt.

Die Kommission ist ermächtigt, internationale Abkommen mit Drittländern, die Mitglieder von COST sind, auszuhandeln, insbesondere mit den Ländern der Europäischen Freihandelszone (EFTA) und den mittel- und osteuropäischen Ländern, mit dem Ziel, diese Länder an dem Programm zu beteiligen. Vertragspartner, die ihren Sitz ausserhalb der Gemeinschaft haben, dürfen aber die Gemeinschaftsfinanzierung für das Programm nicht in Anspruch nehmen. Solche Vertragspartner haben einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten zu leisten.

Die für eine internationale Zusammenarbeit in Frage kommenden Forschungsvorhaben umfassen Massnahmen der Zusammenarbeit mit internationalen Forschungslaboratorien und sehen den Austausch von Forschern vor. Zusätzliche Massnahmen sollten eine Zusammenarbeit mit Forschungslaboratorien und -einrichtungen in den mittel- und osteuropäischen Ländern ermöglichen.

Der für die Durchführung der spezifischen Programme der GFS im Bereich Umwelt (Umweltschutz, Anwendung von Fernerkundungstechniken, industrielle Risiken, Zentrum für Erdbeobachtung) für erforderlich erachtete Betrag beläuft sich auf 148,5 Millionen ECU, von dem 6 % für die orientierende Forschung verwendet werden können. Ein Betrag, der 1 % des GFS-Gesamthaushalts für 1992-1994 darstellt, wird als ein Beitrag der spezifischen Programme der GFS für die zentralisierte Massnahme zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse (VALUE II) zurückgestellt.

Die Verbreitung der bei der Durchführung der Vorhaben gewonnenen Kenntnisse erfolgt im Rahmen des Programms selber sowie durch die zentralisierte Massnahme.

Die Kommission legt dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuss jährlich vor dem 31. März einen Bericht über die Durchführung der Programme vor sowie die Bemerkungen des Aufsichtsrats. Nach Ablauf des Programms wird von einer Gruppe externer unabhängiger Sachverständiger eine Bewertung der Forschung durchgeführt, und diesen Organen wird ein Bewertungsbericht zusammen mit der Stellungnahme des Aufsichtsrats übermittelt.
Datensatznummer: 288 / Zuletzt geändert am: 1996-01-12