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Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

JRC-INDHAZ 2C

Referenz zum Amtsblatt

L 141 von 1992-05-23

Rechtsrahmen

92/273/EEC von 1992-04-29
Verbesserung der Sicherheits- und Zuverlässigkeitsbewertung von industriellen Risiken, Verbesserung des Managements und der Verhütung von Risiken u.a. hinsichtlich menschlichen Faktoren, Erarbeitung von Methoden zur Bewältigung unkontrollierter Reaktionen und Reduzierung des Risikos der Beförderung gefährlicher Produkte, wie z.B. Chemikalien, in Europa.

Kurzbeschreibung

Das Programm, Teil des dritten Rahmenprogramms für Gemeinschaftsaktionen im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (1990 bis 1994) unter Linie II.3: "Umwelt", baut auf die in den vorhergehenden GFS-Programmen im Bereich der industriellen Risiken durchgeführte Arbeit auf und setzt diese fort.

Angesichts der fächerübergreifenden Natur der sicherheitsrelevanten Probleme und der zu ihrer Lösung erforderlichen Forschungsarbeiten sollten die Arbeiten zu folgenden Ergebnissen führen:

- Entwicklung und Verifizierung von Bezugsrechenwerkzeugen in denjenigen Bereichen, in denen die Komplexität und die Art der zu analysierenden Vorfälle ein einheitliches Vorgehen in den Mitgliedstaaten erforderlich machen;
- Bemühung um Unfallverhütung in den folgenden Bereichen: Validierung und weitere Verbesserung von Baunormen und -standards, Strukturdiagnose und Zuverlässigkeit, Validierung und Harmonisierung von Inspektionsverfahren;
- Lieferung schnell verfügbarer Informationen und Forschungsergebnisse an die Interventions-/Rettungsstellen im Notfall sowie ferner die Datenerfassung und -verwaltung zur leichteren Analyse nach einem Unfall und zur Minderung der Folgen.

Auf Kommunikation und Verhandlung und Nutzung des Konzepts der Hypertext-Technologie gestützte neue Entscheidungsfindungs-Unterstützungsmodelle für die Umweltplanung werden untersucht werden. Das spezielle Problem der Risikozuweisung unter Berücksichtigung der sozio-ökonomischen Empfindlichkeit der Umwelt wird behandelt und dabei ein neuer, auf Risikosyndromanzeiger und Umweltrisikoprofile gestützter Ansatz entwickelt werden. Ein Ziel ist es, 1993 ein vollständiges geographisches Informationssystem in ein Hilfssystem für die Entscheidungsfindung (DSS) integriert zu haben.

Frühere Forschung liess erkennen, dass der Risikokommunikationsprozess im Detail studiert werden muss. Zu diesem Zweck werden in wichtigen Bereichen empirische Studien durchgeführt.

Die Untersuchung von Risikomanagementproblemen, die sich aus der Beförderung gefährlicher Produkte ergeben, wird fortgesetzt. Frühere Forschung hat zu einem computergestützten Transportrisiko-Managementsystem (TRIM) geführt, das auf Musterregionen basiert. Die Forschungstätigkeiten auf dem Gebiet der Beförderungsmuster, Stoffe und Qualitäten von gefährlichem Material wird auf alle EG-Mitgliedstaaten ausgedehnt mit dem Ziel, die Gesamtrisikobeiträge für den Menschen und die Umwelt aus dieser Quelle zu evaluieren. Ziel ist es, 1993 ein fertiges DSS zu haben, das das Gesamtrisiko der Beförderung gefährlicher Stoffe zu einer bestimmten Anlage oder einem bestimmten Industriezweig evaluieren kann.

Unterteilung

Fünf Forschungsbereiche:

- Zuverlässigkeit und Sicherheit von industriellen und technischen Systemen (Institut für Systemtechnik und Datenverarbeitung, Ispra):
Verbesserung der Umweltplanung, der politischen Planung und des Risikomanagements durch die Durchführung einschlägiger theoretischer und praktischer Studien über die Entwicklung von Hilfssystemen für die Entscheidungsfindung (DDS), einschliesslich Modelle für verteilte Entscheidungen, Integration von DDS in verschiedene Arten von Informationssystemen und Studien über Umweltprobleme mit mehreren Mitwirkenden und mehreren Zielen sowohl für feste Anlagen als auch die Beförderung;

- Simulation chemischer Batch-Prozesse (Institut für Sicherheitstechnologie, Ispra):
Entwicklung und Versuchsvalidierung umfassender Modelle für die numerische Simulation chemischer Batch-Prozesse unter normalen und nicht normalen Betriebsbedingungen und Integration dieser Modelle in fortgeschrittene Methoden für die effiziente Prozessoptimierung und Verhütung unkontrollierter thermischer Exkursionen;

- Entlüftung/MPMC (Institut für Sicherheitstechnologie, Ispra):
Entwicklung und Versuchsvalidierung von Modellen für die Simulierung des Ablassens von Ausdampfungsfluids aus Druckbehältern, umfassend:
. Experimentelle Studien der physikalischen Erscheinungen in der Mehrphasen-Mehrkomponenten-Einrichtungen (MPMC) und der Strömungsdarstellungsplanung;
. Entwicklung des Computer-Codes RELIEF für die Gestaltung von Entlüftungssystemen;
. Förderung der Modellierungsmethoden für Mehrphasenströmungen.

-Dampfwolkenzerstreuung und -verbrennung (Institut für Sicherheitstechnologie, Ispra):
. Entwicklung und weitere Verbesserung von Computermodellen, die die Zerstreuung von Dampfwolken mit grösserer Dichte als die Luft in unebenem Terrain mit Hindernissen beschreiben;
. Entwicklung fortgeschrittener numerischer Instrumente, die chemische Reaktionen durchlaufende mehrdimensionale Mehrkomponenten-Gasströmungen simulieren und die Detonations- und Verpuffungsprozesse beschreiben;

- Fluiddynamik und -transportprozesse (Institut für Sicherheitstechnologie, Ispra):
. Beitrag zum Verständnis der mit anthropogenen Umwelt- und Klimaproblemen verbundenen Phänomenen und Beitrag zur Lösung von Problemen auf dem Gebiet der Fluiddynamik und des Fluidtransports.

Ausführung

Die Kommission, die vom Aufsichtsrat der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) unterstützt wird, sorgt für die Durchführung des Programms mit Hilfe der Dienstleistungen der GFS und parallel zu anderen entsprechenden spezifischen Programmen des dritten Rahmenprogramms (1990-1994).

Das Programm umfasst Projekte im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (FTE) und flankierende Massnahmen. Die FTE-Projekte werden in Zusammenarbeit und, wenn möglich, im Einvernehmen mit nationalen Forschungsstellen der Mitgliedstaaten durchgeführt, wobei so weit wie möglich den Aspekten der regionalen Entwicklung von FTE-Tätigkeiten sowie deren möglichen sozio-ökonomischen Auswirkungen Rechnung getragen wird. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den in Assoziierung mit der Industrie, vor allem mit kleinen und mittleren Unternehmen, abgewickelten Gemeinschaftsvorhaben gewidmet.

Die Forschung im Bereich der Zuverlässigkeit und Sicherheit von industriellen und technischen Systemen und im Bereich der Umweltplanung wird vom Institut für Systemtechnik und Informatik (ISEI) in Ispra durchgeführt. Forschung in anderen Bereichen wird vom Institut für Sicherheitstechnologie (IST), ebenfalls in Ispra, durchgeführt.

Die Kommission ist ermächtigt, internationale Abkommen mit Drittländern, die Mitglieder von COST sind, auszuhandeln, insbesondere mit den Ländern der Europäischen Freihandelszone (EFTA) und den mittel- und osteuropäischen Ländern, mit dem Ziel, diese Länder an dem Programm zu beteiligen. Vertragspartner, die ihren Sitz ausserhalb der Gemeinschaft haben, dürfen aber die Gemeinschaftsfinanzierung für das Programm nicht in Anspruch nehmen. Solche Vertragspartner haben einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten zu leisten.

Die für eine internationale Zusammenarbeit in Frage kommenden Forschungsvorhaben umfassen Massnahmen der Zusammenarbeit mit internationalen Forschungslaboratorien und sehen den Austausch von Forschern vor. Zusätzliche Massnahmen sollten eine Zusammenarbeit mit Forschungslaboratorien und -einrichtungen in den mittel- und osteuropäischen Ländern ermöglichen.

Der für die Durchführung der spezifischen Programme der GFS im Bereich Umwelt (Umweltschutz, Anwendung von Fernerkundungstechniken, industrielle Risiken, Zentrum für Erdbeobachtung) für erforderlich erachtete Betrag beläuft sich auf 148,5 Millionen ECU, von dem 6 % für die orientierende Forschung verwendet werden können. Ein Betrag, der 1 % des GFS-Gesamthaushalts für 1992-1994 darstellt, wird als ein Beitrag der spezifischen Programme der GFS für die zentralisierte Massnahme zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse (VALUE II) zurückgestellt.

Die Verbreitung der bei der Durchführung der Vorhaben gewonnenen Kenntnisse erfolgt im Rahmen des Programms selber sowie durch die zentralisierte Massnahme.

Die Kommission legt dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuss jährlich vor dem 31. März einen Bericht über die Durchführung der Programme vor sowie die Bemerkungen des Aufsichtsrats. Nach Ablauf des Programms wird von einer Gruppe externer unabhängiger Sachverständiger eine Bewertung der Forschung durchgeführt, und diesen Organen wird ein Bewertungsbericht zusammen mit der Stellungnahme des Aufsichtsrats übermittelt.

Fachgebiete

Sicherheit
Datensatznummer: 290 / Zuletzt geändert am: 1996-01-12