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Nachfolgeprogramm

HS-DRUGS C

Referenz zum Amtsblatt

C 184 von 1986-07-23

Rechtsrahmen

86/C184/01 von 1986-05-29
Beitrag zur Vertiefung der für sektorielle Tätigkeiten über Toxikologie auf Gemeinschaftsebene unverzichtbaren Fachkenntnisse, Förderung der Entwicklung einer experimentellen Toxikologie, klinischen Toxikologie und Integrierung der experimentellen, klinischen und analytischen Daten, Beitrag zur Gewährleistung der Qualität und Vergleichbarkeit toxikologischer Daten sowie Förderung eines rationelleren und wirtschaftlicheren Einsatzes toxikologischer Versuche und einer Harmonisierung der toxikologischen Versuchsmethoden.

Kurzbeschreibung

In ihrer Entschließung vom 29. Mai 1986 zu einem Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften über Toxikologie zum Gesundheitsschutz (Amtsblatt Nr. C 184 vom 23.7.1986) brachten der Rat und die im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten den politischen Willen zum Ausdruck, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um bis Ende 1990 eine Serie vorrangiger Aktionen auf dem Gebiet der Toxikologie durchführen zu können.

Das Programm richtet sich vor allem auf eine Toxikologie zum Gesundheitsschutz durch Verhütung von Krankheiten, deren Ursache die Exposition gegenüber toxischen Stoffen sein kann. Aufgrund der zwischen 1986 und Ende 1990 durchgeführten Arbeiten stellte sich heraus, daß ein zielgerichteter Ansatz hinsichtlich des Verfalls von Organen bzw. biologischer Systeme zunehmend an Bedeutung gewinnt; die Arbeiten werden Berücksichtigung finden bei zukünftigen Tätigkeiten zur Verbesserung der Möglichkeiten für eine Früherkennung von Zuständen, die zum Ausbruch von Krankheiten führen können.

Das Programm konzentriert sich vor allem auf die Verschlechterung biochemischer und physiologischer Frühparameter des Immun-, Nieren- und Fortpflanzungssystems. Dies ist entscheidend für die Entdeckung pathologischer Abweichungen und kann einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von weitflächigen Epidemien leisten.

In ihrer Sitzung am 15. Mai 1992 forderten der Rat und die im Rat vereinigten Minister für das Gesundheitswesen der Mitgliedstaaten nach Prüfung der Mitteilung der Kommission zu dem Programm (COM(91) 341 vom 30.9.1991) und nach Kenntnisnahme der erzielten Ergebnisse die Kommission auf, die Ergebnisse in weitem Umfang zu verbreiten, die begonnenen Arbeiten abzuschließen und im Lichte der gewonnenen Erfahrungen gegebenenfalls Aktionen über Toxikologie zu benennen, die im Rahmen zukünftiger Gesundheitspolitiken der Gemeinschaft durchgeführt werden könnten (Amtsblatt Nr. C 148 vom 12.6.1992).

Unterteilung

Vorrangige Aktionen:

- Experimentaltoxikologie mit Ausnahme von Ökotoxikologie:
. Zusammenstellung und Führung einer Liste der in den Mitgliedstaaten vorhandenen Stellen für toxikologische Versuche sowie einer Liste der in diesen Stellen durchgeführten Versuche, um die Toxizität chemischer Stoffe und Präparate beurteilen zu können;
. Bewertung der bestehenden und der in der Entwicklung befindlichen toxikologischen Verfahren und Praktiken, um die Qualität und Vergleichbarkeit toxikologischer Daten zu verbessern, ihre Annehmbarkeit in der Gemeinschaft und international unter Berücksichtigung der Aktivitäten internationaler Stellen auf diesem Gebiet zu erleichtern und um sich besonders auf Versuche zu konzentrieren, die zu einer Reduzierung der Anzahl und zu einer Minderung der Leiden der dabei verwendeten Tiere und zu neuen Ansätzen (in vitro usw.) führen;
. Bewertung der Zuverlässigkeit einer Extrapolation toxikologischer Daten aus Tier- und in-vitro-Versuchen auf menschliche Verhältnisse sowie Förderung der Erarbeitung neuer Ansätze zu diesem Thema;
. Untersuchung der natürlichen Schwankungsbreite der biochemischen und physiologischen Parameter der für toxikologische Versuche verwendeten Tieren, um gemeinsame Kriterien für die Beurteilung der Toxizität zu gewinnen;

- Klinische Toxikologie:
. Systematische Überprüfung der Aufgabe und der Arbeitsweise klinischer toxikologischer Dienste, Giftzentralen und entsprechender anderer Stellen, um Pilotvorhaben zu Erfahrungs- und Informationsaustausch durchzuführen und klinische toxikologische Daten (akut und chronisch) verstärkt im Rahmen der Gesamtbewertung der Auswirkungen chemischer Erzeugnisse und Präparate auf die menschliche Gesundheit einzusetzen;
. Systematische Überprüfung der gegenwärtigen Praxis bei der Beurteilung der natürlichen Schwankungsbreite der biochemischen und physiologischen Parameter sowie Suche nach gemeinsamen Kriterien;

- Ausbildung und Information:
. Förderung des Erfahrungsaustausches zwischen den Mitgliedstaaten über den Bedarf an toxikologischen Fachkräften in allen Bereichen und auf allen Ebenen sowie Aufstellung von Leitlinien für die Ausbildung von toxikologischen Fachkräften;
. Förderung des Austausches von Fachwissen und Informationen zwischen den Mitgliedstaaten über toxikologische Daten.

Ausführung

Zuständig für die Programmdurchführung ist die Kommission in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Mitgliedstaaten.

Die Kommission arbeitet möglichst eng mit den Instituten und Labors in den Mitgliedstaaten und mit internationalen Organisationen (wie etwa den spezialisierten Gremien der UNO), Nichtregierungsorganisationen sowie Welt- und europäischen Verbänden zusammen, in denen kompetente Spezialisten der verschiedenen Fachbereiche vereinigt sind.

Die Kommission übermittelt dem Rat, dem Europäischen Parlament sowie dem Wirtschafts- und Sozialausschuß ein jährliches Arbeitsprogramm und einen Bericht über die erzielten Ergebnisse.
Datensatznummer: 295 / Zuletzt geändert am: 1996-07-15