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Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

JRC-ADVMAT 1C

Nachfolgeprogramm

FP4-JRC-ADVMAT 3C

Programmfinanzierung

EUR 77,22 million

Referenz zum Amtsblatt

L 141 von 1992-05-23

Rechtsrahmen

92/273/EEC von 1992-04-29
Um gewährleisten zu helfen, daß die Fertigungsgüterindustrie der Gemeinschaft leichteren Zugang zu einer Reihe kostenwirksamer, gut charakterisierter fortgeschrittener Werkstoffe hat, und um eine Sammelstelle für den Austausch von Informationen über pränormative Forschung über fortgeschrittene Werkstoffe zu schaffen.

Kurzbeschreibung

Als ein Teil des dritten Rahmenprogramms für Gemeinschaftstätigkeiten auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung (1990 bis 1994) unter Unteraktivität I.2.: "Industrielle und Werkstofftechnologien", beruht das Programm auf den Errungenschaften des vorherigen GFS-Programms und hebt jedoch die Verbesserung der Leistung bestehender Werkstoffe durch Oberflächenbehandlungen und Überzüge stärker hervor.

Die Forschungsarbeiten werden insbesondere auf die nachstehenden Bereiche ausgerichtet sein, die deutlich pränormative Aspekte aufweisen und wichtige Technologien darstellen, die eine breite Skala fortgeschrittener industrieller Anwendungen möglich machen:
- Legierungen und intermetallische Verbindungen;
- Keramische Werkstoffe und Verbundstoffe;
- Überzüge und Verfahrenstechnik;
- Technologie der Oberflächenbehandlung;
- Neue funktionelle Werkstoffe;
- Zerstörungsfreie und Bewertungstechniken für fortgeschrittene Werkstoffe und Komponenten;
- Information und Datenverarbeitung.

Die Forschungsarbeiten an einigen der einzigartigen Anlagen der GFS erfolgen in engem Kontakt mit der Fertigungs- und der Benutzerindustrie und zielen darüber hinaus auf verstärkte europäische und internationale Normungsbemühungen im weitgefaßten Bereich der neuen Werkstoffe ab.

Das Zentrum für fortgeschrittene Überzüge (Advanced Coating Centre, ACC), ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen der Niederländischen Stiftung für Energieforschung (ECN) und dem Institut für fortgeschrittene Werkstoffe der GFS in Petten, nahm 1991 seinen Betrieb auf. Es bietet der Industrie Forschungseinrichtungen für die Entwicklung von Überzügen für den Einsatz in schweren Umfeldern. Die Einrichtungen des Zentrums für Oberflächenbehandlung in Ispra wurden verbessert und vervollständigt. Außerdem stellt die ebenfalls in Ispra installierte Datenbank für Hochtemperaturwerkstoffe (HTM-DB) rechnergestützte Information über Materialeigenschaften zur Verfügung und erleichtert den Austausch von Daten zwischen zusammenarbeitenden Parteien in Gemeinschaftsprojekten.

Unterteilung

Fünf Forschungsbereiche:

- Werkstoffe für extreme Leistungsumfelder:
Zur Bewertung der Leistung und Mechanismen des Verfalls von Werkstoffen in simulierten industriellen und Emmissionsumgebungen und um einen Beitrag zu leisten zur physikalisch gestützten Modellierung mit Versuchsbestätigung zur Vorhersage des Verhaltens unter Betriebsbedingungen;
- Zuverlässigkeit und Verlängerung der Lebensdauer:
Bestimmung durch Versuche und Modellierung der mechanischen Leistung fortgeschrittener Strukturwerkstoffe und experimentelle Bewertung der Modelle;
- Meß- und Bewertungsverfahren für Werkstoffe und Strukturen:
Entwicklungs- und Verbesserungsmethoden für die Messung, Prüfung und Aufspürung der Eigenschaften von metallischen, keramischen Werkstoffen und Verbundstoffen als ein pränormativer Beitrag zur nachfolgenden Entwicklung, Verbesserung und Optimierung von Kodierungen und Normen durch europäische Normungsinstitutionen;
- Technologie der Oberflächenbehandlung:
Zur Entwicklung von Oberflächenbearbeitungsverfahren für die verbesserte Leistung von Metall- und Keramikwerkstoffen, einschließlich der Verbesserung und Haltbarkeit sowie korrosionsfester Oberflächen und Überzüge, der Verbesserung von dauerhaltbarkeit von Komponenten und der erhöhten chemischen Sensitivität von Oberflächen für Gassensoranwendungen;
-Werkstoffinformation und Datenmanagement:
Zur Bereitstellung von rechnergestützter Information über Werkstoffeigenschaften als eine Dienstleistung für Verarbeitung, Technik und Design von Werkstoffen und zur Förderung der Standardisierung von Werkstoffwissenssystemen.

Ausführung

Die Kommission ist mit Unterstützung des Aufsichtsrats der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) für die Durchführung des Programms gleichzeitig mit entsprechenden spezifischen Programmen des dritten Rahmenprogramms (1990-1994) verantwortlich und nimmt hierzu die Dienste der GFS in Anspruch.

Das Programm umfaßt Projekte für Forschung und technologische Entwicklung (FTE) und flankierende Maßnahmen. Die FTE-Projekte werden in Zusammenarbeit und im Einvernehmen mit nationalen Forschungsstellen der Mitgliedstaaten durchgeführt, wobei so weit wie möglich den Aspekten der regionalen Entwicklung der Tätigkeiten in Forschung und Technologie sowie deren möglichen sozioökonomischen Auswirkungen Rechnung getragen wird.

Die Forschung wird überwiegend in Petten und zum Teil in Ispra vom Institut für fortgeschrittene Werkstoffe (IAM) der GFS durchgeführt.

Die Kommission ist ermächtigt, internationale Vereinbarungen mit Drittländern, die Mitglied von COST sind, auszuhandeln, insbesondere mit den Ländern der Europäischen Freihandelszone (EFTA) und den mittel- und osteuropäischen Ländern, mit dem Ziel, diese an den Tätigkeiten der GFS zu beteiligen. Vertragspartner, die an einer Maßnahme im Rahmen eines Programms teilnehmen, aber ihren Sitz außerhalb der Gemeinschaft haben, dürfen Gemeinschaftsfinanzierung für das Programm nicht in Anspruch nehmen. Solche Vertragspartner haben einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten zu leisten.

Die für internationale Kooperation offenen Forschungsprojekte sollen Kooperationsmaßnahmen mit internationalen Forschungslaboren umfassen und den Austausch von Forschern ermöglichen. Ergänzende Maßnahmen sollten die Kooperation mit Forschungslaboren und Institutionen ermöglichen, die in mittel- und osteuropäischen Ländern ansässig sind.

Der für die Durchführung des Programms für erforderlich erachtete Betrag beläuft sich auf 77,22 Millionen ECU, wovon 6% für die orientierende Forschung verwendet werden kann. Ein Betrag, der 1% des Gesamthaushalts der GFS für 1992-1994 repräsentiert, wird als ein Beitrag der spezifischen Programme für die zentralisierte Maßnahme zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse (VALUE II) zurückgestellt.

Die durch die Verwirklichung der Projekte gewonnenen Kenntnisse werden sowohl von den Programmen selbst als auch von der zentralisierten Aktion verbreitet.

Die Kommission legt dem Europäischen Parlament und dem Rat jährlich vor dem 31. März einen Bericht über die Durchführung der vorliegenden Entscheidung vor. Dem Bericht liegen die Bemerkungen des Aufsichtsrats er GFS bei. Nach Ablauf der Programme werden die durchgeführten Forschungsarbeiten von einer Gruppe externer unabhängiger Sachverständiger bewertet, und denselben Behörden wird ein Bewertungsbericht zusammen mit einer Stellungnahme des Aufsichtsrats der GFS übermittelt.

Fachgebiete

Werkstofftechnik
Datensatznummer: 298 / Zuletzt geändert am: 1996-01-12