Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nachfolgeprogramm

EMP-HORIZON 2

Programmfinanzierung

EUR 180 million

Referenz zum Amtsblatt

C 327 von 1990-12-29

Rechtsrahmen

90/C327/05
Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Wettbewerbsfähigkeit von Behinderten insbesondere durch eine berufliche Ausbildung in neuen Technologien namentlich mit Hilfe von Fernunterricht sowie Anpassung der Infrastruktur, die die besonderen Bedürfnisse der Behinderten berücksichtigt; Verbesserung der Kenntnisse der Probleme im Zusammenhang mit Langzeitarbeitslosigkeit und der Verschlechterung der sozioökonomischen Situation bestimmter Bevölkerungsgruppen und der daraufhin zu ergreifenden Maßnahmen.

Kurzbeschreibung

Am 18. Dezember 1990 beschloß die Kommission der Europäischen Gemeinschaften, eine Gemeinschaftsinitiative für Behinderte und andere benachteiligte Gruppen gemäß Artikel 11 der Verordnung (EWG) Nr. 4253/88 einzurichten.

Die Initiative will ihr Ziel mit Hilfe transnationaler Aktionen verwirklichen und die berufliche Eingliederung von Behinderten in den unterschiedlichen Wirtschaftssektoren verbessern. Diese Initiative unterstützt auch das HELIOS-Programm (Entscheidung des Rates 88/231/EWG) zur Förderung der Beschäftigung, der beruflichen Ausbildung und der sozioökonomischen und bildungsbezogenen Integration der Behinderten sowie das HANDYNET-System (Entscheidung des Rates 89/658/EWG) für technische Hilfe im Bereich der Beschäftigung und beruflichen Ausbildung für Behinderte.

Im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die soziale Ausgrenzung und im Kontext des Armutprogramms (Entscheidung des Rates 89/457/EWG) zielen die Maßnahmen für benachteiligte Gruppen darauf ab, die lokale Kapazität für Aktionen zu stärken und ein Netz für den Erfahrungsaustausch auf Gemeinschaftsebene zu errichten, um mit dieser Art von Situation fertigzuwerden und die benachteiligten Bevölkerungsgruppen in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu integrieren. Die Gemeinschaft möchte die Ausarbeitung geeigneter Methoden unterstützen und derartige Aktivitäten und den Erfahrungsaustausch auf Gemeinschaftsebene fördern. In demselben Zusammenhang unterstützt die Gemeinschaft Aktionen zugunsten von Personen, die plötzlich mit einer neuen sozioökonomischen Situation konfrontiert werden und deren unvorhergesehene Massenankunft eine bleibende Wirkung auf das Arbeitsmarktgleichgewicht der betroffenen Regionen insbesondere in Ziel-1-Gebieten hat. Die Gemeinschaft unterstützt Aktionen zur Förderung der Beschäftigung auf lokaler Ebene und der an die besonderen Probleme dieser Gruppen angepaßten Berufsausbildung sowie Orientierungs- und Beratungsmaßnahmen für ihre sozioökonomische Eingliederung verbunden mit dem Erlernen der örtlichen Sprache sowie andere Maßnahmen, die ihre Integration erleichtern.

Unterteilung

Förderfähige Maßnahmen:

- Zur Eingliederung von Behinderten in die offene Wirtschaft durch eine Ausbildung in einer geschützten Umgebung:
. Ausbildung von körperlich Behinderten im Hinblick auf Qualifikationen und/oder Fertigkeiten, Nutzung von Technologien, die körperliche Einschränkungen verringern, um die Ausbildung von Behinderten in neuen Technologien und anderen Bereichen zu ermöglichen;
. Ausbildung und Beschäftigung von geistig Behinderten in für sie geeigneten Wirtschaftssektoren oder Tätigkeiten;
. Ausbildung von Ausbildern, Sozialhelfern, Ergotherapeuten, Psychologen, Berufsberatungssachverständigen, Zeichensprachendolmetscher, Ergonomen und Physiotherapeuten unter Verwendung von Methoden, die den Behinderten den Übergang von einem geschützten Umfeld in den offenen Arbeitsmarkt erleichtern;
. Beihilfe zur Gründung von KMU und Genossenschaften durch Behinderte oder Beihilfen zugunsten der Arbeitsplatzbeschaffung für Behinderte, vorausgesetzt, daß diese KMU und Genossenschaften zu einem späteren Zeitpunkt in die Marktwirtschaft integriert werden können;
. Beihilfe für die Einrichtung von Diensten, deren Ziel es ist, Behinderten beim Zugang zu bestehenden Strukturen zu helfen, die die Gründung und Entwicklung von handwerklichen Tätigkeiten und KMU erleichtern;
. Pilotprojekte betreffend die Anpassung der Infrastruktur von kollektivem Interesse mit dem Ziel, die Probleme der körperlich Behinderten zu verringern;
. Unterrichtung der Unternehmen über Erfahrungen und Technologien, die die Probleme der Behinderten berücksichtigen, um ihren Zugang zur Infrastruktur und zu Diensten von kollektivem Interesse zu erleichtern;
. Installation von physiotherapeutischen und ergotherapeutischen Geräten in Berufsausbildungszentren für Behinderte;
. Einrichtung oder Entwicklung von Netzen für Informationen über den Zugang zu fachmännischer Ausbildung und zu Beschäftigung für Behinderte;
. Austausch von Erfahrungen und Sachverständigen zwischen Organisationen, die auf die Ausbildung von Behinderten aus mehreren Mitgliedstaaten spezialisiert sind mit dem Ziel, das Know-how in der Gemeinschaft zu erhöhen und ein Expertenteam für Leitung und Überwachung zusammenzustellen;

- Betreffend benachteiligte Gruppen von Personen mit besonderen Problemen hinsichtlich der beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Integration:
. Orientierungs- und Beratungsmaßnahmen;
. berufliche Ausbildung einschließlich der Ausbildung von Sozialarbeitern;
. Austausch von Sozialarbeitern auf Gemeinschaftsebene;
. vorbereitende Studien und technische Hilfe;

- Für Personen, die sich plötzlich an eine völlig neue sozioökonomische Situation anpassen müssen und deren unvorhergesehene Massenankunft das Arbeitsmarktgleichgewicht ernsthaft gefährdet:
. Maßnahmen zur Erleichterung ihrer beruflichen Eingliederung in den Arbeitsmarkt durch die Bereitstellung einer Ausbildung zum Erwerb von Qualifikationen oder durch Anpassung ihrer Qualifikationen an jene, die auf dem Arbeitsmarkt verlangt werden;
. Maßnahmen in Verbindung mit einer beruflichen Ausbildung zur Beseitigung von Sprachproblemen;
. Vorbereitende und flankierende Maßnahmen für ihre Kinder zur Verbesserung oder Erhaltung der Muttersprache im Hinblick auf ihre berufliche Eingliederung;
. Hilfsmaßnahmen für die Rekrutierung, Beihilfe zur Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit, Orientierungs- und Beratungsmaßnahmen;
. Beihilfe zur Bereitstellung von Diensten, deren Ziel es ist, diesen Personen beim Zugang zu den bestehenden Diensten zu helfen, die die Aufnahme und den Aufbau von handwerklichen Fähigkeiten oder die Gründung von KMU erleichtern;
. Einrichtung multifunktionaler Durchgangsstellen zur kollektiven Nutzung.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung der Initiative verantwortlich. Anspruch auf eine Beihilfe im Rahmen von HORIZON haben Personen mit einer wesentlichen körperlichen oder geistigen Behinderung (behindert) und Personen mit besonderen Problemen, die ihre wirtschaftliche oder soziale Eingliederung erschweren (benachteiligt). Im Fall von Behinderten sind alle Regionen der Gemeinschaft förderungswürdig, vorausgesetzt, daß die Aktionen transnationale Maßnahmen mit mindestens einem Partner aus einer Ziel-1-Region umfassen. Im Fall von benachteiligten Gruppen sind alle Regionen der Gemeinschaft förderungswürdig. Bei Aktionen im Zusammenhang mit einer plötzlichen Veränderung auf dem Arbeitsmarkt als Folge einer unvorhergesehenen und zahlenmäßig bedeutenden Ankunft von Personen, die sich in einem neuen wirtschaftlichen Umfeld zurecht finden müssen, erhalten Ziel-1-Regionen Priorität, da das auf diese Weise entstandene wirtschaftliche Ungleichgewicht eine schnelle Eingliederung in das Wirtschafts- und Sozialleben erforderlich macht.

Die operationellen Programme oder Globalzuschüsse werden von der Gemeinschaft und den Mitgliedstaaten gemeinsam finanziert. Die Förderungswürdigkeit der Aktionen wird durch die Vorschriften der Strukturfonds-Verordnungen bestimmt. Die Höhe der Zuschüsse wird gemäß den Entscheidungen hinsichtlich der Vorschriften der Strukturfonds und unter Berücksichtigung der finanziellen Kapazität der jeweiligen nationalen und regionalen Behörden festgelegt.
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