Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nachfolgeprogramm

IC-MEDA

Programmfinanzierung

EUR 4,1 million

Referenz zum Amtsblatt

L 197 von 1985-07-27

Rechtsrahmen

2088/85/CEE von 1985-07-23
Zur Verbesserung der sozioökonomischen Strukturen der südlichen Regionen der Gemeinschaft, vor allem der Strukturen von Griechenland, um die Anpassung dieser Regionen an die neuen Bedingungen zu erleichtern, die durch die Erweiterung der Gemeinschaft unter den bestmöglichen Bedingungen entstehen.

Kurzbeschreibung

Der Rat der Europäischen Gemeinschaften verabschiedete die Verordnung (EWG) Nr. 2088/85, um einen umfassende Antwort auf diverse Probleme zu geben, denen die südlichen Regionen der gegenwärtigen Zusammensetzung der Gemeinschaft gegenüberstehen, die drei Ziele verfolgt, nämlich die Entwicklung, Anpassung und Unterstützung für Beschäftigung und Einkommen. Dabei werden die Ergebnisse und das Ausmaß der bereits im Gang befindlichen sektoralen Pläne berücksichtigt, wie die Erfahrung zeigte bestand jedoch ein Bedarf für einen geplanten mehrjährigen Ansatz für einzelstaatliches und gemeinschaftliches Vorgehen in diesen Regionen.

Die für diese Maßnahmen bereitgestellten Programme sind gegenseitig abhängig und ergänzen sich über alle Bereiche der wirtschaftlichen Tätigkeit, vor allem hinsichtlich der Landwirtschaft und Fischereiwirtschaft. Sie befassen sich vor allem mit der Entwicklung kleiner und mittlerer industrieller und kommerzieller Unternehmen und mit der Förderung neuer Dienstleistungsaktivitäten, die das Problem der Arbeitslosigkeit verringern helfen könnten. Sie berücksichtigen den durch neue Technologien geleisteten Beitrag und ermöglichen eine Verbesserung der Einrichtungen für Energieproduktion, Kommunikation, Ausbildung und Umweltschutz sowie der Infrastruktur im allgemeinen. Die Maßnahmen sind mit den unter den sozio-strukturellen Politiken getroffenen Maßnahmen verbunden, die für diese Regionen weiterhin wie gewöhnlich zutreffen.

Unterteilung

Arbeitsvorgänge, die zur Erreichung der IMP-Ziele beitragen:

- Agrarsektor:
. Umwandlung und Umstrukturierung von Pachtland in spezialisierte Produktionszweige und Arten der Landnutzung, die dem voraussichtlichen Marktbedarf besser angepaßt sind;
. Modernisierung und Intensivierung bestimmter Produktionszweige bei gleichzeitiger Beibehaltung der durch die gemeinsame Landwirtschaftspolitik bestimmten allgemeinen Ziele des Produktionsmanagements;
. Steigerung der sozio-strukturellen Maßnahmen, die der Einkommensverbesserung der Lanwirte dienen, durch die vollständige Inanspruchnahme der Entschädigungszahlungen, um jungen Menschen den Einstieg in die Landwirtschaft zu erleichtern und die Modernisierung und Neuorientierung der Produktionsstrukturen zu beschleunigen;
. Modernisierung ländlicher Infrastrukturen zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen;
.Bewässerung;
.Viehhaltung;
. Aufforstung und Verbesserung der für Wälder vorgesehene Bereiche;
. Landverbesserungen;
. Berufsausbildung und landwirtschaftliche Beratungsdienste;
. Verstärkung und Modernisierung der Strukturen in Zusammenhang mit dem Marketing und der Verarbeitung landwirtschaftlicher und fischereiwirtschaftlicher Produkte;

- Fischereisektor:
. Umstrukturierung, Umstellung und Modernisierung von Teilen der Fischereiflotte;
. Verbesserung der Infrastrukturen und Hafenanlagen einschließlich des biologischen Schutzes von Meeresbereichen und der Einrichtung von Meeresparks;
. Erweiterung der Wasserkultur einschließlich Bauarbeiten an Lagunen;
. Verbesserung der Lager- und Verarbeitungseinrichtungen;
. Verkaufsförderung von Fischereiprodukten, insbesondere durch Werbekampagnen;
. Intensivierung der Forschung und Berufsausbildung und Bereitstellung von technischen Assistenten ;

- Die Produktion und der Dienstleistungssektor;
. Einrichtung und Erweiterung kleiner und mittlerer Unternehmen und Handwerksbetriebe und Kooperativen ;
. Innovationsförderung und die Anwendung neuer Technologien;
. In Griechenland, Vereinfachung der Einrichtung neuer Unternehmen und der Neuansiedelung - außerhalb von Athen - der innerhalb der Stadt befindlichen Unternehmen;
. Förderung von Tourismus und Verbesserung der Dienstleistungen;
. Ermutigung kleiner und mittlerer Unternehmen zur Beteiligung an anderen Aktivitäten;
. Verstärkung der für die Erweiterung der Arbeitsplatzbeschaffungsaktivitäten erforderlichen Infrastrukturen;
. Verbesserung derjenigen Infrastrukturen, die der Verbesserung der Lebensfähigkeit ländlicher Gebiete dienen;

- Wertsteigerung der Humanressourcen insbesondere bezüglich Frauen und junger Menschen:
. Durch Verstärkung der Gemeinschaftshilfe für zusätzliche Berufsausbildungsmaßnahmen, die die Fähigkeit zur Förderung und Unterestützung der in den IMP aufgeführten Aktivitäten haben;
. Durch Unterstützung der graduellen Einführung von Aktivitäten, die der Vorbereitung der Bereiche dienen und die lokalen Aktivitäten auf den durch das IMP erfaßten Gebiete dienen;
. Durch Bereitstellung von Dienstleistungen, die auf die verschiedenen Stadien der Berufsausbildungsmaßnahmen abgestimmt sind.

Ausführung

Die Kommission trägt die Verantwortung für die Durchführung des Programms mit Hilfe eines Beratenden Ausschusses über Integrierte Mittelmeerprogramme, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten unter dem Vorsitz der Kommission zusammensetzt. Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist im Ausschuß vertreten. Für jedes IMP wird ein Kontrollausschuß durch gegenseitiges Einvernehmen zwischen der Kommission und den betroffenen Mitgliedstaaten eingerichtet. Er unterstützt den Mitgliedstaat, die Regionalbehörde oder jede andere Behörde, die vom Mitgliedstaat mit der Ausführung des IMP beauftragt worden ist. Die Durchführung der IMP wird durch Programmverträge geregelt, die zwischen den betroffenen Parteien abgeschlossen werden und die deren jeweilige Verpflichtungen festlegen.

Die IMP bestehen aus mehrjährigen Arbeitsvorgängen, die einander entsprechen und mit den gemeinsamen Politiken übereinstimmen, die zur Erreichung der Ziele beitragen. Die Arbeitsvorgänge beziehen sich insbesondere auf Investitionen im Produktivsektor, die Errichtung von Infrastrukturen und die bessere Nutzung von Humanvermögen. Auf die folgenden Finanzierungsquellen kann zum Zweck der IMP-Durchführung zurückgegriffen werden:
- spezifische zusätzliche Ressourcen;
- der Europäische Regionalfonds (ERDF), der Europäische Sozialfonds (ESF) und der europäische Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL), Abteilung Ausrichtung;
Anleihen durch die Europäische Investitionsbank (EIB) aus ihren eigenen Ressourcen und aus Ressourcen des Neuen Gemeinschaftinstruments (NCI).

Die Arbeitsvorgänge unter den IMP ergänzen sich gegenseitig und sind auf die Besonderheiten der verschiedenen Regionen und Bereiche zugeschnitten, um die Integration der verwendeten nationalen gemeinschaftlichen Mittel zu erleichtern. Sie dürfen nicht die Wettbewerbsbedingungen beeinflussen, so daß sie die relevanten Bestimmungen des Abkommens verletzen und müssen daher vor allem mit den Grundsätzen für die Koordination der regionalen Hilfssysteme übereinstimmen. Die IMP werden auf der entsprechenden geographischen Ebene von den Regionalbehörden oder anderen Behörden aufgestellt, die von jedem betroffenen Mitgliedstaat bestimmt werden, der die Kommission über die Vorbereitung der verschiedenen IMP informiert. Falls gewünscht, stellt die Kommission den Mitgliedstaaten technische Hilfe zur Verfügung.

Bei der Bestimmung der Größe der gemeinschaftlichen Hilfsleistungen für die IMP wird der eigentliche Bedarf der verschiedenen Regionen und der in ihnen enthaltenen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsbedingungen berücksichtig, wobei die benachteiligten Regionen sowie die Regionen bevorzugt werden, die am stärksten von den Auswirkungen der Erweiterung betroffen sind. Außerdem wird die Nützlichkeit der Arbeitsvorgänge, die Größe des Beitrags der Mitgliedsaaten an die IMP, die interne Übereinstimmung des Plans für die Koordination und Mobilisierung von Initiativen in dem von den IMP erfaßten Bereich und die Verhältnismäßigkeit der Gemeinschaftsinstrumente, Hilfe oder Anleihen an die vorgeschlagenen Arbeitsvorgänge berücksichtigt.

Die Kommission wird während der gesamten Durchführung der IMP unterrichtet. Sie erhält diese Information aus Dokumenten die ihr durch die Mitgliedstaaten übermittelt oder zur Verfügung gestellt werden und durch die Beobachtungen, die sie auf ihre eigene Initiative anstellt. Die Kommission produziert jedes Jahr einen ausführlichen Bericht über die Durchführung der IMP, der die finanziellen Aspekte umfaßt und eine wirtschaftliche und soziale Bewertung der erreichten Ergebnisse enthält. Außerdem erstellt sie jedes Jahr eine Aufstellung aller strukturellen Finanzmittel der Gemeinschaft, die den Anteil dieser für die IMP-Durchführung verwendeten Mittel aufzeigt. Die Berichte und Aufstellungen werden dem Ausschuß für seine Stellungnahme übermittelt und anschließend an das Europäische Parlament und den Wirtschafts- und Sozialausschuß geschickt.

Fachgebiete

Regionalentwicklung
Datensatznummer: 311 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05
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