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Vorheriges Programm

ET-TEMPUS 1

Referenz zum Amtsblatt

L 112 von 1993-05-06

Rechtsrahmen

93/246/EEC von 1993-04-29
Zur Förderung der Entwicklung der höheren Bildungssysteme in mittel- und osteuropäischen Ländern und den Republiken der früheren Sowjetunion, die als würdige Empfänger von Wirtschaftshilfe gelten, durch eine möglichst ausgewogene Zusammenarbeit mit Partnern aus allen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft.

Kurzbeschreibung

Ausbildung wurde als einer der prioritären Bereiche für die Zusammenarbeit innerhalb des allgemeinen Hilfsprogramms der Gemeinschaft zur wirtschaftlichen Umstrukturierung von Mittel- und Osteuropa. In diesem Zusammenhang wurde TEMPUS als Reaktion auf die spezifischen Erfordernisse dieser Länder zugeschnitten und läuft parallel zu, aber separat von, bestehenden höheren Bildungsprogrammen der Gemeinschaft wie z. B. COMETT, ERASMUS oder LINGUA.

Die Ergebnisse der Beurteilung der ersten anderthalb Jahre der Pilotphase haben bestätigt, daß man die Zielvorgaben von TEMPUS für die betreffenden Länder klarer ausrichten müßte, gleich, ob es sich um die langfristige Reform der höheren Bildung oder um die kurzfristigen Erfordernisse der wirtschaftlichen Umstrukturierung handelt.

Diese zweite Phase des Programms TEMPUS soll den höheren Bildungssystemen der förderungswürdigen Länder dabei helfen, folgende Probleme anzugehen:
- Fragen der Ausarbeitung und Revision von Lehrplänen in vorrangigen Bereichen;
- Reform höherer Bildungsstrukturen und -einrichtungen und deren Verwaltung;
- Entwicklung von kenntnisfördernder Ausbildung zur Überwindung spezifischer Kenntnislücken auf höher und fortgeschrittener Ebene bei Wirtschaftsreformen, insbesondere durch verbesserte und erweiterte Verbindungen mit der Industrie.

Im Rahmen von TEMPUS, wie auch in den oben erwähnten verwandten Gemeinschaftsprogrammen bedeutet der Begriff 'Hochschule' alle Arten der nach der Sekundarstufe weiterführenden Bildungs- und Berufsbildungseinrichtungen, die im Rahmen einer fortgeschrittenen Bildung bzw. Berufsbildung Befähigungsnachweise oder Diplome dieses Niveaus ausstellen, unabhängig davon, welche Bezeichnung diese Einrichtungen tragen. Die Begriffe 'Industrie' bzw. 'Wirtschaft' oder 'Unternehmen' erstrecken sich auf alle Arten von Wirtschaftsaktivität, ungeachtet ihrer rechtlichen Form, einschl. staatlicher und lokaler Behörden, unabhängiger Wirtschaftsorganisationen, Handelskammern und dergleichen, Fachgremien, Arbeitgeber-/Arbeitnehmerverbände, sowie Ausbildungsgremien der oben erwähnten Einrichtungen und Organisationen.

Unterteilung

Drei Aktionen:

- Gemeinsame Europäische Projekte (GEP);
Es müssen mind. eine Hochschule aus einem förderungswürdigen Land, eine Hochschule aus einem Mitgliedstaat sowie eine Partnereinrichtung (Hochschule oder Unternehmen) aus einem anderen Mitgliedstaat daran beteiligt sein. Die Projekte müssen nach Möglichkeit mit bestehenden Netzwerken verbunden sein, insbesondere den Netzen unter den Programmen ERASMUS, COMETT und LINGUA. GEP Zuschüsse können für eine Vielfalt von Aktivitäten bewilligt werden, wie u.a.: kooperative Bildungs- und Ausbildungsaktionen; Maßnahmen zur Reform und Weiterentwicklung der höheren Bildung; Entwicklung der Kapazität von Hochschulen zur Zusammenarbeit mit der Industrie und kooperative Ausbildungsaktionen zwischen Hochschulen und der Industrie; erforderliche Ausrüstung für die Umsetzung eines GEP; Entwicklung der Mobilität von Studenten und Personal; Aktivitäten, an denen zwei oder mehrere förderungswürdige Länder teilnehmen;

- individuelle Zuschüsse und komplementäre Aktivitäten:
. Kurzbesuche von einwöchiger oder zweimonatiger Dauer in einem Mitgliedstaat oder förderungswürdigen Land, die der Vorbereitung von GEP, Lehrstoffen sowie zur Erfassung und Verbreitung von Informationen bzw. zum Austausch von fachmännischen Ratschlägen dienen;
. einwöchige bis einjährige Lehr-/Lernperioden in Hochschulen;
. einmonatige bis einjährige Praktika in Unternehmen oder Bildungsbehörden;
. einwöchige bis einjährige Nach- und Umschulung in der Gemeinschaft für Hochschulpersonal aus den förderungswürdigen Ländern;
. Zuschüsse zur Befähigung förderungswürdiger Länder zur Teilnahme an den Aktivitäten europäischer Verbände;
. Unterstützung zur Ermöglichung von Veröffentlichungen und anderen Informationsaktivitäten;
. Unterstützung für Aktivitäten, die bei der Reform und Entwicklung von höheren Bildungs- und Ausbildungssystemen in den förderungswürdigen Ländern helfen sollen;
. Begrenzte Unterstützung für Projekte mit Jugendaktivitäten;

- Unterstützungsaktivitäten:
. technische Unterstützung einschl. der Überwachung der Realisierung des Programms.
. Unterstützung für die externe Beurteilung des Programms.

Ausführung

Die Kommission ist zuständig für die Umsetzung des Programms auf der Basis detaillierter Leitlinien, die jährlich festgelegt werden, und gemäß detaillierter Zielvorgaben und Prioritäten, die mit den zuständigen Behörden in den einzelnen förderungswürdigen Ländern abgesprochen werden. Die Zielvorgaben und Prioritäten müssen mit den allgemeinen Zielvorgaben des Programms PHARE sowie mit den allgemeinen Zielvorgaben des Programms TACIS, unter besonderer Berücksichtigung seines sektorbezogenen Schwerpunkts, übereinstimmen. Die Umsetzung wird durch die Kommission - mit Unterstützung durch einen Ausschuß - überwacht, der sich aus je zwei Vertretern der einzelnen Mitgliedstaaten zusammensetzt, wobei der Vorsitz von einem Vertreter der Kommission geführt wird. Die Mitglieder des Ausschusses können bei Ihrer Arbeit Experten oder Berater zu Rate ziehen.

Die Kommission ist zuständig für die Sicherstellung von Übereinstimmung und gegebenfalls Komplementarität mit anderen Aktionen auf Gemeinschaftsebene, sowohl innerhalb der Gemeinschaft als auch bei der Unterstützung der förderungswürdigen Länder, unter besonderer Berücksichtigung der Europäischen Stiftung für Berufsbildung. Die Kommission sorgt außerdem für Koordinierung mit Aktionen in demselben Bereich wie TEMPUS II - einschließlich gegebenenfalls Teilnahme an Vorhaben unter TEMPUS II - die von Ländern entwickelt wurden, die nicht Mitglieder der Gemeinschaft sind oder von Hochschulen bzw. Unternehmen in diesen Ländern. Die Kommission arbeitet mit koordinierenden Stellen zusammen, die in den einzelnen förderungswürdigen Ländern eingerichtet werden sowie mit den relevanten einzelstaatlichen Gremien, die von den Mitgliedstaaten ernannt werden.

Die Kommission trifft Vereinbarungen für die Überwachung und Beurteilung des Programms und unterbreitet dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Wirtschafts- und Sozialausschuß sowie den teilnehmenden Ländern einen Jahresbericht. Ein Zwischenbericht ist vor dem 30. April 1996 und ein Abschlußbericht bis zum 30. Juni 1999 zu unterbreiten.

Das Programm betrifft die Länder Mittel- und Osteuropas, die laut Verordnung (EWG) Nr. 3906/89 (Programm PHARE, ABl. Nr. L 375 vom 23.12.1989) als förderungswürdig gelten, die zuletzt durch Vorschrift (EWG) Nr. 2334/92 (ABl. Nr. L 227 vom 11.8.1992) abgeändert wurde sowie die Länder der früheren Sowjetunion laut Definition in Vorschrift (EWG, EURATOM) Nr. 2157/91 (Programm TACIS, ABl. Nr. L 201 vom 24.7.1991).
Datensatznummer: 320 / Zuletzt geändert am: 2001-06-28
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