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Vorheriges Programm

HS-TIDE 0

Programmfinanzierung

EUR 30 million

Referenz zum Amtsblatt

L 240 von 1993-09-25

Rechtsrahmen

93/512/CEE von 1993-09-21
Stimulierung der Schaffung eines Binnenmarktes für Rehabilitationstechnologie in Europa zur Erleichterung der sozioökonomischen Integrierung behinderter und älterer Menschen durch Förderung des Technologieeinsatzes und Anregung der Zusammenarbeit der auf diesem Gebiet tätigen Branchen.

Kurzbeschreibung

TIDE ist eine Forschungs- und Entwicklungsinitiative für Technologie im Vorwettbewerbsstadium auf dem Gebiet der technologischen Rehabilitationsmittel für ältere und behinderte Menschen. Die betreffenden Technologien umfassen ein breites Spektrum, darunter Informations-, Kommunikations- und Steuerungstechnologien.

Anstoß und Vorbereitung für eine TIDE-Pilotaktion (1991-1992) erfolgte durch die Dienste der Kommission in Absprache mit einem disziplinübergreifenden Gremium unabhängiger europäischer Sachverständiger, von denen viele aus dem COST-219-Vorhaben "Zukünftige Telekommunikations- und Teleinformatikeinrichtungen für Behinderte" stammen. Die im TIDE-Programm zusammenarbeitenden Experten kommen aus Industrieunternehmen unterschiedlichster Größe, aus der Hochschulforschung und den Behindertenforschungsinstituten sowie aus den Interessenverbänden behinderter und älterer Menschen.

Das Ziel der Initiative wird erreicht durch kollaborative Aktivitäten disziplinübergreifender Teams, die im einzelnen folgendes anstreben:
- Verständnis, Verdeutlichung und Anpassung von Technologie zur Erfüllung der Bedürfnisse von Benutzergruppen;
- Entwicklung neuer Anwendungen der Rehabilitationstechnologie wie intelligente Häuser für ältere Menschen und hochentwickelte Hörgeräte;
- Förderung von Innovation und Technologietransfer in der Rehabilitationstechnologie;
- Beschleunigung der Ausarbeitung technischer Normen und Standards.

Die Arbeiten im Rahmen von TIDE orientieren sich an fünf, miteinander verflochtenen Grundsätzen:
- Grundsatz der Nutzerorientierung:
An den Vorhaben sind Benutzer beteiligt; die Vorhaben sollten eine Aussage zu den Anforderungen der Endverbraucher enthalten und sich zu den erwarteten Vorteilen der technologischen Lösungen für die Endverbraucher äußern;
-Marktorientierung:
Die Vorhaben nutzen die sich durch die Verwirklichung des Binnenmarktes bietenden Chancen und führen kurzfristig zur Entwicklung von technologiegestützten Prototyp-Erzeugnissen und -Dienstleistungen;
-Technologieanpassung und Innovation:
Das Schwergewicht liegt auf Innovation sowie auf der Anpassung und fortgeschrittenen Anwendung neuer Technologie und deren Integrierung in die entsprechenden internationalen Normen;
- Disziplinübergreifender Ansatz:
Die Vorhaben nutzen die knappen wissenschaftlichen, technischen und kommerziellen Ressourcen in einem Bereich, der soziale, ökonomische, erzieherische und klinische sowie technologische Sachkunde erfordert;
- Technologieverifizierung:
Die technologischen Anwendungen sind mit Hilfe tatsächlicher oder potentieller Nutzer in Feldversuchen oder durch den Einsatz von Szenarien zu evaluieren.

Es wird davon ausgegangen, daß sich alle Technologievorhaben an den horizontalen Aktivitäten der TIDE-Initiative beteiligen, darunter Konsens, Marktstudie, Kosten-Nutzen- und Wirksamkeitsanalyse sowie Normung.

Im Sinne der Gemeinschaftsaktion wird Rehabilitationstechnologie definiert als Technologie zur Verwendung durch ältere und behinderte Menschen, um diese in die Lage zu versetzen, unabhängig zu leben und sich stärker in das sozioökonomische Leben des Gemeinwesens einzugliedern. "Behinderte Menschen" oder "Menschen mit Behinderungen" bedeutet Personen mit Behinderungen jedweder Art, die auf Beeinträchtigungen beruhen, die in der von der Weltgesundheitsorganisation erstellten internationalen Klassifizierung von Beeinträchtigungen, Behinderungen und Gebrechen aufgeführt sind.

Unterteilung

Vier Aktionslinien:

- Zugang zur Kommunikations- und Informationstechnologie sowie Förderung der interpersonellen Kommunikation:
. Zugang zu Multimediabereichen und Interaktion mit diesen Bereichen;
. Technologie zur Erleichterung der persönlichen Kommunikation;
. Zugängliche Dienstleistungen und Anwendungen;

-Umfeldsteuertechnologien für den Lebensalltag:
. Nutzer- und Systemschnittstellen;
. Robotersysteme;
. Mobilitäts- und Beförderungssteuersysteme;

- Wiederherstellung und Verbesserung der motorischen und kognitiven Fähigkeiten:
. Informationstechnologie für individualisierte Pläne zur Beurteilung, Rehabilitation und Verbleiben im Gemeinwesen;
. Technologie zur Rehabilitation und Erhaltung der motorischen Fähigkeiten;
. Vorrichtungen zur Ersetzung der motorischen Fähigkeiten;

-Integrierte Systemtechnologien:
. Intelligente Umfelder und Systeme;
. Orientierungs-und Navigationssysteme für Mobilität;
. Arbeitsumfelder für behinderte und ältere Menschen.

Ausführung

Zuständig für die Durchführung der Initiative ist die Kommission, die dabei von einem aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammengesetzten und unter Vorsitz des Vertreters der Kommission stehenden Ausschuß unterstützt wird. Die Kommission stellt die Kohärenz und die Komplementarität der Aktivitäten innerhalb von TIDE und im Verhältnis zu anderen Programmen und Aktionen der Gemeinschaft sicher.

Der Finanzbeitrag der Gemeinschaft zu den Vorhaben wird den Besonderheiten des Einzelfalles angepaßt. Die Förderung kann in Form einer direkten oder indirekten Subvention, eines Vorschusses auf eigenes Kapital oder in beliebiger anderer Form erfolgen. Die Kommission implementiert die TIDE-Aktion in der Regel im Wege von Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen, die gegebenenfalls im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht werden. Die Vertragspartner der Kommission müssen, sofern es sich nicht um für die Kommission durchgeführte Studien und Dienstleistungen handelt, den Großteil der Finanzierungskosten und mindestens 50% der Gesamtkosten tragen. In Ausnahmefällen ist jedoch ein diesen Anteil übersteigender höherer Finanzbeitrag der Gemeinschaft nicht ausgeschlossen, insbesondere um die besonderen Schwierigkeiten berücksichtigen zu können, mit denen entwicklungsrückständige Regionen oder Regionen mit rückläufiger Industrieentwicklung bei der Teilnahme an transnationalen Aktivitäten konfrontiert sind. Mit Ausnahme von Studien und Dienstleistungen sind nur solche Vorhaben förderfähig, an denen mindestens zwei Partner aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten beteiligt sind. Mindestens zwei Teilnehmer sollten Industrieunternehmen sein. Vereinigungen und Unternehmen aus Ländern der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) können nach Maßgabe des in der Entscheidung niedergelegten Kriteriums des beiderseitigen Vorteils als Partner zu einem im Rahmen der Initiative durchgeführten Vorhaben zugelassen werden.

Die Kommission führt eine Bewertung der erzielten Ergebnisse durch und erstattet hierüber dem Rat sowie dem Europäischen Parlament Bericht.
Datensatznummer: 337 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05
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