Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

FP3-FRAMEWORK 3C

Nachfolgeprogramm

EAEC-FWP-EAEC 2C

Programmfinanzierung

EUR 1 336 million

Referenz zum Amtsblatt

L 115 von 1994-05-06

Rechtsrahmen

94/268/Euratom von 1994-04-26
Zur Gewährleistung der Sicherheit aller kerntechnischen Maßnahmen ungeachtet dessen, ob sie der Erzeugung von Elektrizität durch Kernspaltung, der Nutzung von Radioaktivität oder der ionisierenden Strahlung dienen bzw. ob es sich um natürlich vorkommende Radioaktivität handelt - wobei alle in den Mitgliedstaaten (sowie in Schweden und der Schweiz) durchgeführten Maßnahmen im Bereich gesteuerter Kernfusion durch magnetischen Einschluß und die gemeinsame Schaffung sicherer, umweltverträglicher Reaktorprototypen betroffen sind.

Kurzbeschreibung

Dieses Rahmenprogramm für Gemeinschaftsmaßnahmen zur Forschung und Ausbildung im Bereich Kernspaltung wird getrennt von und zur gleichen Zeit wie die Entscheidung zu einem Vierten Rahmenprogramm von Gemeinschaftsaktivitäten im Bereich der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstrationsvorhaben, 1994-1998 (Amtsblatt Nr. L 126 vom 18.5.1994) verabschiedet.

Unterteilung

Das Zielvorhaben in Bezug auf nukleare Sicherheit und Vorsichtsmaßnahmen besteht darin, eine komplette nukleare Sicherheitseinrichtung zu demonstrieren, die durch eine viergleisige Strategie verwirklicht werden soll:

Entwicklung eines dynamischen Ansatzes zur nuklearen Sicherheit als Beitrag zur Konsolidierung einer Sicherheitskultur auf weltweiter Basis;
Gemeinsame Nutzung der großen europäischen Einrichtungen, um eine bessere Kenntnis der entscheidenden Phänomene zu erzielen, die mit dem Kreislauf und den Abfallprodukten von Kernbrennstoffen zusammenhängen;
Verfolgung der Entwicklung von Methoden zur Kontrolle der nuklearen Sicherheit; sowie
Einbindung des radiologischen Schutzes in ein globales System zum Schutz des Menschen und seiner Umwelt.
An vorrangiger Stelle in der Prioritätsordnung steht die Studie neuer Systeme der Kontrolle und Überwachung, Aspekte in Verbindung mit schweren Unfällen sowie die Beurteilung der Sicherheitsmerkmale neuer Reaktorkonzepte. Die Alterung von Anlagen und ihr fortgesetzter Betrieb bedarf komplementärer Studien im Rahmen von Forschungsnetzen. Die Stillegung von Anlagen in der Gemeinschaft, den ost- und mitteleuropäischen Ländern sowie die Standortsanierung soll mit den einzelstaatlichen Behörden koordiniert untersucht werden. An zweiter Stelle der Prioritätsordnung konzentriert sich die von der GFS im Bereich des Kreislaufs und der radioaktiven Abfälle auf die Probleme der Sicherheit in Verbindung mit Kernbrennstoff und seiner endgültigen Entsorgung.

Die sich aus Unfällen oder Betriebsfehlern in den ost- und mitteleuropäischen Ländern - insbesondere Tschernobyl ergebenden Probleme radioaktiver Verseuchung bedürfen der Zusammenarbeit mit diesen Ländern. Durch die Einrichtung eines Netzes internationaler Zentren soll die internationale Zusammenarbeit angeregt werden und zu einer besseren Koordinierung bilateraler und internationaler Initiativen beigetragen werden.

Es sind folgende Themen von Maßnahmen, die zur Umsetzung der Strategie für gesteuerte Kernfusion erforderlich:

'Next-Step'-Maßnahmen für den ersten experimentellen Reaktor;
Verbesserung von Konzepten im Bereich Plasmaphysik und -technik für den nachfolgenden Demonstrationsreaktor; sowie
langfristige Technologie, die für den Übergang auf die Nutzung von Fusionsprogrammen außerhalb der Gemeinschaft erforderlich ist.

Ausführung

Die bei der Verwirklichung des Rahmenprogramms anzuwendenden Auswahlkriterien bedürfen klar definierte Zielvorgaben, die zur Stärkung der technologischen Grundlage der gemeinschaftlichen Industrie beitragen, indem sie die Gemeinschaftspolitiken definieren und umsetzen, die Erfordernisse der Gesellschaft erfüllen und einer nachhaltigen Entwicklung förderlich sind.

Folgende Arten von Maßnahmen könnten gemeinschaftliche Maßnahmen rechtfertigen:
- sehr groß angelegte Maßnahmen, für die die einzelnen Mitgliedstaaten nicht - oder nur mit Schwierigkeiten - die erforderlichen Einrichtungen, Geldmittel und Mitarbeiter aufbringen könnten;
Maßnahmen zur Verfolgung hochgesteckter Ziele, Lösung umfangreicher Probleme bzw. Maßnahmen, die in wissenschaftlicher Hinsicht auf lange Sicht Vorteile bringen;
Maßnahmen, die offensichtliche finanzielle Vorteile mit sich bringen;
Maßnahmen, die zur Ergänzung der auf einzelstaatlicher Ebene durchgeführten Maßnahmen dienen; sowie
Maßnahmen, die der Erfüllung einer gemeinschaftlichen Politik oder Zielsetzung dienen und für die es angemessen scheint, gemeinsame Vorschriften und Normen festzusetzen.

Projekte, die zur Durchführung in den spezifischen Programmen ausgewählt wurden und eine engere Koordination der in den Mitgliedstaaten, auf Gemeinschaftsebene sowie in anderen europäischen und internationalen Kooperationsforen durchgeführten Forchungsarbeiten ermöglichen und die eine möglichst wirksame Reaktion auf die Zielsetzung der Gemeinschaft im Hinblick auf wirtschaftliche und allgemeine Wettbewerbsfähigkeit ermöglichen, werden vorrangig behandelt.

Den Vorschriften gemäß beträgt die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft nicht mehr als 50% der Kosten des Projekts für FTE Projekte bei indirekten Maßnahmen, 100% zusätzlicher Kosten bei themenbezogenen Forschungsnetzen und Mobilität von Forschern; bis zu 100% für Vorbereitungs-, Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen; bis zu 100% der Administrationskosten für konzertierte Maßnahmen; sowie 100% der Forschungskosten für direkte Maßnahmen, die sich aus FTE Programmen bzw. aus Teilen von Programmen zusammensetzen, die von der GFS durchgeführt werden. Der Gesamtbetrag von ECU 1.254 Mio. setzt sich zusammen aus ECU 414 Mio. für nukleare Sicherheit und Vorsichtsmaßnahmen einerseits und ECU 840 Mio. für gesteuerte Kernfusion andererseits. Der Gesamtbetrag umfaßt eine Zuweisung von ECU 300 Mio. für die GFS; ECU 254 Mio. davon sind für nukleare Sicherheit und Vorsichtsmaßnahmen und ECU 46 Mio. für gesteuerte Kernfusion vorgesehen.

Fachgebiete

Kernfusion - Sicherheit - Strategien
Datensatznummer: 339 / Zuletzt geändert am: 1997-08-13