Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

  • Europäische Kommission
  • CORDIS
  • Programme
  • Viertes Rahmenprogramm der Europäischen Gemeinschaft für Aktivitäten im Bereich der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration, 1994-1998

Nachfolgeprogramm

FP5

Programmfinanzierung

EUR 11 879 million

Referenz zum Amtsblatt

L 126 von 1994-05-18

Rechtsrahmen

1110/94/EC von 1994-04-26
Durchführung von Programmen im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (FTE) und von Demonstrationsprogrammen durch Förderung der Zusammenarbeit mit und zwischen Unternehmen, Forschungszentren und Universitäten; zur Förderung der Zusammenarbeit bei gemeinschaftlichen FTE- und Demonstrationsvorhaben mit Drittländern und internationalen Organisationen; zur Verbreitung und Optimierung der Ergebnisse aus gemeinschaftlichen FTE- und Demonstrationsaktivitäten und zur Förderung der Ausbildung und Mobilität von Forschern in der Gemeinschaft.

Kurzbeschreibung

Die vom Vierten Rahmenprogramm durchgeführten Aktivitäten müssen einen Beitrag zur Verwirklichung von drei grundlegenden Zielen leisten: Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie; Beitrag durch Wissenschaft und Technologie zur Erfüllung der gesellschaftlichen Bedürfnisse und Unterstützung der gemeinsamen Politiken der Gemeinschaft. Entsprechend der Industriepolitik der Gemeinschaft und zur Befriedigung der steigenden gesellschaftlichen Bedürfnisse müssen die Forschungsaktivitäten auch zur Verwirklichung von einer Reihe ganz spezifischer Ziele beitragen:

- leistungsfähige und verläßliche Infrastrukturen;
- Sicherstellung der technologischen und industriellen Integration innerhalb des Binnenmarktes (insbesondere durch eine strkere Koordinierung der FTE- und Normierungspolitik);
- Berücksichtigung technologischer und industrieller Veränderungen, um den Bedürfnissen des Marktes und der Gesellschaft besser gerecht zu werden;
- Verstärkung der Synergieeffekte zwischen der internationalen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie und den Außenbeziehungen der Gemeinschaft;
- Sicherstellung der wirksamen Verbreitung der wissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften innerhalb des gesamten wirtschaftlichen und sozialen Systems und insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen;
- effiziente, saubere, ungefährliche und umweltschonende Fertigung auf Basis einer modernen Fertigungsorganisation, bei der menschliche Faktoren berücksichtigt werden;
-Förderung des Umweltschutzes als Möglichkeit für die Industrie, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern;
- Erhöhung der Lebensqualität mit besonderem Augenmerk auf Gesundheit und Hygiene;
- Förderung der Beherrschung neuer Technologien.

Bei der Realisierung dieser Ziele sind von der Gemeinschaft gem. Artikel 130(g) des Vertrags von Maastricht vier Aktionsbereiche zu bercksichtigen:

-Erster Aktionsbereich:
Durchführung von FTE- und Demonstrationsprogrammen durch Förderung der Zusammenarbeit mit und zwischen Unternehmen, Forschungszentren - einschließlich der GFS - und Hochschulen. Dieser erste Aktionsbereich umfaßt die folgenden 13 spezifischen Programme: Informations- und Kommunikationstechnologien, industrielle Technologien, Umwelt, Biowissenschaften und -technologien, Landwirtschaft und Fischerei, nichtnukleare Energien, Verkehr und gezielte sozioökonomische Forschung;

- Zweiter Aktionsbereich:
Förderung der Zusammenarbeit im Bereich der gemeinschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung einschließlich Demonstrationsvorhaben mit Drittländern und internationalen Organisationen. Dieser Aktionsbereich umfaßt verschiedene verwandte Formen der Gemeinschaftsintervention einschließlich der internationalen wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit, die bisher außerhalb des Rahmenprogramms durchgeführt wurden. Die Zusammenarbeit basiert auf dem Prinzip des gegenseitigen Nutzens und zielt auf die Stärkung der Kompetenzen der Gemeinschaft im wissenschaftlichen und technologischen Bereich und der Unterstützung bei der Durchführung gemeinschaftlicher Politiken in bezug auf Drittlnder;

- Dritter Aktionsbereich:
Verbreitung und Optimierung der Ergebnisse der gemeinschaftlichen FTE-und Demonstrationsaktivitäten. Dies umfaßt alle FTE-Bereiche und zielt auf die grtmgliche Verbreitung der Forschungsergebnisse, um deren optimale Nutzung zu erleichtern, den Technologietransfer zu fördern (insbesondere in KMU) und Initiativen auf nationaler oder regionaler Ebene zu unterstützen und ihnen eine gemeinschaftliche Dimension zu verleihen;

- Vierter Aktionsbereich:
Förderung der Ausbildung und Mobilität von Forschern in der Gemeinschaft. Ziel dieses Aktionsbereichs ist die Förderung der Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern der Gemeinschaft in Bereichen, einschließlich im Bereich der Grundlagenforschung, die im Rahmen des ersten Aktionsbereichs nicht förderungswürdig sind.

Der Umfang des Vierten Rahmenprogramms wurde auf Basis einer neu in die Vertrge von Maastricht aufgenommenen FTE-Regelung bestimmt und beinhaltet Richtlinien, die in der Mitteilung der Kommission "Research after Maastricht: an assessment, a strategy" (Forschung nach Maastricht: eine Beurteilung, eine Strategie) (SEC(92) 682) beschrieben werden. Gem den Verträgen von Maastricht umfaßt das Programm sämtliche FTE-Aktivitäten der Gemeinschaft unabhängig von ihrer Form und der gemeinsamen Politik, unter die sie fallen, einschließlich Grundlagenforschung, grundlegende industrielle Forschung, angewandte Forschung, technologische Entwicklung und Demonstrationsvorhaben. Wie auch bei früheren Rahmenprogrammen sind diese Aktivitäten ausdrücklich auf die Vorwettbewerbsphase beschränkt.

Ebenfalls zu berücksichtigen sind Maßnahmen, die bisher außerhalb des Programms durchgeführt wurden, d.h. APAS-Aktionen ("Actions de préparation, d'accompagnement et de suivi"). Der offensichtlichste Fall ist die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit. Maßnahmen, die bisher auf jährlicher Basis durchgeführt wurden, unterliegen jetzt der mehrjährigen Planung. Dasselbe gilt für Maßnahmen mit mehrjährigem Ausblick, wie z.B. SPRINT, und für horizontale Maßnahmen zur Definition, Durchführung und Unterstützung der FTE-Politik (Studien, Sondierungs- und Bewertungsaktionen, fördernde, unterstützende und koordinierende Aktivitäten). Maßnahmen von geringem Umfang, die auf der jährlich wechselnden Nachfrage basieren (z.B. technischer Hilfsdienst der GFS für andere Generaldirektionen der Kommission) sind in dem Programm enthalten und mit der erforderlichen verfahrenstechnischen Flexibilität durchzuführen.

Ein separater Ratsbeschluß betreffend ein Rahmenprogramm für gemeinschaftliche Aktionen im Bereich der Forschung und Ausbildung für die Europäische Atomgemeinschaft (1994-1998) wurde zur selben Zeit wie das Vierte Rahmenprogramm verabschiedet (Ratsbeschluß 94/268/Euratom).

Unterteilung

Die wissenschaftlichen und technologischen Ziele erstrecken sich ber die folgenden vier Aktionsbereiche:

- Erster Aktionsbereich (10.045 Mio. ECU):
Forschung, technologische Entwicklung und Demonstrationsvorhaben:

Informations- und Kommunikationstechnologien (3.626 Mio. ECU):
. Telematik (898 Mio. ECU);
. Kommunikationstechnologien (671 Mio. ECU);
. Informationstechnologien (2.057 Mio. ECU);

Industrielle Technologien (2.125 Mio. ECU):
. industrielle und Werkstofftechnologien (1.818 Mio. ECU);
. Me- und Prfverfahren (307 Mio. ECU);

Umwelt (1.150 Mio. ECU):
. Umwelt und Klima (907 Mio. ECU);
. Meereswissenschaften und -technologien (243 Mio. ECU);

Biowissenschaften und -technologien (1.674 Mio. ECU):
. Biotechnologie (588 Mio. ECU);
. Biomedizin und Gesundheitswesen (358 Mio. ECU);
. Landwirtschaft und Fischerei (einschließlich Agrarindustrie, Lebensmitteltechnologie, Forstwirtschaft, Aquakultur und Entwicklung des ländlichen Raums) (728 Mio. ECU);

Nichtnukleare Energien (1.067 Mio. ECU):
. nichtnukleare Energien (1.067 Mio. ECU);

Verkehr (256 Mio. ECU):
. Verkehr (256 Mio. ECU);

Sozioökonomische Schwerpunktforschung (ECU 147 million):
.sozioökonomische Schwerpunktforschung (147 Mio. ECU);

- Zweiter Aktionsbereich (575 Mio. ECU):
Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen;

- Dritter Aktionsbereich (352 Mio. ECU):
Verbreitung und optimale Verwertung der Ergebnisse;

- Vierter Aktionsbereich (792 Mio. ECU):
Förderung der Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Vierten Rahmenprogramms mit Hilfe von spezifischen Programmen verantwortlich. Jedes dieser Programme bestimmt seine genauen Ziele in Übereinstimmung mit den wissenschaftlichen und technologischen Zielen, die in Anhang III dieser Entscheidung beschrieben sind; in jedem Programm werden ferner die genauen Regelungen für seine Durchführung, seine Laufzeit und die für notwendig erachteten finanziellen Mittel festgelegt. Die Durchführung des Vierten Rahmenprogramms kann erforderlichenfalls auch zu Zusatzprogrammen führen .

Ferner wird ein spezifisches Programm für Aktivitäten eingerichtet, die von der GFS zur Unterstützung der F&E-Politik der Gemeinschaft in der Zeit von 1994-1998 durchgeführt werden. Für das Vierte Rahmenprogramm wird die GFS auch allmählich in den Wettbewerb um die Mittel eintreten, die durch indirekte Aktionen einschließlich Unterstützungsmaßnahmen, die für einen wettbewerbsorientierten Ansatz geeignet sind, verfügbar gemacht werden.

Die Forschung im Bereich des Vierten Rahmenprogramms erfolgt gem den folgenden Prinzipien:

- Konzentration der Finanzmittel auf eine begrenzte Anzahl von Themen, die aufgrund ihres besonderen Mehrwerts (Aktionen auf Kostenteilungsbasis) ausgewählt wurden;
- Förderung der Koordination von nationalen, gemeinschaftlichen und europäischen Forschungsaktivitäten durch angemessene Verfahren (themenbezogene Forschungsnetze, Konzertierungsmaßnahmen und Arbeitsgemeinschaften für integrierte Projekte).

Neben den herkömmlichen Netzen, die bisher im Rahmen der Gemeinschaftsaktionen realisiert wurden, könnten insbesondere folgende organisatorische Mittel zum Einsatz kommen:

-themenbezogene Forschungsnetze, in denen interessierte Parteien mit dem gleichen technologischen oder industriellen Ziel zusammenfinden. Diese Netze sollen die Integration und den Transfer von Wissen und Technologie erleichtern und dafür sorgen, da die Markterfordernisse besser berücksichtigt werden;

-Konzertierungsnetze, die mit Unterstützung der Kommission organisiert werden und sich an den bereits früher, beispielsweise in den biomedizinischen Programmen, verwendeten Modellen orientieren;

- Arbeitsgemeinschaften für integrierte Projekte, die sich, wie in früheren Rahmenprogrammen, an dem Fusionsprogramm orientieren.

Die Tätigkeiten der Gemeinschaft auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung sowie der Demonstration sollten die Maßnahmen in den Mitgliedstaaten ergänzen und auf genau definierte Ziele ausgerichtet sein. Die Vorhaben müssen Teil von Projekten bilden, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen und technischen Qualität ausgewählt werden, wobei folgende Projekte vorrangig behandelt werden:

- Projekte, die eine bessere Koordination der in den Mitgliedstaaten, auf Gemeinschaftsebene und in anderen europäischen und internationalen Kooperationsforen durchgeführten Forschungsarbeiten ermöglichen;
- Projekte, die dazu beitragen, so wirksam wie möglich auf die Ziele der Gemeinschaft hinsichtlich der wirtschaftlichen und allgemeinen industriellen Wettbewerbsfähigkeit reagieren zu können.

Ausnahmeregelungen sind nur gem den für jedes spezifische Programm dargelegten Bedingungen zulässig .

Um für Flexibilität zu sorgen, kann bei jedem spezifischen Programm ein begrenzter Betrag der Finanzmittel für spontan eingesandte Vorschläge (hauptsächlich von KMU, technischen Zentren und Forschungsorganisationen) an die Seite gelegt werden, die eine rasche Bearbeitung erforderlich machen (technologischer Anreiz).

Es werden neue Mechanismen benötigt, die es ermöglichen, Projekte im Rahmen von EUREKA außerhalb der für die Aufforderung der Gemeinschaft zur Einreichung von Vorschlägen gesetzten Fristen zu berücksichtigen. Die für diese Aktivitäten bereitgestellten finanziellen Mittel können auf indikativer Grundlage von den Arbeitsprogrammen für Gemeinschaftsprogramme berücksichtigt werden. Dies gilt auch für Projekte, die Teil einer Forschungsarbeit im Rahmen von anderen wissenschaftlichen und technologischen Kooperationsforen in Europa bilden.

Die für die Durchführung des Vierten Rahmenprogramms erforderlichen Mittel der Gemeinschaft werden auf 11.046 Mio. ECU geschützt, darunter 600 Mio. ECU für die Beteiligung der GFS und 91 Mio. ECU für in Programmen enthaltene wissenschaftliche und technische Unterstützungsmaßnahmen im ersten Aktionsbereich. Darüber hinaus sind 37 Mio. ECU für die wissenschaftliche und technische Ad-hoc-Unterstützung anderer Gemeinschaftspolitiken bestimmt, die auf wettbewerbsorientierter Grundlage bereitgestellt werden. Der Rat hat die Befugnis, den Gesamthöchstbetrag bis spätestens 30. Juni 1996 auf 11.641 Mio. ECU aufzustocken.

Ein separater Betrag in Höhe von 1.254 Mio. ECU wird für ein Rahmenprogramm 1994-1998 im Bereich der Forschung und Ausbildung für EURATOM bereitgestellt.

Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft an FTE-Aktivitäten, die im Rahmen der spezifischen Programme durchgeführt werden, erfolgt in Form von:

(a) Indirekten Aktionen:
- Aktionen auf Kostenteilungsbasis mit Dritten:
. für FTE-Projekte, einschließlich Arbeitsgemeinschaften für integrierte Projekte, beträgt der Zuschuß maximal 50% der Projektkosten; der Anteil liegt umso niedriger, je marktnher das Projekt ist. Universitäten, Einrichtungen der höheren Bildung und andere Forschungszentren, die keine analytische Haushaltsrechnung anwenden, erhalten 100% der zusätzlich entstehenden Kosten;
. für themenbezogene Netze und Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern: 100% der zusätzlichen Kosten;

- Für bestimmte spezifische Programme geeignete Vorhaben, wie z.B. Durchführbarkeitsprämien: bis zu 100% der Kosten für die Vorhaben;
-für vorbereitende, flankierende und unterstützende Maßnahmen: bis zu 100% der Kosten für die Maßnahme ;
- für konzertierte Aktionen bestehend aus der Koordination von FTE-Projekten, wie z.B. Konzertierungsnetze: bis zu 100% der Kosten für die Konzertation.

(b) Direkte Aktionen:
für direkte Aktionen, die von der GFS durchgeführt werden und aus FTE-Programmen oder Teilen von Programmen bestehen, sowie für wissenschaftliche und technische Unterstützungmaßnahmen von institutionellem Charakter: normalerweise 100% der Kosten;

(c) Wettbewerbsorientierte Unterstützungmaßnahmen:
für wissenschaftliche und technische Aktivitäten zur Unterstützung anderer Gemeinschaftspolitiken, die für einen wettbewerbsorientierten Ansatz geeignet sind: normalerweise 100% der Kosten.

Abweichungen von diesen Regelungen sind nur im Rahmen der für jedes spezifische Programm festgelegten Regeln zulässig. Die Regeln für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren und Universitäten an FTE-Maßnahmen der Gemeinschaft wurden im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. L 306 vom 30.11.1994 veröffentlicht. Die Regeln für die Verbreitung der Forschungsergebnisse der spezifischen Programme sowie die Bestimmungen für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren und Universitäten an den Forschungs- und Ausbildungsaktivitäten von Euratom sind in derselben Ausgabe des Amtsblatts enthalten. Die Kommission wird die Durchführung des Programms laufend berwachen, um zu gewährleisten, da Ziele, Prioritäten und Finanzmittel der jeweiligen Lage noch entsprechen. Erforderlichenfalls legt sie Vorschläge zur Anpassung oder Ergänzung des Rahmenprogramms entsprechend den Ergebnissen dieser Bewertung vor.

Zu Beginn jeden Jahres unterbreitet die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht über die FTE-Aktionen und die Verbreitung der Forschungsergebnisse des Vorjahrs zusammen mit dem Arbeitsprogramm für das laufende Jahr.

Darber hinaus wird jedes spezifische Programm systematisch berwacht, und nach Ende seiner Laufzeit wird dem Rat und dem Europäischen Parlament eine unabhängige Bewertung vorgelegt.
Datensatznummer: 342 / Zuletzt geändert am: 2012-04-26