Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

EUREKA unterstützt die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen durch internationale Kollaborationen sowie durch die Schaffung von Verbindungen und Netzwerken zur Innovation. Das Ziel besteht darin, qualitativ hochwertige Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf den Markt zu bringen und die sich multiplizierenden Folgen der Kooperation zu nutzen. Das weiter reichende Ziel liegt in der Verbesserung der Lebensqualität.

Kurzbeschreibung

EUREKA wurde 1985 ins Leben gerufen und stellt ein Rahmenwerk dar, über das die Industrie und die Forschungsinstitute europäischer Länder sowie die Europäische Kommission Technologien entwickeln und nutzen, die für die globale Wettbewerbsfähigkeit und für eine bessere Lebensqualität entscheidend sind.

EUREKA hat gegenwärtig 34 Vollmitglieder: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Israel, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, die Russische Föderation, Schweden, die Schweiz, Serbien und Montenegro, die Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik, die Türkei, Ungarn, die Europäische Union und Zypern. Zusätzlich dazu beteiligen sich drei Länder (Albanien, Bulgarien und die Ukraine) über ein Netzwerk von Nationalen Informationsstellen (National Information Points - NIPs) an EUREKA-Projekten. Marokko erhielt 2003 den Status eines Assoziierten Staates.

Im Vergleich zu den vorwettbewerblichen Projekten, die innerhalb der Rahmenprogramme der EU für Forschung und technologische Entwicklung unterstützt werden, konzentrieren sich die EUREKA-Projekte auf die Entwicklung absatzfähiger Produkte und Dienstleistungen. Die Projekte werden nach dem ‚Bottom up'-Prinzip aufgestellt, bei dem die Teilnehmer über die Ziele des Projekts, die Beteiligten, die Leitung, den Beitrag eines jeden einzelnen Partners und die Art der Ergebnisnutzung entscheiden. EUREKA bietet keine direkte finanzielle Unterstützung der Projekte an - dies unterliegt der Verantwortung der EUREKA-Mitglieder.

Auf der folgenden Website sind alle Einzelheiten zu EUREKA zu finden: http://www.eureka.be/.

Unterteilung

Gegenwärtig werden Projekte im Rahmen der 12 von EUREKA abgedeckten Technologiebereiche durchgeführt:
- Biotechnologie;
- Telekommunikation;
- IKT;
- Energie;
- Umwelt;
- Moderne Werkstoffe;
- Robotertechnik;
- Transport;
- Luftfahrt;
- Fahrzeugtechnik;
- Sicherheit;
- Multimedia.

Ausführung

EUREKA ist eine dezentralisierte Kooperationsstruktur mit in jedem Mitgliedsland ansässigen Nationalen Projekt-Koordinatoren (National Project Coordinators - NPCs). Vom Konzept bis zum Abschluss des Projekts sind die NPCs für die Projektentwickler die wichtigste Kontakt- und Anlaufstelle. NPCs können außerdem Unternehmen oder Forschungsorganisationen unterstützen, die sich an laufenden EUREKA-Projekten beteiligen möchten.

Um das EUREKA-Label zu erhalten, muss ein Projektvorschlag:
- Innovation demonstrieren und auf die Entwicklung eines neuen Produkts, Verfahrens oder einer neuen Dienstleistung mit Marktpotenzial abzielen;
- Partner (unabhängige Unternehmen) aus mindestens zwei EUREKA-Mitgliedsländern einbeziehen;
- auf die Entwicklung eines bedeutenden technologischen Fortschritts auf seinem Sektor und ein absatzfähiges Produkt, Verfahren oder eine absatzfähige Dienstleistung zur zivilen Nutzung gerichtet sein;
- Teilnehmer mit Qualifikationen auf den Gebieten Technik und Geschäftsführung einschließen, um das Projekt mit Zugang zu den notwendigen finanziellen Quellen durchführen zu können.

Interessierte Unternehmen können sich an bereits laufenden Projekten beteiligen oder neue einreichen.

Die Schritte zur Durchsetzung eines neuen EUREKA-Projekts lauten:

1. Skizzieren eines Projektvorschlags und Bestimmung der Partner: der Nationale Projektkoordinator hilft beim Ausfüllen eines Projektantragsformulars und bei der Ermittlung potenzieller Partner in anderen EUREKA-Ländern;
2. Entwicklung und Vorschlag des Projekts: nachdem ein Projektkonsortium gegründet wurde, müssen der Umfang, die Ziele und die Struktur des Projekts definiert werden. Dann muss das so genannte ‚18-Punkte-Formular' als Antrag auf den EUREKA-Status ausgefüllt werden. Die NPCs bieten dabei Unterstützung an.;
3. Genehmigung des Projekts durch den NPC: vollständige Projektvorschläge werden von den verschiedenen NPCs eines jeden am Konsortium teilnehmenden Partners beurteilt, danach wird eine Entscheidung über die Bewilligung des EUREKA-Labels getroffen. Dies dauert im Durchschnitt 2-3 Monate;
4. Verbreitung des Projektvorschlags über das NPC-Netzwerk: innerhalb einer 45-tägigen Umlaufzeit wird das Projekt an alle NPCs gesendet, die möglicherweise andere potenzielle Teilnehmer darauf aufmerksam machen (obwohl die Entscheidung über eine Erweiterung des Konsortiums in den Händen der ursprünglichen Mitglieder bleibt). Während dieses Zeitraums werden viele der beteiligten Regierungen den ‚EUREKA-Status' des Projekts berücksichtigen, wenn sie die Möglichkeit einer öffentlichen Finanzierung erwägen.

Alle Projektvorschläge werden von der EUREKA High Level Group (HLG), die aus einem Repräsentanten pro Mitgliedsland besteht, offiziell bestätigt. Sie werden auch auf der jährlichen EUREKA-Ministerkonferenz bekannt gegeben. Die Ministerkonferenz ist für die Präsentation neuer Initiativen verantwortlich und entscheidet über Mitgliedsanträge.

EUREKA bietet keine direkte finanzielle Unterstützung der Projekte an. Die Bewilligung des EUREKA-Labels erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt finanzielle Unterstützung von nationalen Regierungen oder anderen Quellen erhält. Die Art der von den Mitgliedsländern gewährten Unterstützung ist von Land zu Land und von Projekt zu Projekt unterschiedlich und kann in Form von Zuschüssen oder Darlehen erfolgen. Viele Kreditinstitute berücksichtigen den EUREKA-Status eines Projekts, wenn sie über einen Darlehensantrag entscheiden.

Ein kleines in Brüssel ansässiges EUREKA-Sekretariat dient als Dokumentationsstelle für Projektinformationen, unterhält die EUREKA-Datenbank und bietet Unterstützung bei Kontakten innerhalb des EUREKA-Netzwerks sowie für den EUREKA-Vorsitz (der zwischen den Regierungen der EUREKA-Mitglieder wechselt).

Durch spezielle, im Rahmen des Programms zur internationalen Kooperation (International Cooperation - INCO) realisierte Maßnahmen wurde innerhalb des Vierten und Fünften Rahmenprogramms eine enge Kooperation zwischen EUREKA und den Aktivitäten zur Forschungs- und Technologieentwicklung der Europäischen Union zugesichert. Einige der speziellen Programme enthielten auch Bestimmungen für die Koordinierung mit EUREKA. Die Kooperation wird innerhalb des Sechsten FTE-Rahmenprogramms (2002-2006) fortgeführt

Alle Einzelheiten zu EUREKA sind auf folgender Website zu finden: http://www.eureka.be/
Datensatznummer: 344 / Zuletzt geändert am: 2005-02-02