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  • Spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration of dem Gebiet der nichtnuklearen Energie: Technologien für sauberere und effizientere Energieerzeugung und Nutzung", 1994-1998

Rahmenprogramm

FP4

Vorheriges Programm

FP3-JOULE 2

Programmfinanzierung

EUR 1 076 million

Referenz zum Amtsblatt

L 334 von 1994-12-22

Rechtsrahmen

94/806/CE von 1994-11-23
Förderung von Forschungs- und technologischen Entwicklungsaktivitäten auf dem Gebiet der sauberen und effizienten Energietechnologien als Beitrag zur Versorgungssicherheit auf dem Energiesektor unter Gewährleistung der nachhaltigen Entwicklung; Beschleunigung der Entwicklung und Verbreitung von Technologien, die fast ausgereift sind, deren technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit jedoch noch weitgehend von ihrer Verbreitung abhängig ist; Förderung von Partnerschaften zwischen Hochschulen, der Industrie, Benutzern und Betreibern von Energienetzen; und Leistung eines Beitrag zur wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion durch Erschließung geeigneter Energiequellen, die sich für die dezentralisierte Nutzung unter Einbeziehung lokaler Ressourcen eignen.

Kurzbeschreibung

Dieses spezifische Programm ist Bestandteil der Aktivität I des Vierten Rahmenprogramms und leistet einen wesentlichen Beitrag zur gemeinschaftlichen Gesamt-Energiepolitik. Hauptziel der gemeinschaftlichen Energiepolitik ist die Gewährleistung einer nachhaltigen Energieversorgung, die den sozioökonomischen Erfordernissen der Gesellschaft entspricht und mit der Umwelt verträglich ist. Dies soll durch eine FTE-Strategie erreicht werden, die den vollständigen Zyklus in Betracht zieht, d.h. Forschung, Entwicklung, Demonstration und Verbreitung des Wissens, die Einführung von Technologien auf dem Markt sowie die Verhaltensweise der wirtschaftlichen Akteure. Des weiteren integriert dieses Programm die verschiedenen regionalen Dimensionen (lokale Emissionen, grenzübergreifende Umweltverschmutzung, globale Umweltverschmutzung) und baut auf Konzertierung mit anderen gemeinschaftlichen Instrumenten und Strategien auf, bei denen davon auszugehen ist, daß sie die Energieszene beeinflussen werden, so z.B. der Verkehrspolitik, der Politik für die Landwirtschaft, dem Strukturfonds, internationaler Kooperation und Finanzmaßnahmen.

In dem Zeitraum bis 1998 konzentrierte sich die Energie-FTE auf vier spezifische Gebiete:
- Verbesserte Energieumwandlung und -nutzung;
- Einführung erneuerbarer Energiequellen in Europas Energiesysteme.
- Sicherheit der Kernenergie;
- Die Verfolgung der Kernfusion als langfristige Option.

Die ersten beiden Bereiche werden von den FTE-Aktivitäten des gegenwärtigen Programms angesprochen. Zwei spezifische Programme des Rahmenprogramms für Euratom befassen sich mit Aktionen, die auf Kernenergie abstellen. Es soll eine Strategie entwickelt werden, um die Integration und Kohärenz der verschiedenen Elemente von Energie-FTE zu gewährleisten.

Ziel der gemeinschaftlichen Aktivitäten im Rahmen des spezifischen Programms ist die Entwicklung und Demonstration wirksamer, sauberer und zuverlässiger nichtnuklearer Energietechnologien, die eine Verträglichkeit zwischen Energienutzung, dem Gleichgewicht der Biosphäre und der wirtschaftlichen Entwicklung gewährleisten.

Das Programm baut auf den Ergebnissen der beiden Phasen des JOULE-Programms unter dem Zweiten und Dritten Rahmenprogramm auf sowie auf anderen verbundenen gemeinschaftlichen Aktivitäten auf. Das im Rahmen des THERMIE-Programms eingerichtete OPET-Netz (Netz von Büros zur Förderung von Energietechnologien) wird vollumfänglich genutzt, um die größtmögliche Verbreitung von Informationen über die sich aus dem FTE-Programm ergebenden Technologien zu erreichen und um den Einsatz von Neuerungen auf dem Markt zu beschleunigen.

Das Programm wendet dabei eine globale Vorgehensweise an, die die Entwicklung des Energiesektors mittel- und langfristig erleichtert. Hierzu werden die FTE-Aktivitäten in zwei deutlich voneinander getrennte Phasen unterteilt: eine Forschungs- und Entwicklungsphase und eine Demonstrationsphase. Beide Phasen werden jedoch in enger Verbindung miteinander abgewickelt; zum Abschluß der beiden Phasen werden Maßnahmen zur Unterstützung dieser Strategie entwickelt.

Die FuE-Phase konzentriert sich auf die Entwicklung von Technologien zur Reduzierung von CO2 und anderen Schadstoffen, was die Akzeptanz der Wahrscheinlichkeit der langfristigen Vorherrschaft von Fossilbrennstoffen im Weltenergiesystem darstellt. Daneben betonen die Forschungsanstrengungen die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen im Hinblick auf die Förderung ihrer allgemeinen Einführung innerhalb des europäischen Energiesystems.

Die Demonstrationsphase liegt hinter den FuE-Aktivitäten. Wegen ihrer Marktnähe sind diese Aktionen diversifizierter; ihr Ziel ist die direktere Unterstützung der verschiedenen Aspekte der Energiepolitik (insbesondere der Versorgungssicherheit). Die Formulierung erfolgt auf solche Art und Weise, daß die gesamten FuE-Anstrengungen einen wesentlichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie (und insbesondere der KMU) und zur wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion leisten. Dies soll durch die Entwicklung regionaler und lokaler Ressourcen erreicht werden. Um die Wirksamkeit der Demonstrationsaktionen zu gewährleisten, müssen die Möglichkeiten für die spätere Markteinführung der betroffenen Technologien unbedingt berücksichtigt werden.

Projekte müssen so ausgelegt sein, daß eine Harmonisierung der Ergebnisse in der ganzen Gemeinschaft und internationale Vergleiche erleichtert werden. Des weiteren ist darauf zu achten, daß ihre Anwendbarkeit (nach entsprechenden Anpassungen) in weniger entwickelten Länder, der GUS und in Osteuropa gewährleistet ist.

Kooperationsaktivitäten auf vielen energietechnologien Gebieten sollen da eingeleitet werden, wo dies auf internationaler Ebene angebracht ist (z.B. Internationale Energieagentur, Vereinte Nationen), und auf nationaler und regionaler Ebene (z.B. Ost- und Mitteleuropa, die GUS, die Mittelmeer- und Entwicklungsländer).

Das Programm sieht auch Förderungsmaßnahmen vor, die auf Aktionen des CRAFT-Programms beruhen, sowie Durchführungszuschüsse zur Förderung und Erleichterung der Teilnahme von KMU.

Möglichkeiten für die Ausbildung und Förderung der Mobilität von Forschern werden durch finanzielle Zuschüsse und Teilnahme an wichtigen FTE-Projekten auf der Basis der Entsendung von Forschern geschaffen.

Unterteilung

Fünf Gebiete:

Gebiet 1: Strategien für die Forschung, Entwicklung, Demonstration und Verbreitung:

1.1 Allgemeine Analyse der strategischen FTE-Optionen
1.2 Sozioökonomische Forschung
1.3 Energiemodelle
1.4 "Energie-Umwelt-Wirtschaft"-Forum
1.5 Synergien zwischen einzelnen Programmen
1.6 Förderung von Energietechnologien

Gebiet 2: Rationelle Eneregienutzung:

2.1 Rationelle Energienutzung in Gebäuden
2.2 Rationelle Energienutzung in der Industrie
2.3 Die Energieindustrie und Brennstoffzellen
2.4 Die rationelle Energienutzung im Verkehr

Gebiet 3: Erneuerbare Energiequellen

3.1 Integration erneuerbarer Energiequellen
3.2 Fotovoltaik
3.3 Erneuerbarer Energien in Gebäuden
3.4 Windenergie
3.5 Energie aus Biomasse und Abfällen
3.6 Wasserkraft
3.7 Geothermische Energie
3.8 Energiespeicherung und andere Alternativen

Bereich 4: Fossilbrennstoffe

4.1 Saubere Technologien für feste Brennstoffe
4.2 Verbrennung im allgemeinen
4.3 Neue Brennstoffe im Verkehr
4.4 Kohlenwasserstoffe

Bereich 5: Verbreitung von Energietechnologien, einschließlich von:

- Aktivitäten in Verbindung mit der Marktsimulation;
- Beratung über praktische Anwendungsmöglichkeiten von Technologien;
- Beratung und Unterstützung für eine entsprechende Anwendung von Finanzierungsinstrumenten usw.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des gesamten Programms zuständig. Dabei wird sie von zwei beratenden Ausschüssen unterstützt, einem für den FuE-Teil des Programms und einem für den Demonstrationsteil. Beide Ausschüsse bestehen aus Vertretern der Mitgliedstaaten und stehen unter dem Vorsitz eines Vertreters der Kommission.

Die Kommission ist für die Festlegung des Arbeitsprogramms für jeden der beiden Programmteile zuständig und für die Ausarbeitung der wissenschaftlichen und technologischen Ziele, die verschiedenen Durchführungsstadien sowie die entsprechenden finanziellen Maßnahmen. Das Arbeitsprogramm kann auch spezifische Maßnahmen zur Förderung der Wechselwirkungen zwischen der vorbereitenden Phase bestimmter EUREKA-Projekte mit einbeziehen. Aufforderungen zur Unterbreitung von Vorschlägen für Projekte werden von der Kommission auf der Basis des Arbeitsprogramms veröffentlicht.

Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft beschränkt sich im wesentlichen auf Aktionen auf der Basis von Kostenteilung, konzertierte Aktionen (mit Koordinierung thematischer Netze für die Zusammenarbeit von Herstellern, Benutzern, Hochschulen und Forschungszentren bei FTE-Projekten unter Kostenteilung), spezifische Maßnahmen (wie z.B. Aktionen zur Förderung der Normung sowie unterschiedliche Vorbereitungs-, flankierende und unterstützende Maßnahmen. Im Prinzip haben Aktionen auf der Basis von Kostenteilung nur einen Anspruch auf einen Beitrag, der 50 % nicht überschreitet, wobei die Schwelle bei Demonstrationsprojekten bei 40 % liegt. Konzertierte Aktionen können mit Zuschüssen von bis zu 100 % finanziert werden, und das gleiche gilt für die verschiedenen flankierenden Maßnahmen.

Wo angebracht, sind Projekte auf der Basis von Kostenteilung in sogenannten Clusters angeordnet, so daß eine verstärkte Synergie der Ressourcen und Ergebnisse erreicht werden kann. Auch integrierte Projekte, bei denen eine multidisziplinäre Vorgehensweise für die Lösung sozialer, ökonomischer oder rein technischer Probleme zur Anwendung gelangt, oder bei denen Fragen behandelt werden, bei denen Wege von der Forschung zur Demonstration und zur Marktentwicklung in Betracht gezogen werden, werden besonders gefördert. Bei solchen Projekten kann es sich um integrierte Anwendungen im Bereich der erneuerbaren Energiequellen, der Verbrennung und des städtischen Verkehrs handeln.

Die gemeinsame Forschungsstelle kann sich an den indirekten Aktivitäten dieses Programms beteiligen und kann mit ihrem eigenen Programm von direkten Maßnahmen an der Erreichung der FTE-Ziele des Programms mitwirken. Die GFS-Forschung konzentriert sich insbesondere auf fotovoltaische Energie und Werkstoffe für saubere Technologien.

Die Kommission ist befugt, Kooperationsverträge mit Drittländern zu verhandeln, die nicht zum europäischen Wirtschaftsraum gehören, sowie mit internationalen Organisationen mit Standort in Europa, so daß diese sich an dem ganzen oder einem Teil des Programms beteiligen können. Besondere Aufmerksamkeit soll der Erweiterung des Programms geschenkt werden, insbesondere hinsichtlich der Verbreitung der Ergebnisse und im Rahmen von Demonstrationsprojekten in den mittel- und osteuropäischen Ländern und der GUS.

Der Fortschritt bei der Realisierung des Programms wird von der Kommission ständig beobachtet. Ggf. unterbreitet die Kommission dann Vorschläge zur Anpassung oder Ergänzung der Prioritäten und Ziele des Programms. Später wird von einer unabhängigen Expertengruppe ein Gutachten über die direkt vom Programm erfaßten Aktivitätsgebiete erstellt; diese Expertengruppe bewertet auch die erzielten Ergebnisse bei Programmende und stellt einen Vergleich mit der ursprünglichen Zielsetzung des Programms an. Der Bericht dieser endgültigen Bewertung wird dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß zugeleitet.

Die Datenbank enthält getrennte Angaben mit weiteren Ausführungen über das FuE-Programm (Programmakronym = NNE-JOULE C) und die Demonstration (Programmakronym = NNE-THERMIE C).

Bemerkungen

Der diesem spezifischen Programm zugeteilte Haushalt wurde aufgrund der Entschließung des Rats 616/96/EG (neue Mitgliedstaaten) von 1.002 Mio. ECU auf 1.067 Mio. ECU aufgestockt. Eine weitere Aufstockung auf 1.067 Mio. ECU erfolgte aufgrund
Datensatznummer: 463 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30