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Rahmenprogramm

FP4

Vorheriges Programm

FP2-EURET

Programmfinanzierung

EUR 263 million

Referenz zum Amtsblatt

L 361 von 1994-12-31

Rechtsrahmen

94/914/CE von 1994-12-15
Die Stimulierung von auf strategische Forschung konzentrierten konzeptuellen und technologischen Innovationen für ein transeuropäisches multimodales Verkehrsnetz und die Optimierung jeder der einzelnen Verkehrsarten.

Kurzbeschreibung

Dieses spezifische Programm bildet Teil des Ersten Aktionsbereichs des Vierten Rahmenprogramms im Teilbereich "Verkehr" und baut auf die Erfahrung und Leistungen der ersten Phase des Programms EURET des Dritten Rahmenprogramms auf.

Das Programm unterstützt die Entwicklung und Durchführung der gemeinsamen Verkehrspolitik, wie in der Mitteilung der Kommission über die Zukunft der gemeinsamen Verkehrspolitik (COM (93) 494 Endfassung) dargelegt. Forschung wird zur Entwicklung, Integration und Verwaltung eines effizienteren und sichereren Verkehrssystems, das der Umwelt und der Lebensqualität gerecht wird, beitragen und somit einer dauerhaft tragfähigen Mobilität von Personen und Gütern förderlich sein.

Das allgemeine Ziel des spezifischen Programms ist, durch pränormative und prälegislative Forschung zur Optimierung der Verkehrssysteme in der Gemeinschaft beizutragen. Dies wird durch einen koordinierten zweifachen Ansatz erzielt werden, dessen Schwerpunkt eine Strategie ist, die erstens die Grundlage für ein transeuropäisches multimodales Netz durch Forschung im Bereich der allgemeinen Funktionsweise des Verkehrssystems bieten und zweitens spezifische Forschung bezüglich der Optimierung der einzelnen Netze durchführen wird.

Die Forschungsarbeiten in beiden Bereichen werden allgemeine politische Themen (Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit, Energie und Umwelt) und die verschiedenen geographischen Ebenen (europäisch, nationale, regional, städtisch) umfassen.

FTE im ersten Bereich wird zur Verbesserung der Kenntnisse und des Verständnisses von Verkehrsströmen und deren Wechselwirkungen und wechselseitigen Abhängigkeiten dienen. Diese werden zur Bewertung der Verkehrsnachfrage zum Entwickeln von Szenarien für effiziente Verkehrsnetze, zum Bewerten der Auswirkungen von Nachfrageschwankungen und der modalen Teilung sowie ihrer institutionellen, wirtschaftlichen, sozialen, umweltbezogenen und energiebezogenen Auswirkungen verwendet werden. Diese Forschung wird der Industrie und öffentlichen Behörden die erforderlichen Entscheidungshilfen zum Definieren des Bedarfs und der Sachzwänge, die berücksichtigt werden müssen, hinsichtlich der Anleitung für künftige Maßnahmen liefern.

Forschung im zweiten Bereich muß zum einen die Entwicklung kompatibler Systeme für das Management der einzelnen Verkehrsträger und zum anderen die Verbesserung der Kapazität, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Qualität der Verkehrseinrichtungen gewährleisten. Derartige Aktivitäten tragen dazu bei, die Interoperabilität, Verknüpfung und Zugänglichkeit der verschiedenen Netze zu gewährleisten.

Die Forschungstätigkeiten werden in einem einheitlichen und abgestimmten Rahmen durchgeführt, der die Tätigkeiten aufgrund anderer spezifischer Programme (z.b. industrielle Technologien, Telematik, Umwelt und nichtnukleare Energie), die die Ziele der gemeinsamen Verkehrspolitik betreffen, berücksichtigen. Insbesondere werden wichtige Beiträge von den Programmen erwartet, die innovative Lösungen auf der Grundlage generischer Technologien entwickeln, wie z.B. Telematikwerkzeuge für Telematikmanagement, Antriebssysteme im Bereich industrielle und Werkstofftechnologien und andere Technologien auf dem Gebiet der Energie und der Umwelt (z.B. Technologien zur Verringerung des Energieverbrauchs und der Umweltverschmutzung). Kurz- und mittelfristig werden konkrete Ergebnisse erwartet, die insbesondere ein Modul-Konzept und eine schrittweise Einführung von Verkehrssystemen in Abstimmung mit EUREKA ermöglichen sollen.

Unterteilung

Zwei Bereiche:

- Strategische Forschung für ein transeuropäisches multimodales Netz (Definition, Demonstration und Validierung):
Die Verbesserung der Leistungsfähigkeit des europäischen Verkehrssystems als Gesamtsystem mit modalen Komponenten. Die Forschung ist in fünf Untersuchungsbereiche unterteilt:
. Erkenntnisse über Mobilität (Personen- und Güterverkehr);
. Stärkung der Intermodalität;
. Volkswirtschaftliche Aspekte des Verkehrssystems;
. Organisatorischer Aufbau und Interoperabilität des Verkehrssystems;
. Integration neuer Technologien;
. Abschätzung der Folgen politischer Maßnahmen.

-Optimierung der Netze:

Forschung auf dem Gebiet der internen Optimierung jeder Verkehrsart:
. Eisenbahnverkehr (Verkehrsmanagement, Sicherheit, Interoperabilität nationaler Systeme);
. Integrierte Transportketten (Güterumschlag, Logistik);
. Luftverkehr (Flugverkehrsmanagement, Sicherheit im Luftverkehr);
. Stadtverkehr (ökologisches Verkehrsmanagement, Sicherheitsmanagement, Optimierung der Wegenutzung, Entwurf von Verkehrspunkten, um den Zugang zu Städten zu verbessern, Maßnahmen zur Förderung des öffentlichen Verkehrs);
. Seeverkehr und Binnenschiffahrt (Seeverkehrsmanagement, Sicherheit, Umweltschutz, Integration neuer generischer Technologien, Sicherheits- und Umweltbelange, Organisation, Humanressourcen);
. Straßenverkehr (Verkehrsmanagement, Logistik und Sicherheit).

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms zuständig. Sie wird dabei von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Die Kommission ist für die Erstellung eines Arbeitsprogramms zuständig, in dem die wissenschaftlichen und technologischen Ziele der Aktion, die Stufen der Programmdurchführung und die entsprechenden Finanzregelungen im einzelnen festgelegt sind. Das Arbeitsprogramm kann die Beteiligung an bestimmten Tätigkeiten im EUREKA-Rahmen vorsehen.

Die Kommission veröffentlicht Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für FTE-Projekte auf der Grundlage des Arbeitsprogramms. Schematische Vorschläge können jederzeit eingereicht werden (eine kontinuierlich offene Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen). Die ausgewählten Vorschläge erhalten eine Sondierungsprämie für die Partnersuche und zur Vorbereitung eines detaillierten Vorschlags. Dieser Vorschlag wird dann bewertet mit dem Ziel, die Finanzierung des Forschungsvorhabens selbst zu bestimmen.

Die Beteiligung an dem Programm steht allen juristischen Personen offen, die regelmäßig FTE-Aktivitäten in der Gemeinschaft oder in Ländern, mit denen die Gemeinschaft spezifische Abkommen abgeschlossen hat, durchführen. Zu diesem Zweck ist die Kommission ermächtigt, bilaterale Abkommen mit europäischen Drittländern auszuhandeln, die nicht vom EWR erfaßt sind, hinsichtlich ihrer Beteiligung am ganzen Programm oder an einem Teil des Programms. Gegebenenfalls wurde auch die Erleichterung der Zusammenarbeit innerhalb internationaler Organisationen vorgesehen.

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) kann sich an den indirekten Aktionen dieses Programms beteiligen. Sie trägt ferner mit ihrem eigenen Programm zur Verwirklichung der Ziele der gemeinschaftlichen FTE in den unter das spezifische Programm fallenden Bereichen bei.

Das Programm wird vor allem durch Aktivitäten auf Kostenteilungsbasis, konzertierte Aktionen, spezifische Maßnahmen und verschiedene Vorbereitungs-, Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen durchgeführt.

Die Gemeinschaftsfinanzierung für FTE-Vorhaben auf Kostenteilungsbasis und Finanzen hinsichtlich der für die Verwirklichung der koordinierten Aktion erforderlichen Infrastruktur oder Anlagen beträgt in der Regel höchstens 50 % der Gesamtkosten. Andere Aktivitäten auf Kostenteilungsbasis (z.B. Netze, Ausbildung, Prämien für die Durchführung der Sondierungsphase und Begleitmaßnahmen) können in Höhe von bis zu 100 % entweder der zusätzlichen Kosten oder der Gesamtkosten der Aktion finanziell unterstützt werden.

Es sind Regelungen zur Finanzierung von technologiebezogenen Fördermaßnahmen, die vor allem auf KMU ausgerichtet sind, vorgesehen. Diese Fördermaßnahmen sind dazu bestimmt, durch kooperative Forschungsvorhaben Gruppen von Unternehmen ohne die entsprechenden eigenen Forschungsanlagen zu befähigen, Dritte mit der Durchführung der Forschungsarbeiten zum Lösen eines gemeinsamen technischen Problems zu beauftragen. Die Technologieförderung kann auch die Gewährung von Prämien für die Durchführung der Sondierungsphase zur Erleichterung der KMU-Teilnahme an FTE-Vorhaben beinhalten. Die Gemeinschaftsfinanzierung beträgt in der Regel höchstens 75 % der Kosten der anfänglichen Tätigkeit bei einer Obergrenze von 50.000 ECU für einen Zeitraum von in der Regel höchstens 9 Monaten.

Konzertierte Aktionen, die aus der Koordinierung, vor allem durch "Konzertierungsnetze", von bereits von staatlichen oder privaten Stellen finanzierten FTE-Vorhaben bestehen, können für einen Beitrag bis zu 100 % der Konzertierungskosten in Frage kommen. Spezifische Maßnahmen, wie die zur Förderung der Normung und die zur Erstellung allgemeiner Dienstleistungseinrichtungen für Forschungsorganisationen bestimmte Maßnahmen, können ebenfalls für die Finanzierung bis zu 100 % der Gesamtkosten berechtigt sein.

Die Aufteilung des Programmhaushalts auf die Forschungsbereiche ist wie folgt: Strategische Forschung für ein modales transeuropäisches Netz (Definition, Demonstration und Umsetzung) 48 Millionen ECU; Optimierung der Netze 192 Millionen ECU. Der dem zweiten Bereich zugewiesene Haushalt ist wie folgt auf die sechs Unteraktivitäten aufgeteilt: Eisenbahnverkehr 38,5 Millionen ECU; Integrierte Transportketten 16,5 Millionen ECU; Luftverkehr 38,5 Millionen ECU; Nahverkehr 26,5 Millionen ECU; Seeverkehr und Binnenschiffahrt 45,5 Millionen ECU; Straßenverkehr 26,5 Millionen ECU.

Davon sind 8,3 % für Personal- und Verwaltungsausgaben vorgesehen. Ein Betrag bis zu 5 % des gesamten Haushalts kann für spezifische Maßnahmen zugunsten von KMU ausgegeben werden, während 2 Millionen ECU für die Verbreitung und Verwertung der Programmergebnisse vorgesehen sind. Die letztere Aktion wird eng mit dem dritten Aktionsbereich des Vierten Rahmenprogramms "Verbreitung und Nutzung der Forschungsergebnisse" koordiniert.

Der dem Programm zugeteilte Haushalt kann vor Ende Juni 1996 gemäß der Entscheidung zur Einrichtung des Vierten Rahmenprogramms erhöht werden.

Die Kommission überwacht kontinuierlich die Durchführung des Programms, um zu überprüfen, ob die Ziele, Prioritäten und Finanzmittel der jeweiligen Lage noch entsprechen. Aufgrund der Ergebnisse dieser Überwachung unterbreitet sie gegebenenfalls Vorschläge zur Anpassung oder Ergänzung des Programms.

Darüber hinaus werden von unabhängigen Experten regelmäßige Bewertungen der unter das spezifische Programm fallenden Tätigkeiten durchgeführt. Nach Ablauf des Programms führen diese eine Endbewertung der erzielten Ergebnisse verglichen mit den anfänglich festgelegten Zielen durch. Ein Bericht dieser Endbewertung wird dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß vorgelegt werden.

Bemerkungen

Der Haushalt für dieses spezifische Programm wurde durch die Entscheidung des Rates 616/96/EG (neue Mitgliedstaaten) von 240 Millionen ECU auf 256 Millionen ECU erhöht. Am 1/12/1997 wurde er durch die Entscheidung 2535/97/EG weiter auf 263

Fachgebiete

Verkehr - Sicherheit - Strategien
Datensatznummer: 468 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30