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Rahmenprogramm

FP4

Vorheriges Programm

FP3-HCM

Nachfolgeprogramm

FP5-HUMAN POTENTIAL

Programmfinanzierung

EUR 792 million

Referenz zum Amtsblatt

L 361 von 1994-12-31

Rechtsrahmen

94/916/EC von 1994-12-15
Quantitative und qualitative Förderung des Humankapitals in der Gemeinschaft und in assoziierten Staaten, die sich finanziell an dem Programm beteiligen, und insbesondere in Ländern, die das EWR-Abkommen unterzeichnet haben, durch Förderung der Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern.

Kurzbeschreibung

Dieses spezifische Programm bildet den vierten Aktionsbereich des Vierten Rahmenprogramms zur "Förderung der Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern". Es dient der Weiterentwicklung und Kontinuität von Aktivitäten im Rahmen anderer hiermit im Zusammenhang stehender Programme, insbesondere des Programms "Humankapital und Mobilität" (1992-94) sowie der weiter zurückliegenden Programme "Stimulierung" (1983-88), "Science" (1988-92), "Zugang zu Großanlagen" (1989-92) und "SPES" (1989-92).

Die Aktivitäten des Programms umfassen die Natur-, Wirtschafts-, Management- und die exakten Wissenschaften, die einen Beitrag zu den Zielen der Gemeinschaft im Bereich der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration des Vierten Rahmenprogramms leisten. Das Programm steht in Ergänzung und enger Beziehung zu den Ausbildungsaktivitäten der gezielten spezifischen Programme des ersten Aktionsbereichs und der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS).

Die Maßnahmen der Gemeinschaft dienen der Förderung der Entwicklung des Humankapitals im Bereich der Forschung sowie der Beseitigung von Hindernissen, die die Wahrnehmung seines vollen Potentials behindern, so z.B. Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten und unterschiedlichen Disziplinen. Dies soll durch die Erleichterung der Ausbildung durch Forschung und die bessere Nutzung von Humanressourcen durch grenzüberschreitende Mobilität und Kooperation erzielt werden.

Das Programm ist in drei voneinander unabhängige Bereiche unterteilt: Forschungsnetze, Zugang zu Großanlagen und Ausbildung durch Forschung, nebst folgender Begleitmaßnahmen:

- Entwicklung eines Systems von Eurokonferenzen, die jungen Forschern die Möglichkeit geben, mit führenden Wissenschaftlern in ihren jeweiligen Disziplinen in Kontakt zu treten;
- die Organisation praktischer Kurse in Laboratorien oder in der Industrie, um Wissenschaftler mit Methoden vertraut zu machen, die neu sind oder nur wenig eingesetzt werden;
- Verleihung von Preisen an Nachwuchswissenschaftler, die ihr Studium noch nicht abgeschlossen haben, und Veranstaltung von Wettbewerben für junge Nachwuchswissenschaftler des Sekundarbereichs;
- Informationsseminare zur Förderung der Beteiligung der benachteiligten Regionen an dem Programm;
- Veröffentlichung und Information über Ziele, Teilnahmebedingungen, Nutzung der Ergebnisse des Programms;
- Überwachung der Fortschritte des Programms durch Konsultation mit anerkannten europäischen Wissenschaftlern und Vertretern der Industrie;
- Bewertung der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen und der möglichen technologischen Risiken;
- regelmäßige Evaluierung des Beitrags, den das Programm zur Förderung des Zusammenhalts geleistet hat;
- Prüfung der Möglichkeit, ob Fernausbildung für die besonders benachteiligten Regionen der Gemeinschaft durchgeführt werden kann.
Unter Beachtung des für die FTE-Programme der Gemeinschaft geltenden Grundsatzes der wissenschaftlichen Qualität wird dieses Programm dadurch einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt der Gemeinschaft leisten, indem es die Isolation der Forscher verringert, die Kommunikation verbessert und eine Atmosphäre der Zusammenarbeit in der europäischen Forschung schafft.

Um die Mobilität von Wissenschaftlern maximal zu fördern, werden die Bedingungen und die Verfahren für die Ausbildungsbeihilfen der Gemeinschaft an die nationalen Systeme angepaßt und - langfristig gesehen - die sozialen, steuerlichen und gehaltsgebundenen Bedingungen für diese Beihilfen in allen Mitgliedstaaten koordiniert.

Unterteilung

Drei Bereiche und Begleitmaßnahmen:

- Forschungsnetze:
Netze sollen Forschern aus so vielen Ländern wie möglich die Gelegenheit geben, gemeinsam in "europäischen Laboratorien ohne Wände" zu forschen und auf diese Weise Gruppen bilden, die Spitzenforschung betreiben können;

- Zugang zu Großforschungsanlagen:
Bereitstellung fortschrittlicher Ausbildungsmöglichkeiten für europäische Wissenschaftler, damit sie lernen, wie Großanlagen genutzt werden und sie ihre eigene Forschung nutzen können. Zu den Gemeinschaftsaktionen, die die nationalen und internationalen Bemühungen ergänzen, gehören:
. die Unterstützung von Wissenschaftlern, um ihnen den Zugang zu Großforschungsanlagen und -einrichtungen zu erleichtern, die für die Forschung notwendig und in der Gemeinschaft nur in geringer Zahl vorhanden sind;
. Unterstützung der Verbesserung von Großforschungsanlagen, sofern eine solche Unterstützung erforderlich ist, um die Anlagen mehr Wissenschaftlern der Gemeinschaft zugänglich zu machen und so ihre bessere Nutzung zu fördern;

- Ausbildung durch Forschung:
Unterstützung der Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern (promovierte Wissenschaftler), um ihnen die Möglichkeit zu geben, in einem Laboratorium ihrer Wahl größeres Wissen und Fähigkeiten in ihrem wissenschaftlichen Bereich zu erwerben. Zu den Maßnahmen der Gemeinschaft gehören:
. Durchführung einer Aktion zur Ausbildung durch Forschung und zur Förderung der Mobilität von Wissenschaftlern in allen Bereichen des Programms;
. Koordination der Ausbildungstätigkeiten, die in den spezifischen Prgrammen des ersten, zweiten und dritten Aktionsbereichs des Vierten Rahmenprogramms vorgesehen sind;
. Untersuchung der Aufnahmebedingungen für von der Gemeinschaft geförderte Forscher;

- Begleitmaßnahmen:
Beitrag zur Wirksamkeit der verschiedenen Tätigkeiten im Bereich der Ausbildung und Mobilität und zur richtigen Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse des Programms und der wissenschaftlichen Forschung der Gemeinschaft.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich und wird dabei von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Die Kommission erstellt ein Arbeitsprogramm, das die wissenschaftlichen und technologischen Ziele der Aktion, den Zeitplan für die Durchführung des Programms und die entsprechenden finanziellen Regelungen enthält. Dieses Arbeitsprogramm kann die Beteiligung an bestimmten Aktivitäten des EUREKA-Programms vorsehen.

Die Kommission veröffentlicht Ausschreibungen für FTE-Vorhaben auf Basis des Arbeitsprogramms. Juristischen Personen, die regelmäßig FTE-Aktivitäten in der Gemeinschaft bzw. in Ländern durchführen, mit denen die Gemeinschaft ein entsprechendes Abkommen geschlossen hat, steht die Beteiligung an dem Programm mit finanzieller Unterstützung offen. In diesem Sinne ist die Kommission berechtigt, bilaterale Abkommen mit europäischen Drittländern, die nicht dem Europäischen Wirtschaftsraum angehören, zu schließen, damit sie sich an dem gesamten oder einem Teil des Programms beteiligen können. Darüber hinaus bestehen Bedingungen, die die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen erleichtern.

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) kann sich an den indirekten Aktionen des Programms beteiligen.

Das Programm wird in erster Linie durch Aktionen auf Kostenteilungsbasis, konzertierte Aktionen und Begleitmaßnahmen durchgeführt.

Bei FTE-Projekten auf Kostenteilungsbasis beläuft sich die Beteiligung der Gemeinschaft auf maximal 50% des Gesamtbetrags. Bei anderen Aktivitäten auf Kostenteilungsbasis (z.B. Netze, Ausbildung, Durchführbarkeitsprämien und Begleitmaßnahmen) kann die Gemeinschaft bis zu 100% der zusätzlichen oder die Gesamtkosten der Aktion übernehmen.

Konzertierte Aktionen, bei denen FTE-Vorhaben mit den bereits von staatlichen oder privaten Organen finanzierten FTE-Vorhaben insbesondere über "Konzertierungsnetze" koordiniert werden, können bis zu 100% der Koordinationskosten erhalten. Beihilfen für ausgewählte Begleitmaßnahmen können bis zu 100% der genehmigten Kosten der Aktion betragen (im Fall von Eurokonferenzen sind 75% der Beihilfe der Gemeinschaft zur Finanzierung der Teilnahme von Nachwuchswissenschaftlern bestimmt).

Der Programmhaushalt ist folgendermaßen auf die vier folgenden Bereiche verteilt: Forschungsnetze 335 Mio. ECU (davon rund 50% zur Förderung der Ausbildung in Forschungsteams des Netzes); Zugang zu Großanlagen 112 Mio. ECU; Ausbildung 260 Mio. ECU; Begleitmaßnahmen 37 Mio. ECU. Diese Aufschlüsselung schließt die Möglichkeit nicht aus, daß ein Projekt über mehr als einen Bereich finanziert wird.

Diese Zahlen beinhalten eine Zuteilung in Höhe von 2,7% für Personalkosten und 2,9% für Verwaltungsausgaben. Der Haushalt des Programms kann laut der Entscheidung zum Vierten Rahmenprogramm vor Ende Juni 1996 aufgestockt werden.

Die Kommission wird die Durchführung des Programms laufend überwachen um sicherzustellen, daß seine Ziele, Prioritäten und Finanzmittel der jeweiligen Lage noch entsprechen. Erforderlichenfalls legt sie Vorschläge zur Anpassung oder Ergänzung des Rahmenprogramms entsprechend den Ergebnissen dieser Bewertung vor.

Darüber hinaus werden regelmäßige Beurteilungen der Aktivitäten des spezifischen Programms durch unabhängige Sachverständige durchgeführt, die nach Abschluß des Programms eine endgültige Bewertung der erzielten Ergebnisse durchführen. Ein Bericht zu dieser endgültigen Bewertung wird dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialrat vorgelegt.

Bemerkungen

Der diesem spezifischen Programm zugeteilte Haushalt wurde gemäß der Entscheidung des Rates 616/96/EG von 744 auf 792 Mio. ECU erhöht, um dem Beitritt der drei neuen Mitgliedstaaten (Österreich, Schweden und Finnland) am 1. Januar 1995 Rech
Datensatznummer: 472 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30