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  • Spezifisches Forschungs- und Entwicklungsprogramm (1995-1998), das von der Gemeinsamen Forschungsstelle für die Europäische Atomenergiegemeinschaft durchgeführt werden soll.

Rahmenprogramm

EAEC-FWP-EAEC 1C

Vorheriges Programm

JRC-RES 8C

Programmfinanzierung

EUR 300 million

Referenz zum Amtsblatt

L 361 von 1994-12-31

Rechtsrahmen

94/919/Euratom von 1994-12-15
Zur Lieferung unabhängiger wissenschaftlicher und technischer Fachkenntnisse an die Organe der Europäischen Gemeinschaft sowie von Unterstützung für die Umsetzung der Politiken und Aktivitäten der Gemeinschaft; Verfügbarmachung der GFS Kapazitäten sowie der wissenschaftlichen und technischen Einrichtungen für öffentliche und private Gremien; und als Beitrag zur Verbesserung von Aspekten der öffentlichen Sicherheit bei neuen Technologien, sowie zur Beurteilung der Umweltauswirkungen und des Umweltschutzes und zur Verringerung der wissenschaftlichen und technologischen Unterschiede zwischen Mitgliedstaaten.

Kurzbeschreibung

Als Bestandteil des Rahmenprogramms der Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen der Gemeinschaft für Euratom (1995-1998) legt das vorliegende Programm die strategischen und angewandten Forschungsarbeiten dar, die von der GFS zur Unterstützung der beiden spezifischen Nuklearprogramme durchgeführt werden sollen, d.h. nukleare Sicherheit und Vorsichtsmaßnahmen sowie gesteuerte Kernfusion. GFS Maßnahmen sollen als integraler Bestandteil des europäischen Wissenschafts- und Technologiesystems durchgeführt werden und darüber hinaus zur wissenschaftlichen Basis diverser Politiken der Gemeinschaft beitragen.

Die von der GFS zur Unterstützung nichtnuklearer spezifischer Programme unter dem Vierten Rahmenprogramms durchzuführenden Maßnahmen sind in einem separaten Beschluß dargelegt.

Unterteilung

Zwei Forschungskategorien:

Institutionelle Forschungsaktivitäten:

- Sicherheit der Kernspaltung:
- Reaktorsicherheit;
. Sicherheit des Brennstoffkreislaufs;
. Vorsichtsmaßnahmen und Verwaltung von Spaltmaterial;

- Gesteuerte Kernfusion:
. Aspekte der Sicherheit und der Umwelt (Einsatz des Tritiumlaboratoriums);
. Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen des ITER-Viermächte-Abkommens (Werkstoffe und Fernbedienung);

Institutionelle wissenschaftliche und technische Unterstützungsaktivitäten:

- Sicherheit der Kernspaltung sowie Reaktorsicherheit;

- Vorsichtsmaßnahmen (Umsetzung von Vorsichtsmaßnahmen im Einklang mit dem Euratom-Abkommen und zur Unterstützung der IAEA).

Ausführung

Die Kommission, unterstützt vom Direktorium der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS), ist für die Verwirklichung des Programms zuständig, für die es die Dienste der GFS in Anspruch nimmt.

Die direkten Aktionen der GFS zur Unterstützung des Rahmenprogramms der Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen der Gemeinschaft für Euratom sind in zwei Kategorien gegliedert: institutionelle Forschung, die sich aus Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen zusammensetzt, für die die GFS über die erforderlichen Einrichtungen verfügt, die zumindest spezifisch, wenn nicht einzigartig sind; sowie institutionelle wissenschaftliche und technische Unterstützung bei der Formulierung und Umsetzung gemeinschaftlicher Politiken und Aufgaben, die sich der Kommission im Rahmen des Abkommens stellen.

Die GFS kann auch - auf der gleichen Basis wie Dritte - an den indirekten Aktionen teilnehmen, die unter den spezifischen Programmen durchgeführt werden, und sie kann auf Wettbewerbsbasis an jeder anderen beliebigen, von der Gemeinschaft verwirklichten Aktivität teilnehmen und des Weiteren auch Forschung im Auftrag Dritter betreiben.

Die FTE-Projekte sollen in den entsprechenden Instituten der GFS durchgeführt werden. Die Institute müssen sich bemühen, die Forschung in Zusammenarbeit durchzuführen, am besten auf der Basis von Netzen, wobei die einzelstaatlichen Forschungsgremien in den Mitgliedstaaten ansässig sind. Besondere Aufmerksamkeit ist auch der Zusammenarbeit mit der Industrie zu widmen, insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen.

Die Begleitmaßnahmen sind u.a.:

- Die Organisation von Besuchen bei Instituten der GFS durch Stipendiaten, besuchende Forscher und Experten 'auf Abstellung'.
- Organisation des 'Abkommandierens' von GFS-Wissenschaftlern an einzelstaatliche Laboratorien, Industrielabors und Universitäten;
Organisation von wissenschaftlichen Seminaren, Workshops und Kolloquien;
-spezialisierte Schulungsprogramme mit Schwerpunkt auf Multidisziplinarität;
Ausbildung im Bereich Vorsichtsmaßnahmen und Verwaltung von Spaltmaterial, insbesondere für Bürger der früheren Sowjetunion, vorbehaltlich der Zuweisung kurzfristiger Zuschüsse;
- ein Informationsaustauschsystem;
- Förderung der Nutzung von Forschungsergebnissen;
- unabhängige wissenschaftliche und strategische Leistungsbeurteilung betreffend die Durchführung der Projekte und Programme.

Im Prinzip werden die von der GFS durchgeführten Forschungsaktivitäten zu 100% aus den eigenen Ressourcen der Gemeinschaft finanziert.

Der dem Programm zugewiesene Haushalt teilt sich wie folgt auf die beiden spezifischen Nuklearprogramme auf: Sicherheit der Kernspaltung ECU 254 Mio. (davon wird ein Anteil von ECU 87 Mio. als erforderlich für Maßnahmen der institutionellen Unterstützung erachtet); gesteuerte Kernfusion ECU 46 Mio. Diese Ziffern verstehen sich einschließlich Ressourcen zur Finanzierung der Teilnahme der GFS an den Maßnahmen auf Kostenteilungsbasis beider Programme, und eines Betrags in Höhe von 6%, der evtl. der Erkundungsforschung zugewiesen wird.

Der dem Programm zugewiesene Haushalt wird evtl. vor Ende Juni 1996 gemäß dem Beschluß zur Einrichtung des Rahmenprogramms für Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen im Namen von Euratom erhöht.

Es wurden Vorkehrungen getroffen, um die GFS zur Durchführung von Projekten auf der Basis des Kriteriums gegenseitigen Nutzens zu befähigen, wobei die betreffenden Körperschaften und Unternehmen in Drittländern ansässig sind, insbesondere in den europäischen Drittländern und den unabhängigen Staaten der früheren Sowjetunion - im Rahmen der von der GFS durchgeführten spezifischen Programme. Der Schwerpunkt liegt bei der Forschung zur Förderung der Entwicklung des experimentellen Reaktors im Rahmen des Viermächte-Abkommens ITER-IDA sowie bei den Maßnahmen der International Atomic Energy Agency (IAEA).

Mit Unterstützung seitens des Direktoriums von GFS wird die Kommission den Fortschritt bei der Verwirklichung des Programms laufend revidieren, um sicherzustellen, daß seine Zielsetzung, Prioritäten und finanziellen Ressourcen angemessen bleiben. Auf der Basis dieses Revisionsprozesses wird die Kommission je nach Bedarf Vorschläge zur Anpassung oder Ergänzung des Programminhalts vorlegen.

Die Kommission muß zum 15. April eines Jahres dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß jeweils einen Jahresbericht über die Verwirklichung des Programms vorlegen.

Darüber hinaus findet durch unparteiische Experten eine regelmäßige Beurteilung der vom spezifischen Programm erfaßten Maßnahmen statt, die nach Abschluß des Programms eine Endbeurteilung der Ergebnisse im Vergleich zur ursprünglichen Zielsetzung durchführen. Ein Bericht über diese Endbeurteilung wird dem Rat, dem Europäischen Parlament sowie dem Wirtschafts- und Sozialausschuß übermittelt.

Fachgebiete

Kernfusion - Kernspaltung
Datensatznummer: 473 / Zuletzt geändert am: 1998-03-30