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  • Spezifisches FuE-Programm (EG), durchzuführen einerseits durch direkte Aktionen (GFS) und andererseits im Rahmen eines wettbewerbsorientierten Ansatzes zur wissenschaftlich-technischen Unterstützung von Gemeinschaftspolitiken, 1955-1998

Rahmenprogramm

FP4

Vorheriges Programm

JRC-RES 7C

Nachfolgeprogramm

FP5-JRC

Programmfinanzierung

EUR 728 million

Referenz zum Amtsblatt

L 361 von 1994-12-31

Rechtsrahmen

94/918/EC von 1994-12-15
Bereitstellung eines unabhängigen Fachwissens für die Gemeinschaftsinstitutionen und Unterstützung der Durchführung von Gemeinschaftspolitiken und -tätigkeiten; Bereitstellen der Kapazitäten der GFS und ihrer wissenschaftlichen und technischen Einrichtungen für öffentliche und private Stellen und Beitrag zur Verbesserung der Aspekte neuer Technologien, die die Sicherheit der Öffentlichkeit beeinträchtigen können, der Bewertung der Umweltverträglichkeit und des Umweltschutzes und zur Verringerung wissenschaftlicher und technologischer Ungleichheiten zwischen den Mitgliedstaaten.

Kurzbeschreibung

Das vorliegende Dokument beschreibt die direkten Aktionen, die von der GFS zur Unterstuetzung der folgenden spezifischen Programme des Vierten Rahmenprogramms von gemeinschaftlicher FTE (1994-1998) durchzuführen sind:

- Informationstechnologien (Linie 3);
- Industrielle und Werkstofftechnologien (Linie 4);
- Mess- und Prüfverfahren (Linie 5);
- Umwelt und Klima (Linie 6);
- Landwirtschaft und Fischerei (Linie 10);
-Nichtnukleare Energie (Linie 11);
- Sozio-ökonomische Schwerpunktforschung (Linie 13).

Ein separater Abschnitt der Entscheidung enthält die wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten zur Unterstützung von Gemeinschaftspolitiken, die innerhalb des neuen Rahmens mit einem wettbewerbsorientierten Ansatz durchzuführen sind, und die bereitzustellende wissenschaftliche Unterstützung für die Dienststellen der Kommission im Rahmen des Dritten Tätigkeitsbereichs.

Die von der GFS zur Unterstützung der spezifischen nuklearen Programme im Rahmenprogramm der gemeinschaftlichen FTE-Forschungs- und -Ausbildungstätigkeiten für Euratom durchzuführenden direkten Aktionen sind Gegenstand einer separaten Entscheidung.

Unterteilung

Zwei Kategorien von Forschungstätigkeiten und von im Rahmen eines wettbewerbsorientierten Ansatzes durchzuführenden Tätigkeiten:

- Institutionelle Forschungstätigkeiten:
. Industrielle Technologien (Industrielle und Werkstofftechnologien; Mess- und Prüfverfahren);
. Umwelt und Klima;
. Nichtnukleare Energie;
. Sozio-ökonomische Schwerpunktforschung;

- Institutionelle wissenschaftliche und technische Unterstützungstätigkeiten:
. Informations- und Kommunikationstechnologien (Informationstechnologien);
. Umwelt und Klima;
. Biowissenschaften und -technologien (Landwirtschaft und Fischerei, einschliesslich Agro-Industrie, Nahrungsmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und Entwicklung des ländlichen Raums);
. Sozio-ökonomische Schwerpunktforschung.

- Tätigkeiten zur wissenschaftlich-technischen Unterstützung von Gemeinschaftspolitiken, die im Rahmen eines wettbewerbsorientierten Ansatzes durchzuführen sind:
. Informations- und Kommunikationstechnologien (Informationstechnologien);
. Industrielle Technologien (Mess- und Prüfverfahren);
. Umwelt (Umwelt und Klima),
. Energie (Nichtnukleare Energie);
. Dritter Tätigkeitsbereich (Erbringung von Dienstleistungen zur Unterstützung von Dienststellen der Kommission für die spezifischen wissenschaftlichen Erfordernisse, die sich während der Durchführung der verschiedenen Gemeinschaftspolitiken ergeben können.)

Ausführung

Das Programm ist in zwei Abschnitte unterteilt, die direkte Aktionen zur Unterstützung bestimmter spezifischer Programme im Vierten Rahmenprogramm und im Rahmen eines wettbewerbsorientierten Ansatzes und zur wissenschaftlichen und technischen Unterstützung anderer Gemeinschaftspolitiken durchzuführende Tätigkeiten behandeln.

Für die Durchführung der vom Programm erfassten direkten Aktionen ist die Kommission, unterstützt vom Aufsichtsrat der GFS zuständig. Zum Garantieren eines einheitlichen Vorgehens soll sie in Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat die regelmässige Konsultation mit den betreffenden Programmausschüssen sicherstellen, um die enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinschaftsaktionen auf Kostenteilungsbasis und den institutionellen Forschungstätigkeiten der GFS in den gleichen Bereichen zu gewährleisten.

Das Vierte Rahmenprogramm unterstützende direkte Aktionen der GFS sind in zwei Kategorien aufgeteilt: institutionelle Forschung, die Forschungs-, technologische Entwicklungs- und Demonstrationstätigkeiten umfasst, für die die GFS über besondere, wenn nicht einzigartige Kapazitäten und Einrichtungen verfügt; und institutionelle wissenschaftliche und technische Unterstützungstätigkeiten, die für die Ausarbeitung und Durchführung der Gemeinschaftspolitiken sowie der der Kommission in den Verträgen zugewiesenen Aufgaben erforderlich sind. Durch ihre Teilnahme an den indirekten Aktionen der spezifischen Programme trägt die GFS auch zur Verwirklichung der Ziele des Vierten Rahmenprogramms bei.

Die Durchführung der von der GFS abzuwickelnden direkten Aktionen erfolgt durch Projekte auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung und verschiedene begleitende Massnahmen.

Die FTE-Projekte sind in den entsprechenden Instituten der GFS durchzuführen. Die Institute sollen sich bemühen, die Forschung in Zusammenarbeit, vorzugsweise durch Netze, mit den einzelstaatlichen Forschungsstellen in den Mitgliedstaaten durchzuführen. Besondere Beachtung muss dabei die Zusammenarbeit mit der Industrie, insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen, finden. Die GFS wird an den entsprechenden EUREKA-Projekten teilnehmen.

Die begleitenden Massnahmen beinhalten:

- die Organisation des Aufenthalts von Stipendiaten, Gastwissenschaftlern und abgeordneten Experten in den Instituten der GFS;
- die Organisation der Abordnung wissenschaftlicher Mitarbeiter der GFS in nationale Labors, Industrielabors und Hochschulen;
- die Organisation von wissenschaftlichen Seminaren, Workshops und Kolloquien;
- Fachausbildung mit Betonung der Multidisziplinarität;
- ein Informationsaustauschsystem;
- Förderung der Nutzung der Forschungsergebnisse;
- die unabhängige wissenschaftliche und strategische Bewertung der Ausführung von Projekten und Programmen.

Für die Durchführung der direkten Aktionen wurde ein Budget von 600 Millionen ECU zugewiesen; hiervon kann ein Betrag von 6 % für orientierende Forschung verwendet werden. Ein Betrag von 199 Millionen ECU wird hiervon für die institutionellen Unterstützungstätigkeiten für erforderlich gehalten. Die Aufschlüsselung des Budgets auf die verschiedenen Bereiche ist wie folgt: Informations- und Kommunikationstechnologien 11 Millionen ECU; Industrielle Technologien 195 Millionen ECU (90 Millionen ECU hiervon sind für industrielle- und Werkstofftechnologien und 105 Millionen ECU für Mess- und Prüfverfahren bestimmt); Umwelt 294 Millionen ECU; Biowissenschaften und -technologien 47 Millionen ECU; Energie 20 Millionen ECU; Sozio-ökonomische Schwerpunktforschung 33 Millionen ECU.

Im Prinzip werden die von der GFS durchgeführten Forschungstätigkeiten zu 100 % aus gemeinschaftseigenen Mitteln finanziert. Wenn der Gemeinsame EWR-Ausschuss eine Einigung erreicht, werden die EFTA-Staaten, die am EWR beteiligt sind, zusätzliche Mittel im Verhältnis zu den Gemeinschaftsbeiträgen bereitstellen.

Die Kommission ist ermächtigt, internationale Abkommen mit Drittländern auszuhandeln, insbesondere mit den Ländern, die dem EWR-Abkommen nicht beigetreten sind, und mit internationalen Organisationen mit Sitz in Europa, mit dem Ziel, sie an den GFS-Tätigkeiten zu beteiligen.

Auch wurde vorgesehen, die GFS zu befähigen, Projekte mit Unternehmen und Körperschaften mit Sitz in Drittländern im Rahmen der von der GFS durchgeführten spezifischen Programme durchzuführen. Derartige Forschungsprojekte können in der Zusammenarbeit mit Forschungslaboren und dem Austausch von Wissenschaftlern bestehen. Es ist vorgesehen, dass ergänzende Massnahmen zur Ermöglichung der Zusammenarbeit mit Forschungslaboren und -einrichtungen in den Ländern Mittel- und Osteuropas einbezogen werden.

Die Verbreitung der bei der Durchführung der Vorhaben gewonnenen Kenntnisse erfolgt im Rahmen der Programme selber sowie durch die in der Dritten Tätigkeit des Vierten Rahmenprogramms festgelegte zentralisierte Massnahme.%
Nach Abschluss eines Ausschreibungsverfahrens kann sonstige Gemeinschaftspolitiken unterstützende wissenschaftliche Forschung an Forschungskörperschaften und -stellen, einschliesslich GFS, Hochschulen oder Unternehmen, vergeben werden. Die Regeln für den wettbewerbsorientierten Ansatz können auch für die EFTA-Staaten gelten, die dem EWR-Abkommen beigetreten sind.

Die Tätigkeiten, auf die der wettbewerbsorientierte Ansatz zutrifft, werden aus einem Budget von 128 Millionen ECU finanziert; hiervon ist ein Betrag von 91 Millionen ECU für wissenschaftliche und technische Forschung im Rahmen des Ersten Tätigkeitsbereichs (Industrielle Technologien 10 Millionen ECU, Informations- und Kommunikationstechnologien 10 Millionen ECU, Umwelt 26 Millionen ECU, Biowissenschaften und -technologien 30 Millionen ECU und Energie 15 Millionen ECU) und ein Betrag von 37 Millionen ECU für sonstige Gemeinschaftspolitiken unterstützende Aktionen im Rahmen des Dritten Tätigkeitsbereichs des Vierten Rahmenprogramms bestimmt.

Die Kommission überprüft, unterstützt vom Aufsichtsrat, ständig, welche Fortschritte bei der Durchführung beider Abschnitte des Programms in bezug auf die Erfordernisse der Gemeinschaftspolitiken erzielt werden. Sie bewertet insbesondere, ob die Ziele, Prioritäten und Finanzmittel noch der jeweiligen Entwicklung entsprechen. Aufgrund der Ergebnisse dieser Überprüfung reicht sie gegebenenfalls Vorschläge zur Anpassung oder Ergänzung des Programms ein.

Darüber hinaus muss die Kommission dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuss jedes Jahr vor dem 15. April einen Bericht über die Durchführung beider Abschnitte des Programms unterbreiten.

Unabhängige Sachverständigen werden regelmässige Bewertungen der vom ersten Abschnitt des Programms (direkte Aktionen) abgedeckten Tätigkeiten durchführen. Nach Ablauf des Programms werden diese Sachverständigen eine Endbewertung durchführen, bei der die erzielten Ergebnisse mit den ursprünglichen Zielen verglichen werden. Ein Bericht dieser Endbewertung wird dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuss übermittelt werden.
Datensatznummer: 474 / Zuletzt geändert am: 2012-05-11