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Vorheriges Programm

ENG-THERMIE 1
Förderung der Entwicklung, Verbreitung und Marktpenetration neuer, sauberer und effizienter Energietechnologien parallel zu dem spezifischen Programm für nichtnukleare Energie des Vierten Rahmenprogramms, zur Verbesserung der Energieeffizienz der Gemeinschaft und als Beitrag zur Gesamtenergiepolitik der Gemeinschaft.

Kurzbeschreibung

Die gegenwärtigen Vorschläge für ein THERMIE-II-Programm beruhen auf den Schlußfolgerungen des Berichts über die Durchführung des THERMIE-I-Programms (1990-1994), in dem die Notwendigkeit der weiteren Unterstützung der Förderung der Energietechnologie auf gemeinschaftlicher Ebene besonders betont wird. Das THERMIE-II-Programm hat die gleichen Anwendungsgebiete wie das spezifische Programm für nichtnukleare Energie des Vierten Rahmenprogramms. Die Demonstrationsphase dieses Programms beinhaltet einen großen Teil der Maßnahmen, die im gegenwärtigen THERMIE-Programm durchgeführt werden, wenn dieses Ende 1994 zum Abschluß kommt.

THERMIE II ergänzt und erweitert die Demonstrationsphase des spezifischen Programms für nichtnukleare Energie. Insbesondere wird damit die Fortsetzung aller gegenwärtigen THERMIE-Aktivitäten gewährleistet. Dies geschieht durch Unterstützung derjenigen Maßnahmen, die außerhalb des Vierten Rahmenprogramms liegen. Hierbei geht es um drei Hauptgebiete:

- Verbreitungsprojekte sowie Projekte, bei denen eine erprobte Technologie unter anderen wirtschaftlichen Verhältnissen demonstriert wird;
- Verbreitung von Technologien, die aus Projekten hervorgegangen sind, die von den Demonstrationsprogrammen der Mitgliedstaaten oder der Industrie finanziert wurden;
Penetration europäischer Energietechnologien auf den Märkten von Drittländern durch industrielle Zusammenarbeit.

Die von dem Programm geförderten Maßnahmen übergreifen mehrere Sektoren (Industrie allgemein, Energieindustrie, tertiäre Sektoren und ländliche Energiesysteme). Die Maßnahmen konzentrieren sich weitgehend auf die Nutzung von Energietechnologien und weniger auf spezifische Probleme individueller Energiesektoren. Im allgemeinen stellen Projekte und Förderungsmaßnahmen auf einen spezifischen Anwendungszweck ab.

Gemeinsam mit anderen gemeinschaftlichen Instrumenten soll die Förderung von Energietechnologien durch THERMIE II einen Beitrag zur langfristigen Versorgungssicherheit und zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie, zur Konservierung der Energieressourcen, zum Umweltschutz und zu anderen strategischen Zielen beitragen, wie z.B. der wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion und der gemeinsamen Agrarpolitik. Kooperation mit Drittländern wird durch Initiativen wie z.B. die EG-Energiezentren in Mittel- und Osteuropa gefördert, sowie durch Unterstützung des Zugangs von Entwicklungsländern zu sauberen und ausreichenden Energiequellen durch die Förderung europäischer Energietechnologien.

Die Durchführung des Programms erfolgt in enger Koordinierung mit anderen gemeinschaftlichen Finanzierungsinstrumenten auf dem Gebiet der Energiepolitik (SAVE und ALTENER), der Regionalpolitik, der Außenpolitik und der Kooperation (PHARE/TACIS, Kooperationsverträge und der Europäische Entwicklungsfonds), sowie der Innovationspolitik (insbesondere bei spezifischen Projekten von SPRINT und des Programms zur Finanzierung technologischer Leistung).

Unterteilung

Vier Anwendungsgebiete und Förderungsmaßnahmen:

- Rationelle Energienutzung.
Aktivitäten zur Förderung umfassender Energieeinsparungen oder zur Restrukturierung des Energiebedarfs auf solche Art und Weise, daß die Umweltqualität verbessert wird oder Elektroenergie oder Wärme effizienter genutzt werden (Sektoren: Verkehr; Gebäude; Industrie; Energieindustrie);

- Erneuerbare Energiequellen:
Maßnahmen zur Förderung unerschöpflicher Energiequellen (Sektoren: Energie aus Biomasse und Abfällen; Sonnenenergie; Windenergie; Wasserkraft; geothermische Ressourcen);

- Feste Brennstoffe:
Die Hauptaktivität bezieht sich auf saubere Verbrennung, insbesondere die allgemeine Verwendung von Verbrennung im Wirbelbett (FBC) für Fettkohle, Braunkohle, Torf, Kohlerückstände, Abfälle, Biomasse, RDF und alle Arten von kohlehaltigem Material;

- Kohlenwasserstoffe:
Maßnahmen zur Entwicklung und Förderung innovativer und effektiver Technologien zur Verbesserung der Exploration, Produktion, des Transports und der Nutzung von Kohlenwasserstoffen;

Förderungsmaßnahmen für Energietechnologien:
Maßnahmen zur Unterstützung der Anwendung und der Marktpenetration von Energietechnologien und zur Förderung der gemeinschaftlichen Energiepolitik und anderer verbundener Ziele gemäß dem Vertrag über die Europäische Union.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms zuständig. Dabei wird sie von einem Beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und unter dem Vorsitz eines Vertreters der Kommission steht.

Die gemeinschaftliche Unterstützung stellt auf Projekte und Maßnahmen zur Förderung von Energietechnologie ab, die unter keinem anderen spezifischen Programm des Vierten FTE-Rahmenprogramms förderungswürdig sind. Dabei werden Projekte unterstützt, deren Ziel die Weiterentwicklung, Durchführung und/oder Förderung innovativer Technologien auf dem Gebiet der Energie ist, deren Realisierung jedoch wegen des großen wirtschaftlichen Risikos ohne eine gemeinschaftliche finanzielle Unterstützung unwahrscheinlich ist.

Projekte können von in der Gemeinschaft ansässigen natürlichen oder juristischen Personen entweder einzeln oder von Verbänden derselben unterbreitet werden, sobald eine Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen für eines oder mehrere der Gebiete des Programms im Amtsblatt der Gemeinschaft veröffentlicht wird.

Im Rahmen dieses Programms können gemeinschaftliche Finanzierungsmittel zur Deckung des finanziellen Risikos bei der Demonstration eines neuen Projekts von kommerziellem Umfang zur Verfügung gestellt werden oder für eine Technologie, die noch nicht unter normalen wirtschaftlichen Verhältnissen auf dem Markt eingeführt ist. Eine finanzielle Unterstützung steht auch für Werbemaßnahmen zur Verfügung (Verbreitung, Technologietransfer, Markteinschätzung, Information, Beratung usw.) sowie für Energietechnologie-Transfer, industrielle Kooperation mit Drittländern und internationalen Organisationen, sowie horizontale Maßnahme (Koordinierung von Strategien, Auswertung von Programmen, Unterstützung bei der Verwaltung usw.).

Das OPET-Netz, das im Rahmen des ersten THERMIE-Programms eingerichtet wurde, spielt eine entscheidende Rolle bei der Realisierung des Programms. Bei THERMIE II wird davon ausgegangen, daß OPET eine wachsende Rolle bei der Organisation, Vorbereitung und beim Management der Förderungsmaßnahmen und - soweit möglich - auch bei der Durchführung von Projekten spielt.

Der Umfang der finanziellen Unterstützung durch die Gemeinschaft wird getrennt für jedes einzelne Projekt bestimmt und darf 35 % der förderungsfähigen Kosten nicht übersteigen. Gemeinschaftliche Mittel können entweder für ein komplettes Projekt oder für unterschiedliche Projektstufen zur Verfügung gestellt werden. Bei der Bestimmung des Umfangs der gemeinschaftlichen Unterstützung wird das Risiko berücksichtigt, daß die Projektanbieter direkt tragen sowie der Umfang sonstiger finanzieller Unterstützung der öffentlichen oder privaten Hand, die vorhanden ist oder erwartet wird. Jede öffentliche Unterstützung für ein Projekt muß der Kommission bekanntgegeben werden und darf 49 % der Gesamtkosten einer Maßnahme nicht übersteigen.

Im allgemeinen liegt die Unterstützung für Werbemaßnahmen und Kooperationsmaßnahmen mit Drittländern zwischen 50 und 100 % der Kosten der Aktion, während horizontale Maßnahmen in einem Umfang von 100 % gedeckt werden.

1995 soll ein geschätzter Haushalt von 30 Millionen ECU für die Finanzierung der Projekte und Förderungsmaßnahmen verfügbar gemacht werden, die vom Programm erfaßt werden. Für jedes Folgejahr werden die eingeteilten Mittel für die Durchführung des Programms in den allgemeinen Haushalt der Europäischen Gemeinschaften eingestellt.

Projekte, die von kleinen und mittleren Unternehmen (oder Verbänden solcher Unternehmen) vorgeschlagen werden sowie Projekte, die in den weniger begünstigten Regionen der Gemeinschaft durchgeführt werden, werden bevorzugt gefördert. Auch die Unterstützung von kleinen Projekten mit einem guten Nachvollziehungspotential in anderen Teilen der Gemeinschaft wird in Betracht gezogen.

Bereits unter THERMIE I begonnene Projekte und Maßnahmen werden nach 1995 fortgesetzt. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten beabsichtigt die Kommission auch die Verbreitung und Anwendung von Projekten, die von der Vorschrift (EWG) 1971/93 (LIGASF C), 1972/83 (ENALT 2C), 3639/85 (HYDROCARB 2C) und 3640/85 (ENDEMO C) unterstützt werden.

Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Programms sowie bei Programmende ist die Kommission verpflichtet einen Bericht über die Durchführung und die Verträglichkeit einzelstaatlicher und gemeinschaftlicher Maßnahmen zu erstellen. Die Berichte werden dem Europäischen Parlament und dem Rat zugeleitet.
Datensatznummer: 475 / Zuletzt geändert am: 1998-04-03