Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

ET-YFE 2C

Nachfolgeprogramm

ET-YOUTH C

Programmfinanzierung

EUR 126 million

Referenz zum Amtsblatt

L 87 von 1995-04-20

Rechtsrahmen

818/95/CE von 1995-03-14
Beitragen zum weiteren Ausbau einer qualitativ hochstehenden Bildung durch die Entwicklung von Austauschmaßnahmen innerhalb der Gemeinschaft, durch zusätzliche mit den Jugendaustauschzielen zusammenhängende Aktivitäten im Bereich der Jugendarbeit und durch den Austausch mit Drittländern, mit denen die Gemeinschaft Kooperationsabkommen geschlossen hat.

Kurzbeschreibung

Diese dritte Phase von "Jugend für Europa" wird im Zusammenhang des Beschlusses der Kommission vom 5. Mai 1993 zur Einrichtung von drei separaten Gemeinschaftsprogrammen für die Bereiche allgemeine Bildung, berufliche Bildung und Jugend vorgeschlagen.

"Jugend für Europa III" baut auf die vorangehenden beiden Phasen des Aktionsprogramms, 1988-1991 und 1992-1994, auf und erweitert ihren Umfang. Außerdem nimmt sie einen dynamischeren Ansatz an, der eine bessere Rationalisierung und Kohäsion zwischen den verschiedenen Aktionen im Jugendbereich gewährleisten soll, die bisher auf verschiedene Gemeinschaftsprogramme oder Haushaltslinien verstreut waren.

Entsprechend Artikel 129 des EG-Vertrags, geändert durch den Vertrag über die Europäische Union, zielt das Programm auf die Förderung des Ausbaus des Jugendaustausches und die Ausbildung von sozialpädagogischen Jugendbetreuern ab, um zur Entwicklung einer qualitativ hochstehenden Bildung beizutragen und unter Jugendlichen das Bewußtsein ihrer europäischen Identität zu steigern.

Neben der Förderung des Jugendaustausches innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft betont "Jugend für Europa III" Maßnahmen, die auf die Entwicklung und Stärkung der Zusammenarbeit auf Ebene der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten abzielen. Außerdem hat das Programm die Unterstützung der Umsetzung einer "Jugendpolitik" zum Ziel. Diese Politik besteht aus Maßnahmen, die auf folgendes ausgerichtet sind:

- Ermutigung von Jugendlichen, in der Gesellschaft und ihren Institutionen eine aktive Rolle zu übernehmen;
- Förderung der Unabhängigkeit und Kreativität der Jugendlichen sowie ihres Unternehmungsgeistes, insbesondere im sozialen, staatsbürgerlichen, kulturellen und im Umweltbereich;
-Schaffung von Möglichkeiten für die Jugendlichen, ihrer Meinung zur Gesellschaftsordnung Ausdruck zu verleihen, und Bemühungen um eine stärkere Berücksichtigung dieser Meinung durch die betreffenden staatlichen Stellen;
- Bekämpfung aller Arten der Ausgrenzung, einschließlich des Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit;
- Förderung der Fähigkeit der Jugendlichen, sich der Unterschiedlichkeit der Kulturen innenwohnenden Werte bewußt zu werden und sie anzuerkennen;
- Befähigung der Jugendlichen, die Europäische Gemeinschaft als integrierten Bestandteil ihres politischen, kulturellen und sozialen Umfelds zu begreifen.

"Jugend für Europa III" integriert bestimmte Aktionen, die von den Programmen PETRA und TEMPUS erfaßt werden, und wird zusätzlich zu den Maßnahmen im Rahmen des Programms LINGUA spezielle Maßnahmen zum Fördern des Erlernens einer Fremdsprache beinhalten.

Unterteilung

Fünf Aktionen:

- Maßnahmen innerhalb der Gemeinschaft, die Jugendliche unmittelbar einbeziehen:
. Austausch und Mobilität von Jugendlichen;
. Eigeninitiative, Kreativität und Solidarität von Jugendlichen (Jugendinitiativen und Praktika im Rahmen des freiwilligen Dienstes);

- Jugendbetreuer:
. Indirekte Unterstützung für die Aktivitäten der ersten Aktion;
. Unmittelbare Unterstützung für die europäische Zusammenarbeit bei der Ausbildung der Jugendbetreuer;

- Zusammenarbeit zwischen den in den Mitgliedstaaten zuständigen Strukturen;

- Austausch mit Drittländern;

-Information von Jugendlichen und Studien im Jugendbereich.

Ausführung

Die Kommission sorgt für die Durchführung des Programms. Unterstützt wird sie dabei von einem Ausschuß mit beratender Funktion, der sich aus zwei Vertretern je Mitgliedstaat zusammensetzt und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Je ein bestellter Vertreter des Europarats und des Jugendforums der Europäischen Gemeinschaften sind eingeladen, im Ausschuß als Beobachter teilzunehmen. Die Entscheidungen über die allgemeine Ausgewogenheit zwischen den am Programm teilnehmenden Mitgliedstaaten und den verschiedenen Arten von Aktionen werden von der Kommission nach Konsultieren des Beratungsausschusses getroffen.

Dem Programm wurde für den fünfjährigen Zeitraum ein Haushalt von 157 Millionen ECU zugewiesen. Er wird wie folgt nach den verschiedenen Aktionen aufgeschlüsselt: Maßnahmen innerhalb der Gemeinschaft, die Jugendliche unmittelbar einbeziehen, 80 Millionen ECU; Jugendbetreuer 12,45 Millionen ECU; Zusammenarbeit zwischen den in den Mitgliedstaaten zuständigen Einrichtungen 3,4 Millionen ECU; Austausch mit Drittländern 43,3 Millionen ECU; Information von Jugendlichen und Studien im Jugendbereich 8,15 Millionen ECU.

Der Programmhaushalt ist wie folgt auf die fünf Jahre verteilt: 1995 27 Millionen ECU; 1996 29 Millionen ECU; 1997 31 Millionen ECU; 1998 34 Millionen ECU; 1999 36 Millionen ECU.

Für die Finanzierung von flankierenden Maßnahmen zur Unterstützung des Programms wird ein Betrag in Höhe von 9,7 Millionen ECU aus dem Gesamthaushalt reserviert. Diese flankierenden Maßnahmen umfassen:

- technische Sachkenntnis und die für die Durchführung von Zuschuß- und Beihilfeprogrammen erforderliche Unterstützung;
- Unterstützung für die von nationalen Stellen durchgeführten Tätigkeiten;
- Sachverständigentreffen und Konferenzen.

Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft für Projekte beträgt in der Regel höchstens 50 % der Gesamtkosten. Ausgenommen hiervon sind Projekte für benachteiligte Jugendliche, bei denen der Beitrag der Gemeinschaft bis 75 % der anfallenden Gesamtkosten betragen kann.

Ein wesentlicher Teil der den verschiedenen Aktionen des Programms zugewiesenen finanziellen Mittel wird zugunsten benachteiligter Jugendlicher bereitgehalten. Als benachteiligte Jugendliche gelten diejenigen jungen Menschen, für die es aus kulturell, sozial, physisch, geistig oder geographisch bedingten Gründen am schwierigsten ist, an den bestehenden Austauschprogrammen sowohl auf Gemeinschaftsebene als auch auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene teilzunehmen.

Im Rahmen des Programms werden Aktionen zur Förderung des Austauschs und der Mobilität von Jugendlichen für Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren weiter ausgebaut werden. Für einen finanziellen Beitrag der Gemeinschaft bis zu 50 % der anfallenden Gesamtkosten kommen bi- und multilaterale Austauschmaßnahmen von mindestens einwöchiger Dauer auf der Grundlage gemeinsamer Projekte innerhalb der Gemeinschaft unter Einbeziehung von Gruppen von Jugendlichen aus zwei oder mehr Mitgliedstaaten in Betracht. Weitere Mittel können zur Unterstützung des Austausches von benachteiligten Jugendlichen bereitgestellt werden.

Die Gemeinschaft wird außerdem Austauschmaßnahmen mit Drittländern, vor allem denen in Mittel- und Osteuropa, in Lateinamerika und den Mittelmeerländern, unterstützen. Finanzielle Unterstützung wird für Austauschaktivitäten, Studienaufenthalte, Praktika und andere Ausbildungskurse, Seminare, Konferenzen sowie die Ausarbeitung von geeignetem Material und Informationskampagnen bereitgestellt.

Bei Studien im Jugendbereich richtet die Gemeinschaft ihre Bemühungen auf die Analyse und Verbreitung von Daten, die für sozioökonomische Forschungszwecke zu verwenden sind, und die Förderung des Austausches von Know-How zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen diesen und der Kommission. Bei der Durchführung des Programms wird die Gemeinschaft auch eng mit dem Europarat und anderen internationalen Organisationen, die im Bereich Information von Jugendlichen und Studien im Jugendbereich tätig sind, zusammenarbeiten.

Die Kommission und die Mitgliedstaaten werden sicherstellen, daß die von dem Programm abgedeckten Tätigkeiten mit anderen Maßnahmen der Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft für Jugendliche übereinstimmen und diese ergänzen. Darüber hinaus wird die Kommission die Mitgliedstaaten auffordern, bereits bestehende Einrichtungen zur Unterstützung der Ziele der vorhergehenden Phasen des Aktionsprogramms "Jugend für Europa" zu erhalten und auszubauen. Die Bemühungen der Mitgliedstaaten zur Entwicklung der Jugendpolitik in jenen Gebieten, wo früher nur wenige Möglichkeiten bestanden, werden ebenfalls unterstützt.

Die Programmaktivitäten werden von der Kommission kontinuierlich bewertet und begleitet werden. Im dritten Jahr des Programms wird die Kommission einen Evaluierungsbericht über die beiden ersten Jahre der Programmdurchführung erstellen.
Datensatznummer: 476 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07
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