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Vorheriges Programm

ET-PETRA 1

Nachfolgeprogramm

ET-LEONARDO DA VINCI 1

Programmfinanzierung

EUR 177,4 million

Referenz zum Amtsblatt

L 214 von 1991-08-02

Rechtsrahmen

91/387/EEC von 1991-07-22
Zur Unterstützung und Ergänzung der Politiken und Aktivitäten der Mitgliedstaaten, die darauf abzielen, daß alle Jugendlichen zusätzlich zu ihrer Schulpflicht Zugang zu mind. einem Jahr grundlegender Berufsausbildung haben, die zu einer Berufsqualifikation führt, die von den zuständigen Behörden des Mitgliedstaats anerkannt wird, in der sie erworben wurde.

Kurzbeschreibung

Diese zweite Phase des Programms PETRA wird zu dem Zweck eingerichtet, die Fortsetzung und Weiterentwicklung der Aktivitäten zu gewährleisten, die unter PETRA I, 1988-92 durchgeführt wurden.Das Programm besteht aus Maßnahmen, die auf Gemeinschaftsebene ergriffen werden und darauf abzielen, die Bemühungen der Mitgliedstaaten zu unterstützen, allen Jugendlichen unter 28 Jahren Zugang zu mind. einem Jahr grundlegender Berufsausbildung zu geben. Das Programm zielt auch auf die von dem Programm erfaßten Aktionen ab:

- Komplementierung und Unterstützung der Politiken der Mitgliedstaaten zur Anhebung des Standards und der Qualität der ersten Berufsausbildung, Diversifizierung des Angebots an Berufsausbildung, damit Jugendliche mit unterschiedlichen Fähigkeiten Auswahlmöglichkeiten erhalten sowie zur Verbesserung der Kapazität von Berufsbildungssystemen zwecks Anpassung an raschen wirtschaftlichen, technologischen und sozialen Wandel;

- Erweiterung der Berufsqualifikationen durch Hinzufügung einer Gemeinschaftsdimension, um zur Vergleichbarkeit dieser Qualifikationen zwischen Mitgliedstaaten beizutragen.

- Anregung und Unterstützung der praktischen Zusammenarbeit und Entwicklung grenzübergreifender Ausbildungspartnerschaften zwischen Ausbildungsträgern, Industrie and anderen Promotern lokaler und regionaler Entwicklung;

- Entwicklung von Chancen für Jugendliche, von Ausbildungsaufenthalten oder Praktiken in anderen Mitgliedstaaten zu profitieren;

-Förderung der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit im Bereich Berufsinformationen und -beratung.

Wenn PETRA II zu Beginn 1995 ausläuft, ist damit zu rechnen, daß Aktivitäten im Bereich der Berufsausbildung und allgemeinen Bildung vom Programm LEONARDO DA VINCI übernommen werden, in dessen Rahmen die Berufsausbildungspolitik der Gemeinschaft während des Zeitraums 1995-99 durchgeführt wird.

Unterteilung

Drei Aktionen:

- Unterstützung für grenzübergreifende Berufsbildungsprojekte:
. Berufsausbildung oder Praktiken für förderungswürdige Jugendliche in einem anderen Mitgliedstaat (normalerweise für einen Zeitraum von drei Wochen);
. gemeinsame Entwicklung von Berufsbildungsmodulen;
. gemeinsame Entwicklung von Ausbildern für die Berufsausbildung;

- Unterstützung für Maßnahmen, die auf die Förderung von Berufsinformationen und -beratung abzielen:
. Vernetzung des Austauschs von Beratungsdaten;
. Ausbildung von Berufsberatern und -experten;

- ergänzende Maßnahmen:
Die Kommission wird die erforderlichen Ergänzungsmaßnahmen verabschieden, wie u.a. die Verbreitung von Ergebnissen durch Veröffentlichungen, Seminare usw.; Fortsetzung von Unterstützung für die grenzübergreifende Zusammenarbeit an Studien über spezifische Themen bei der ersten Berufsausbildung; und technische Unterstützung für die Umsetzung des Programms.

Ausführung

Die Kommission ist für die Umsetzung des Programms in Absprache mit den Mitgliedstaaten verantwortlich. Die Kommission wird durch einen Beratungsausschuß unterstützt, der sich aus je zwei Vertretern der einzelnen Mitgliedstaaten zusammensetzt, wobei der Vorsitz von einem Vertreter der Kommission geführt wird. Die Kommission muß außerdem die Hilfe des Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsausbildung (CEDEFOP) in Anspruch nehmen.

Die vom Programm erfaßten Aktivitäten sind für Jugendliche bis zu 28 Jahren bestimmt, die unter eine der folgenden Kategorien fallen:

- Jugendliche, die ihre erste Berufsausbildung erhalten;
- Junge Arbeitskräfte, die entweder in einem Arbeitsverhältnis stehen oder auf dem Arbeitsmarkt frei verfügbar sind und bereits eine erste Berufsausbildung erhalten oder praktische Arbeitserfahrung besitzen.
- Jugendliche, die nicht mehr in der ersten Berufsausbildung stehen und die an einem fortgeschrittenen Programm teilnehmen, um ihre Ausbildung zu vollenden.

Ein Budget von ECU 177,4 Mio. wird für die Durchführung des Programms während des Dreijahreszeitraums als erforderlich erachtet; ECU 29 Mio. davon wurden für den Zeitraum 1991-1992 zugewiesen. Die finanziellen Mittelzuweisungen für die nachfolgenden Jahre werden von der Haushaltsbehörde bestimmt. Ein Betrag im Gegenwert von 30% des Programmbudgets ist für Aktionen zweckgebunden, die Jugendlichen zugute kommen, welche unter die letzten beiden obengenannten Rubriken fallen.

Finanzielle Unterstützung durch die Gemeinschaft wird den Mitgliedstaaten auf individueller Basis bewilligt, als Beitrag zu den Kosten der Plazierung Jugendlicher in einem anderen Mitgliedstaat. Der gemeinschaftliche Beitrag wird im Durchschnitt auf ca. ECU 700 pro dreiwöchiger Plazierung für Jugendliche festgesetzt, die ihre erste Berufsausbildung erhalten. Der Betrag darf nie ECU 3.700 pro Praktikum überschreiten. Die Plazierung junger Arbeitskräfte, die entweder in einem Arbeitsverhältnis stehen oder auf dem Arbeitsmarkt frei verfügbar sind und bereits eine erste Berufsausbildung erhalten oder praktische Arbeitserfahrung besitzen, dauert normalerweise drei Monate. Der gemeinschaftliche Beitrag wird im Durchschnitt auf ca. ECU 2,700 pro dreimonatiger Plazierung festgesetzt und darf ECU 4.800 nie überschreiten.

Die Gemeinschaft leistet ferner einen Beitrag zu ausgewählten gemeinsamen Ausbildungsprojekten. Dieser Betrag beläuft sich bei einem Zeitraum von zwei Jahren gewöhnlich auf ca. ECU 30.000 pro Projekt. Gemeinschaftliche Unterstützung für Maßnahmen, die auf die Förderung von Berufsinformationen und -ausbildung abzielen, die von den Mitgliedstaaten erfolgreich vorgeschlagen wurden.

Die Mitgliedstaaten müssen die erforderlichen Schritte zur Koordinierung und Umsetzung des Programms auf einzelstaatlicher Ebene unternehmen. Insbesondere müssen sie dafür sorgen, daß die angemessenen Strukturen und Mechanismen vorhanden sind, um die Zielvorgaben zu reflektieren, die von dem Programm erfaßt sind. In diesem Rahmen müssen die Mitgliedstaaten der Kommission zwei Berichte unterbreiten, aus denen die Schritte hervorgehen, die zur Durchführung des Programms auf einzelstaatlicher Ebene unternommen werden. Diese Berichte müssen auch Informationen über ihre laufenden Vereinbarungen enthalten, um die erste Berufsausbildung zu fördern und zu finanzieren. Der erste dieser Berichte war am 30. Juni 1993 fällig. Der zweite muß bis zum 30. Juni 1995 eingereicht sein.

Unter PETRA II wurde die finanzielle und technische Unterstützung für Initiativen erweitert, die an dem Europäischen Netzwerk von Berufsbildungspartnerschaften (ENTP) teilnehmen, das unter PETRA I eingerichtet wurde. Das ENTP befaßt sich mit der Entwicklung einer europäischen Dimension für die Berufsausbildung durch den Austausch von Jugendlichen und Personal sowie durch die gemeinsame Entwicklung von Kursen und Zertifikaten.

Die Kommission ist dafür verantwortlich sicherzustellen, daß die von PETRA II erfaßten Aktionen andere verwandte Gemeinschaftsprogramme und -initiativen ergänzen, einschl. Initiativen, die im Rahmen des Strukturfonds lanciert werden.

Die Ergebnisse und der Erfolg der durch das Programm durchgeführten Maßnahmen werden zwei externen Beurteilungen unterzogen, die erste im Laufe des Jahres 1994 und die zweite im Laufe des Jahres 1995.

Die Kommission hat Ende Dezember 1993 einen Zwischenbericht über die Umsetzung des Programms vorgelegt. Ein Abschlußbericht einschl. einer allgemeinen Beurteilung der Programmumsetzung ist bis zum 31. Dezember 1995 fällig. Beide Berichte werden dem Europäischen Parlament, dem Rate, dem Wirtschafts- und Sozialausschuß, dem Beratungsausschuß über Berufsausbildung und dem Bildungsausschuß übermittelt, der unter der Entschließung des Rates vom 9. Februar 1976, ABl. No C 38 vom 19.2.1976) eingerichtet wurde.
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