Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

HS-EURCAN 2C

Programmfinanzierung

EUR 64 million

Referenz zum Amtsblatt

L 95 von 1996-04-16

Rechtsrahmen

646/96/EC von 1996-03-29
Zur Vertiefung des Wissens über die Ursachen von Krebs und die Möglichkeiten der Verhütung durch Konzentration auf Risikofaktoren, Früherkennung und systematische Vorsorgeuntersuchungen, verbesserte Datensammlung und Aktualisierung von Informationen über Mortalität und Morbidität im Zusammenhang mit Krebs sowie Studien und Aktionen in bezug auf die Qualität der Pflege von Krebspatienten; zur Förderung der Verwirklichung von Gemeinschaftszielen im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

Kurzbeschreibung

Diese dritte Phase des Programms "Europa gegen den Krebs" dient der Fortsetzung und Entwicklung der Errungenschaften der beiden früheren Aktionsprogramme von 1987-89 und 1990-94. Der Inhalt des dritten Aktionsplans berücksichtigt die von der Gemeinschaft zu verwirklichenden Ziele im Bereich der öffentlichen Gesundheit und zwar insbesondere der Ziele, die im Kontext des neuen Artikels 129 des Vertrags über die Europäische Union zu realisieren sind.

Die im Rahmen der beiden früheren Phasen des Programms durchgeführten Aktionen zur Förderung einer engeren Zusammenarbeit (z.B. europäische Pilotnetze, gemeinsame Aktionen und Systeme für den Informationsaustausch) werden vom dritten Aktionsprogramm fortgesetzt und weiterentwickelt. Darüber hinaus werden spezielle Vorschläge zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten in den Bereichen Qualitätskontrolle bei der Pflege, Palliativmedizin und Verantwortlichkeit für das Wohlergehen der Patienten erarbeitet.

Um eine optimale Wirkung der Maßnahmen des dritten Aktionsplans zu erzielen, soll die Nutzung und die Entwicklung einer hochwirksamen Kommunikationsinfrastruktur gefördert werden. Aus diesem Grund wird eine enge Zusammenarbeit mit dem spezifischen Programm "Telematikanwendungen von gemeinsamem Interesse" angestrebt, das durch das Vierte Rahmenprogramm abgedeckt wird.

Das Programm "Europa gegen den Krebs" wird dazu beitragen, den Bedarf der Krebsforschung auf europäischer Ebene zu ermitteln und die Schaffung eines Verzeichnisses der laufenden Forschungsarbeiten zu unterstützen. Krebsforschung wird im Kontext des Vierten Rahmenprogramms (1994-98) und insbesondere der zweiten Phase des Programms für Biomedizin und Gesundheit durchgeführt, welches eine grundlegende und klinische Krebsforschung vorsieht.

Die Maßnahmen zur Verbreitung der Forschungergebnisse werden durch die Förderung wissenschaftlicher Bewertungen, Konsenskonferenzen und des Austauschs von Personal unterstützt. Diese Aktion ergänzt bestehende Programme im Bereich der Mobilität von Forschern aus der Wissenschaft und dem Hochschulbereich.

Die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen (z.B. WHO, Internationales Krebsforschungszentrum [IARC], OECD usw.) wird in der Zeit von 1995-99 weitergeführt. Ebenfalls verbessert wird die Zusammenarbeit mit internationalen wissenschaftlichen NROs, wie z.B. dem Verband europäischer Krebsgesellschaften (FECS) und der Europäischen Organisation für die Erforschung und die Behandlung von Krebs (EORTC), und der Organisation der europäischen Krebsforschungsinstitute (OECI) im Bereich der Ausbildung sowie zur Herstellung einer Verbindung mit den mittel- und osteuropäischen Ländern, der Internationalen Union gegen den Krebs (UICC) und den Europäischen Krebsligen (ECL) im Bereich der öffentlichen Information. Insbesondere werden Möglichkeiten für die Verbesserung der Zusammenarbeit mit der UICC im Bereich der Verhütung und Vorsorgeuntersuchung erforscht.

Unterteilung

Vier Bereiche:

- Datenerhebung und Forschung:
Erweiterung und Verbesserung des Wissensstands über die Ursachen, die Verhütung und die Behandlung von Krebs und zur Erleichterung der Erhebung zuverlässiger und vergleichbarer Daten über das Auftreten von Krebs, einschließlich Daten über die pädiatrische Onkologie, insbesondere zur Ermittlung von Trends und zur Ausarbeitung europaweiter epidemiologischer Studien. Ebenfalls vorgesehen ist die Mitwirkung bei der Auswahl von Prioritäten im Bereich der Krebsforschung, die Teil des FTE-Rahmenprogramms der Gemeinschaft und insbesondere des Programms für Biomedizin und Gesundheit bildet, welches eine Aktion im Bereich der grundlegenden und klinischen Krebsforschung beinhaltet;

- Aufklärung und Gesundheitserziehung:
Vertiefung der Kenntnisse über Krebsrisiken und Krebsverhütung unter europäischen Bürgern und zur Förderung eines gesünderen Lebensstils der Bürger sowie zur Unterstützung und Bewertung von Politiken und Maßnahmen im Zusammenhang mit Krebsursachen und -risiken. Spezifische Aktionen sind:
. Veranstaltung einer jährlichen Woche zum Thema "Europa gegen den Krebs";
. wirksamere Übermittlung von Appellen zur Verhütung von Krebs;
. Unterstützung und Ausweitung von Pilotaktionsnetzen für die Bereitstellung von Informationen und Austauschmöglichkeiten in bezug auf die Krebsverhütung;
. Förderung von Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen für bestimmte Bevölkerungsgruppen über Gesundheitsförderung und die Verhütung von Krebs;
. Förderung von europaweiten Projekten zur Förderung des Nichtrauchens;
. Mitwirkung bei der Formulierung und Durchführung von integrierten Programmen für die Gesundheitserziehung in unterschiedlichen Lebensumfeldern;
. Unterstützung des Erfahrungsaustausches im Rahmen der integrierten Programme zur Gesundheitserziehung, um die Erst- und Weiterbildung von Lehrern und Projektleitern im Bereich der Krebsverhütung zu verbessern;
. Unterstützung bei der Produktion und Verbreitung von gemeinschaftlichem Lehrmaterial über die Krebsverhütung;

- Früherkennung und Vorsorgeuntersuchungen:
Verbesserung und Erweiterung der Möglichkeiten der Früherkennung, insbesondere durch die Entwicklung und Verbreitung wirksamer Vorsorgeprogramme und geeigneter Praktiken:
. Unterstützung europäischer Pilotprojektnetze im Bereich der Massenvorsorge gegen Brust-und Gebärmutterkrebs;
. Unterstützung bei der europaweiten Einführung und Verbreitung einer gemeinsamen Terminologie und Klassifikation zwecks Verbesserung der anatomisch-zytopathologischen Auswertung von Befunden;
. Unterstützung von europäischen Studien über die Durchführbarkeit von Reihenvorsorgeuntersuchungen auf Eierstock-, Prostata-, Haut-, Kolorektal- und Mundhöhlenkrebs;

- Ausbildung und Qualitätskontrolle:
Verbesserung der krebsbezogenen Ausbildung des Gesundheitspersonals, einschließlich der Ausbildung in der pädiatrischen Onkologie, und der Qualitätskontrollmethoden. Spezifische Aktionen sind:
. weitere Umsetzung der Empfehlungen der Kommission vom 8. November 1989 über die Ausbildung des Gesundheitspersonals in Krebsfragen;
. Unterstützung der Mobilität des im Gesundheitswesen tätigen Personals (insbesondere Ausbilder);
. Unterstützung des Erfahrungsaustauschs sowie der Ausarbeitung und Verbreitung der Empfehlungen von Konferenzen;
. Vorbereitung von Lehrmaterial von europäischem Interesse zur Verbesserung der Ausbildung des Gesundheitspersonals;
. Förderung von Initiativen sowie Unterstützung europäischer Studien und der Verbreitung ihrer Ergebnisse insbesondere im Kontext von Zusammenkünften und des Erfahrungsaustauschs auf europäischer Ebene;
. Unterstützung von Pilotprojekten im Bereich der Qualitätssicherung, einschließlich der Verarbeitung und Auswertung der Ergebnisse unter besonderer Bezugnahme auf Praktiken im Zusammenhang mit der Überprüfung von Strahlentherapieeinrichtungen und der Ausbildung des Gesundheitspersonals.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Aktionsplans verantwortlich und wird dabei von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Die Kommission wird dafür sorgen, daß die von dem Aktionsplan vorgesehenen Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und mit Institutionen und Organisationen durchgeführt werden, die auf dem Gebiet der Krebsverhütung aktiv sind. Die nationalen Koordinationsausschüsse spielen weiterhin eine wichtige Rolle bei der Durchführung des Plans.

Bei der Durchführung des Aktionsplans ist es Aufgabe der Kommission, die Kohärenz und Komplementarität mit anderen Gemeinschaftsprogrammen und -initiativen insbesondere mit dem Programm für Biomedizin und Gesundheit des Vierten Rahmenprogramms zu gewährleisten.

Für die Durchführung des Programms über den Fünfjahreszeitraum wurde ein Haushalt in Höhe von 64 Mio. ECU bereitgestellt. Die Haushaltsbehörde wird die für jedes Finanzjahr zur Verfügung stehenden Mittel festlegen.

Während der Durchführung des Aktionsplans wird die Zusammenarbeit mit Drittländern und mit internationalen Organisationen, die im Bereich der öffentlichen Gesundheit tätig sind, gefördert. Die Aktivitäten des Programms stehen den EFTA-Staaten und den mittel- und osteuropäischen Ländern gemäß den Bedingungen der mit der Gemeinschaft abgeschlossenen Abkommen offen.

Die Kommission veröffentlicht Jahresberichte über die bei der Durchführung des Aktionsplans erzielten Fortschritte und über die potentielle Finanzierung der verschiedenen Bereiche durch die Gemeinschaft, wobei die von den Mitgliedstaaten zu erarbeitenden Berichte zu berücksichtigen sind. Die Jahresberichte werden dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Wirtschafts- und Sozialausschuß und dem Ausschuß der Regionen vorgelegt.

Der Rat und das Parlament werden die durchgeführten Aktionen auf Basis eines Zwischenberichts bewerten, den die Kommission vor Ende 1997 unterbreitet. Ein allgemeiner Bericht wird nach Ablauf des Aktionsplans vorgelegt.
Datensatznummer: 478 / Zuletzt geändert am: 2001-06-28