Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

REG-LEADER 1

Nachfolgeprogramm

REG-LEADER +

Programmfinanzierung

EUR 1 400 million

Referenz zum Amtsblatt

C 180 von 1994-07-01
Zur Anregung von innovativen Maßnahmen durch diejenigen, die entweder öffentlich oder privat auf lokaler Ebene in allen Bereichen der ländlichen Aktivität engagiert sind, um die Ergebnisse von Experimenten in der gesamten Gemeinschaft bekannt zu machen und zur Unterstützung der ländlichen Betreiber in verschiedenen Mitgliedstaaten, die von den anderswo gemachten Erfahrungen profitieren und an einigen Projekten teilnehmen möchten.

Kurzbeschreibung

Die Initiative LEADER II wird zur Ergänzung und Stärkung der unter LEADER I (1991-1993) während des Zeitraums 1994-1999 durchgeführten Maßnahmen eingerichtet. LEADER II behandelt die andauernden Probleme, die ländliche Gebiete mit schwacher Wirtschaftsentwicklung betreffen (insbesondere im Zusammenhang mit den 1993 lancierten Reformen zur Gemeinsamen Landwirtschaftpolitik) und berücksichtigt die Reaktionen auf die Initiative LEADER im Zusammenhang mit dem Grünbuch der Kommission über Gemeinschaftsinitiativen (COM(93) 282).

Zusätzlich zur Gewährleistung der Kontinuität im Zusammenhang mit LEADER I wird die neue Initiative die folgenden Aspekte stärker herausstellen:

- Innovation als eine Antwort auf wichtige Veränderungen, die in ländlichen Bereichen stattfinden (solche Veränderungen verursachen die Erfordernis neuer Maßnahmen, Orientierung und Entwicklungsformen, die alle Betroffenen einbeziehen);

- Die Lancierung von transnationalen Kooperationsprojekten in ländlichen Bereichen;

- Den Austausch von Erfahrung und Know-How zwischen allen interessierten Parteien in der Gemeinschaft durch ein europäisches Netz für ländliche Entwicklung.

Das europäische Netz für ländliche Entwicklung bietet einen Rahmen für die Verbreitung von Information über ländliche Entwicklungspolitiken, den Erfahrungsaustausch zwischen den an ländlicher Entwicklung Beteiligten, die Verbreitung von Innovation und Know-How (vor allem zur Unterstützung der am meisten benachteiligten ländlichen Bereiche) und die Einrichtung gemeinsamer Projekte zwischen ländlichen Bereichen in verschiedenen Mitgliedstaaten. Das neue europäische Netz für ländliche Entwicklung dient diesen eher als ein Treffpunkt, als ein Ersatz für bestehende Netze. Zu seiner Unterstützung wird ein Europäisches Beobachtungszentrum für ländliche Innovation und Entwicklung eingerichtet.

Unterteilung

Vier Arten von Maßnahmen:

- Erwerb von Fähigkeiten:
Bereitstellung von Vorabinvestitionen für technische Hilfe für lokale Entwicklung mit der Absicht, einen integrierten Entwicklungsprozeß in Gebieten einzuleiten, in denen diese Praxis neu ist. Unterstützung wird auf Anfrage zur Verfügung gestellt und umfaßt:
. Analyse des lokalen Gebietes;
. Information der Öffentlichkeit über Leader;
. Technische Unterstützung für die Einrichtung von lokalen Partnerschaften;
. Technische Unterstützung für den Entwurf von lokalen integrierten Entwicklungsstrategien;
. Technische Unterstützung für potentielle Begünstigte (lokale Gruppen und andere gemeinschaftliche Behörden) bei der Suche nach Finanzierung und der Vorbereitung von Anwendungen;
- Ländliche Innovationsprogramme (lokale Gruppen und andere gemeinschaftliche Behörden):
Die Projekte müssen innovative Elemente und Bestandteile enthalten, die als ein Modell fungieren können, das im Licht der spezifischen Eigenschaften des Gebietes und des Inhalts des operationellen Programms im Unterstützungsrahmen der Gemeinschaft für das Gebiet bewertet wird. Die von den lokalen Gruppen unterbreitete Projekte müssen mehrere der unten aufgeführten Elemente umfassen. Im Falle anderer gemeinschaftlicher Behörden, kann sich das Projekt auf ein einzelnes operationelles Element beschränken:
. Technische Unterstützung für ländliche Entwicklung;
. Ausbildungs- und Einstellungshilfe;
. Ländlicher Tourismus;
. Kleine Unternehmen, Handwerksbetriebe und lokale Dienste;
. Lokale Nutzung und Absatzförderung der Landwirtschafts-, Forstwirtschafts- und Fischereiwirtschaftsprodukte;
. Bewahrung und Verbesserung der Umwelt und Lebensbedingungen;

- Transnational Kooperation:
Entwurf und Durchführung von gemeinschaftlichen Projekten auf lokaler Ebene in ländlichen Gebieten durch die Beteiligten, die mindestens zwei Mitgliedstaaten angehören. Es wird Unterstützung für die Teilnahmekosten an Aktivitäten der europäischen ländlichen Entwicklungsnetze gewährt (Identifikation potentieller Partner, Einrichtung von Kooperationsprojekten usw.). In Frage kommende Maßnahmen sind mit den oben unter der Überschrift des ländlichen Innovationsprogramms aufgeführten identisch;

- Vernetzung:
Erweiterung des bestehendes LEADER-Netzes zum Nutzen aller an ländlicher Entwicklung und der Einrichtung des "Europäischen Beobachtungszentrums für ländliche Innovation und Entwicklung" Beteiligten, deren Rolle die Bestimmung, Spezifizierung, Validation und Erleichterung des Transfers von Innovationen bestehen wird, die in ländlichen Gebieten umgesetzt werden.

Ausführung

Die Projekte im Rahmen der Initiative LEADER II werden gemeinsam von den Mitgliedstaaten und der Kommission finanziert. Die finanzielle Beteiligung der Strukturfonds an LEADER für den Zeitraum beläuft sich auf etwa 1.400 Mio. ECU basierend auf Preisen des Jahres 1994, wovon 900 Mio. ECU für Ziel 1-Regionen abgezweigt werden. Die Höhe der Gemeinschaftsbeteiligung wird in Übereinstimmung mit den Verordnungen angewandt, denen die Strukturfonds unterliegen. Maßnahmen betreffend den Erwerb von Fähigkeiten und transnationale Kooperation können im Rahmen der durch diese Verordnungen festgelegten Höchstgrenzen höhere Beiträge erhalten. Ein Indikativ Betrag von maximal 2,5% der gesamten Gemeinschaftsbeteiligung wird zur Finanzierung der Aktivitäten des neuen europäischen Netzes im Rahmen von LEADER (einschließlich des Beobachtungszentrums für Innovation und ländliche Entwicklung und zur Unterstützung der nationalen Netze) bereitgestellt.

LEADER II zielt in erster Linie auf Ziel 1 und Ziel 5(b) Regionen. Maximal 10% der Fonds, die im Rahmen von LEADER II den unter das Ziel 5(b) fallenden Regionen zugeteilt werden, können in angrenzenden ländlichen Regionen verwendet werden, die nicht über einen Ziel 1- oder 5(b)-Status verfügen. Grundsätzlich sind die Endnutzer durch LEADER I bestimmte lokale Aktionsgruppen und zweitens andere ländliche gemeinschaftliche Gremien, entweder öffentlich oder privat (zum Beispiel Kammern für Landwirtschaft, Industrie, Handel, Handwerk, Kooperativen, Unternehmensgruppen, lokale Verwaltungsgruppen, Organisationen ohne Erwerbscharakter),vorausgesetzt, daß ihre spezifischeren Aktivitäten auf einem Plan für die ländliche Entwicklung eines lokalen Gebietes beruhen.

Im Gegensatz zu LEADER I ist die zweite Phase der Initiative LEADER stark dezentralisiert, wobei die Kommission nicht länger direkt in die Auswahl von Projekten und Nutznießern eingreift. Die LEADER-Programme werden vielmehr von regionalen oder nationalen "Partnerschaften für Planung und Entscheidungsfindung" durchgeführt, die mindestens alle diejenigen umfassen, die einen Teil der Finanzierung auf einzelstaatlicher Ebene bereitstellen (staatliche, regionale oder andere gemeinschaftliche Behörden).

Die Partnerschaften sind für den Entwurf von regionalen LEADER-Programmen verantwortlich, die eine Synthese der spezifischen Aktivitäten enthalten sollten, die bereits durch potentielle lokale Nutznießer unterbreitet worden sind (lokale Gruppen oder andere gemeinschaftliche Behörden). Die regionalen Programme müssen Beispiele für die Art der durchzuführenden Maßnahmen darlegen und deren Eignung für die Ziele und die Auswahlkriterien der Initiative demonstrieren.

Die regionalen oder nationalen Programme werden der Kommission unterbreitet, die in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten den endgültigen Programminhalt vereinbart. Den regionalen oder nationalen Partnerschaften wird dann durch die Kommission ein Haushalt zugeteilt, dessen Form partnerschaftlich beschlossen wird (operationelle Programme, integrierte Globalzuschüsse in Form von jährlichen Zuteilungen oder mehrjährige Verträge im Rahmen eines nationalen Programms oder Subvention). Die Programme werden für den gesamen Zeitraum der Initiative (1994-1999) vereinbart, sie müssen jedoch eine Klausel enthalten, die eine Zwischenprüfung ermöglicht, so daß die bestmögliche Verwendung der Fonds gewährleistet wird.

Die individuelle Auswahl der Projekte und Begünstigten im Rahmen der Programme fällt zusammen mit dem finanziellen und administrativen Management der regionalen Programme unter die ausschließliche Zuständigkeit dieser Partnerschaften. Allerdings müssen bei der Durchführung der LEADER-Programme die entscheidungsberechtigten Partnerschaften den Gemeinschaftspolitiken, den auswahlkriterien für Maßnahmen im Rahmen der Strukturfonds und den erlaubten Höchstsätzen für Unterstützung entsprechen.

Zusätzlich zu den von den Partnerschaften durchgeführten andauernden Bewertungen der regionalen oder nationalen Programme werden zwei satzungsmäßige Bewertungen von LEADER II stattfinden (eine zur Mitte des Zeitraums und die andere zum ende der Initiative), um die Auswirkung der LEADER II-Maßnahmen auf nationaler und gemeinschaftlicher Ebene zu prüfen.

Bemerkungen

LEADER 2 ist durch einen auf einer Sitzung der Europäischen Kommission am 15. Juni 1994 gefaßten Beschluß in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verordnungen gegründet worden, denen die Strukturfonds unterliegen.
Datensatznummer: 480 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07