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Vorheriges Programm

REG-RECHAR 1

Programmfinanzierung

EUR 400 million

Referenz zum Amtsblatt

C 180 von 1994-07-01
Förderung der wirtschaftlichen Umstellung und der sozialen Erneuerung von Kohlerevieren, die von der rückläufigen Entwicklung dieses Bereichs erheblich betroffen sind, und dadurch Beitragen zur Verminderung von Ungleichheiten in Entwicklungs- und Lebensstandards in der Gemeinschaft.

Kurzbeschreibung

Die Initiative RECHAR II wurde gegründet, um die Fortsetzung der Tätigkeiten, die im Rahmen der ersten Phase der Initiative (1990-93) durchgeführt wurden, während des Zeitraums 1994-97 zu gewährleisten. Die RECHAR Initiative soll die wirtschaftliche Umstellung der vom Niedergang der Kohleindustrie am stärksten betroffenen Gebiete durch die Unterstützung der Entwicklung von KMU, die Finanzierung der beruflichen Ausbildung von arbeitslosen oder von Arbeitlosigkeit bedrohten Kohlearbeitern, die Verbesserung der Umgebung der von Kohlebetrieben betroffenen Gebiete, Beitragen zur Erneuerung von Infrastrukturen usw. beschleunigen.

Im Zeitraum 1990-93 betrug der Gesamtwert der im Rahmen der RECHAR Initiative unterstützten Programme 970 Millionen ECU (zu Preisen von 1992), wobei 313 Millionen ECU vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und 56 Millionen ECU vom ESF bereitgestellt wurden. Die finanzielle Unterstützung aus den Strukturfonds wurde durch einen Beitrag von der EGKS vergrößert (Umstellungsbeihilfe im Rahmen von Artikel 56 EGKS, Zinsvergütungen). Die EIB stellte auch Darlehen zur Verfügung.

Bezüglich der wirtschaftlichen Auswirkungen betreffen die meisten der RECHAR Programme in den 26 förderungswürdigen Gebieten Investitionen in Infrastruktur (56 % des Gesamtbetrags), die Förderung neuer Tätigkeiten (27 % des Gesamtbetrags) und Ausbildung und Umschulung (17 % des Gesamtbetrags). Die meisten der Infrastrukturinvestitionen bezogen sich auf die Umwelt in Gebieten, die als Folge des Niedergangs der Kohleindustrie vom Verfall betroffen waren.

Die unter RECHAR I unterstützten Aktionen sind während des Zeitraums 1994-97 weiterzuführen. Die operationellen Programme müssen jedoch der Unterstützung nichtmaterieller Investitionsprojekte größere Bedeutung beimessen, die zur Verbesserung der Integration von KMU in ihr lokales gewerbliches Umfeld, vor allem bezüglich Innovation und Technologietransfer, bestimmt sind. Auch die Verstärkung der technischen Hilfe und der Erfahrungsaustausch sind stärker zu betonen.

Probleme in bezug auf den Zechenbetrieb fallen in den Zuständigkeitsbereich der EGKS und liegen als solche außerhalb des Rahmens von RECHAR.

Unterteilung

Förderungswürdige Maßnahmen:
- Umweltverbesserungsmaßnahmen in Gebieten, die durch Kohlenzechentätigkeit erheblich beschädigt wurden, einschließlich Regenerierung von Kohlenkippen, Reinigung und Umstellung von Zechengebäuden und ihrer Umgebung, die Modernisierung derartiger Gebäude für KMU usw.;

- Sanierung und Modernisierung von sozialen und ökonomischen Infrastrukturen (Gemeindeeinrichtungen, Straßen, Wasser-und Stromversorgung) in Zechendörfern, vorausgesetzt, daß diese Elemente alle zur wirtschaftlichen Erneuerung dieser Gebiete beitragen;

- Bau neuer standardisierter gewerblicher Gebäude und Werkstätten;

- Förderung alternativer gewerblicher Tätigkeiten und vor allem die Schaffung oder Entwicklung von KMU. Die Maßnahmen können auch die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungszentren, Universitäten, Zentren für den Technologietransfer und Ausbildungszentren, das Unterstützen der Innovationsförderung im Industrie- und Dienstleistungsbereich mit Hilfe der Erfassung von auf Produkt- oder Prozeßinnovation bezogenen Informationen und ihrer Verbreitung usw. umfassen;

- Unterstützen der Förderung von Fremdenverkehrstätigkeiten, vor allem der auf das industrielle Erbe gestützten;

- Unterstützen einer vermehrten Tätigkeit von Gremien für die wirtschaftliche Umstellung und regionalen Entwicklungsteams;

- Unterstützen von Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen für jede Person, vor allem für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen und in KMU beschäftigten Personen. Unterstützt werden bestehende Berufsausbildungseinheiten sowie der Bau neuer Einrichtungen für berufliche Bildung jeder Art in Kohlegebieten;

- Zinsvergütungen für EGKS-Darlehen für Investitionen in KMU und für die Sanierung von Grundstücken zur gewerblichen Nutzung;

- Die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen ehemaligen Kohlerevieren;

- Im Rahmen von Artikel 56 des EGKS-Vertrags erhältliche Umstellungsbeihilfe;

- Jede andere Maßnahme, die zur wirtschaftlichen Umstellung des betreffenden Bereichs beiträgt und für die Darlehen von der Europäischen Investitionsbank (EIB) genehmigt werden können.

Ausführung

Im Rahmen der RECHAR II Initiative ausgewählte operationelle Programme werden gemeinsam von der Gemeinschaft und den Mitgliedstaaten finanziert. Die von der Gemeinschaft gewährte Interventionshilfe nimmt die Form von Darlehen oder Subventionen, die durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Europäischen Sozialfonds (ESF), die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und die Europäische Investitionsbank (EIB) gefördert werden können. Der Gesamtbeitrag von dem EFRE und dem ESF für förderungswürdige RECHAR-Vorhaben im Zeitraum 1994-97 wird auf 400 Millionen ECU geschätzt.

Nach Konsultationen mit den betroffenen Mitgliedstaaten wird die Kommission eine überarbeitete Liste der im Rahmen von RECHAR II für Beihilfe in Betracht kommenden Kohlereviere im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlichen. Die unter RECHAR I förderungswürdigen Gebiete (Amtsblatt Nr. C 177 vom 18. Juli 1990) können im Zeitraum von 1994 bis 1997 weiterhin unterstützt werden, vorausgesetzt, daß sie noch für den Ziel-1-, -2- oder -5(b)-Status in Betracht kommen. Die Mitgliedstaaten können auch andere Gebiete vorschlagen, die den Kriterien der Förderungswürdigkeit des Ziel-Status entsprechen und die Bedingungen einer Mindestzahl von Arbeitsplatzverlusten im Kohlebereich seit dem Bezugsdatum von 1990 erfüllen.

Darüber hinaus können Mitgliedstaaten eine begrenzte Anzahl anderer Gebiete als förderungswürdig vorschlagen, die den vorgeschriebenen Kriterien und Schwellenwerten nicht entsprechen, sofern das betreffende Gebiet eine hohe Abhängigkeit von der Kohleindustrie aufweist und von anderen Problemen, wie hoher Arbeitslosigkeit, Umweltdegradierung, Isolation und Randlage, betroffen ist.

Mitgliedstaaten, die in Betracht kommende Kohlegebiete in der von der Kommission veröffentlichten Liste haben, können der Kommission Vorschläge für operationelle Programme oder globale Zuschüsse oder Änderungen für ein bestehendes operationelles Programm, das im Rahmen von RECHAR I unterstützt wird, oder für eine Entscheidung in Anwendung eines gemeinschaftlichen Förderkonzepts unterbreiten.

Die Vorschläge der Mitgliedstaaten müssen eine Einschätzung der Lage unter Angabe der zu verwirklichenden Ziele enthalten und einen Zeitplan, Kriterien und Verfahren für Durchführung, Begleitung und Bewertung beinhalten. Während und am Ende der Planungsphase wird die Kommission in Partnerschaft mit den betroffenen Mitgliedstaaten die Ergebnisse der eingereichten Programme auswerten. Das Europäische Parlament, der Verwaltungsausschuß für Gemeinschaftsinitiativen und die Begleitausschüsse werden über die Ergebnisse derartiger Auswertungen und die im Anschluß an sie getroffenen Maßnahmen informiert werden.

Die Kommission wird die Zusammenarbeit zwischen den Begünstigten sowohl innerhalb der Mitgliedstaaten als auch zwischen ihnen fördern, um den Erfahrungsaustausch, die Verbreitung der besten Methoden, gemeinsame Aktionen und vergleichende Bewertungen zu fördern.

Bemerkungen

RECHAR 2 wurde durch einen Beschluß der Europäischen Kommission auf ihrer Tagung am 15. Juni 1995 in Übereinstimmung mit den Bedingungen der die Strukturfonds regelnden Verordnungen eingerichtet.
Datensatznummer: 481 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07