Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

HS-EURCAN 1C

Nachfolgeprogramm

HS-EURCAN 3C

Programmfinanzierung

EUR 55 million

Referenz zum Amtsblatt

L 137 von 1990-05-30

Rechtsrahmen

90/238/EEC von 1990-05-17
Zur Vertiefung des Wissens über die Ursachen für Krebs und die Möglichkeiten zu seiner Verhütung und Behandlung.

Kurzbeschreibung

Der Rat und die im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten haben auf einer Tagung am 7. Juli 1986 eine Entschließung über ein Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften gegen den Krebs (1987-1989) angenommen, das vor allem auf die Krebsverhütung ausgerichtet ist. Der Zweck des derzeitigen Aktionsprogramms für die Zeit von 1990-1994 ist die Fortsetzung und Stärkung der Aktionen, die in der ersten Phase des Programms "Europa gegen den Krebs" im Bereich der Vorbeugung, Aufklärung und Gesundheitserziehung sowie der Ausbildung des Gesundheitspersonals durchgeführt wurden.

Letztendlich sind die Mitgliedstaaten für die Durchführung der öffentlichen Gesundheitspolitik verantwortlich. Die Aufgabe der Gemeinschaft im Kampf gegen den Krebs ist daher die Koordinierung und die Förderung der Kooperation zwischen den Aktivitäten der Mitgliedstaaten in diesem Bereich. (Die Aufgaben der Gemeinschaft im Bereich der öffentlichen Gesundheit sind seitdem - laut Artikel 139 des Vertrags über die Europäische Union - erweitert worden).

Der Aktionsplan ergänzt andere Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Krebsverhütung. Im Rahmen der Verträge zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) werden verschiedene Maßnahmen zur Verhütung von Krebs durchgeführt, der durch die Exposition gegenüber ionisierenden Strahlen und chemischen Karzinogenen verursacht wird. Darüber hinaus beinhalten eine Reihe anderer Programme in bezug auf Umwelt, Schutz der Arbeitnehmer, Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft und Binnenmarkt ebenfalls Maßnahmen zur Verringerung des Krebsrisikos aufgrund einer Exposition gegenüber Karzinogenen.

Unterteilung

Durchzuführende Maßnahmen:

- Krebsverhütung:
ergänzend zu den laufenden gesetzgebenden Maßnahmen:
. Verhinderung des Tabakkonsums (Förderung von Projekten von europäischem Interesse betreffend die Verhütung einer Nikotinabhängigkeit; Förderung von Pilotprojekten zur Unterweisung in Raucherentwöhnungsmethoden für Gesundheitspersonal und Lehrer; Förderung innovativer Kampagnen, um in der breiten Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz das Rauchen zu verhindern; Finanzierung von Studien über Möglichkeiten einer Umstellung des Tabakanbaus);
. Ernährung und Krebs, einschließlich Alkohol (Anregung von Studien über Ernährungsgewohnheiten und Krebs in enger Abstimmungen mit dem Forschungsprogramm der Gemeinschaft für Biomedizin und Gesundheit, das durch das Dritte Rahmenprogramm abgedeckt wird [Metaanalysen, Fallstudien, Prospektivstudien, Interventionsstudien über krebshemmende Substanzen]; Ausarbeitung und Verbreitung von Ernährungsempfehlungen zur Verbesserung der Krebsverhütung);
. Kampf gegen krebserregende Stoffe (Fortsetzung sämtlicher Gemeinschaftsaktionen betreffend den Schutz gegen ionisierende Strahlung; Unterstützung von vergleichenden Studien von europäischem Interesse zur Verbesserung des Schutzes gegen ultraviolette Strahlung; Unterstützung der europäischen Studien über mögliche krebserregende Wirkungen bestimmter chemischer Stoffe; Fortsetzung der Einstufung und Kennzeichnung krebserregender Stoffe auf europäischer Ebene und der Aufklärungskampagne mittels einschlägiger jährlicher Veröffentlichungen);
. systematische Vorsorgeuntersuchungen und Frühdiagnose (vergleichende Studien zur Verbesserung der Organisation der Programme zur Krebsvorsorge; Ausbau und Überwachung des europäischen Netzes von Vorsorgepilotprogrammen für Brustkrebs; Bewertung der bestehenden Vorsorgeprogramme für Gebärmutterhalskrebs und Einrichtung eines europäischen Netzes von Pilotprogrammen auf regionaler oder lokaler Ebene; Fortführung der Bewertungsstudien der Vorsorgeprogramme für Kolorektalkrebs und möglicherweise Einrichtung eines europäischen Netzes; Förderung von Studien von europäischem Interesse über die Wirksamkeit und Durchführbarkeit der Früherkennung anderer Krebsarten; Förderung und Unterstützung der Vorsorgeprogramme in enger Abstimmung mit dem AIM-und dem RACE-Programm, wenn die Voruntersuchungen positive Ergebnisse erbracht haben);
. Krebsregister und ähnliche Aktionen (Unterstützung des Erfahrungsaustausches bei der Einrichtung von Krebsregistern in der Europäischen Gemeinschaft und des Aufbaus eines europäischen Netzes in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Krebsforschungszentrum und in enger Abstimmung mit dem AIM- und RACE-Programm);
. sonstige Aspekte (Bewertung der Funktionsweise der verschiedenen Knochenmarksbanken; Durchführbarkeitsstudie über die Zusammenarbeit zwischen diesen Banken; Austausch von Erfahrungen mit der Kontrolle der der Behandlungsqualität; Ausarbeitung und ständige Aktualisierung einer Liste der von der internationalen Wissenschaft anerkannten Behandlungen);

-Aufklärung und Gesundheitserziehung:
. Aufklärung der Öffentlichkeit (einschließlich etwaige Aktualisierung des Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung; Produktion von europäischen Informationsmodulen; Unterstützung neuartiger Aufklärungsaktionen zur Krebsverhütung bei Zielgruppen);
. Gesundheitserziehung und Krebs (einschließlich Unterstützung der Aufklärung von Lehrern über den Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung; Verteilung von europäischen Lehrmaterialen zur Gesundheitserziehung);

- Ausbildung des Gesundheitspersonals:
. Unterstützung der Veranstaltung nationaler oder regionaler Konferenzen zur Verbreitung der Europäischen Empfehlungen von 1989 über den Abschnitt "Krebs" in den Programmen für die Grundausbildung des Gesundheitspersonals;
. Hilfe bei der Einrichtung von drei europäischen Pilotnetzen von medizinischen Fakultäten, Krankenpflegeschulen und Schulen für die zahnärztliche Ausbildung zur Umsetzung der krebsspezifischen Ausbildung;
. Förderung von Ausbildungsprojekten auf dem Gebiet der Karzinologie;
. Unterstützung der Mobilität des Gesundheitspersonals zwischen Mitgliedstaaten;
. Sammlung und Austausch von Lehrmaterial von europäischem Interesse für die Ausbildung des Gesundheitspersonals;
. Erfahrungsaustausch und Unterstützung der Veranstaltung europäischer Seminare über die Fortbildung des Gesundheitspersonals;
. Erfahrungsaustausch zwischen Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der Schmerzbehandlung, Palliativmedizin und Nachsorge sowie über die Rolle des Gesundheitspersonals;

- Forschung und Krebs:
Beitrag zur Vorbereitung eines Fünften europäischen Programms zur Koordinierung der Forschung in Medizin und Gesundheitswesen und eines sechsten medizinischen Programms der EGKS.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Aktionsplans in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten verantwortlich und wird dabei von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Aufgabe des beratenden Ausschusses ist die Prüfung von Projekten und Maßnahmen, die mit öffentlichen Mitteln kofinanziert werden, und die nationale Koordinierung der zum Teil von Nichtregierungsorganisationen finanzierten Vorhaben.

Die Kommission ist verpflichtet, den Ausschuß hochrangiger Krebsforscher sowie die auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung tätigen privaten Organisationen eng an der Durchführung des Aktionsplans zu beteiligen. Die Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation und dem Internationalen Krebsforschungszentrum wird ebenfalls gefördert, während die Kommission im Zusammenhang mit den Aktivitäten des Aktionsplans für die Förderung jeder Art von Austausch mit Drittländern verantwortlich ist.

Die Kommission wird die Aktivitäten des Aktionsplans kontinuierlich bewerten und regelmäßig technische Informationen über den Fortschritt des Aktionsplans und über die Möglichkeiten einer Gemeinschaftsfinanzierung in den verschiedenen Aktionsbereichen veröffentlichen. Die Kommission ist dafür verantwortlich, daß das Europäische Parlament, der Rat und der Wirtschafts- und Sozialausschuß über die Fortschritte bei der Durchführung des Aktionsplans ständig auf dem laufenden gehalten werden.

1992 hatte die Kommission einen Bericht über die Fortschritte bei der Durchführung des Aktionsplans vorgelegt. Dieser Bericht wurde vom Rat und den Gesundheitsministern dazu verwendet, die Effektivität der im Rahmen des Aktionsplans durchgeführten Aktivitäten einer wissenschaftlichen Bewertung zu unterziehen (KOM(93) 148). Auf der Grundlage dieser Bewertung hat der Rat am 27. Mai 1993 beschlossen, den Haushalt des Aktionsplans für den Vierjahreszeitraum von 50 Mio. ECU auf 55 Mio. ECU zu erhöhen.
Datensatznummer: 482 / Zuletzt geändert am: 1995-01-16