Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nachfolgeprogramm

SOC-EQUAL

Programmfinanzierung

EUR 1 835 million

Referenz zum Amtsblatt

C 180 von 1994-07-01
Mitwirkung an der Entwicklung der Humanressourcen und der Verbesserung der Funktionsweise des Arbeitsmarktes zur Förderung des Beschäftigungswachstums, der sozialen Solidarität in der Europäischen Union und der Chancengleichheit für Frauen auf dem Arbeitsmarkt.

Kurzbeschreibung

Die "Beschäftigung"-Initiative basiert auf einem integrierten Ansatz, der verschiedene Maßnahmen für Zielgruppen mit besonderen Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt miteinander vereint. Die Initiative beinhaltet vier Teilbereiche: Förderung gleicher Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen (aufbauend auf dem Erfolg des NOW-Programms), Verbesserung der Beschäftigungsaussichten für Behinderte und benachteiligte Gruppen (aufbauend auf dem HORZION-Programm), Erleichterung der Eingliederung arbeitsloser Jugendlicher (zur Unterstützung der Einführung des gemeinschaftsweiten YOUTHSTART-Programms, ähnlich dem in Kapitel 8 des Weißbuches über Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit vorgeschlagenen Programm) und Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Beschäftigungsaussichten für gefährdete Gruppen (INTEGRA).

Die Aktion INTEGRA (1996-1999) war von der Kommission nach ihrer Sitzung am 8. Mai 1996 beschlossen worden. Die abgeänderten Richtlinien für die gesamte "Beschäftigung"-Initiative wurden im Anschluß daran veröffentlicht (Amtsblatt Nr. C 200 vom 10.7.1996).

Die im Rahmen der "Beschäftigung"-Initiative durchgeführten Aktivitäten sollen die Maßnahmen der Mitgliedstaaten und andere Aktivitäten des Europäischen Sozialfonds ergänzen und unterstützen. Die Initiative dient als Katalysator für gemeinschaftsweite Innovationen sowie für den organisierten Wissenstransfer und die Verbreitung bewährter Praktiken in den Mitgliedstaaten. Um einen deutlichen Mehrwert für die Gemeinschaft zu erzielen, sollten die von der Initiative "Beschäftigung" finanzierten Aktivitäten eine allgemeine transnationale Dimension aufweisen, auf einem "Bottom-up"-Ansatz basieren und zur Stärkung anderer Gemeinschaftspolitiken und -programme beitragen.

In den vier Aktionsbereichen sind die folgenden allgemeinen Kategorien zu berücksichtigen:

- Systemorientierte Maßnahmen, mit deren Hilfe Änderungen bei der Organisaton von Ausbildungsaktivitäten, Arbeitsverwaltungen und die Förderung der Arbeitsbeschaffung in die Wege geleitet und durchgeführt werden sollen;

- Ausbildungsmaßnahmen in bezug auf Bereitstellung und Inhalt von Ausbildungs-, Orientierungs-, Vermittlungs- und Beratungsdiensten, die als Teil einer allgemeinen Strategie zur Veränderung der Funktionsweise des Arbeitsmarktes eingeführt oder entwickelt werden;

- Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mit Schwerpunkt auf innovativen Strategien für die Entwicklung neuer Unternehmen, die Erweiterung der bestehenden Beschäftigungsmöglichkeiten und den effektiveren Einsatz von Beschäftigungshilfen. Besondere Betonung liegt hierbei auf Wachstumssektoren, in denen neue Beschäftigungsmöglichkeiten am wahrscheinlichsten sind, und auf den im Weißbuch der Kommission beschriebenen neuen Ansätzen bei der Arbeitsorganisation;

- Informations-/Kommunikationsmaßnahmen zur Verbreitung von Informationen auf dem gesamten Arbeitsmarkt, um das Bewußtsein für die Notwendigkeit des Wandels zu stärken und die Akzeptanz neuer Initiativen und Praktiken zu fördern.

Bei allen im Rahmen der "Beschäftigung"-Initiative förderungswürdigen Aktivitäten liegt die Betonung auf der transnationalen Kooperation.

Unterteilung

Vier Aktionsbereiche:

- "Beschäftigung - NOW" (Chancengleichheit für Frauen):
Dieser Aktionsbereich will die Arbeitslosigkeit der Frauen verringern und die Situation von erwerbstätigen Frauen durch die Förderung gleicher Beschäftigungsmöglichkeiten verbessern. Eine starke Betonung liegt auf der transnationalen Dimension. Zu den förderungswürdigen Maßnahmen gehören:
. Entwicklung geeigneter Ausbildungs-, Orientierungs-, Beratungs- und Beschäftigungssysteme;
. Ausbildung (besonders berücksichtigt werden sollten neue Arbeitsanforderungen, neue Qualifikationen und Fertigkeiten vor allem im Bereich FTE und innovative Technologien);
. Arbeitsbeschaffung und Unterstützung bei der Gründung von Kleinbetrieben und Genossenschaften durch Frauen;
. Informationsverbreitung und Sensibilisierungsmaßnahmen;

- "Beschäftigung - HORIZON" (Verbesserung der Beschäftigungsaussichten für Behinderte und andere benachteiligte Gruppen):
Dieser Aktionsbereich soll Maßnahmen fördern, durch die Behinderten oder benachteiligten Gruppen (ethnische Minderheiten, Wanderarbeiter, Flüchtlinge usw.), die vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt sind oder von einer Ausgrenzung bedroht sind, der Zugang zur Beschäftigung - unter besonderer Berücksichtigung der transnationalen Dimension - erleichtert werden soll. Vorrang im Rahmen dieses Aktionsbereich haben Aktionen zugunsten von Behinderten. Die folgenden Maßnahmen sind förderungswürdig:
. Entwicklung geeigneter Ausbildungs-, Orientierungs-, Beratungs- und Beschäftigungssysteme;
. Ausbildung (besonders berücksichtigt werden sollten neue Arbeitsanforderungen, neue Qualifikationen und Fertigkeiten vor allem im Bereich FTE und innovative Technologien);
. Arbeitsbeschaffung und Unterstützung bei der Gründung von Unternehmen und Genossenschaften sowie der Einrichtung von öffentlich-privaten Partnerschaften;
. Informationsverbreitung und Sensibilisierungsmaßnahmen;

- "Beschäftigung - YOUTHSTART" (Erleichterung der Eingliederung der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt):
Dieser Aktionsbereich dient der Verhinderung der Jugendarbeitslosigkeit insbesondere unter Jugendlichen ohne grundlegende Qualifikationen, die dem Risiko einer lebenslangen Arbeitslosigkeit ausgesetzt sind. Um die Probleme dieser Jugendlichen effektiver lösen zu können, soll mit diesem Aktionsbereich allen Jugendlichen unter 20 Jahren der Zugang zu einer Beschäftigung oder einer anerkannten allgemeinen oder beruflichen Ausbildung erleichtert werden. Besonders berücksichtigt wird die transnationale Zusammenarbeit. Förderungswürdige Bereiche sind:
. Entwicklung geeigneter Ausbildungs-, Orientierungs-, Beratungs- und Beschäftigungssysteme je nach Bedarf im öffentlichen oder privaten Sektor. Diese Maßnahmen sollen andere einschlägige Maßnahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) und die des Berufsausbildungsprogramms LEONARDO DA VINCI ergänzen;
. Berufsbildung und Arbeitsvermittlung hauptsächlich durch Nutzung von Pilotmaßnahmen und Erfahrungen aus einschlägigen Gemeinschaftsprogrammen insbesondere im Rahmen des vorgeschlagenen LEONARDO-Programms;
. Förderung der Schaffung von Arbeitsplätzen;
. Informationsverbreitung und Sensibilisierungsmaßnahmen;

- "Beschäftigung - INTEGRA" (Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Beschäftigungsmöglichkeiten für gefährdete Gruppen):
Die Maßnahmen dieses Aktionsbereichs richten sich an gefährdete Gruppen, die auf dem Arbeitsmarkt aufgrund mangelnder Bildung, Ausbildung oder ausreichender Berufserfahrung stark benachteiligt sind und die für eine wirksame soziale und wirtschaftliche Eingliederung bzw. Wiedereingliederung in hohem Maße unterstützt werden müssen. Es werden vier allgemeine Arten von Maßnahmen unterstützt:
. Entwicklung geeigneter Modelle, insbesondere im Wege transnationaler Kooperation, zur Verbesserung des Zugangs und der Qualität des Angebots der gesamten Bandbreite öffentlicher Dienstleistungen für gefährdete Gruppen und benachteiligte Personen und zur Entwicklung von lokalen Kapazitäten und gemeinschaftsbasierten Ansätzen für die Qualifizierung und umfassende Integration dieser Zielgruppen;
. Ausbildungsangebote, insbesondere im Rahmen transnationaler Kooperation;
. Arbeitsplatzbeschaffung und Unterstützung bei der Gründung von Unternehmen, Genossenschaften und öffentlich-privaten Partnerschaften insbesondere auf transnationaler Basis;
. Informationsverbreitung und Sensibilisierungsmaßnahmen.

Ausführung

Die Aktionen der "Beschäftigung"-Initiative werden gemeinsam von den Mitgliedstaaten, der Gemeinschaft und den Unternehmen und gegebenenfalls von anderen Organen finanziert. Wenn sich Angestellte der Unternehmen an den verschiedenen Aktionen der Initiative beteiligen, wird das betroffene Unternehmen einen entsprechenden Teil der Teilnahmekosten übernehmen.

Die Initiative gilt für das gesamte Gebiet der Union. Besonders berücksichtigt werden jedoch die Erfordernisse der weniger begünstigten Regionen. Eine Reihe von Maßnahmen gilt daher nur für prioritäre Regionen (Ziel 1, 2, 5b und 6).

Die Mitgliedstaaten werden gebeten, Vorschläge für eine Unterstützung im Rahmen der Initiative in Form von operationellen Programmen oder Globalzuschüssen vorzulegen. Gemäß der Vorschriften der Strukturfonds müssen diese Vorschläge eine allgemeine Beurteilung der Situation unter Angabe der zu erreichenden Ziele und einen Zeitplan sowie Kriterien und Verfahren für die Durchführung, Überwachung und Bewertung enthalten. Die Vorschläge der Mitgliedstaaten werden von der Kommission genehmigt.

Der Beitrag der Gemeinschaft zu ausgewählten Vorschlägen erfolgt in Form von Zuschüssen, die aus einem Haushalt in Höhe von 1,835 Milliarden ECU finanziert werden und wovon 900 Millionen ECU den Ziel-1- und Ziel-6-Regionen zugewiesen werden. Der Haushalt wird wie folgt auf die vier Aktionsbereiche verteilt: "Beschäftigung - NOW" 496 Millionen ECU; "Beschäftigung - HORIZON" 513 Millionen ECU; "Employment - YOUTHSTART" 441 Millionen ECU; "Beschäftigung - INTEGRA" 385 Millionen ECU.

Die Aufteilung der Mittel zwischen den Mitgliedstaaten im Rahmen dieser Initiative richtet sich nach der relativen Schwere der strukturellen Probleme, wobei insbesondere die jeweiligen Arbeitslosenzahlen berücksichtigt werden, sowie nach der Qualität der eingereichten Vorschläge für operationelle Programme oder Globalzuschüsse. Zur Förderung transnationaler operationeller Programme können zwei oder mehr Mitgliedstaaten auf eigene Initiative oder auf Aufforderung der Kommission einen einzigen gemeinsamen Antrag auf Unterstützung einreichen.

Auf Initiative der einzelnen Mitgliedstaaten oder der Kommission kann sowohl bei der Ausarbeitung von Vorschlägen als auch der nachfolgenden Durchführung eine technische Unterstützung gewährt werden. Diese Unterstützung umfaßt die Verbreitung von Informationen und sonstige Sensibilisierungsmaßnahmen, die Bereitstellung von Beratungs- und Sachverständigendiensten, die Schaffung oder Entwicklung gemeinschaftsweiter Netze zur Erleichterung von Innovationen und transnationaler Kooperation, die Entwicklung und gemeinsame Nutzung von Datenbanken für Ausbildungsfragen und Arbeitsverwaltungen sowie sonstige Aspekte der Arbeitsmarktorganisation usw.

In jedem Mitgliedstaat übernimmt ein Begleitausschuß die Verantwortung für die Durchführung der Initiative. Im Verlauf und am Ende der Planungsphase wird die Kommission in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten die Ergebnisse der eingereichten Programme auswerten. Die Kommission wird die von den Mitgliedstaaten in ihren Vorschlägen angegebenen Ziele als Maßstab für die Bewertung des Fortschritts zugrunde legen. Das Europäische Parlament, der Lenkungsausschuß für Gemeinschaftsinitiativen und die einzelstaatlichen Begleitausschüsse werden über die Ergebnisse dieser Bewertungen und die entsprechenden Folgemaßnahmen informiert.

Bemerkungen

Die Initiative "Beschäftigung" wurde aufgrund einer Entscheidung der Europäischen Kommission am 15. Juni 1994 und gemäß den Vorschriften der Strukturfonds eingerichtet.
Datensatznummer: 484 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07