Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

  • Europäische Kommission
  • CORDIS
  • Programme
  • Gemeinschaftsinitiative für die Anpassung der Arbeitnehmer an den industriellen Wandel (ADAPT) zur Förderung der Beschäftigung und der Anpassung der Arbeitnehmer an den industriellen Wandel, 1994-1999.

Nachfolgeprogramm

SOC-EQUAL

Programmfinanzierung

EUR 1 792 million

Referenz zum Amtsblatt

C 180 von 1994-07-01
Beitrag zur Anpassung der Arbeitnehmer an den industriellen Wandel und zur Verbesserung der Funktionsweise des Arbeitsmarktes mit Blick auf die Förderung des Wachstums, der Beschäftigung und der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Europäischen Union.

Kurzbeschreibung

Die ADAPT-Initiative zielt auf die Durchführung eines bedeutenden transnationalen Aktionsprogramms in Verbindung mit dem neuen Ziel 4 der Strukturfonds und umfaßt Maßnahmen, die die Mitgliedstaaten dazu anregen sollen, die in dem Weißbuch über Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit vorgeschriebenen Reformen zur Anpassung der Arbeitnehmer an den wirtschaftlichen und technologischen Wandel durchzuführen.

Die ADAPT-Initiative beinhaltet vier voneinander abhängige Ziele, die über die Maßnahmen der Mitgliedstaaten und die anderen vom Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierten Aktivitäten hinausgehen:

- Unterstützung insbesondere der infolge des industriellen Wandels von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeitnehmer bei der Anpassung an den immer zügiger voranschreitenden Wandel im Bereich der Arbeitsorganisation und -struktur;

- Unterstützung der Unternehmen zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit insbesondere durch die Förderung der Anpassung im organisatorischen BereichAnpassung und der immateriellen Investitionen;

- Vermeidung von Arbeitslosigkeit durch Verbesserung der Qualifikationen der Arbeitnehmer;

- Erleichterung der Schaffung neuer Arbeitsplätze und Aktivitäten. Zu Beginn hatte die ADAPT-Initiative drei Hauptprioritäten mit folgenden Schwerpunktbereichen:

- Erleichterung der Anpassung gefährdeter Arbeitnehmer durch eine berufliche Aus- und Weiterbildung, Orientierung und Beratung, insbesondere für Arbeitnehmer, für die sich neue berufliche Anforderungen ergeben;

- Förderung der Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen Forschungszentren, Unternehmen, Ausbildungseinrichtungen und öffentlichen Behörden;

- Entwicklung von Netzen und der Zusammenarbeit zwischen Erzeugern, Lieferfirmen und Kunden zur Förderung des Transfers von einschlägigem Know-how und bewährter Verfahrensweisen und zur Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten in Unternehmen, insbesondere was die Bedürfnisse der KMU betrifft.

Auf ihrer Sitzung am 8. Mai 1996 beschloß die Kommission, einen weiteren prioritären Bereich einzuführen, der zur Entwicklung einer proaktiven Sozialpolitik für die aufkommende europäische Informationsgesellschaft beitragen sollte (Amtsblatt Nr. C 200 vom 10.7.1996). Dieses neue Aktionsprogramm mit dem Namen ADAPT-bis hat die folgenden Ziele:

- Auswertung und Vorhersage von Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt im Zusammenhang mit der aufkommenden Informationsgesellschaft;
- Entwicklung aktiver Strategien zur Unterstützung der Arbeitnehmer bei der Anpassung an die neuen Anforderungen der Informationsgesellschaft und zur Förderung der Anpassung von IT-Produkten an den Bedarf der Gesellschaft;
- Entwicklung und Erprobung von Maßnahmen und Programmen zur Unterstützung der Anpassung der Arbeitsorganisation und Beschäftigungspraktiken an die Informationsgesellschaft und zur Auffindung von Möglichkeiten zur Verbesserung der Qualität des Erwerbslebens und der Leistungsfähigkeit von Unternehmen.

Die Aktivitäten der ADAPT-Initiative werden in der gesamten Gemeinschaft durchgeführt. Sie werden die gegenseitige Beeinflussung bei Unternehmenstrategien, Forschung und Entwicklung und dem Ausbildungsangebot in allen Mitgliedstaaten in einer Vielzahl von Industrien und Dienstleistungsbereichen erleichtern. Im Mittelpunkt der Bemühungen stehen die Entwicklung und Durchführung angemessener Ausbildungsprogramme, die Ermittlung und Förderung neuer Fertigkeiten und Qualifikationen, die Anhebung des bestehenden Qualifikationsniveaus und die Verbesserung der Kapazität der Arbeitnehmer zur Aneignung neuer Fähigkeiten, die Entwicklung und Unterstützung innovativer Ansätze bei der Vernetzung von Unternehmen und die Förderung der Verbreitung von F&E-Ergebnissen.

Die Kommission wird sich in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten um eine Komplementarität der Maßnahmen bemühen, die im Rahmen der ADAPT-Initiative, der Initiative zur Beschäftigung und Entwicklung der Humanressourcen und der Initiative für KMU durchgeführt werden sowie der Maßnahmen, die von anderen Gemeinschaftsprogrammen, insbesondere im Bereich der Berufsbildung und Chancengleichheit für Frauen, unterstützt werden.

Unterteilung

Förderfähige Maßnahmen:

- Vermittlung von Ausbildung, Orientierung und Beratung einschließlich:
. Unterstützung in Form von Fachwissen für Unternehmensgruppen, damit diese die Auswirkungen von Veränderungen im industriellen Umfeld besser bestimmen und Unternehmenspläne ausarbeiten sowie die entsprechenden Ausbildungspläne und -aktionen durchführen können;
. Unterstützung bei der Entwicklung und Bereitstellung von Ausbildungsplänen im Zusammenhang mit neuen Qualifikationen und Fähigkeiten der Arbeitskräfte in den betreffenden Firmen, die aufgrund des Wandels bei Produktionssystemen erforderlich werden, durch die Erweiterung der Zusammenarbeit zwischen Ausbildungseinrichtungen, Forschungszentren und Agenturen für Wirtschaftsförderung;
. Einrichtung und Bereitstellung von Orientierungs- und Beratungssystemen für Arbeitnehmer, die in verschiedenen Wirtschaftsbereichen vom industriellen Wandel betroffen sind;
. Unterstützung von KMU bei der Einrichtung und Durchführung interner und externer Weiterbildungsprogramme;
. Ausbildungsmaßnahmen mit dem Ziel, Unternehmer und Führungskräfte besser in die Lage zu versetzen, sich dem Wandel anzupassen und die entsprechenden Unternehmenspläne aufzustellen; hierbei ist besonders die Verbesserung der Managementqualität in KMU zu berücksichtigen;

- Prognosen, Förderung der Vernetzung und neue Beschäftigungsmöglichkeiten einschließlich:
. Schaffung und Entwicklung - auf europäischer Ebene - von sektoralen und regionalen Netzwerken zur Analyse von Trends in den Bereichen Märkte, Produktionssysteme, Unternehmensorganisation, Arbeitsbeziehungen, Beschäftigung und entsprechende Qualifikationen sowie unterstützende Strukturen für die lokale Entwicklung und Dienstleistungen für Unternehmen;
. Förderung der Zusammenarbeit und Ausbildung in neuen Bereichen der wirtschaftlichen Tätigkeit;
. Unterstützung von lokalen Beschäftigungsförderungsinitiativen;

- Anpassung der unterstützenden Strukturen und Systeme einschließlich:
. Förderung von Zusammenarbeit und Austausch zwischen Unternehmen und Forschungszentren auf dem Gebiet des Technologietransfers zugunsten der lokalen Arbeitsmärkte und der am stärksten vom Wandel bei Beschäftigung und Ausbildung betroffenen Wirtschaftsbereiche, zugunsten der Unternehmen und Berufsbildungseinrichtungen;
. Unterstützung bei der Aufstellung spezieller Pläne für die Ausbildung von Ausbildern zur Anpassung der Arbeitnehmer an den industriellen Wandel und den Wandel bei den Produktionssystemen, wie für diese Initiative beschrieben;
. Unterstützung von Aktionen zur Förderung der regionalen, interregionalen und transnationalen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen;

- Informations-, Verbreitungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen einschließlich:
. Einrichtung von Datenbanken über Beschäftigung- und Ausbildungsmaßnahmen zur Anpassung der Arbeitnehmer an den Wandel sowie Vernetzung mit den Datenbanken über die Weiterbildung;
. Förderung der Verbreitung modellhafter Vorgehensweisen und Erfahrungsaustausch auf der Grundlage eines interregionalen und transnationalen Ansatzes, der die Anwendung geeigneter Ausbildungspläne fördert und die Multiplikatorwirkung verstärken soll;
. Studien im Zusammenhang mit dem industriellen Wandel, unter besonderer Berücksichtigung von Management, Organisation, technologischer Innovation, Kommunikations- und Informationssystemen und Ausbildungsaktivitäten;
. Sensibilisierungsmaßnahmen für die verschiedenen Wirtschaftsbereiche, Ausbildungseinrichtungen und Arbeitsverwaltungen, Forschungsinstitute, Industrie- und Handelskammern, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen sowie für staatliche Stellen und sonstige relevante Akteure, insbesondere durch spezielle Austauschseminare und die Veröffentlichung modellhafter Vorgehensweisen; Unterstützung von Informationsdiensten und unterstützenden Strukturen, wie beispielsweise Netzwerke für die Verbreitung der einschlägigen Information.

Ausführung

Die Aktionen der ADAPT-Initiative werden gemeinsam von den Mitgliedstaaten, der Gemeinschaft und gegebenenfalls von den Unternehmen oder sonstigen Einrichtungen finanziert. Werden Arbeitnehmer eines Unternehmens an den verschiedenen Operationen beteiligt, finanziert das jeweilige Unternehmen einen angemessenen Teil der Kosten.

Die Mitgliedstaaten werden gebeten, Vorschläge für eine Unterstützung im Rahmen der Initiative in Form von operationellen Programmen oder Globalzuschüssen bis zum 1. November 1994 bei der Kommission einzureichen. Entsprechend den Vorschriften der Strukturfonds müssen diese Vorschläge eine allgemeine Beurteilung der Situation unter Angabe der zu erreichenden Ziele beinhalten und einen Zeitplan sowie Kriterien und Verfahren für die Durchführung, Überwachung und Bewertung der Maßnahmen enthalten. Die Vorschläge der Mitgliedstaaten werden von der Kommission genehmigt.

Der Inhalt der operationellen Programme oder Globalzuschüsse wird voraussichtlich einen beträchtlichen Mehrwert für die Gemeinschaft erzielen. Dies wird durch die Betonung der transnationalen Zusammenarbeit, der Innovation, eines "Bottom-up"-Ansatzes und die Stärkung der Gemeinschaftspolitiken und -programme erreicht. Zur Unterstützung dieses Ansatzes wird die technische Unterstützung auf gemeinschaftlicher, nationaler und dezentralisierter Ebene gestärkt, um öffentlichen Behörden, privaten Institutionen und anderen Interessengruppen bei der Formulierung und anschließenden Durchführung von Programmen behilflich zu sein. Die technische Unterstützung kann unterschiedliche Formen annehmen und umfaßt unter anderem die Verbreitung von Informationen und sonstige Sensibilisierungsmaßnahmen, Schaffung oder Weiterentwicklung gemeinschaftsweiter Netze zur Erleichterung von Innovation und transnationaler Zusammenarbeit, die Bereitstellung von Beratungs- und Sachverständigendiensten usw.

Die finanzielle Beihilfe der Gemeinschaft zu ausgewählten Vorschlägen erfolgt in Form von Zuschüssen aus einem Haushalt in Höhe von 1,792 Milliarden ECU. Die Initiative gilt für das gesamte Hoheitsgebiet der Europäischen Union. Besonders berücksichtigt werden jedoch benachteiligte Regionen gemäß den Zielen der wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion. Die Aufteilung der Mittel zwischen den Mitgliedstaaten im Rahmen dieser Initiative richtet sich nach der relativen Schwere der strukturellen Probleme, wobei insbesondere Arbeitslosenzahlen berücksichtigt werden, sowie nach der Qualität der eingereichten Vorschläge für operationelle Programme oder Globalzuschüsse.

In jedem Mitgliedstaat übernimmt ein Begleitausschuß die Verantwortung für die Durchführung der Initiative. Im Verlauf und am Ende der Planungsphase wird die Kommission in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten die Ergebnisse der eingereichten Programme auswerten. Die Kommission wird die von den Mitgliedstaaten in ihren Vorschlägen angegebenen Ziele als Maßstab für die Bewertung des Fortschritts zugrunde legen. Das Europäische Parlament, der Lenkungsausschuß für Gemeinschaftsinitiativen und die einzelstaatlichen Begleitausschüsse werden über die Ergebnisse dieser Bewertungen und die entsprechenden Folgemaßnahmen informiert.

Bemerkungen

ADAPT wurde aufgrund einer Entscheidung der Europäischen Kommission auf einer Sitzung am 15. Juni 1994 gemäß den Bestimmungen der Strukturfonds eingerichtet.
Datensatznummer: 485 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07