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Vorheriges Programm

REG-RESIDER 1

Programmfinanzierung

EUR 500 million

Referenz zum Amtsblatt

C 180 von 1994-07-01
Gewährleisten der Fortsetzung von Maßnahmen zugunsten der Verbesserung der Infrastruktur und des materiellen und sozialen Umfeldes der Gebiete, die als Folge der Schrumpfung der Eisen- und Stahlindustrie am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen sind, sowie zur Aufnahme neuer beschäftigungswirksamer gewerblicher Tätigkeiten, zur Entwicklung der Klein- und Mittelbetriebe und zur Innovationsförderung in diesen Gebieten.

Kurzbeschreibung

Angesichts der anhaltenden Probleme, mit denen die Eisen- und Stahlindustrie konfrontiert wird, wurde die Initiative RESIDER II eingeleitet, um während des Zeitraums 1994-1997 die Fortsetzung der im Rahmen der ersten Phase der Initiative durchgeführten Tätigkeiten zu gewährleisten. Mit Hilfe einer Maßnahme, die zusätzlich zu der in den gemeinschaftlichen Förderkonzepten vorgesehen ist, soll RESIDER die wirtschaftliche Umstellung von Gebieten beschleunigen, die am stärksten von den Problemen der industriellen Umstellung betroffen sind. Die Verbesserung der Umwelt, die Förderung neuer gewerblicher Tätigkeiten und die Arbeitskräfteentwicklung erhalten dabei Vorrang.

Während der zweiten Phase der Initiative sollen operationelle Programme über Innovation und den Technologietransfer stärker betont werden, um die Integration von KMU in ihr wirtschaftliches Umfeld zu ihr wirtschaftliches Umfeld zu verbessern. Auch technische Hilfe und der Informationsaustausch werden betont.

Der Gesamtwert der RESIDER-Programme während der ersten Phase der Initiative betrug insgesamt 1,359 Milliarden ECU, wobei 272 Millionen ECU aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kamen. Subventionen wurden neben den EFRE-Mitteln auch von der EGKS (Umstellungsbeihilfe unter Artikel 56 des EGKS-Vertrags und Zinsvergütungen) und der Europäischen Investitionsbank (EIB) bereitgestellt.

In bezug auf die Auswirkungen auf die Wirtschaft betrafen die meisten der finanzierten Aktionen die Infrastruktur (54 % des EFRE-Beitrags), die Verbesserung des Fachwissens in kleinen Unternehmen (24 % des EFRE-Beitrags) und Investitionsbeihilfen (18 % des EFRE-Beitrags). Der Großteil der Infrastrukturinvestitionen bezog sich auf die Umwelt und Einrichtungen in Gebieten, die als Folge des Niedergangs der Eisen- und Stahlindustrie vom Verfall betroffen waren.

Unterteilung

Förderungswürdige Maßnahmen:

- Umweltbezogene Verbesserung von durch die Eisen- und Stahlproduktion erheblich geschädigten Gebieten, einschließlich Umstellung und Modernisierung stillgelegter Eisen- und Stahlproduktionsgebäude für KMU;
- Sanierung und Modernisierung der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur in Eisen- und Stahlgebieten;

- Bau neuer standardisierter gewerblicher Gebäude und Werkstätten;
- Förderung alternativer gewerblicher Tätigkeiten, vor allem die Gründung oder Entwicklung von KMU, durch Maßnahmen wie:
. Förderung der Kooperation zwischen Unternehmen und Forschungszentren, Universitäten, Zentren für den Technologietransfer und Ausbildungszentren;
. Unterstützen der Innovationsförderung im Industrie- und Dienstleistungsbereich mit Hilfe der Erfassung von auf Produkt- oder Prozeßinnovation bezogenen Informationen und ihrer Verbreitung und mit Hilfe von Beihilfen zugunsten der kommerziellen Anwendung von Innovationen in KMU;
. Bereitstellung von finanzieller Unterstützung für produktive Investitionen;

-Unterstützen der Förderung von Fremdenverkehrstätigkeiten, vor allem der auf das industrielle Erbe gestützten;

- Unterstützen der Gründung oder verstärkten Tätigkeit von Gremien für die wirtschaftliche Umstellung oder regionalen Entwicklungsteams;

-Unterstützen von Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen, vor allem für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen und in KMU beschäftigten Personen. Unterstützung erhalten bestehende Ausbildungseinrichtungen und der Bau neuer Einrichtungen für berufliche Bildung jeder Art in Eisen- und Stahlgebieten;

- Zinsvergütungen für EGKS-Darlehen für Investitionen in KMU (EGKS-Definition) und für die Sanierung von Grundstücken zur gewerblichen Nutzung;

- Förderung der grenzüberschreitenden Kooperation zwischen ehemaligen Eisen- und Stahlgebieten;

- Im Rahmen von Artikel 56 des EGKS-Vertrags erhältliche Umstellungsbeihilfen;

- Andere Maßnahmen, die zur wirtschaftlichen Umstellung des betreffenden Bereichs beitragen und für die Darlehen von der Europäischen Investitionsbank (EIB) genehmigt werden können.

Ausführung

Im Rahmen der RESIDER II Initiative ausgewählte operationelle Programme werden gemeinsam von der Gemeinschaft und den Mitgliedstaaten finanziert. Die von der Gemeinschaft gewährte Interventionshilfe für in förderungswürdigen Gebieten ausgewählte Maßnahmen nimmt die Form von Darlehen oder Subventionen, die durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert werden können. Darlehen aus den Ressourcen der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) können ebenfalls zur Verfügung gestellt werden. Der Gesamtbeitrag von EFRE und ESF für förderungswürdige Gebiete im Rahmen von RESIDER wird auf 500 Millionen geschätzt.

Nach Konsultationen mit den betroffenen Mitgliedstaaten wird die Kommission eine überarbeitete Liste der im Rahmen von RESIDER II für Beihilfe in Betracht kommenden Eisen- und Stahlgebiete im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlichen. Die Mitgliedstaaten können Gebiete vorschlagen, die den Kriterien des Ziel-1-, -2- oder -5(b)-Status entsprechen und die Bedingungen einer Mindestzahl von Arbeitsplatzverlusten im Eisen- und Stahlbereich seit dem Bezugsdatum 1. Januar 1986 erfüllen. Darüber hinaus können Mitgliedstaaten eine begrenzte Anzahl anderer Gebiete als förderungswürdig vorschlagen, die den vorgeschriebenen Kriterien und Schwellenwerten nicht entsprechen, sofern das betreffende Gebiet eine hohe Abhängigkeit von der Eisen- und Stahlindustrie aufweist und von anderen Problemen, wie hoher Arbeitslosigkeit, Umweltdegradierung, Isolation und Randlage, betroffen ist.

Mitgliedstaaten, die in Betracht kommende Eisen- und Stahlgebiete in der von der Kommission veröffentlichten Liste haben, sind aufgefordert, der Kommission bis spätestens 1. November 1994 detaillierte Vorschläge für operationelle Programme oder globale Zuschüsse zu unterbreiten. An der Ausarbeitung und der nachfolgenden Durchführung der operationellen Programme in der für jeden Mitgliedstaat jeweils angebrachten Weise sollten Gebietskörperschaften und Sozialpartner beteiligt sein.

Die Vorschläge der Mitgliedstaaten müssen eine Einschätzung der Lage unter Angabe der zu erreichenden Ziele enthalten und einen Zeitplan, Kriterien und Verfahren für Durchführung, Begleitung und Bewertung beinhalten. Während und am Ende der Planungsphase wird die Kommission in Partnerschaft mit den betroffenen Mitgliedstaaten die Ergebnisse der eingereichten Programme auswerten. Das Europäische Parlament, der Verwaltungsausschuß für Gemeinschaftsinitiativen und die Begleitausschüsse werden über die Ergebnisse derartiger Auswertungen und die im Anschluß an sie getroffenen Maßnahmen informiert werden.

Die Zusammenarbeit zwischen den Begünstigten wird sowohl innerhalb der Mitgliedstaaten als auch zwischen ihnen gefördert werden, um den Erfahrungsaustausch, die Verbreitung der besten Methoden, gemeinsame Aktionen und vergleichende Bewertungen zu fördern. Die Kommission fordert Mitgliedstaaten auf, diesem Ziel bei der Ausarbeitung und der nachfolgenden Verwaltung der Programme Rechnung zu tragen.

Bemerkungen

RESIDER 2 wurde durch einen Beschluß der Europäischen Kommission auf ihrer Tagung am 15. Juni 1995 in Übereinstimmung mit den Bedingungen der die Strukturfonds regelnden Verordnungen eingerichtet.

Fachgebiete

Regionalentwicklung
Datensatznummer: 486 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07