Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nachfolgeprogramm

ET-SOCRATES 1

Programmfinanzierung

EUR 200 million

Referenz zum Amtsblatt

L 239 von 1989-08-16

Rechtsrahmen

89/489/CEE von 1989-07-28
Förderung einer quantitativen und qualitativen Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse zur Förderung der Kommunikationsfähigkeit innerhalb der Gemeinschaft.

Kurzbeschreibung

Durch die Annahme gemeinschaftsweiter Maßnahmen ist das LINGUA-Programm auf die Unterstützung und Ergänzung der Politiken der Mitgliedstaaten ausgelegt, die ein Anheben des Niveaus der Fremdsprachenkenntnisse unter Arbeitnehmern und künftigen Arbeitnehmern zum Ziel haben. LINGUA unterstützt die Durchführung dieser von den Mitgliedstaaten verfolgten Politiken, ohne dabei ihren internen Strukturen und den Merkmalen ihrer jeweiligen allgemeinen und beruflichen Bildungssysteme Abbruch zu tun. Insbesondere sorgen die im Rahmen von LINGUA durchgeführten Maßnahmen für Unterstützung und Impulse für Tätigkeiten in den Mitgliedstaaten, die darauf abzielen:

- alle Bürger zu ermutigen, praktische Kenntnisse in Fremdsprachen zu erwerben;
- das Unterrichts- und Lernangebot für Fremdsprachen in der Gemeinschaft zu erweitern und insbesondere die Kenntnisse in den weniger häufig unterrichteten und weniger verbreiteten Fremdsprachen zu fördern;
- für Hochschulstudenten verstärkt die Möglichkeit zu bieten, ihren Hauptstudiengang mit einem Fremdsprachenstudium zu kombinieren;
- das Niveau des Fremdsprachenunterrichts anzuheben, indem die Erstausbildung und die Fortbildung der Fremdsprachenlehrer und -ausbilder dadurch verbessert wird, daß sie mehr Möglichkeiten, vor allem für eine geeignete Ausbildung im Ausland, erhalten;
- die Arbeitgeber und Berufsverbände zu ermutigen, die fremdsprachliche Ausbildung für Arbeitnehmer zu fördern;
- methodische Innovationen in der fremdsprachlichen Ausbildung und beim Einsatz der verwendeten Kommunikationstechnologien zu fördern.

Durch die Förderung des Fremdsprachenunterrichts trägt das LINGUA-Programm zum Erreichen der Ziele anderer Gemeinschaftsprogramme für Berufsbildung und die Mobilität und den Austausch von Personen bei, wie ERASMUS, COMETT, "Jugend für Europa" und das Dritte Gemeinsame Programm zur Förderung des Austauschs junger Arbeitskräfte innerhalb der Gemeinschaft.

Für den Zeitraum 1995-1999 werden die derzeit im Rahmen von LINGUA durchgeführten Tätigkeiten im Rahmen des Aktionsprogramms SOCRATES der Gemeinschaft im Bildungsbereich erfolgen.

Unterteilung

Vier Aktionen und ergänzende Maßnahmen:

- Maßnahmen zur Förderung der Fortbildung von Fremdsprachenlehrern:
Gemeinschaftsbeihilfe zum Ermöglichen der Teilnahme einer immer größeren Zahl von Fremdsprachenlehrern und Lehrerausbildern der Europäischen Gemeinschaft an berufsbegleitenden Fortbildungsprojekten, vor allem in anderen Mitgliedstaaten;

- Maßnahmen zur Förderung des Erlernens von Fremdsprachen an der Hochschule und insbesondere zur Verbesserung der Erstausbildung von Fremdsprachenlehrern:
Förderung des Ausbaus des im Rahmen des ERASMUS-Programms errichteten Europäischen Netzwerks für Hochschulkooperation, damit eine gemeinschaftsweite Mobilität bzw. ein gemeinschaftsweiter Austausch von Sprachstudenten bzw. Studenten, die Fremdsprachen neben einem anderen Fach studieren, angeregt und vor allem die Erstausbildung von Fremdsprachenlehrern gefördert wird. Diese Aktion umfaßt drei Maßnahmen:
. interuniversitäre Kooperationsprogramme;
. Stipendien für Studenten;
. Stipendien zur Förderung der Mobilität und des Austauschs von Lehrenden und Verwaltungsfachleuten in Hochschulen im Bereich des Fremdsprachenunterrichts für Aufenthalte in anderen Mitgliedstaaten. Die Förderung der Entwicklung integrierter Lehrgänge und der Möglichkeit für Lehrende, im Rahmen des Europäischen Netzwerks einige Zeit an Hochschulen in verschiedenen Mitgliedstaaten zu unterrichten, wird ebenfalls unterstützt;

- Maßnahmen zur Förderung der Kenntnisse in Fremdsprachen, die im Berufsleben und in der Wirtschaft verwendet wurden:
. Bedarfsfeststellung: Unterstützung der Gemeinschaft für die Entwicklung und Verbreitung von Techniken zur Ermittlung und Analyse des Fremdsprachen- und Fremdsprachenunterrichtsbedarfs der Berufsverbände sowie Arbeitnehmerverbände und Unternehmen, insbesondere der KMU.;
. Entwicklung von Lehrmitteln und offenen Lernsystemen, die Pilotvorhaben für die Entwicklung von Lehrmitteln und offenen Lernsystemen umfassen, und Unterstützung von offenen Lernsystemen im Fremdsprachenunterricht in beruflichen und technischen Bereichen;
. Entwicklung von Mobilität und Sprachaustausch;
. Einführung von Zertifikaten;

-Maßnahmen zur Förderung des Austauschs von in der Berufsausbildung stehenden Jugendlichen in der Gemeinschaft. Den Einrichtungen, die von den Mitgliedstaaten bezeichnet werden, wird eine finanzielle Unterstützung zur Förderung von mindestens zweiwöchigen, im Rahmen eines Vorhabens einer Einrichtung veranstalteten Austauschprogrammen gewährt;

- Ergänzende Maßnahmen:
. Ergänzende Unterstützung für die Einrichtungen, die von den Mitgliedstaaten zur Koordinierung der Durchführung des LINGUA-Programms auf einzelstaatlicher Ebene bezeichnet werden. Die gemeinschaftliche Beteiligung soll dazu beitragen, ein Kommunikationsnetz zur Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen zu schaffen, damit die Ziele des LINGUA-Programms verwirklicht werden können.
. Bereitstellung von finanzieller Unterstützung in der Anlaufphase, um versuchsweise ein vielfältigeres Angebot an Fremdsprachenunterricht durch Unterstützung der Entwicklung und des Austausches von Lehr- und Lernmitteln für Sprachen zu fördern, die weniger verbreitet sind und weniger häufig unterrichtet werden.

Ausführung

Die Kommission ist für die gesamte Durchführung des Programms zuständig und wird bei dieser Aufgabe von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus je zwei Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Die Koordinierung der im Programm enthaltenen Maßnahmen auf einzelstaatlicher Ebene erfolgt durch von den Mitgliedstaaten bezeichnete Einrichtungen.

Die für die Durchführung des LINGUA-Programms für den Fünfjahreszeitraum für erforderlich gehaltenen Mittel belaufen sich auf 200 Millionen ECU. Die jährlichen Mittel zur Deckung des Gemeinschaftsbeitrags zu den im Programm vorgesehenen Maßnahmen werden im Rahmen des jährlichen Haushaltsverfahrens unter Beachtung der vom Europäischen Parlament, dem Rat und der Kommission gemeinsam festgelegten finanziellen Vorausschau festgesetzt.

Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft zu den von LINGUA abgedeckten Aktionen sowie die Bedingungen der Teilnahme an dem Programm sind für jede Maßnahme aufgeführt. Nachstehend wird eine kurze Zusammenfassung gegeben.

Im Rahmen von Aktion I, Maßnahmen zur Förderung der Fortbildung von Fremdsprachenlehrern, gewährt die Gemeinschaft den Mitgliedstaaten Globalzuschüsse auf der Grundlage der Gesamtzahl der Lehrer, der Zahl der Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 21 Jahren, des Bruttoinlandsprodukts je Kopf der Bevölkerung im Vergleich zum Gemeinschaftsdurchschnitt und der geographischen Entfernung zwischen den Mitgliedstaaten. Pro Begünstigtem ist ein Zuschuß von höchstens 1 500 ECU vorgesehen. Einrichtungen, die an Programmen der europäischen Kooperation zwischen Fortbildungseinrichtungen für Fremdsprachenlehrer beteiligt sind, können jeweils mit einer Hilfe in Höhe von jährlich höchstens 25 000 ECU unterstützt werden.

Im Rahmen von Aktion 2, Maßnahmen zur Förderung des Erlernens von Fremdsprachen an der Hochschule und insbesondere zur Verbesserung der Erstausbildung von Fremdsprachenlehrern, steht die folgende Unterstützung durch die Gemeinschaft zur Verfügung:
- Einrichtungen, die an interuniversitären Kooperationsprogrammen beteiligt sind, können einen jährlichen Zuschuß bis zu höchstens 25 000 ECU für einen veranschlagten Zeitraum von drei Jahren erhalten;
- Die Verwaltung der Gemeinschaftsstipendien wird über die von den Mitgliedstaaten im Rahmen des ERASMUS-Programms benannten zuständigen Stellen abgewickelt. Diese Stellen werden den einzelnen Studenten einen Zuschuß bis zu höchstens 5 000 ECU für ein Studienjahr im Ausland gewähren, wobei eine Anzahl von Bedingungen zu erfüllen ist;

Im Rahmen von Aktion 3, Gemeinschaftsunterstützung für Maßnahmen zur Förderung der Kenntnisse in Fremdsprachen, die im Berufsleben und in der Wirtschaft verwendet werden, beteiligt sich die Gemeinschaft in der Regel bis zu höchstens 50 % an den Gesamtkosten der genehmigten Vorhaben (Entwicklung von Lehrmitteln und offenen Lernsystemen und Einführung von Zertifikaten).

- Im Rahmen von Aktion 4, Maßnahmen zur Förderung des Austausches von in der Berufsausbildung stehenden Jugendlichen (in der Regeln im Alter zwischen 16 und 25 Jahren) in der Gemeinschaft, beträgt der Zuschuß der Gemeinschaft für diese Austauschprogramme in der Regel höchstens 50 % der Gesamtkosten (Reise- und Programmkosten). In einer Anzahl von entsprechend gerechtfertigten Fällen kann der Beitrag der Gemeinschaft bis zu 75 % der Kosten betragen. Finanzielle Unterstützung kann auch für ein System von Besuchen in den betreffenden Bildungseinrichtungen zur Vorbereitung der Austauschmaßnahmen gewährt werden. Der durchschnittliche Zuschuß wird auf 500 ECU pro Studienbesuch veranschlagt.

Die Kommission trägt dafür Sorge, daß die im Rahmen des LINGUA-Programms einzuleitenden Gemeinschaftsmaßnahmen mit den übrigen Gemeinschaftsprogrammen im Bereich der beruflichen Bildung, der Mobilität und des Austauschs von Personen, insbesondere ERASMUS, COMETT, DELTA und "Jugend für Europa" und dem Dritten Gemeinsamen Austauschprogramm für junge Arbeitnehmer in der Gemeinschaft übereinstimmen und diese ergänzen. Die Kommission unterhält die erforderlichen Kontakte mit den auf diesem Gebiet tätigen internationalen Organisationen, insbesondere dem Europarat.

Die Kommission legt dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß sowie dem Ausschuß für Bildungsfragen jährlich einen Bericht über die Durchführung des LINGUA-Programms vor.
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