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Leistung eines Beitrags zur langfristigen Verbesserung der Energiesituation weltweit und der Sicherheit der Energieversorgung der EU durch Unterstützung anderer Länder bei der Durchführung wirksamer Entscheidungen im Energiebereich. Die Energie als Umwelt-Einflußfaktor ist dabei einer der Schwerpunkte.

Kurzbeschreibung

Bei SYNERGY handelt es sich um ein Programm zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Energiebereich, dessen erste Einrichtung 1980 als Reaktion der Gemeinschaft auf die internationalen Energiekrisen der 1970er Jahre und der Energiebelange von Entwicklungsländern erfolgte. Hauptziel ist die Verbesserung der Kooperation zwischen EU- und Drittländern auf dem Energiesektor durch Förderung gezielter Energieprogramme, durch technische Unterstützung, Ausbildung und Analysen des Energiemarkts, sowie die Förderung industrieller Kooperation (einschließlich des Transfers von europäischen Energietechnologien und Know-how) und Austauschprogramme mit den betroffenen Ländern auf dem Energiesektor.

In diesem Zusammenhang erfaßt das Programm auch die wichtigsten energieverbrauchenden Entwicklungsländer in Lateinamerika, im Mittelmeerraum, in Asien und die mittel- und osteuropäischen Länder und die unabhängigen Republiken der früheren Sowjetunion.

Das SYNERGY-Programm ergänzt die anderen spezifischen gemeinschaftlichen Energieprogramme (z.B. THERMIE, SAVE und ALTENER) und die Unterstützungsprogramme mit einem Energieelement (z.B. PHARE und TACIS) wie folgt:

- Konzentration ausschließlich auf den Energiesektor und seine Probleme;
Einbeziehung aller Drittländer, d.h. Befähigung zu transnationalen Aktionen, die anderen gemeinschaftlichen Programmen fehlt (PHARE ist beispielsweise auf Mittel- und Osteuropa, TACIS auf die neuen unabhängigen Staaten der früheren Sowjetunion beschränkt);
Erleichterung einer schnellen Fällung von Entscheidungen über förderungswürdige Maßnahmen im Rahmen des Programms.

Seit seiner ersten Einrichtung im Jahre 1980 hat sich das Programm unter Anpassung an die Belange der einbezogenen Entwicklungsländer, an weltweite Energietrends und an die wachsenden Verbindungen zwischen Energie- und anderen Politiken weiterentwickelt, dabei insbesondere an Umweltbelange, die seitdem eine immer größere Bedeutung für das Programm angenommen haben.

Nach der politischen und wirtschaftlichen Umstellung der mittel- und osteuropäischen Länder und den Ländern der früheren Sowjetunion betont das SYNERGY-Programm verstärkt den Energiebedarf dieser Region, insbesondere durch verstärkte Aktivitäten, deren Ziel die Erleichterung der Durchsetzung der europäischen Energiecharta in diesen Ländern ist. Der Teil des Programms, der auf die transnationalen Wirtschaften Mittel- und Osteuropas und der früheren Sowjetunion abstellt (gelegentlich spricht man hier vom "Brennpunkt Osten") besteht aus konkreten Maßnahmen mit folgenden Zielen:

- Energieplanung für eine Marktwirtschaft auf nationaler, regionaler oder städtischer Ebene;
- Identifizierung der erforderlichen Maßnahmen zur Förderung von Gemeinschaftsunternehmen zur Finanzierung durch Dritte;
- Restrukturierung der Haupt-Energiesektoren;
- Untersuchung von Möglichkeiten zur Energieeinsparung auf dem Wohnungssektor und in der Industrie.

Unterteilung

Zwei Hauptgebiete:

- Energiehilfe (einschließlich von Planung auf nationaler und regionaler Ebene, sowie organisatorische Unterstützung bei der Realisierung der Energiepolitik, insbesondere beim Aufbau von Institutionen, z.B. Energiezentren);

- Unterstützung bei der Realisierung mittel- und langfristiger energiepolitischer Strategien.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms zuständig, dessen Einrichtung jährlicher Basis im Rahmen der Festlegung des allgemeinen Haushalts der Europäischen Gemeinschaften erfolgt. Die Durchführung des Programms erfolgt in enger Zusammenarbeit mit einzelstaatlichen und lokalen Verwaltungen, Regionalverbänden wie z.B. ASEAN und OLADE (der lateinamerikanischen Organisation für Energieentwicklung) und im Rahmen von internationalen Initiativen, wie z.B. dem internationalen Kooperationsprogramm für Energie und Entwicklung (COPED), bei dem es sich um ein Netz von Energie-Forschungsinstituten in sieben Entwicklungsländern und zwei osteuropäischen Ländern handelt.

Während eine Anzahl von Projekten auf einzelstaatlicher Ebene realisiert wurde, entwickelte sich in den letzten Jahren eine Tendenz zur Förderung von Kooperationsprojekten zwischen Ländern einer Region, wie z.B. Südost-Asien oder Lateinamerika. Mit den im Rahmen des COPED-Netzes ausgeführten Arbeiten hat sich diese Verfahrensweise durch Anregung der Süd-Süd und Nord-Süd-Kooperation bestätigt.

Die durch das SYNERGY-Programm finanzierten Projekte werden von der Generaldirektion für Energie (GD XVII) in enger Zusammenarbeit mit den Empfängerländern definiert. Die Durchführung von Projekten erfolgt durch europäische Unternehmen, deren Auswahl auf der Basis von beschränkten Ausschreibungen erfolgt. In den letzten Jahren wurden Projekte in den nachfolgenden Kategorien bevorzugt behandelt:

- Direkte Unterstützung bei der Verwirklichung der Grundsätze und maßgeblichen Bestimmungen der Europäischen Energiecharta und der Kooperationsverträge mit Drittländern (Seminare, Workshops, Bildungsmaßnahmen, usw.);
- Soweit angebracht, Anwendung von EG-energiepolitischen Grundsätzen (Studien, Preisbildung, usw.);
- Aufbau von Institutionen auf dem Energiesektor, einschließlich der Beratung öffentlicher Verwaltungen von Drittländern;
- Transnationale Projekte, einschließlich der Förderung der Verbindung von Energienetzen;
- Koordinierung mit dem Ziel der Optimierung der Ergebnisse sämtlicher EU-Förderungsprogramme und -projekte (z.B. Einrichtung von EG-Energiezentren in Ungarn und Albanien in Zusammenarbeit mit PHARE und THERMIE, sowie in Indien, Indonesien und China unter gemeinschaftlicher Nutzung von Mitteln der Generaldirektion für Außenwirtschaftsbeziehungen).

1994 wurde ca. 8 Mio. ECU für Maßnahmen dieses Programms zur Verfügung gestellt. Die Hälfte hiervon wurde von den Mittel- und Osteuropäischen Ländern und den unabhängigen Staaten der früheren Sowjetunion aufgenommen. Für den Haushalt wurden folgende Verwendungszwecke festgelegt:

- Analysen der wichtigsten Benutzersektoren, um die bestmögliche Übersicht hinsichtlich der potentiellen Energie-Einsparungsmöglichkeiten bzw. der Einführung erneuerbarer Energiequellen zu erhalten;
- Veranstaltung von Treffen von Industriellen aus der Gemeinschaft und aus Drittländern, sowie von Informations-Workshops.
- Analysen für europäischen Industrielle zur Vorbereitung gemeinsamer Einsätze in Drittländern, zur Ermittlung von Hindernissen und für die Partnersuche und die Förderung der Gründung von Gemeinschaftsunternehmen, sowie die Ermittlung möglicher Finanzierungsquellen;
- Leistung finanzieller Beiträge zu Organen und Institutionen, die sich mit dem Austausch mit Drittländern auf dem Energiesektor befassen, insbesondere im Sinne der Europäischen Energiecharta;
Informationsmaßnahmen und -pläne für die Berufsbildung von Technikern und/oder Ingenieuren;
- Technische und ggf. verwaltungstechnische Unterstützung für die Europäische Energiecharta.

Hiervon abgesehen erfaßt der Haushaltsrahmen des Programms auch Aufwendungen für Forschung, Expertentreffen, Konferenzen und Kongresse, sowie beschränkte Beiträge zu relevanten Informationen und Veröffentlichungen.
Datensatznummer: 499 / Zuletzt geändert am: 1997-08-13