Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nachfolgeprogramm

FP2-FRAMEWORK 2C

Programmfinanzierung

EUR 3 750 million
Festlegung einer gemeinsamen Strategie der Gemeinschaft im Bereich von Wissenschaft und Technologie, durch die die auf Gemeinschaftsebene zu verfolgenden wissenschaftlich-technischen Ziele sowie Auswahlkriterien für Gemeinschaftsaktionen, relative Prioritäten und finanzielle Richtdaten definiert werden.

Kurzbeschreibung

Die gemeinschaftlichen Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationstätigkeiten fußen auf dem Gemeinschaftsrecht. Durch den EGKS-Gründungsvertrag vom 8.1.1951 wurde technische und wirtschaftliche Forschung zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit der Eisen- und Stahlindustrie gefördert (Art. 55). Mit dem Vertrag vom 25.3.1957 zur Gründung der Euratom wurde die Gemeinsame Forschungsstelle geschaffen sowie das auf Kostenteilung basierende Vertragsforschungsprogramm und das Verfahren zur Koordinierung einzelstaatlicher Forschungsprojekte eingeführt. Im EWG-Gründungsvertrag vom 25.3.1957 war eine Forschung zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität (Art. 41) vorgesehen; außerdem schuf er die allgemeine Rechtsgrundlage (Art. 235) für ein Tätigwerden in einer Vielzahl von Bereichen, darunter auch Forschung und Technologie, für die in dem Vertrag zunächst keine speziellen Vorschriften enthalten waren.

In den Sitzungen vom 9.11.1981, 8.3.1982 und 30.6.1982 bestätigte der Rat die Notwendigkeit, die Tätigkeiten der Gemeinschaft auf dem Gebiet von Forschung, Entwicklung und Demonstration zu systematisieren und optimieren durch Beschließung eines Rahmenprogrammes, das generelle Angaben für die mittelfristige Entwicklung der wissenschaftlich-technischen Gemeinschaftsziele enthielt. In der Sitzung vom 8.2.1983 erzielte der Rat weitgehend Einigung über die Notwendigkeit, die Gemeinschaftsausgaben für Forschung und Entwicklung zu erhöhen, und über den proportional höheren Anteil, der diesem Bereich im Rahmen des gemeinschaftlichen Gesamthaushaltes zugewiesen werden sollte.

In seiner Entschließung vom 25.7.1983 (Amtsblatt Nr. C 208 vom 4.8.1983) verabschiedete der Rat unter Berücksichtigung der von der Kommission am 22.12.1982 und 20.05.1983 (Amtsblatt Nr. C 169 vom 29.6.1983) übermittelten Vorschläge das Konzept von Rahmenprogrammen mit jeweils vierjähriger Laufzeit und legte die wissenschaftlich-technischen Ziele sowie die Auswahlkriterien für den Zeitraum 1984 - 1987 fest.

Unterteilung

- Förderung der landwirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit (130 Mio. ECU):
. Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität und Verbesserung der Erzeugnisse: Landwirtschaft (115 Mio. ECU) und Fischerei (15 Mio. ECU);

- Förderung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit (1,060 Mrd. ECU):
. Beseitigung bzw. Abbau von Hemmnissen (30 Mio. ECU);
. Neue Techniken und Produkte für traditionelle Industriezweige (350 Mio. ECU);
. Neue Technologien (680 Mio. ECU);

- Verbesserte Bewirtschaftung von Rohstoffen (80 Mio. ECU);

- Verbesserte Bewirtschaftung der Energiequellen (1,770 Mrd.):
. Entwicklung der Kernspaltungsenergie (460 Mio. ECU);
. Kontrollierte thermonukleare Fusion (480 Mio. ECU);
. Entwicklung regenerativer Energiequellen (310 Mio. ECU);
. Rationelle Energienutzung (520 Mio. ECU);

- Steigerung der Entwicklungshilfe (150 Mio. ECU);

- Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (385 Mio. ECU):
. Sicherheitserhöhung und Gesundheitsschutz (190 Mio. ECU);
. Umweltschutz (195 Mio. ECU);

- Effizientere Nutzung des wissenschaftlich-technischen Potentials der Gemeinschaft (85 Mio. ECU);

- Horizontale Aktion (90 Mio. ECU).

Ausführung

Die Kommission war für die Programmdurchführung mittels spezifischer Programme zuständig, die der Rat auf der Grundlage der von der Kommission unterbreiteten Vorschläge beschloß und die der Erreichung eines oder mehrerer spezifischer wissenschaftlich-technischer Ziel dienten.

Die Forschung erfolgte in Form von "hauseigener" Forschung, die von der Gemeinsamen Forschungsstelle durchgeführt wurde (bis dahin als "direkte Aktion" bezeichnet), von außenstehenden Organisationen durchgeführter kostenteiliger Forschung (bisher unter der Bezeichnung "indirekte Aktion" bekannt), koordinierter Forschung (bis zu diesem Zeitpunkt unter dem Begriff "konzertierte Aktion" geführt) sowie Forschung "gemeinsamer Unternehmen" wie etwa das Europäische Gesamtprojekt zur Kernfusion (JET). Durch solche gemeinsame Unternehmen wurde auch die Durchführung von Ergänzungsprogrammen möglich, an denen sich lediglich die jeweils interessierten Mitgliedstaaten beteiligten. Im Rahmen einiger Programme wurden auch Stipendien bereitgestellt, um Ausbildung und Mobilität des Forschungspersonals zu fördern.

Im Zuge des Auswahlverfahrens wurden vor allem Aktivitäten berücksichtigt, die einen Beitrag zur Festlegung oder Durchführung gemeinschaftlicher Maßnahmen zu leisten vermochten. In folgenden Fällen galt ein Tätigwerden der Gemeinschaft als gerechtfertigt:
Großforschungsprojekte, für die die einzelnen Mitgliedstaaten die notwendige Finanz- und Personalausstattung nicht oder nur mit Schwierigkeiten aufbringen können;
- Forschung, deren gemeinsame Durchführung offensichtlich finanzielle Vorteile mit sich bringt, selbst wenn man die mit internationaler Zusammenarbeit verbundenen zwangsläufig höheren Kosten in Rechnung stellt;
- Forschung, die ergänzend zu auf einzelstaatlicher Ebene durchgeführten Arbeiten betrieben wird und Probleme zum Gegenstand hat, deren Lösung großangelegte Forschung, insbesondere in geographischer Hinsicht, erfordert;
- Forschung, die den Zusammenhalt des Gemeinsamen Marktes stärkt und einen Beitrag zur Vereinigung des wissenschaftlich-technischen Bereichs in Europa leistet, sowie Forschung, die in geeigneten Bereichen zur Einführung einheitlicher Normen führt.

Die Kommission überprüfte das Programm im zweiten Jahr der Durchführung und übermittelte dem Rat sowie dem Europäischen Parlament im Lichte dieser Überprüfung den Vorschlag für ein zweites Programm.
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