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Rahmenprogramm

EAEC-FWP-EAEC 1C

Vorheriges Programm

JRC-NUCFUEL 6C

Referenz zum Amtsblatt

L 361 von 1994-12-31

Rechtsrahmen

94/919/Euratom von 1994-12-15
Reduzierung der Umwelteinwirkung der Nutzung der Kernenergie durch Nutzung von Forschungsergebnissen auf dem Gebiet des Brennstoffzyklus zur Gewährleistung des optimalen Managements bei Zyklusende.

Kurzbeschreibung

Das Brennstoffzyklus-Sicherheitsprogramm ist eines von drei spezifischen Programmen, das von der GFS zur Unterstützung des spezifischen Programms auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit und der Sicherheitsmaßnahmen im gemeinschaftlichen Rahmenprogramm auf dem Gebiet der Forschung und Ausbildung für die Europäische Atomenergiegemeinschaft (1994-1998) implementiert wird; die beiden anderen betreffen Reaktorsicherheit und Sicherheitsmaßnahmen, sowie das Management von Spaltstoffen.

Das Programm, das die Tätigkeit auf dem Gebiet der Brennstoffsicherheit im Rahmen des dritten Rahmenprogramms weiterverfolgt und auf den Ergebnissen aufbaut, besteht aus pränormativer Forschung zur Förderung der nuklearen Sicherheit.

Ziele der Forschung sind die Verbesserung des Verständnisses der Aktinide und des Plutoniumzyklus, und die Leistung eines Beitrags zur Formulierung verbesserter Lösungswege für das Management von radioaktiven Abfällen, insbesondere im Hinblick auf die Reduzierung der Mengen und der Radiotoxizität solcher Abfälle. Dabei wird auch die Reaktorkonstruktion mit in Betracht gezogen. Ziel der Maßnahmen ist des weiteren die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei ihrer gegenwärtigen Strategie der unterirdischen Entsorgung radioaktiver Abfälle und Auswertung von Managementstrategien, die eine Reduzierung der von zukünftigen Anlagen produzierten Abfälle möglich machen könnten. Solche Forschungsarbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit einzelstaatlichen Laboratorien durchgeführt.

Die GFS-Forschungsmaßnahmen erstrecken sich auf verschiedene Gebiete, darunter:

- Studien der Sicherheit des Verhaltens von Kernbrennstoffen (UO2) und Mischoxiden;
- Grundforschung auf dem Gebieten der Aktinide und physikalisch-chemische Analysen von Aktiniden im festen Zustand;
- Studie von nuklearen Aerosolen;
-Minimierung von Sekundäraktiniden und anderen Radionukliden mit langen Halbwertzeiten im Kernbrennstoffzyklus;
- Plutonium-Brennstofftechnologie;
- Charakterisierung ausgebrannter Brennstoffe aus der Sicht der Entsorgung;
- Radionuklide für medizinische Anwendungen.

Abgesehen von den institutionellen Forschungsmaßnahmen dieses Programms leistet die GFS auch einen Beitrag zur Durchführung des spezifischen Programms über die nukleare Sicherheit und Vorbeugungsmaßnahmen durch institutionelle wissenschaftliche und technische Unterstützungsmaßnahmen. Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, die für die Formulierung und Durchführung der gemeinschaftlichen Politiken erforderlich sind, sowie die Aufgaben, die die Kommission aufgrund des Vertrags wahrzunehmen hat, und die die Neutralität der GFS bedingen.

Unterteilung

Vier Gebiete:

- Aktinide-Grundforschung (Institut für Transurane, Karlsruhe):
Durchführung von experimentellen und theoretischen Studien der Eigenschaften im Festzustand und der physikalisch-chemischen Eigenschaften von Aktiniden und Aktinidverbindungen, Ermittlung ihrer elektronischen Struktur und deren Wirkung auf ihr Verhalten unter relevanten technologischen Bedingungen; Sammlung und Auswertung von Daten über die Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten von Transuranen; Studie medizinischer Anwendungsmöglichkeiten von alphastrahlenden Nukliden;

- Sicherheit von Kernbrennstoffen (Institut für Transurane, Karlsruhe):
Leistungen eines Beitrags auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit durch detaillierte Untersuchung von in den Brennstoffstäben von Leichtwasserreaktoren auftretenden Phänomenen nach längerer Betriebszeit, die die Integrität der Brennstoffstäbe gefährden könnten, und durch Verbesserung der Technologie der Brennstoffelemente-Herstellung aus der Sicht der Sicherheit;

- Reduzierung langlebiger Aktinide und Spaltprodukte (Institut für Transurane, Karlsruhe):
Minimierung sekundärer Aktinide und anderer Radionuklide mit langer Halbwertzeit aus dem Kernbrennstoffzyklus;

- Charakterisierung ausgebrannter Brennstoffe aus der Sicht der Langzeitlagerung;
Charakterisierung nicht aufgearbeiteter, ausgebrannter Kernbrennstoffe hinsichtlich ihres Verhaltens bei Langzeitlagerung und Bestimmung ihres radiotoxischen Potentials sowie Untersuchung der Auslagerung dieser form von Abfällen unter unterschiedlichen, realistischen Bedingungen.

Ausführung

Die Einrichtung des GFS-Programms über die Sicherheit des Brennstoffzyklus erfolgte im Rahmen des spezifischen Programms der GFS für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration für die Europäische Atomenergiegemeinschaft (1995-1998).

Die Kommission ist für die Durchführung der direkten Maßnahmen dieses Programms zuständig. Dabei wird sie vom Gouverneursrat der GFS unterstützt. Die einzelnen Aktivitäten für diese Maßnahmen werden in den relevanten Instituten der GFS durchgeführt.

Das Programm umfaßt institutionelle Forschungsaktivitäten, die auf der Basis von Projekten unter Kostenteilung, über konzertierte Aktionen und direkte Forschung realisiert werden. Eine Reihe von flankierenden Maßnahmen sind vorgesehen, darunter:

- Veranstaltung von Besuchen bei GFS-Instituten von bezuschußten Teilnehmern, wissenschaftlichen Besuchern und entsendeten Experten;
- Organisation der Entsendung von GFS-Mitarbeitern an einzelstaatliche Laboratorien, Industrielaboratorien und Hochschulen;
- Systematischer Informationsaustausch durch die Organisation wissenschaftlicher Seminare, Workshops, Kolloquien, wissenschaftlichen Veröffentlichungen usw.;
- Spezialisierte Ausbildung mit Schwerpunkt auf Multidisziplinarität;
- Unabhängige wissenschaftliche und strategische Beurteilung der Leistung von Projekten und Programmen.

Die GFS hat die Pflicht, sich bei der Durchführung ihrer Forschungsarbeiten an Netzen von öffentlichen und privaten Laboratorien in den Mitgliedstaaten oder europäischen Konsortien oder deren Einrichtung zu beteiligen, soweit dies angemessen oder möglich ist. Der Zusammenarbeit mit der Industrie soll besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, insbesondere der Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Auf der Basis des Kriteriums des gegenseitigen Vorteils kann die GFS auf Verlangen der Kommission auch Projekte mit Rechtspersonen in Drittländern ausführen, sofern daraus ein effektiver Beitrag zur Realisierung von GFS-Aktivitäten abgeleitet werden kann. Gegebenenfalls ist auch eine Kooperation bei Projekten im Rahmen von Abkommen über wissenschaftliche und technische Kooperation zwischen der Gemeinschaft und Drittländern möglich. Der Zusammenarbeit mit Forschungslaboratorien und -instituten in den Ländern Mittel- und Osteuropas und den neuen unabhängigen Staaten der früheren Sowjetunion soll besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Die Gesamtmittel, die für die Durchführung der drei Programme der GFS auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit und der Vorbeugemaßnahmen (Reaktorsicherheit, Sicherheit des Brennstoffzyklus und Vorbeugemaßnahmen sowie Management von Spaltstoffen) für notwendig gehalten werden, belaufen sich auf 254 Mio. ECU. Davon werden 87 Mio. ECU für institutionelle Unterstützungsmaßnahmen eingesetzt. Diese Mittel stammen aus dem Gesamthaushalt von 300 Mio. ECU für GFS-Maßnahmen des Rahmenprogramms gemeinschaftlicher Aktivitäten auf dem Gebiet von Forschung und Ausbildung für die Europäische Atomenergiegemeinschaft (1994-1998). Ein 6 % entsprechender Betrag ist dabei der untersuchenden Forschung vorbehalten. Der Gesamthaushalt bezieht die erforderlichen Ressourcen für eine Teilnahme der GFS an Aktionen unter Kostenteilung mit ein.%;L
Das bei der Realisierung der Projekte dieses Programms gesammelte Wissen soll von der GFS selber verbreitet werden.

Die Kommission ist verpflichtet, einen Jahresbericht über die Durchführung der GFS-Aktionen der spezifischen Forschungs-, technologischen und Entwicklungsprojekte zu verfassen, die die GFS für die Europäische Atomenergiegemeinschaft (1995-1998) durchzuführen hat. Dieser Bericht ist dem Rat, dem Europäischen Parlament sowie dem Wirtschafts- und Sozialausschuß vor dem 15. April jedes Jahres vorzulegen. Des weiteren werden regelmäßige Beurteilungen der Aktivitäten des spezifischen Programms von unabhängigen Experten durchgeführt, die nach Abschluß des Programms eine abschließende Auswertung der erzielten Ergebnisse im Vergleich zur Zielsetzung durchführen. Ein Bericht über diese abschließende Prüfung wird an den Rat, das Europäische Parlament und den Wirtschafts-und Sozialausschuß weitergeleitet.

Fachgebiete

Kernspaltung - Sicherheit
Datensatznummer: 508 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05