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  • Initiative für beste Softwarepraxis im Rahmen des spezifischen Forschungs- und Entwicklungsprogramms im Bereich der Informationstechnologien, 1994-1998

Rahmenprogramm

FP4

Vorheriges Programm

FP3-ESSI 1

Referenz zum Amtsblatt

L 334 von 1994-12-22

Rechtsrahmen

94/802/EC von 1994-11-23
Förderung der Verbesserungen im Software-Entwicklungsprozeß in der Industrie durch Anregung der Aufnahme gut etablierter aber unzureichend eingesetzter technologischer Unterstützung, um größere Wirksamkeit, höhere Qualität und größere Wirtschaftlichkeit zu erreichen.

Kurzbeschreibung

Die Initiative für beste Softwarepraxis ist eine begleitende Maßnahme des spezifischen FTE-Programms im Bereich der Informationstechnologien im Vierten Rahmenprogramm. Sie baut auf die in der Pilotphase der Europäischen System- und Softwareinitiative (ESSI) erzielten Errungenschaften, die 1993 unter der Schirmherrschaft der dritten Phase des Programms ESPRIT eingerichtet wurde. Alle im Rahmen der Initiative für beste Softwarepraxis unterstützten Tätigkeiten beruhen auf den während der Pilotphase von ESSI gewonnenen Erfahrungen.

Beste Softwarepraxis bezieht sich auf eine Gruppe von Maßnahmen, die von der Kommission zur Förderung der Verbesserungen im Software-Entwicklungsprozeß unterstützt werden. Diese Tätigkeiten zielen auf die Anwendung ausgereifter, bewährter und geeigneter Verfahren und Technologien im Software-Entwicklungsprozeß. In Anbetracht der Tatsache, daß Verfahrensverbesserungen oft von erheblichen Veränderungen sowohl in bezug auf die von den Berufstätigen erforderten Fähigkeiten als auch bezüglich ihrer Arbeitsweise begleitet werden, widmet sich die Initiative außerdem den Personal- und Organisationsfragen.

Die Ziele der Initiative sind durch die Durchführung ergänzender Aktionslinien zu verwirklichen, die folgende Aspekte umfassen:

- Erhöhung des Bewußtseins der europäischen Industrie in bezug auf die Bedeutung effizienter Software-Entwickllung;
- Demonstration des möglichen Nutzens durch Versuche;
- Einrichtung von Netzen von gemeinsamem Interesse zur Beeinflussung der Zulieferer;
- Steigerung der Fähigkeiten der Berufstätigen im Bereich Software-Entwicklung;
- Ermöglichung der gemeinsamen Informationsnutzng und des Erfahrungsaustausches.

Es wird erwartet, daß außer den direkt an der Initiative beteiligten Benutzerorganisationen, Softwareverkäufer und Diensteanbieter von den im Rahmen der Initiative durchgeführten Tätigkeiten profitieren, da die Nachfrage für ihre Methodologien, Instrumente und Dienste angeregt wird und wertvolle Rückinformationen über die Stärken und Schwächen ihrer Angebote eingehen werden.

Unterteilung

- Autonome Bewertungen:
Zielen auf Unternehmen, die im Begriff sind, ihren Entwicklungsprozeß zu verbessern, und diese Bewertungen sollen die Unternehmen mit einer Grundlage für die Entscheidung über die besten Zukunftslösungen und Messung des künftigen Fortschritts ausstatten;

- Versuche zur Verfahrensverbesserung (PIEs):
Zielen auf die Demonstration der Software-Verfahrensverbesserung und folgen einem generischen Modell, das die Wirksamkeit von Software-Verfahrensverbesserung auf einem zugrundeliegenden Grundlagenprojekt demonstriert, das den realen Entwicklungsbedarf für die vorschlagende Organisation erfaßt;

- Verbreitungstätigkeiten:
Zielen auf die Verbreitung von Information über die Wirksamkeit der Verfahrensverbesserungen, die bereits erfolgreich in PIEs und an anderer Stelle demonstriert worden sind. Damit soll Benutzern in ganz Europa, die gemeinsame Interessen haben, sowohl das Wissen darüber vermittelt werden, welche Verbesserungen erreicht werden können sowie Kontaktinformation darüber, wo sie Unterstützung für ihre selbst durchgeführten Verbesserungen erhalten können;

- Bereitstellung von Erfahrungs-/Benutzernetzen:
Die Tätigkeiten zielen auf die Erleichterung des Erfahrungsaustausches und bieten ein offenes Forum für Diskussionen zwischen Programmierern. Außerdem sollen diese Netze Benutzergruppen auf europäischer Ebene mobilisieren und diese mit der kritischen Masse ausstatten, die für die Beeinflussung ihrer Zulieferer durch die Formulierung und Artikulierung klarer Erfordernisse notwendig ist;

-Ausbildungsmaßnahmen:
Breit angelegte Maßnahmen, die allgemeine und berufliche Bildung und die Aneignung von Fähigkeiten umfassen, die alle Gruppen von Berufstätigen benötigen, die im Software-Entwicklungsprozeß tätig sind. Der Schwerpunkt liegt auf der Schulung von Ausbildern, die wiederum ihr Fachwissen an die Benutzer weitergeben. Die Tätigkeiten zielen außerdem auf die Erhöhung des allgemeinen Bewußtseins der Vorteile der besten Softwarepraxis, zum Beispiel bei leitenden Angestellten.

Ausführung

Die Kommission ist zuständig für die Durchführung der Initiative beste Softwarepraxis im Rahmen des spezifischen FTE-Programms im Bereich der Informationstechnologien (1994-1998).

Jede Organisation in jedem Industriesektor hinsichtlich Softwaregewinnung kann von den innerhalb der Initiative durchgeführten Tätigkeiten profitieren. Solche Benutzerorganisationen sind im allgemeinen außerhalb der Softwareindustrie zu finden, zum Beispiel Konstruktions- oder kommerzielle Organisationen, für die Software ein wichtiger Bestandteil ihres betrieblichen Ablaufs geworden ist.

Es werden regelmäßig Ausschreibungen auf der Grundlage der von der Kommission erstellten Arbeitsprogramme erlassen. Zusammen mit den Ausschreibungen werden Informationspakete mit ausführlichen Informationen über das Verfassen von Vorschlägen veröffentlicht.

Die Tätigkeiten im Rahmen der Initiative beste Softwarepraxis werden aus den im Vierten Rahmenprogramm für das spezifische Programm über Informationstechnologien für notwendig erachteten Mitteln finanziert. Im allgemeinen erstattet die Kommission 100% der relevanten Nebenkosten in Verbindung mit einer Tätigkeit im Rahmen der Initiative. In diesem Zusammenhang beziehen sich die relevanten Nebenkosten auf die eigentlichen Kosten, die dem Auftragnehmer bei der Durchführung des Projekts entstehen.

Autonome Bewertungen werden gemeinsam von der bewerteten Organisation und der Kommission finanziert. Der Beitrag der Kommission beträgt höchstens 50% der relativen Nebenkosten und unterliegt einem Höchstbetrag von 20.000 ECU.

Versuche zur Vefahrensverbesserung (Process Improvement Experiments, PIEs), die den Nutzen der Software-Verfahrensverbesserungen an einem real zugrundeliegenden Projekt durch gesteuerte Versuche demonstrieren, bilden den Hauptteil der Initiative beste Softwarepraxis. Es wird erwartet, daß Organisationen, die Vorschläge vorbringen, ihre gegenwärtige Situation bereits bewertet und einen vorläufigen Plan der durchzuführenden Verbesserungen aufgestellt haben. Sie müssen außerdem nachweisen, daß der durchzuführende Versuch innerhalb der gesamten Organisation wiederholt werden kann.

Ein typischer PIE erhält einen Haushalt zwischen 100.000 ECU und 500.000 ECU und dauert höchstens 18 Monate. Es stehen Mittel für die während der Durchführung der Tätigkeiten entstehenden zusätzlichen Nebenkosten zur Verfügung. Die zugrundeliegenden Entwicklungskosten können jedoch nicht finanziert werden.
Datensatznummer: 511 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30