Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Programmfinanzierung

EUR 70 million
Beitrag zur Förderung einer "immer engeren Verbindung zwischen den Völkern Europas" und der "Blüte der Kulturen der Mitgliedstaaten mit Respekt für die einzelstaatliche und regionale Vielfalt unter gleichzeitiger Hervorhebung des gemeinsamen kulturellen Erbes.

Kurzbeschreibung

Die Einrichtung von Raphael erfolgt zur Förderung und Unterstützung von Maßnahmen der Mitgliedstaaten auf dem Gebiet des kulturellen Erbes. Damit soll der Bedeutung der Integration der unterschiedlichen Aspekte des (unbeweglichen oder beweglichen) kulturellen Erbes als kohärente gemeinschaftliche Rechnung getragen werden.

Die Auslegung des Programms erfolgte im Sinne von Artikel 128 des Vertrags von Maastrichts, der der Gemeinschaft Kompetenz auf dem Gebiet des kulturellen Erbes verleiht, wobei die Zielsetzung dieses Programms durch eine Anzahl spezifischer Maßnahmen wie folgt erreicht werden soll:

- Beitrag zur Entwicklung und Förderung des kulturellen Erbes;
-Ermuting der Kooperation auf europäischer Ebene (Zusammenlegung des Wissensschatzes, der Sachkenntnisse und der praktischen Erfahrungen im Bereich der Erhaltung des kulturellen Erbes);
- Förderung der Intensivierung von Forschung und gemeinsamer Praxis auf dem Gebiet dieses Erbes zur Realisierung des Potentials von Europa;
- Verbesserung der Zugangsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit zu dem kulturellen Erbe und zu Informationen über dieses zur Förderung der Bejahung der europäischen Bürgerschaft durch besseres Wissen über das kulturelle Erbe;
- Förderung der Kooperation mit Drittländern und zuständigen internationalen Organisationen.

Alle von diesem Programm unterstützte Maßnahmen müssen die gemeinschaftlichen Programme auf dem Gebiet der allgemeinen und der Berufsbildung sowie der Forschung und technologischen Entwicklung in ihrer Gesamtheit berücksichtigen. Die Förderung der Kooperation von Ausbildungs- und/oder Forschungsanstalten wird besonders betont. Die Entwicklung von Anwendungen und Standards für fortgeschrittene Informations- und Kommunikationstechnologien und Dienstleistungen auf dem Gebiet des kulturellen Erbes wird prioritär gefördert.

Unterteilung

Fünf Gebiete:

- Entwicklung und Förderung des kulturellen Erbes in Europa:
Förderung der Entwicklung und gemeinsamen Nutzung optimaler Praktiken und Schaffung eines Umfelds, das die Erhaltung des kulturellen Erbes begünstigt:
. Unterstützung für Projekte zur Erhaltung des ortsveränderlichen und ortsfesten kulturellen Erbes, das als "Labor des europäischen Erbes" qualifiziert werden kann;
. Unterstützung für "Stätten des europäische Kulturerbes" mit dem Ziel der Erhaltung des ortsveränderlichen oder festen Erbes;
. Unterstützung der Entwicklung einer besseren Praxis und von europäischen Standards für das Management und die Projektierung des kulturellen Erbes;
. Förderung des Erwerbs und des gemeinsamen Managements bedeutender Kunstwerke;
. Entwicklung von Projekten und Studien mit kulturellem Schwerpunkt zur Ergänzung anderer gemeinschaftlicher Maßnahmen;

- Netze und Partnerschaften:
Unterstützung bei der Förderung transnationaler Kooperation sowie beim Austausch und der gemeinsamen Nutzung von Erfahrungen zur Erhaltung der europäischen Dimension des Erbes:
. Unterstützung für "Stätten des europäischen Kulturerbes" mit spezifischen Themenbereichen;
. Entwicklung und Verbreitung von Informationswerkzeugen zur Verwendung in Netzen von Fachkräften, die an dem kulturellen Erbe arbeiten;
. Unterstützung für transnationale Kooperationsprojekte unter Museen und/oder für Denkmäler mit dem Ziel der Betonung der europäischen Dimension des Erbes;
. Unterstützung für die Kooperation von Ausbildungs- und/oder Forschungsstätten, z.B. Anlegen von Bestandsverzeichnissen, Auswertungsmethoden, gemeinsame Analysen, Stipendien, Austauschprogramme, Informationsverbreitung;

- Zugang zum kulturellen Erbe:
Förderung von Projekten mit einer europäischen Dimension zur Steigerung des öffentlichen Bewußtseins und zur Ermutigung der Nutzung fortgeschrittener Kommunikationstechnologien und -dienste:
. Einbeziehung von Maßnahmen mit dem Ziel der Steigerung des öffentlichen Bewußtseins hinsichtlich aller Projekte, die im Rahmen des Raphael-Programms gemeinsam unterstützt werden;
. Unterstützung für mehrsprachige Präsentationen in Museen, an Denkmälern und Kulturstätten;
. Förderung der Anwendung fortgeschrittener Informations- und Kommunikationstechnologien und -dienste, die das Erbe den Experten und der Öffentlichkeit zugänglich machen, z.B. Pilotprojekte, Studien oder Seminare über spezifische Probleme auf dem Gebiet des kulturellen Erbes:

- Innovation, Weiterbildung und berufliche Mobilität:
Förderung des Erfahrungsaustauschs und Ermutigung der Mobilität und der Weiterbildung von Fachkräften, die auf dem Gebiet des kulturellen Erbes tätig sind:
. Unterstützung bei der Identifikation von Forschungsobjekten, der Verbreitung der Ergebnisse und der Entwicklung praktischer Anwendungen;
. Unterstützung bei der Veranstaltung von Konferenzen und Kolloquien mit einer europäischen Dimension;
. Kooperationsprojekte mit dem Ziel der Einrichtung von Austauschprogrammen für Fachkräfte auf dem Gebiet des kulturellen Erbes;
. Unterstützung der Grundausbildung und der Weiterbildung von Fachkräften auf dem Gebiet des kulturellen Erbes zur Nutzung fortgeschrittener Informations- und Kommunikationstechnologien und -dienste;

- Kooperation mit Drittländern und internationalen Organisationen:
Entwicklung von Projekten mit Drittländern und zur Nutzung vpn Synergien mit Maßnahmen anderer internationaler Organisationen, insbesondere dem Europarat:
. Unterstützung für Projekte zur Erhaltung des beweglichen und unbeweglichen Erbes, insbesondere Denkmäler und Kulturstätten auf der "World Heritage"-Liste;
. Teilnahme an netzbezogenen und Partnerschaftsprojekten oder zur Realisierung von sich gegenseitig ergänzenden Projekten;
. Teilnahme an Aktionen, die das kulturelle Erbe der Öffentlichkeit näher bringen, z.B. europäische Tage des kulturellen Erbes;
. Ermutigung der auf dem Gebiet des kulturellen Erbes Tätigen zur Teilnahme an Forschungsarbeiten, der Berufsbildung und zur Mobilität.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms zuständig. Dabei wird sie von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der im Rahmen des Kaleidoscope 2000-Programms eingerichtet werden soll. Dieser besteht aus einem Vertreter jedes Mitgliedsstaats und steht unter dem Vorsitz eines Vertreters der Kommission.

Im Rahmen des Raphael-Programms durchgeführte Projekte müssen:

- eine europäische Dimension aufweisen und echte Wertschöpfung aufgrund der in den Mitgliedstaaten durchgeführten Maßnahmen gewährleisten;
- das kulturelle Erbe fördern helfen;
- einen Beitrag zur Entwicklung einer verbesserten Praxis und zur Verbesserung des Wissens und der Sachkenntis auf dem Gebiet der Erhaltung des kulturellen Erbes leisten;
- wegen ihrer beispielhaften, innovativen oder informativen Art auf gemeinschaftlicher Ebene relevant sein, oder einen kulturellen, erzieherischen oder sozialwirtschaftlichen Vervielfachungseffekt erzielen.

Zur Durchführung von Maßnahmen aufgrund dieses Programms stellt die Gemeinschaft Finanzierungsmittel bereit. Allgemein gesagt decken diese nur einen Anteil der Kosten eines gegebenen Projekts, der 50% der Gesamtkosten nicht übersteigen darf. In Ausnahmefällen darf die 50%-Grenze überschritten werden, und in den nachfolgenden Fällen können sogar die gesamten Kosten übernommen werden:

- Forschungsarbeiten und Projekte von Dritten, die von der Kommission direkt in Auftrag gegeben werden;
-Veranstaltung von Treffen und Konferenzen aufgrund einer Initiative der Kommission;
-Bezuschussung junger Forscher bzw. Berufstätiger in der Ausbildung oder im Rahmen eines Austauschprogramms.

Die Kommission strebt nach der Durchführung von Projekten im Rahmen des Raphael-Programms mit Drittländern, insbesondere durch Erweiterung des Programms auf diejenigen mittel- und osteuropäischen Länder, die Kooperationsverträge mit der Union unterzeichnet haben, sowie durch Förderung der Kooperation mit bestimmten Ländern Lateinamerikas und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) auf der Basis von Einzelprojekten.

Der Schwerpunkt bei der Kooperation mit internationlen Organisationen liegt auf Synergiemaßnahmen, insbesondere unter Einbeziehung der UNESCO und des Europarats. Hiervon erhofft sich die Kommission regelmäßige Beratungen mit diesen Organisationen über Themen und Maßnahmen von gemeinsamem Interesse und möglicherweise die Einrichtung eines Kooperationsprojekts für den Denkmalschutz und für Objekte auf der "World Heritage"-Liste.

Drei Jahre nach Anlauf dieses Programms, jedoch spätestens bis zum 30. September 1999, soll die Kommission einen Bericht mit einer Auswertung der erzielten Ergebnisse abfassen. Dieser soll ggf. auch Vorschläge für die Anpassung des Programms an Erfordernisse enthalten, die sich während seiner Durchführung ergeben haben. Nach Beendigung des Programms, oder spätestens bis zum 30. September 2001, soll die Kommission einen Schlußbericht über die Durchführung des Raphael-Programms und die erreichten Ergebnisse vorlegen. Sowohl der Zwischenbericht als auch der Schlußbericht sollen dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Ausschuß für die Regionen vorgelegt werden.
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben