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Rahmenprogramm

FP4

Vorheriges Programm

FP3-CRAFT
Förderung und Erleichterung der Teilnahme von KMU an FTE-Aktivitäten spezifischer Programme des Vierten Rahmenprogramms.

Kurzbeschreibung

Auf der Basis der erfolgreichen Erfahrungen mit CRAFT-Aktionen, die im BRITE/EURAM-II-Programm im Dritten Rahmenprogramm (1990-1994) realisiert wurden, wurde technologiefördernde Maßnahmen für KMU jetzt in 12 der spezifischen Programme des Vierten Rahmenprogramms (1994-1998) einbezogen.

Ziel der technologiefördernden Maßnahmen ist die Anregung und Erleichterung der Teilnahme von KMU an von der EU finanzierten Forschungsaktivitäten. Hier gibt es zwei Arten von Maßnahmen:

- Zuschüsse für Vorarbeiten, die KMU unabhängig von den eigenen FuE-Mitteln zur Verfügung gestellt werden, um ihnen die Erarbeitung vollständiger Forschungsvorschläge zu ermöglichen;

-Kooperative Forschung (CRAFT) ist eine bestimmte Projektart für KMU ohne oder mit nicht ausreichenden FuE-Mitteln, um:
. die Entwicklung von Technologien zu fördern, die den Erfordernissen von KMU entsprechen;
. grenzübergreifende Netze und Kooperation unter KMU und zwischen KMU, Forschungsorganisationen und Großunternehmen zu fördern;
. KMU bei ihren Anstrengungen zur Verbesserung ihrer Fähigkeit zur Absorption und zur Entwicklung der erforderlichen Technologien zu steigern.

Zuschüsse für Vorarbeiten sollen die Ausarbeitung ausführlicher Vorschläge ermöglichen (Definition eines detaillierten Forschungs-Arbeitsprogramms, Partnersuche, Bestimmung der wirtschaftlichen Auswirkungen, Bestätigung des Neuerungsgrades) und/oder einer Durchführbarkeitsstudie für Forschungsarbeiten mit Untersuchung der Durchführbarkeit eines Forschungsprojekts vor Beginn der eigentlichen Forschungsphase:

Vorschläge können in zwei Stufen unterbreitet und ausgewertet werden: Ein vorläufiger Vorschlag im ersten Stadium kann zur Bewilligung von Zuschüssen zur Deckung Kosten der Ausarbeitung eines vollständigen Vorschlags zur Unterbreitung im zweiten Stadium zur Folge führen. Das erste Stadium ist eine Option, d.h. Anbieter können das erste Stadium überspringen und können vollständige Vorschläge direkt im zweiten Stadium unterbreiten.

Die Projektarten, die im zweiten Stadium bezuschußt werden können, sind bei den einzelnen Programmen unterschiedlich und können eine oder mehrere der nachfolgenden beinhalten:

- Forschungsprojekte auf Kooperationsbasis, die spezifisch auf KMU abstellen und KMU-Gruppen mit ähnlichen technischen Problemen, aber ohne oder mit nicht ausreichenden eigenen FuE-Mitteln in die Lage versetzen, Dritte (sogenannte FTE-Anbieter) mit der Ausführung von Forschungsarbeiten zu beauftragen;

- Bei den anderen Projektarten, die ebenfalls Unternehmen jeder Art offenstehen, sollen die Mittel den KMU helfen, eine führende oder wesentliche Rolle zu übernehmen. Die einschlägigen Bestimmungen und Antragsformulare sind Bestandteil des Hauptinformationspakets der betreffenden Programme.

Einige der spezifischen Programme umfassen KMU-spezifische Maßnahmen, bei denen Zuschüsse für Vorarbeiten bzw. für Forschungsprojekte auf Kooperationsbasis gewährt werden. Einzelheiten finden sich in den Informationspaketen für die einzelnen spezifischen Programme.

Im Rahmen des Vierten Rahmenprogramms soll das CRAFT-Netz, das KMU auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene mit Informationen, Beratung und auf sonstige Art und Weise unterstützt, noch einmal erweitert werden, damit KMU-spezifische Maßnahmen bei allen einschlägigen Programmen erfaßt werden können. Das CRAFT-Netz verfügt über Knotenpunkte in jedem Mitgliedstaat, damit eine ausreichende geographische und thematische Verteilung gewährleistet ist.

Unterteilung

Einzelheiten über die Gebiete eines jeden spezifischen Programms:

-Telematikanwendungen:
Auf Sektoren, bei denen die Beteiligung von KMU nach der ersten Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen ungenügende ist, kann eine spezifische Ausschreibung für bezuschusste Vorbereitungsarbeiten in Betracht gezogen werden. Die betroffenen Sektoren sind:
. Telematik für Verwaltung;
- Telematik für Verkehr;
-Telematik für Forschung;
. Telematik für allgemeine und Berufsbildung;
- Telematik für Bibliotheken;
. Telematik für städtische oder ländliche Gebiete;
. Telematik für das Gesundheitswesen;
. Telematik für Behinderte und Menschen im Ruhestand;
. Telematik für die Umwelt;
. Telematik-Engineering
. Sprachentechnik;
. Informationstechnik;
. Unterstützungsmaßnahmen;

- Industrie- und Werkstofftechnologien:
Projekte auf Kooperationsbasis und industrielle Forschungsprojekte auf nachfolgenden Gebieten:
. Produktionstechnologien;
. Werkstoffe und Technologien für Produktinnovation;
. Technologie für Verkehrsmittel;

- Normen, Meßtechnik und Prüfung:
Projekte auf der Basis von Zusammenarbeit und Industrieforschungsprojekte auf nachfolgenden Gebieten:
. Beschränkt auf Gebiet 1 - Messungen für europäische Qualitätsprodukte;

- Umwelt und Klima:
Projekte auf der Basis von Zusammenarbeit und andere Forschungsprojekte auf der Basis von Kostenteilung auf nachfolgenden Gebieten:
. Forschung auf dem Gebiet der natürlichen Umgebung, der Umweltqualität und globaler Änderungen;
. Anwendung der Raumtechnik zur Beobachtung und Erforschung der Umwelt;
. Die menschlichen Dimensionen von Umweltänderungen;

- Meereswissenschaften und Technologien:
Kooperative Forschungsprojekte und andere Projekte auf der Basis von Kostenteilung, einschließlich von gemeinsamen MAST- und EUREKA/EUROMAR-Projekten auf nachfolgenden Gebieten:
. Meereswissenschaften;
. Strategische Meeresforschung;
. Meerestechnologie;

-Biotechnologien:
Alle Projekte auf der Basis von Kostenteilung, konzertierte Aktionen und horizontale Aktivitäten auf nachfolgenden Gebieten:
. Zellenfabriken;
. Genom-Analysen;
. Pflanzliche und tierische Biotechnologie;
. Zellenkommunikation in den Neurowissenschaften;
. Immunologie und krankheitsübergreifende Vakzinologie;
. Strukturelle Biologie;
. Pränormative Forschung, biologische Artenvielfalt und soziale Akzeptanz;
. Infrastrukturen;
. Horizontale Aktivitäten (z.B. Studien, Demonstrationsprojekte);

- Biomedizin und Gesundheit:
Kooperative Forschungsprojekte, andere FTE-Projekte auf der Basis von Kostenteilung und Demonstrationsprojekte auf den nachfolgenden Gebieten:
. Pharmazeutika;
. Biomedizinische Technologie und Engineering;
. Das Gehirn;
. Erkrankungen mit ausgeprägten sozioökonomischen Wirkungen (Krebs; Aids; Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten; Herz- und Gefäßkrankheiten; chronische Erkrankungen, Alterskrankheiten und altersbezogene Probleme; berufliche Gesundheit und Gesundheit am Arbeitsplatz; seltene Krankheiten);
. Das menschliche Genom;
. Öffentliche Gesundheit einschließlich von Gesundheitsdiensten;
. Biomedizinischer Ethik;%- Landwirtschaft und Fischerei (einschließlich von Agro-Industrie, Lebensmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und ländlicher Entwicklung):
Kooperative Forschungsprojekte, andere FTE-Projekte auf der Basis von Kostenteilung und Demonstrationsprojekte auf nachfolgenden Gebieten:
. Integrierte Produktions- und Verarbeitungsketten;
. Skalierungs- und Verarbeitungsmethodologien;
. Allgemeine Wissenschaften und fortgeschrittene Technologien für Nährmittel;
. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und ländliche Entwicklung;
. Fischerei und Aquakultur;

- Nichtnukleare Energie (FuE-Komponente):
Kooperative Forschungsprojekte und andere FTE-Projekte auf der Basis von Kostenteilung auf den nachfolgenden Gebieten:
. Rationelle Energienutzung;
. Erneuerbare Energiequellen;
. Fossilbrennstoffe;

- Verkehr:
FTE-Projekte auf der Basis von Kostenteilung auf nachfolgenden Gebieten:
. Strategische Forschung;
. Schienenverkehr;
. Integrierte Verkehrsnetze;
. Luftverkehr
. Stadtverkehrsmittel;
. Wasserverkehrsmittel;
. Straßenverkehrsmittel.

Ausführung

Die Verantwortung für die Durchführung der Technologie-Förderungsmaßnahmen (Aufforderungen zur Unterbreitung von Vorschlägen, Auswahl der Vorschläge, Finanzierung usw.) liegt bei jedem der betroffenen spezifischen Programme.

Um die Kriterien für die Qualifikation und die Auswahl zu vereinheitlichen, wurde ein einheitliches Informationspaket mit dem Titel "Technologie-Förderungsmaßnahmen für KMU" ausgearbeitet. Dieses ist den nachfolgenden zehn Programmen gemeinsam: Telematikanwendungen; Industrie- und Werkstofftechnologien; Normen, Meßtechnik und Prüfung; Umwelt und Klima; Meereswissenschaften und -technologien; Biotechnologien; Biomedizin und Gesundheit; Landwirtschaft und Fischerei; nichtnukleare Energie (FuE-Komponente, JOULE) und Verkehr. Das gemeinsame Informationspaket unterteilt sich in drei Teile: Teil I behandelt die Explorationsmittel und Teil II Forschungsprojekte auf Kooperationsbasis. Teil III enthält spezifische Angaben für jedes betroffene Programm (erfaßte Forschungsbereiche, im zweiten Stadium zugängliche Projektarten, indikative Terminpläne für die Unterbreitung von Vorschlägen usw.). Dieser Teil enthält auch eine Liste der Kontaktstellen für die Beschaffung weiterer Informationen und Unterstützung in einzelnen Mitgliedstaaten.

Das einheitliche Informationspaket erstreckt sich jedoch nicht auf spezifische Programme der fortgeschrittenen Kommunikationstechnologie und Dienste, die Informationstechnologien oder die Demonstrationskomponente des nichtnuklearen Energieprogramms (THERMIE). Einzelheiten über KMU-spezifische Maßnahmen, die bei diesen Programmen realisiert werden, finden sich in den jeweiligen Informationspaketen.

Für die Zwecke der zehn Programme, für die ein vereinheitlichtes Informationspaket vorliegt, wird ein KMU als ein Unternehmen definiert, das die nachfolgenden Kriterien erfüllt:

- Maximal 500 Mitarbeiter;L%- Nicht mehr als ein Drittel der Anteile darf sich im Besitz von Organisation befinden, die größer als KMU sind (auf der Basis des Umsatzes und der Anzahl der Mitarbeiter), wenn es sich nicht um einen Finanzanleger wie z.B. eine Bank oder einen Risikokapitalgeber handelt;
- Ein Jahresumsatz von nicht mehr als 31 Millionen ECU.

Von Bedeutung ist, daß KMU bei bestimmten Programmen zusätzliche Kriterien erfüllen müssen, um "förderungswürdig" zu sein. So können beispielsweise KMU, deren Hauptaktivität aus Beratungsdiensten bestimmt, im Rahmen des Umwelt- und Klimaprogramms und des Programms für Normung, Meßtechnik und Prüfung nicht gefördert werden.

Der erste Teil des gemeinsamen Informationspakets ist für die Vorbereitung von Anträgen auf die Bewilligung von Zuschüssen für Vorarbeiten für die oben genannten zehn Programme bestimmt. Die Art der Forschungsprojekte und die geförderten Forschungsgebiete werden im Teil "Unterbereiche" dieser Beschreibung erläutert. Weitere Angaben über die Unterbreitung von anderen als CRAFT-Projekten finden sich in den jeweiligen Informationspaketen der betreffenden Programme.

Zuschüsse für Vorarbeiten werden im allgemeinen wenigstens zwei nicht miteinander verbundenen (förderungswürdigen) KMU aus verschiedenen Mitgliedstaaten oder aus wenigstens einem Mitgliedstaat und einem assoziierten Land gewährt. Partner dürfen noch nicht mit Mitteln aus dem dritten oder vierten Rahmenprogramm zur Expansion, Bestimmung der Durchführbarkeit oder zur Exploration bezuschußt worden sein. Der Zeitraum für die Bezuschussung von Vorbereitungsarbeiten zur Exploration darf 12 Monate nicht überschreiten. Der finanzielle Beitrag der EG kann bis zu 75 % der Gesamtkosten betragen. Kein einzelner Zuschuß kann einen Betrag von 45 000 ECU übersteigen.

Der zweite Teil des gemeinsamen Informationspakets detailliert die Regeln und Vorgehensweise für die Erarbeitung von Vorschlägen für Forschungsprojekte auf Kooperationsbasis für sieben der obengenannten spezifischen Programme. Bei dem Programm für Telematikanwendungen, dem Biotechnologieprogramm und dem Verkehrsprogramm wird davon ausgegangen, daß keine Projekte dieser Art durchgeführt werden.

Vorschläge müssen im allgemeinen von mindestens vier nicht miteinander verbundenen, förderungswürdigen KMU unterbreitet werden (bei bestimmmten Programmen sind nur zwei KMU erforderlich), die keine oder nicht ausreichende eigenen FTE-Möglichkeiten haben und wenigstens zwei verschiedenen Mitgliedstaaten oder einem Mitgliedstaat und einem assoziierten Land stammen. Diese Projekte stehen auch der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) offen. Der Hauptanbieter muß ein KMU sein. Wenigstens die Hälfte der Arbeiten an einem Projekt ist von einem FTE-Anbieter durchzuführen, der selber über ausreichende FuE-Mitteln für die Durchführung der Forschung für die KMU-Anbieter verfügen muß. Hierbei kann es sich um Hochschulen, Forschungszentren, Industrieunternehmen usw. handeln, die keine Verbindung zu einen Antragsteller haben.

Projekte mit einer Laufzeit von wenigstens zwei Jahren werden von der Gemeinschaft auf der Basis von Kostenteilung finanziert, wobei der Beitrag der Gemeinschaft gewöhnlich zwischen 0,3 Mio. ECU und 1 Mio. ECU liegt. Die FTE-Anbieter werden im Normalfall in voller Höhe für die durchgeführten Arbeiten entschädigt. Förderungswürdige KMU müssen wenigstens ein Drittel der Gesamt-Projektkosten decken. Andere Anbieter (andere KMU, Großunternehmen, Industrieverbände) können sich ebenfalls beteiligen, indem sie Dienstleistungen anbieten oder sich mit Barmitteln in Höhe von maximal einem Sechstel der Projekt-Gesamtkosten beteiligen.

Eine Teilnahme an Forschungsprojekten auf der Basis von Zusammenarbeit ohne finanzielle Unterstützung durch die Europäische Gemeinschaft ist bei Einzelprojekten für Rechtspersonen zulässig, die in einem europäischen Drittland oder einem Land ansässig sind, das ein W&T-Abkommen mit der Europäischen Gemeinschaft auf den Gebieten abgeschlossen hat, das von dem Programm erfaßt wird, für das der Vorschlag unterbreitet wurde, sowie internationalen Organisationen. Eine solche Teilnahme muß jedoch nachweislich für die Gemeinschaft von Vorteil sein.

Bezuschusste Vorbereitungensarbeiten und Projekte auf der Basis von Zusammenarbeit werden gewöhnlich im offenen Verfahren ausgeschrieben, wobei die Angebote in regelmäßigen Zeitabständen (zwei- oder dreimal pro Jahr) losweise ausgewertet werden. Indikative Terminverläufe mit Terminen für die Unterbreitung von Vorschlägen finden sich in Teil III des Informationspakets für technologiefördernde Maßnahmen für KMU.

Der indikative Gesamtbetrag, der für KMU-spezifische Maßnahmen in verschiedene einschlägige Programme des Vierten Rahmenprogramms eingestellt wurde, beläuft sich auf 700 Millionen ECU. Die Beträge, die für jedes der zwölf Programme eingestellt wurden, sind folgende:

- Telematikanwendungen: bis zu 42 Millionen ECU;
- Fortschrittliche Kommunikationstechnologien und Dienstleistungen: 63 Millionen ECU;
-Informationstechnologien: 229 Millionen ECU;
- Industrie- und Werkstofftechnologien: bis 225 Millionen ECU;
- Normen, Meßtechnik und Prüfung: bis zu 15 Millionen ECU;
-Umwelt und Klima: bis zu 15,5 Millionen ECU;
- Meereswissenschaften und -technologien: bis zu 8 Millionen ECU;
- Biotechnologie: bis zu 22,9 Millionen ECU;
- Biomedizin und Gesundheit: je nach dem Umfang der Vorschläge noch zu entscheiden;
- Landwirtschaft und Fischerei (einschließlich Agro-Industrie, Lebensmitteltechnologie, Forstwirtschaft, Aquakultur und ländliche Entwicklung): bis zu 60 Millionen ECU;
- Nichtnukleare Energie - FuE-Demonstrationskomponenten): bis zu 22 Millionen ECU;
- Verkehr: 12 Millionen ECU.
Datensatznummer: 513 / Zuletzt geändert am: 2012-04-30
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