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  • Programm für die qualifizierte Berufsausbildung in der europäischen audiovisuellen Programmindustrie (MEDIA II-Ausbildung), 1996-2000; Programm zur Förderung der Entwicklung und des Vertriebs europäischer audiovisueller Werke (MEDIA II-Entwicklung und Ver

Vorheriges Programm

OTH-MEDIA 1

Nachfolgeprogramm

OTH-MEDIA + - OTH-MEDIA-TRAINING

Programmfinanzierung

EUR 310 million

Referenz zum Amtsblatt

L 321 von 1995-12-30
Im Bereich der Berufsbildung, Hilfestellung für Akteure in der Programmindustrie bei der Anpassung an die europäische und weltweite Dimension des Markts durch Förderung der Berufsbildung im Bereich des wirtschaftlichen und gewerblichen Managements, der Rechtsbestimmungen und der Anwwendung neuer Technologien; im Bereich der Entwicklung und Verbreitung, Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen Industrie auf dem europäischen und dem Weltmarkt durch Unterstützung der Produktion von Werken mit einem echten kommerziellen Potential und Ertüchtigung der transnationalen Vertriebs- und Übertragungsnetze.

Kurzbeschreibung

Für den Zeitraum von 1996 bis 2000 unterteilt sich das MEDIA-Programm in zwei Teile: MEDIA II-Berufsbildung und MEDIA II-Entwicklung und Verteilung. Jeder Teil is das Objekt eines gesonderten Vorschlags für eine Entschließung des Rats.

MEDIA II baut auf den Ergebnissen und den Erfahrungewn der Programmphase von 1991 bis 1995 auf; die Einrichtung erfolgt im Sinne von Artikel 130 des Vertrags über die Europäische Union, nach dem die Gemeinschaft die Aufgabe hat, "zur Beschleunigung der Anpassung der Industrie an strukturelle Änderungen spezifische Schritte mit Maßnahmen zur Unterstützung von Aktionen in den Mitgliedstaaten zu ergreifen" um Bedingungen zu gewährleisten, wie sie für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie der Gemeinschaft erforderlich sind.

Der Inhalt von MEDIA II unterliegt einer wesentlichen Beeinflussung durch das Ergebnis des Grünbuchs über "Strategieoptionen zur Ertüchtigung der europäischen Programmindustrie", das im April 1994 von der Gemeinschaft verabschiedet wurde. In diesem wurde die Notwendigkeit der Beseitigung der strukturellen Mängel der europäischen Programmindustrie und der Anwendung einer Politik zur Sicherung ihrer mittelfristigen Wettbewerbsfähigkeit hervorgehoben, damit die erwarteten kulturellen und wirtschaftlichen Vorteile vollumfänglich für die Informationsgesellschaft genutzt werden können.

Aufgrund der Ergebnisse des Konsultationsprozesses über das Grünbuch und der oben umrissenen Bestimmungen des Vertrags müssen die gemeinschaftlichen Maßnahmen zur Förderung der Programmindustrie:

- Maßnahmen mit einer strukturellen Wirkung auf die Industrie einbeziehen;
- das Potential von Maßnahmen in der gesamten Gemeinschaft voll ausschöpfen;
- sich ergänzende gemeinschaftliche und einzelstaatliche Maßnahmen und eine gemeinschaftliche finanzielle Verantwortung der audiovisuellen Industrie fördern;
-finanzielle Anreize bieten, bei denen nicht zurückzahlbare Zuschüsse durch zurückzahlbare Vorauszahlungen und weiche Darlehen ersetzt werden;
- in verstärktem Umfang automatische anstelle von selektiven Unterstützungssystemen zur Anwendung bringen.

Die Ausbildungskomponente von MEDIA II unterstützt die von den Mitgliedstaaten ergriffenen Maßnahmen. Ihr Ziel ist es, den Erfordernissen der Industrie gerecht zu werden und ihre Wettbewerbsfähigkeit durch einen Beitrag zur Entwicklung der Aus- und Weiterbildung der audiovisuellen Berufe auf dem Gebiet des Know-hows und der Fertigkeiten zu steigern, die diese Berufe für die Belange des europäischen Markts bei der Entwicklung von Projekten und im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit insbesondere auf nachfolgenden Gebieten erfordern:

- Wirtschaftliches und gewerbliches Management, einschließlich von Rechtsaspekten;
- Nutzung und Entwicklung neuer Technologien zur Produktion von Programmen mit hohem Mehrwert.

Abgesehen von den von den Mitgliedstaaten ergriffenen Maßnahmen, sollen gemeinschaftliche Maßnahmen:

- die Fertigkeiten dieser Berufe im europäischen Kontext abrunden;
- die Bewußtseinsbildung bei Berufsbildungseinrichtungen hinsichtlich der europäischen Dimension fördern und sie ermutigen, entsprechende Studienkurse vom Stand der Technik in ihre Lehrpläne aufzunehmen;
- vorhandene Ausbildungseinrichtungen vernetzen.

Die Maßnahmen des Programms zur Entwicklung und Verbreitung konzentrieren sich auf die Ertüchtigung des europäischen audiovisuellen Sektors. Diese soll erreicht werden durch:

-Beschleunigung der Anpassung der Industrie an strukturelle Änderungen;
- Schaffung eines Umfelds, das gewerbliche Initiativen und die Entwicklung von Unternehmen, insbesondere von KMU, in der gesamten Gemeinschaft fördert;
- Schaffung eines Umfelds, das die Zusammenarbeit von Unternehmen fördert;
Maßnahmen zur Förderung der besseren Nutzung des Potentials der Industrie für Innovation, Forschung und technische Entwicklung.

Hinsichtlich der Entwicklung zielen die Maßnahmen ab auf:

-Förderung der Entwicklung von Produktionsprojekten, die auf den europäischen und den Weltmarkt abstellen sowie Unterstützung von Unternehmen, die zu einer solchen Entwicklung fähig sind;
- Entwicklung von Produktionsprojekten unter Anwendung neuer, schöpferischer Methoden und Unterstützung von Unternehmen, die hierzu in der Lage sind;

Hinsichtlich der Verbreitung haben die Maßnahmen folgende Ziele:

-Ermutigung europäischer Vertriebsunternehmen zur Investition in der Produktion von Filmprogrammen und zur Einrichtung transnationaler Strukturen für den Vertrieb von Filmen;
- Ermutigung von Fernsehgesellschaften zur Zusammenarbeit bei der Investition in Produktionsstrukturen für den europäischen und den Weltmarkt und zur Einrichtung von grenzüberschreitenden Programmen für die Sendung solcher Programme;
- Förderung der Sprachenvielfalt der Programme;.
- Unterstützung des Zugangs zu kommerziellen Veranstaltungen zur Förderung europäischer, insbesondere unabhängiger, Produktionen.

Abgesehen von den spezifischen Maßnahmen im Rahmen von MEDIA II, plant die Kommission die Förderung der Einrichtung finanzieller und technischer Mechanismen zur Mobilisierung finanzieller Ressourcen für audiovisuelle Produktionen (Film und Fernsehen). In dieser Hinsicht kann die Kommission auch einen Gesetzentwurf zur Einführung eines Finanzinstruments vorbereiten und die Art der Finanzierung spezifizieren.

Unterteilung

Ausbildung:
Zwei Gebiete:

- Ausbildung auf dem Gebiet des betriebswirtschaftlichen und gewerblichen Managements:
Entwicklung der Fähigkeit der in der Industrie Tätigen zur Konzeptualisierung und Nutzung der europäischen Dimension bei der Entwicklung und Produktion, bei der Verbreitung und der Sendung audiovisueller Programme:
. Förderung der Definition und der Aktualisierung von Management-Ausbildungsmodulen zur Ergänzung einzelstaatlicher und regionaler Inititativen durch Einbeziehung eines europäischen Gesichtspunkts (Ausbildung und berufliche Weiterbildung);
. Förderung der Einbeziehung dieser Module in vorhandene Lehrpläne;
. Vernetzung von Ausbildungsprogrammen; Erleichterung des Austauschs von Lehrkräften und Studenten/qualifizierten Fachkräften mit Zuschüssen und durch Austauschprogramme mit Unternehmen in anderen Mitgliedstaaten und durch einen Beitrag zur Ausbildung der Lehrkräfte;

- Ausbildung für neue Technologien:
Entwicklung der Fähigkeit der in der Industrie Tätigen zur Nutzung fortgeschrittener, kreativer Methoden, wie zum Beispiel Computergrafik, Multimedien und interaktive Technologien:
. Förderung der Definition und Aktualisierung der Ausbildungsmodule neuer audiovisueller Technologien zur Ergänzung nationaler und regionaler Beteiligter;
. Förderung der Einbeziehung der Module in bestehende Lehrpläne;
. Vernetzung von Ausbildungsprogrammen; Erleichterung des Austauschs von Lehrkräften und Studenten/qualifizierten Fachkräften mit Zuschüssen und durch Austauschprogramme mit Unternehmen in anderen Mitgliedstaaten und durch einen Beitrag zur Ausbildung der Lehrkräfte;

Entwicklung und Verbreitung:
Vier Gebiete:

- Entwicklung:
Verbesserung der Entwicklungsmöglichkeiten (Vorproduktion) für dramaturgische Gestaltung, Trickfilmtechnik, und Dokumentarfilme mit dem Ziel des Zugangs zum europäischen und zum Weltmarkt durch:
. Unterstützung der dramaturgischen Gestaltung, des Dokumentarfilms und der Trickfilmtechnik (Film und Fernsehen) für das europäische Publikum bzw. das Publikum weltweit, insbesonder durch Förderung der Verbesserung der Methodik der Bearbeitung von Drehbüchern;
. Unterstützung von Unternehmen mit Entwicklungsprojekt-Paketen mit einem europäischen und einem Weltmarkt-Potential;
. Förderung von Netzen von Unternehmen mit gemeinsamen Entwicklungsprojekten für den europäischen und den Weltmarkt;

- Video- und Filmvertrieb:
Verbesserung des Video- und des Filmvertriebs europäischer Werke mit großem Nutzpotential auf dem europäischen und dem Weltmarkt;
. Unterstützung der Einführung europäischer Vertriebsmechanismen zur Ermutigung von Vertriebsgesellschaften zur finanziellen Beteiligung an Produktionen mit kommerziellem Potential auf dem europäischen und dem Weltmarkt;
. Förderung des Aufbaus von Netzen europäischer Vertriebsgesellschaften mit gemeinsamen kommerziellen Strategien auf dem europäischen und dem Weltmarkt;

-Fernsehsendungen:
Verbesserung der Vertriebsmöglichkeiten für Fernsehprogramme für den europäischen und den Weltmarkt durch:
. Einführung eines Mechanismus zur Ermutigung von Fernsehanstalten zur Beteiligung an der Finanzierung von Werken unabhängiger Produktionsgesellschaften mit hohem Nutzpotential und an ihrem Vertrieb auf dem europäischen Markt;
. Unterstützung der Sprachenvielfalt durch Synchronisierung, Untertitel oder mehrsprachige Produktion;

- Werbung und Marktzugang:
Verbesserung des Zugangs unabhängiger Produzenten und Vertriebsgesellschaften zum europäischen und dem Weltmarkt durch Dienstleistungen und Werbemaßnahmen auf kommerziellen Veranstaltungen, wie z.B. auf europäischer und internationaler Ebene veranstaltete Börsen, Messen und Festivals.

Ausführung

Das MEDIA II-Programm wir in zwei deutlich voneinander getrennten Teilen durchgeführt, MEDIA II-Berufsbildung und MEDIA II-Entwicklung und Verbreitung. Die Kommission ist für die Durchführung beider Teile zuständig. Dabei wird sie von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und unter der Leitung eines Vertreters der Kommission steht.

Für die Durchführung beider Teile des Programms wurde ein Haushaltsrahmen von 310 Mio. ECU festgelegt. Davon entfallen 45 Mio. ECU auf MEDIA II-Berufsbildung und 265 Mio. ECU uf MEDIA II-Entwicklung und Verbreitung.

Bei der Durchführung von MEDIA II-Berufsbildung arbeitet die Kommission eng mit allen Beteiligten zusammen, so z.B. mit Ausbildungsstätten, Berufsverbänden und Unternehmen. Gemeinschaftliche Mittel stehen zur Förderung nationaler/regionaler Beteiligter zur Verfügung, die aufgrund einer Ausschreibung für die Teilnahme ausgewählt wurden, damit sie ihr bestehendes Angebot von Ausbildungskursen um Module über Management und neue Technologien erweitern können. In der Regel übersteigt die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft 75% der Ausbildungskosten nicht. Der verbleibende Betrag muß von den nationalen/regionalen Beteiligten selber aufgebracht werden.

Bei MEDIA II-Entwicklung und Distribution arbeitet die Kommission eng mit den öffentlichen Behörden zusammen, die sich mit der Unterstützung der audiovisuellen Industrie in den Mitgliedstaaten befassen, um zu gewährleisten, daß sich die Einsätze ergänzen und dem Grundsatz der Subsidiarität gerecht werden.
%Die gemeinschaftlichen Mittel für diesen Teil des Programms sollen die Marktzugangsmöglichkeiten für Produktionen verbessern, die auf ein europäisches und weltweites Publikum abstellen und Produktions- und Vertriebsunternehmen stärken, die ein Wachstumspotential auf dem europäischen Markt zeigen. In beiden Fällen übersteigt die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft 50% der Kosten nicht. Die Zuwendungen haben die Form von zurückzahlbaren Vorschüssen und Darlehen. Es gibt auch Zuschüsse zur Förderung der Sprachenvielfalt von Produktionen.

Die Rückzahlung der Beträge aus dem Programm, zusammen mit Rückzahlungen aus der MEDIA-Phase von 1991 bis 1995, sollen als Finanzierungsinstrument für die Mobilisierung öffentlicher und privater Finanzierungsmittel für europäische audiovisuelle Produktionen eingesetzt werden.

Die Kommission ist zur Abfassung von Zwischenberichten über die Durchführung beider Teile des MEDIA II-Programms innerhalb von sechs Monaten nach den ersten drei Jahren der Durchführung jedes Programms verpflichtet. Bei Programmende verfaßt die Kommission einen Abschlußbericht über die Durchführung und die erzielten Ergebnisse.

Bemerkungen

Die Annahme der beiden Stränge des MEDIA II-Programms erfolgte aufgrund von zwei getrennten Entschließungen des Rats: MEDIA II-Entwicklung und Verbreitung mit Entschließung 95/563/EG vom 10.7.1995 und MEDIA II-Ausbildung mit Entschließung 9
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