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Programmfinanzierung

EUR 40 million
Förderung der Kooperation zwischen Lateinamerika und Europa auf dem Gebiet der höheren Bildung zur Beseitigung von Mängeln und zum Abbau der Unterschiede und der Herstellung eines Gleichgewichts der beiden Regionen durch Verbesserung des wissenschaftlichen, akademischen und technologischen Potentials von Lateinamerika; Förderung von Kooperationsprogrammen durch Netzwerke höherer Bildungseinrichtungen in Europa und Lateinamerika mit Hinblick auf die gemeinsame Durchführung akademischer Maßnahmen; Erleichterung des Austauschs von Hochschulabsolventen und Studenten und andere Aktionen.

Kurzbeschreibung

Am 10. März 1994 genehmigte die Kommission das ALFA-Programm, mit dem die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der akademischen Bildung zwischen den EU-Mitgliedsländern und 18 lateinamerikanischen Ländern gefördert werden soll. Mit einer Laufzeit von fünf Jahren entspricht der Programminhalt den Vorgaben der Vorschrift (EWG) 443/93 hinsichtlich der Verstärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit im gemeinsamen Interesse sowie den Richtlinien der dritten Generation von Kooperationsabkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und bestimmten Ländern Lateinamerikas, die beide die Bedeutung von Bildungsmaßnahmen und insbesondere Bildungsmaßnahmen auf höherer Ebene hervorheben.

Im Rahmen des Programms werden nachfolgende akademische Projekte bevorzugt gefördert:

- Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im allgemeinen, sowie Unternehmensleitung, öffentliche Dienste, Wirtschaft und Wirtschaftsrecht, Umweltstudien, regionale Integration, ländliche Entwicklung, regionale und Städteplanung, sowie Sozial- und Bildungspolitik;
- Technische Wissenschaften;
- Medizin und andere gesundheitsbezogene Wissenschaften;

Auskünfte über das Programm erteilt das ALFA Technische Unterstützungsbüro: BAT/CEEEETA Rue Joseph II 36-40 B-1040 Brussels Tel: +32-2-2190453 Fax: +32-2-2196384

Unterteilung

Zwei Unterprogramme:

- Kooperation für das Management von Institutionen (Unterprogramm a): Seminare und Intensivkurse auf folgenden Gebieten:
. Adakemische und verwaltungstechnisches Management;
. Anerkennung akademischer Qualifikationen, Titel und Grade;
. Verbesserung, Anpassung und ggf. Harmonisierung von Lehrplänen;
. Kooperation zwischen höheren Lehranstalten und Unternehmen;
. Innovation und Systematisierung der Aufgabenstellung im Bildungswesen;
. Einstufung von Lehranstalten;

- Kooperation für die wissenschaftliche und technologische Berufsbildung (Unterprogramm B):
.Unterstützende Lehrpläne für fortgeschrittene Berufsbildung (Doktorwürde, Diplom, und Spezialisierung) sowie weiterführende Studien für Studierende mindestens zwei Jahre nach dem ersten Hochschulabschluß;
.Entwicklung gemeinsamer Forschungsprojekte.

Ausführung

Die Europäische Kommission (GD für Außenwirtschaftsbeziehungen, GD I - Lateinamerika) ist für die Durchführung des Programms verantwortlich. Dabei wird sie durch ein technisches Unterstützungsbüro und einen wissenschaftlichen Ausschuß unterstützt. Der wissenschaftliche Ausschuß besteht aus sechs Mitgliedern mit wissenschaftlichen, akademischen und geschäftlichen Erfahrungen.

Die Teilnahme an diesem Programm steht höheren Bildungseinrichtungen offen, die von den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten und den nachfolgenden lateinamerikanischen Ländern offiziell anerkannt sind: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela.

Das ALFA-Programm arbeitet auf der Basis von Netzwerken, bestehend aus einer Anzahl höherer Bildungseinrichtungen, die auf dem Gebiet der institutionellen Verwaltung und oder bei der wissenschaftlichen und technologischen Berufsbildung zusammenarbeiten. Jedes Netz muß aus wenigstens fünf Institutionen aus fünf verschiedenen Ländern bestehen, davon wenigstens drei in der Europäischen Union und wenigstens zwei in Lateinamerika.

Die Kommission veröffentlicht regelmäßige Einladungen an in Netzen zusammengefaßte höhere Bildungsanstalten, die zur Stellung von Anträgen auf Teilnahme an Projekten im Rahmen des ALFA-Programms auffordern. Es bestehen auch Möglichkeiten für die Bildung von Gruppen aus unterschiedlichen Netzen. Die Veröffentlichung von Einladungen erfolgt in den großen Tageszeitungen der betroffenen Länder. Des weiteren erfolgt ihre Weiterleitung durch die Delegationen und die Dienststellen der Kommission, die Missionen der lateinamerikanischen Länder in der Europäischen Gemeinschaft, und die Ständigen Vertretungen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Bei Unterbreitung von Projektvorschlägen reicht eine zum koordinierenden Mitglied eines Netzes ernannte, federführende Einrichtung einen gemeinsamen Antrag ein, gewöhnlich innerhalb von 30 bis 45 Tagen nach der Veröffentlichung einer Einladung. Diesem Antrag müssen Begleitschreiben aller anderen Beteiligten beiliegen, in denen sie ihre Zustimmung zur Zusammenarbeit gemäß den Bedingungen für das ausgeschriebene Projekt geben.

Die Auswahl von Projekten erfolgt durch die Kommission aufgrund der verfügbaren Finanzierungsmittel für jedes Unterprogramm, sowie auf der Basis des Gutachtens des wissenschaftlichen Ausschusses. Nach Genehmigung eines Projekts erfolgt die Auswahl der Stipendiaten durch die Einrichtungen des Netzes nach dem Auswahlverfahren, das im ursprünglichen Projektvorschlag angegeben wurde.

In Zusammenarbeit mit dem technischen Unterstützungsbüro ist die Kommission für die technische und finanzielle Verfolgung zuständig. Die federführende Einrichtung ist verpflichtet, der Kommission einen Zwischenbericht vorzulegen (wenn die Laufzeit eines Projekts ein Jahr überschreitet), sowie einen Bericht nach Projektabschluß.

Diesem Programm wurde vorläufig ein Haushaltsrahmen von 40 Mio. ECU zugeteilt. Davon werden 32 Mio. ECU von der Europäischen Union und 8 Mio. von den nutznießenden Einrichtungen selber oder Dritten aufgebracht.

Die Kommission finanziert bis zu 80% der allgemeinen Kosten der unterbreiteten Projekte. Ein beschränkter Beitrag von mindestens 20% je Netz und Projekthaushalt wird den beteiligten Institutionen zur Finanzierung bestimmter Bereiche eines Netzprojekts abgefordert. Bei Projekten mit Austausch von Studierendem mit erstem Hochschulabschluß und Studenten wird finanzielle Unterstützung für die Reisekosten, Tagegeld, die Abrundung der Sprachkenntnisse und die Unterstützung der Gastgeberorganisation gewährt.
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