Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Programmfinanzierung

EUR 757 million

Referenz zum Amtsblatt

C 180 von 1994-07-01
Unterstützung zuständiger lokaler Behörden in den Mitgliedstaaten bei ihren Bemühungen um die Bereitstellung der notwendigen Einrichtungen zur Stimulierung wirtschaftlicher Aktivität sowie Vertrauensbildung und Schaffung eines sicheren Umfeldes für die in unterversorgten städtischen Gebieten lebende Bevölkerung und damit deren Integrierung in die Wirtschaft und die allgemeinen sozialen Strömungen.

Kurzbeschreibung

Die URBAN-Initiative wurde eingerichtet zur Förderung ausgewählter Vorhaben, die von den Mitgliedstaaten mit dem Ziel eingereicht wurden, sozioökonomisch rückständige städtische Gebiete zu unterstützen.

Das Schwergewicht der Initiative liegt auf einem integrierten Ansatz mit Förderung von Unternehmensgründungen, Verbesserung der Infrastrukturen und des Umfeldes, Angebot speziell ausgerichteter Ausbildungsmöglichkeiten, Aktionen für Chancengleichheit sowie sozialen Einrichtungen. Die Initiative entspricht in ihrem Umfang zwar keinesfalls der Bedeutung dieses großen gesellschaftlichen Problems, sie soll jedoch als Katalysator in einem auf breiter Basis angelegten Ansatz wirken und wichtige Vorhaben durchführen, um unterversorgten städtischen Gebieten zu einer dauerhaften Verbesserung des Lebensstandards der dort lebenden Bevölkerung zu verhelfen.

Im Mai 1996 wurden die Laufzeit der Initiative verlängert und zusätzliche finanzielle Mittel für zielgerichtete Maßnahmen in einer begrenzten Anzahl von Gebieten in Städten bereitgestellt. Bei der Implementierung dieser Maßnahmen soll sich das Augenmerk insbesondere auf Aktionen zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen, Langzeitarbeitslose sowie zur Verbesserung der Umwelt in städtischen Gebieten richten.

Unterteilung

Förderfähige Maßnahmen:

- Anregung neuer Wirtschaftstätigkeit:
. Bereitstellung von Werkstätten; Unterstützung von Unternehmen, Gewerbebetrieben, Genossenschaften, Verbänden sowie Dienstleistungen für KMU; Einrichtung von Business-Centern, Technologietransfer;
. Schaffung von öffentlich-privaten Partnerschaften insbesondere zur Verwaltung integrierter Entwicklungsprogramme;
. Einrichtung eines Pools von Management- und Marketingberatern; individuelle Beratung von Geschäftsleuten; Hinweise für Gründer neuer Unternehmen;

-Bereitstellung von Beschäftigungsmöglichkeiten für die örtliche Bevölkerung:
. Individuelle Ausbildungsprogramme und Sprachunterricht mit spezieller Ausrichtung auf die besonderen Bedürfnisse von Minderheiten;
. Ausbildung in neuen Technologien, z. B. Computerkenntnisse für den Finanzdienstleistungssektor oder die computergestützte Produktion im Kunstgewerbe;
. Mobile Einheiten für Berufs- und Ausbildungsberatung;
. Programme zur Durchführung von Praktika für Langzeitarbeitslose in örtlichen Sanierungsprojekten;
. Förderung arbeitsplatzintensiver Vorhaben auf örtlicher Ebene;

- Verbesserung der Sozial-, Gesundheits-und Sicherheitsvorsorge:
. Bereitstellung von Kindergarten- und Kindertagesstätteneinrichtungen;
. Verbesserung des Gesundheitswesens, insbesondere Förderung von Drogenrehabilitationszentren;
. Erhöhte Sicherheit und Kriminalitätsverhütung, Beteiligung der Anwohner an der Überwachung von Nachbarschaftsbezirken, Verbesserung der Straßenbeleuchtung;

- Verbesserung der Infrastrukturen und der Umweltbedingungen im Zusammenhang mit den obigen Maßnahmen:
. Sanierung von Gebäuden zur Unterbringung neuer sozialer und wirtschaftlicher Aktivitäten;
. Sanierung öffentlicher Plätze, einschließlich begrünter Gebiete;
. Energieeinsparung;
. Verbesserter Zugang zu telematischen Dienste;
. Nutzbarmachung von Brachland und kontaminierten Geländen;
. Bereitstellung von Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen;
. Aktionen zur Förderung der Mobilität der örtlichen Bevölkerung;

- Sonderseminare mit einem Angebot von Anreizen, Fachkenntnissen und Chancen für die Anwohner zur Modernisierung, Instandhaltung und erhöhter Sicherheit von Wohnsiedlungen;

- Förderung verbesserter Problemlösungsmöglichkeiten auf örtlicher Ebene, u. a. Austauschprogramme sowie die Schaffung von Partnerschaften zwischen den betroffenen städtischen Organisationen und Akteuren.

Ausführung

Gemeinschaftsförderung in Form von Darlehen, Zuschüssen und technischer Hilfe steht zur Verfügung für förderfähige Maßnahmen im Rahmen von operationellen Programmen, die von den Mitgliedstaaten eingereicht und von der Kommission genehmigt werden.

Mitgliedstaaten, die die im Rahmen der URBAN-Initiative verfügbaren Fördermittel in Anspruch nehmen wollten, wurden aufgefordert, bis zum 1. November 1994 detaillierte Vorschläge für operationelle Programme oder gegebenenfalls Anträge auf Globalzuschüsse für städtische Gebiete einzureichen. Die Vorschläge der Mitgliedstaaten müssen jeweils einen Lagebericht unter Darstellung der zu erreichenden Ziele enthalten und sollten einen Zeitplan sowie Voraussetzungen und Verfahren für Durchführung, Überwachung und Beurteilung umfassen. Während und am Ende der Planungsphase hat die Kommission in Partnerschaft mit den betreffenden Mitgliedstaaten die Ergebnisse der eingereichten Programme auszuwerten. Das Europäische Parlament, der Verwaltungsausschuß für die Gemeinschaftsinitiativen sowie die Begleitausschüsse werden über die Auswertungsresultate und die daraufhin ergriffenen Maßnahmen unterrichtet.

Im Rahmen der Initiative sind u. a. eine begrenzte Anzahl von Gebieten in Städten und in städtischen Ballungsgebieten mit mehr als 100 000 Einwohnern förderfähig. In Ausnahmefällen können auch Gebiete in kleineren Städten berücksichtigt werden. Zielgebiete sind in der Regel geographisch bestimmbare städtische Bezirke mit einer Mindestanzahl von Einwohnern, hoher Arbeitslosigkeit, verfallener Stadtsubstanz, schlechten Wohnverhältnissen und einem Mangel an sozialen Einrichtungen.

Im Rahmen der Initiative können voraussichtlich bis maximal 50 Einzelvorhaben gefördert werden; bevorzugt werden dabei innovative Projekte, die Bestandteil der von den betreffenden Städten verfolgten langfristigen Integrationsstrategien sind. Die geförderten Vorhaben sollen Modellcharakter für andere Gebiete mit ähnlichen Problemen haben. Alle Projekte sollten bis spätestens 1999 abgeschlossen sein.

Gefördert werden europäische Netze für Zusammenarbeit und Informationsaustausch über die Erfahrungen mit Projekten, die sich als erfolgreich erwiesen haben, sofern diese Förderung nicht bereits durch Kooperationsaktivitäten im Rahmen anderweitiger Gemeinschaftsinitiativen oder -programme erfolgt. In diese Erfahrungsaustauschnetze können auch Städte in Regionen einbezogen werden, die derzeit keinen Anspruch auf EFRE-Förderung haben.

Soweit möglich und angemessen, sollten die durch diese Initiative geförderten Operationen unter Berücksichtigung der anderen im Rahmen der Strukturfonds und Gemeinschaftsprogramme stattfindenden Aktionen - etwa Poverty IV und LEONARDO DA VINCI - geplant und durchgeführt werden. Aktivitäten, die durch Zuschüsse des EFTA-Kohäsionsfonds und Darlehen der Europäischen Investitionsbank gefördert werden, sollten ebenfalls beachtet werden.

Bemerkungen

URBAN wurde eingerichtet durch eine Entscheidung der Europäischen Kommission vom 15. Juni 1995 im Einklang mit den für die Strukturfonds geltenden Bestimmungen.
Datensatznummer: 526 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07