Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

  • Europäische Kommission
  • CORDIS
  • Programme
  • Modellvorhaben zur Einbeziehung des Konzepts der Informationsgesellschaft in die regionalpolitischen Maßnahmen für die Entwicklung der weniger begünstigten Regionen, 1995-1999

Programmfinanzierung

EUR 20 million
Einführung des Konzepts der Informationsgesellschaft in die regionalpolitischen Maßnahmen für die Entwicklung der weniger begünstigten Regionen der Europäischen Union.

Kurzbeschreibung

Das Kooperationsprogramm für die Informationsgesellschaft entstand aufgrund der Forderungen der Kommission, die auch in ihrem Weißbuch über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung und in dem Bangemann-Bericht über "Europa und die globale Informationsgesellschaft" zum Ausdruck kamen, den Herausforderungen der Informationsgesellschaft in vollem Umfang Rechnung zu tragen.

Nach Maßgabe von Artikel 10 der Vorschriften des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie Artikel 6 des Europäischen Sozialfonds (ESF), können EFRE und ESF zu innovativen Aktionen im Bereich der regionalen Entwicklung durch Modellvorhaben beitragen, die die Bündelung von Erfahrungen und die Entwicklung einer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Regionen der Gemeinschaft sowie innovative Maßnahmen fördern.

Derartige Modellvorhaben sollten einen innovativen Charakter haben (einen Mehrwert gegenüber existierenden oder vorangegangenen Aktionen in einer bestimmten Region schaffen) und eine europäische "Vernetzungs"-Dimension (Maximierung der europäischen Dimension durch Förderung überregionaler Zusammenarbeit und Partnerschaften) aufweisen. Außerdem sollten sie darauf abzielen, beschäftigungsintensives Wachstum zu generieren, Ausbildungssysteme zu stärken sowie ein starkes Demonstrationspotential für andere Regionen zu schaffen (Beitrag zu einer effizienteren Nutzung der Strukturfonds für regionale Entwicklung in förderfähigen Regionen durch Verbreitung bester Arbeitspraktiken).

Für den Zeitraum 1995 - 1999 wurde die Umsetzung des Informationsgesellschaftskonzepts in die Realität innerhalb der Regionen als einer der Prioritätsbereiche für Modellvorhaben gemäß Artikel 10 EFRE und Artikel 6 ESF festgelegt. In dieser Hinsicht soll das gegenwärtige Aktionsprogramm die Einbeziehung der entstehenden Informationsgesellschaft in die regionalpolitischen Entwicklungsmaßnahmen der weniger begünstigten Regionen der Europäischen Union fördern, und zwar durch:

Demonstration innovativer Anwendungen und Dienste;
- Starke Stimulierung der Nutzerbeteiligung;
- Verbreitung bester Arbeitspraktiken, insbesondere für die benachteiligten Regionen der Europäischen Union.

Das Aktionsprogramm verfolgt einen auf die folgenden spezifischen Ziele ausgerichteten Ansatz:

- Förderung und Unterstützung von Partnerschaften zwischen den maßgeblichen regionalen Akteure des öffentlichen und des privaten Bereichs bei der Ausgestaltung der Informationsgesellschaft in einer Weise, daß diese einen Beitrag zu Beschäftigung, Lebensqualität, nachhaltiger regionaler Entwicklung und sozioökonomischer Kohäsion in den Regionen leisten kann;
- Unterstützung der maßgeblichen regionalen Akteure bei der Überwindung von Hindernissen, die der Bildung von Partnerschaften entgegenstehen, Übernahme einer entsprechenden Verpflichtung und Entwicklung einer integrierten Informationsgesellschaftsstrategie für die benachteiligten Regionen;
Bereitstellung einer Basis zur besseren Nutzung regionaler, nationaler und europäischer Ressourcen, namentlich der im Rahmen der Strukturfonds zur Verfügung gestellten Mittel.

Unterteilung

Zwei Aktionsbereiche:

- Strategie und Aktion für die Entwicklung einer Informationsgesellschaft in rückständigen Regionen durch Partnerschaften zwischen öffentlichen und privaten Akteuren in den Regionen. Aktivitäten richten sich auf:
. Erzielung eines Konsenses über eine regionale Strategie, um sich den Herausforderungen der Informationsgesellschaft stellen und die sich bietenden Chancen wahrnehmen zu können;
. Förderung der Einbindung und Zusammenarbeit von Akteuren mit Hilfe eines Aktionsplans, der aller Wahrscheinlichkeit nach einen Beitrag zu der wirtschaftlichen Entwicklung und der Beschäftigung in den betroffenen Regionen leisten kann, einschließlich einer Durchführbarkeitsbewertung für die Anwendung;

- Modellvorhaben zur Demonstration bester Arbeitspraktiken im Bereich der regionalen Entwicklung durch Anwendungen der Informationsgesellschaft. Dazu gehören Vorbereitungen für Einrichtung und Beginn innovativer Anwendungen auf der Grundlage von Informations- und Kommunikationstechnologien, namentlich solcher Anwendungen, die sich auf die Schaffung von Arbeitsplätzen in neuen Wirtschaftszweigen und auf ausreichende Ausbildung in rückständigen Regionen konzentrieren. Dabei wird solchen Sektoren Vorrang eingeräumt, von denen angenommen wird, daß sie ein besonders starkes Potential für eine regionale Wirtschaftsentwicklung aufweisen.

Ausführung

Die Kommission ist für die Umsetzung des Programms verantwortlich, das nach Maßgabe von Artikel 10 des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Artikel 6 des Europäischen Sozialfonds (ESF) ins Leben gerufen wurde.

Aktionen im Rahmen dieses Programms werden aus einem Haushalt von 20 Mio. ECU finanziert, von denen 15 Mio. vom EFRE und die restlichen 5 Mio. ECU vom ESF bereitgestellt wurden.

Das zur Durchführung des Programms vorgeschlagene Verfahren stützt sich auf zwei Aktionsbereiche: Entwicklung einer regionalen Partnerschaft zur Erarbeitung einer regionalen Informationsgesellschaftsstrategie und Beginn von Modellanwendungen. Letztere sollten zur Demonstration bester Praktiken bei der regionalen Entfaltung der Informationsgesellschaft und damit zur effektiveren Nutzung öffentlicher und privater Ressourcen eingesetzt werden. Ein ergänzender Bereich soll eingeführt werden, um die Aufwertung und Verbreitung der Resultate von Aktionen, die mit den beiden Aktionsbereichen in Zusammenhang stehen, zu fördern.

Im Bereich des Strategie- und des regionalen Information-Aktionsplans erstreckt sich die finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinschaft auf bis zu 50 % der Kosten für die Aktivitäten, mit einer Obergrenze von 250.000 ECU pro Region. Bei Modellvorhaben beträgt die Finanzförderung der Gemeinschaft ebenfalls bis zu 50 % der Kosten, einschließlich der eingehenden Entwicklung des Projektes. Für jedes Vorhaben stehen zwischen 1 und 3 Mio. ECU zur Verfügung. Die Laufzeit der Vorhaben wird voraussichtlich 18 bis 24 Monate betragen.

Projekte werden aufgrund eines Aufrufes zur Einreichung von Vorschlägen ausgewählt, der sich auf die beiden in der "Untergliederung" dieses Berichts dargestellte Aktionsbereiche erstreckt und bis Ende September 1995 im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht wird.

Genauere Einzelheiten zu den Auswahlkriterien für die Vorhaben werden zusammen mit dem genannten Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen bekannt gegeben.
Datensatznummer: 529 / Zuletzt geändert am: 1997-02-05