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  • Gemeinschaftsinitiative für Beschäftigung und Entwicklung der Humanressourcen: "Beschäftigung - NOW" (gleiche Beschäftigungsaussichten für Frauen), 1994-1999

Vorheriges Programm

EMP-NOW 1

Programmfinanzierung

EUR 496 million

Referenz zum Amtsblatt

C 180 von 1994-07-01

Rechtsrahmen

94/C180/08 von 1994-07-01
Förderung gleicher Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen insbesondere im Hinblick auf Ausbildungsmaßnahmen und Zugang zu zukunftsorientierten Berufen und Managementpositionen.

Kurzbeschreibung

Das NOW-Programm ist einer der vier Aktionsbereiche der Gemeinschaftsinitiative für Beschäftigung und Entwicklung der Humanressourcen; die anderen drei Aktionsbereiche sind: "HORIZON" (zur Förderung der Eingliederung von Behinderten in den Arbeitsmarkt), "YOUTHSTART" (für junge Arbeitslose) und "INTEGRA" (zur Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Beschäftigungsaussichten für gefährdete Gruppen).

Die Aktivitäten des Aktionsbereichs NOW der Initiative für Beschäftigung stützen sich auf den Erfolg des Gemeinschaftsprogramms von 1990-1993 zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in den Bereichen Beschäftigung und berufliche Ausbildung (NOW), das einen integralen Bestandteil des dritten mittelfristigen Programms für Chancengleichheit (1991 bis 1995) bildete.

Im Mittelpunkt des Programms steht die Reduzierung der Arbeitslosigkeit der Frauen und die Verbesserung der Situation der erwerbstätigen Frauen durch die Förderung gleicher Beschäftigungsmöglichkeiten. Es soll ferner die Erarbeitung von Strategien unterstützen, um den Veränderungen bei der Arbeitsorganisation und den Arbeitsanforderungen gerecht zu werden.

Die transnationale Dimension des NOW-Programms ermöglicht den Vergleich verschiedener Erfahrungen und den Transfer von Know-how. Es wird außerdem die Entwicklung innovativer Aktionen zugunsten von Frauen, insbesondere in Ziel-1-Regionen und in Sektoren, in denen solche Aktionen derzeit weniger weit entwickelt sind, verstärken. Um eine maximale Multiplikatorwirkung zu gewährleisten, wird die Entwicklung der Ausbildung von Ausbildern sowie die Struktur der Ausbildungsprogramme, Methoden und Instrumente besondere Berücksichtigung finden.

Die Betonung enger und aktiver Partnerschaften auf lokaler, nationaler und transnationaler Ebene im Rahmen der ersten NOW-Initiative wird im Verlauf der nächsten Phase des Programms (1994-1999) fortgesetzt. Diese Partnerschaften sollten Unternehmen, für die Ausbildung und Beschäftigung zuständige öffentliche und private Stellen, für Gleichheitsfragen zuständige Stellen, regionale und lokale Behörden, nichtstaatliche Organisationen und Frauenorganisationen einbeziehen, so daß die besten Verfahrensweisen schrittweise übernommen und in die traditionellen Ausbildungs- und Beschäftigungssysteme integriert werden. Hierbei sollte Aktionen Priorität eingeräumt werden, an denen die Sozialpartner und Frauenorganisationen auf allen Ebenen aktiv beteiligt sind.

Unterteilung

Förderfähige Maßnahmen:

- Entwicklung geeigneter Ausbildungs-, Orientierungs-, Beratungs- und Beschäftigungssysteme, insbesondere durch transnationale Zusammenarbeit, einschließlich:
. Entwicklung der Zusammenarbeit und der Vernetzung zwischen öffentlichen Ausbildungseinrichtungen, um die Chancengleichheit von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu fördern;
. Verstärkung der Verbindungen zwischen Ausbildungseinrichtungen, Hochschuleinrichtungen und Unternehmen zur Verbesserung der beruflichen Eingliederung von Frauen;
. Unterstützung von Bildungseinrichtungen bei der Entwicklung von innovativem Lehrmaterial, das die Chancengleichheit von Frauen auf dem Arbeitsmarkt verbessert (nur Ziel-1-Regionen);
. Unterstützung bei der Einrichtung oder Entwicklung von Diensten zur Orientierung/Beratung und vorbereitenden Ausbildung für Frauen;
. Unterstützung bei der Einrichtung oder Entwicklung von lokalen Beratungsdiensten zur Erleichterung der Gründung von KMU und Genossenschaften;
. Unterstützung bei der Einrichtung oder Entwicklung der entsprechenden Infrastruktur von Pflegediensten, wo sie weniger weit entwickelt sind (nur Ziel-1-Regionen);

- Die Vermittlung von Ausbildung, insbesondere auf transnationaler Basis, einschließlich:
. Bereitstellung eines umfassenden Pakets flexibler Ausbildungs- und anderer Maßnahmen einschließlich Information, Orientierung, Beratung, vorbereitende Ausbildung, persönliche Entwicklung, Verbesserung der grundlegenden Fertigkeiten und qualifizierende Ausbildung, Umschulung, Unterstützung bei der Arbeitssuche, Betriebspraktika und Unterstützung am Arbeitsplatz. Besonders berücksichtigt werden sollten hierbei neue Arbeitsanforderungen, neue Qualifikationen und Fertigkeiten, vor allem im Bereich FTE und innovative Technolgien;
. Berufsbildungsmaßnahmen (einschließlich vorbereitende Ausbildung), die speziell auf die Erfordernisse der Leitung von Unternehmen oder Genossenschaften ausgerichtet sind;
. Ausbildung der Ausbilder für diejenigen, die in den Betrieben für Personal- oder Ausbildungsangelegenheiten zuständig sind, um sie stärker für Fragen der Chancengleichheit zu sensibilisieren und zu aktivieren;
. Ausbildung im Bereich der Chancengleichheit für diejenigen, die im öffentlichen Sektor und in Bildungseinrichtungen für Personalangelegenheiten zuständig sind;
. Entwicklung innovativer Bewertungsmethoden zur Einbeziehung aller beruflichen Erfahrungen und Tätigkeiten von Frauen in die Laufbahnstrukturen, einschließlich derjenigen, die formell nicht anerkannt sind, um so die Berücksichtigung der Vorkenntnisse zu erleichtern;
. Erst- und Weiterbildung vor allem in KMU und in den technologischem Wandel unterworfenen Bereichen, um Arbeitnehmerinnen auf die jeweiligen Arbeitsmarkterfordernisse vorzubereiten und ihre Aufstiegschancen zu verbessern;
. Erst- und Weiterbildung für das Personal von Betreuungsdiensten;

- Schaffung von Arbeitsplätzen und Unterstützung bei der Gründung von Kleinbetrieben und Genossenschaften durch Frauen, insbesondere durch transnationale Zusammenarbeit, einschließlich:
. Entwicklung der Vernetzung und der Zusammenarbeit von lokalen Beschäftigungsinitiativen, wodurch Frauen besser in die Lage versetzt werden sollen, lokale Ressourcen zu nutzen;
. Hilfe bei der Aufnahme selbständiger Tätigkeiten, bei der Gründung von Kleinbetrieben und Genossenschaften;
. Hilfe bei der Schaffung von Instrumenten für die finanzielle Unterstützung von Unternehmensgründungen durch Frauen;

- Informationsverbreitung und Sensibilisierungsmaßnahmen, insbesondere durch die transnationale Zusammenarbeit, einschließlich:
. insbesondere für die Sozialpartner, Lehrpersonal, Ausbildungseinrichtungen und für Beschäftigung zuständige Stellen, lokale und regionale Behörden sowie die breite Öffentlichkeit bestimmte Maßnahmen zur Sensibilisierung für die Notwendigkeit, die Chancengleichheit von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu fördern;
. Einrichtung von Netzwerken, Schaffung oder Verbesserung von Datenbanken und Durchführung von Untersuchungen zu einschlägigen Zielsetzungen sowie Verbreitung der Ergebnisse der positivsten Erfahrungen;
. geschlechtsspezifische Bewertung von Berufsbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen.

Ausführung

Die Aktivitäten im Rahmen des NOW-Programms werden als Teil der Gemeinschaftsinitiative für Beschäftigung und Entwicklung der Humanressourcen ("Beschäftigung"), 1995-1999, durchgeführt.

Aktionen zur Förderung der Chancengleichheit der Frauen werden von den Mitgliedstaaten, der Gemeinschaft und den Unternehmen und gegebenenfalls von anderen Organen gemeinsam finanziert. Werden Arbeitnehmer eines Unternehmens an den verschiedenen Operationen beteiligt, finanziert das betreffende Unternehmen einen angemessenen Teil der Kosten. Das Programm gilt für das gesamte Gebiet der Union. Besonders berücksichtigt werden jedoch die Anforderungen der weniger begünstigten Regionen. Eine Reihe von Maßnahmen gilt daher nur für prioritäre Regionen (Ziele 1, 2, 5b und 6).

Die Mitgliedstaaten wurden gebeten, Vorschläge für eine Unterstützung im Rahmen von NOW in Form von operationellen Programmen oder von Globalzuschüssen bis zum 1. November 1994 bei der Kommission einzureichen. Entsprechend den Vorschriften der Strukturfonds müssen diese Vorschläge eine allgemeine Beurteilung der Situation unter Angabe der zu erreichenden Ziele beinhalten und einen Zeitplan sowie Kriterien und Verfahren für die Durchführung, Überwachung und Bewertung der Maßnahmen enthalten. Die Vorschläge der Mitgliedstaaten werden von der Kommission genehmigt.

Die Gemeinschaft unterstützt ausgewählte Vorschläge im Rahmen der "Beschäftigung"-Initiative in Form von Zuschüssen aus einem Haushalt in Höhe von 1,835 Milliarden ECU, wovon 496 Millionen ECU für die Durchführung der Aktionen des NOW-Programms vorgesehen sind. Aus dem Gesamthaushalt für die Durchführung der "Beschäftigung"-Initiative werden 900 Millionen ECU den Ziel-1- und Ziel-6-Regionen zugewiesen.

Die Aufteilung der Mittel zwischen den Mitgliedstaaten im Rahmen dieser Initiative richtet sich nach der relativen Schwere der strukturellen Probleme, wobei insbesondere die jeweiligen Arbeitslosenzahlen berücksichtigt werden, sowie nach der Qualität der eingereichten Vorschläge für operationelle Programme oder Globalzuschüsse. Zur Förderung von transnationalen operationellen Programmen können zwei oder mehr Mitgliedstaaten auf eigene Initiative oder auf Aufforderung der Kommission einen einzigen gemeinsamen Antrag auf Unterstützung einreichen.

Die technische Unterstützung im Rahmen des Programms kann die Verbreitung von Informationen und andere Sensibilisierungsaktionen, die Bereitstellung von Beratungs- und Sachverständigendiensten, die Schaffung oder Entwicklung gemeinschaftsweiter Netze zur Erleichterung von Innovationen und transnationaler Zusammenarbeit, die Entwicklung und gemeinsame Nutzung von Datenbanken für Ausbildungsfragen und Arbeitsverwaltungen sowie sonstige Aspekte der Arbeitsmarktorganisation usw. umfassen.

In jedem Mitgliedstaat übernimmt ein Begleitausschuß die Verantwortung für die Durchführung der Initiative. Im Verlauf und am Ende der Planungsphase wird die Kommission in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten die Ergebnisse der eingereichten Programme auswerten. Die Kommission wird die von den Mitgliedstaaten in ihren Vorschlägen angegebenen Ziele als Maßstab für die Bewertung des Fortschritts zugrunde legen. Das Europäische Parlament, der Lenkungsausschuß für Gemeinschaftsinitiativen und die einzelstaatlichen Begleitausschüsse werden über die Ergebnisse dieser Bewertungen und die entsprechenden Folgemaßnahmen informiert.

Bemerkungen

Das NOW-Programm bildet Teil der "Beschäftigung"-Initiative, die durch eine Entscheidung der Europäischen Kommission auf einer Tagung vom 15. Juni 1994 und gemäß der Vorschriften der Strukturfonds eingerichtet wurde.
Datensatznummer: 530 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07