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  • Aktionsprogramm der Gemeinschaft zur Gesundheitsförderung, -aufklärung, -erziehung und -ausbildung innerhalb des Aktionsrahmens im Bereich der öffentlichen Gesundheit, 1996-1999

Programmfinanzierung

EUR 35 million

Referenz zum Amtsblatt

L 95 von 1996-04-16

Rechtsrahmen

645/96/EC von 1996-03-29
Zur Unterstützung der Durchführung der Ziele des Vertrags über die Europäische Union betreffend die Verwirklichung eines besseren Gesundheitsschutzniveaus; zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Unterstützung ihrer Aktionen im Gesundheitsbereich.

Kurzbeschreibung

Der Vorschlag für ein Aktionsprogramm der Gemeinschaft für Gesundheitsförderung, -aufklärung, -erziehung und -ausbildung wird im Kontext von Artikel 129 des Vertrags über die Europäische Union präsentiert, durch den die Gemeinschaft eine Funktion im Bereich der öffentlichen Gesundheit erhält. Laut Artikel 129 ist es Aufgabe der Gemeinschaft, sich Fragen im Bereich der Gesundheitserziehung und -förderung zuzuwenden.

Die Aktionen des Programms im Kontext der Gesundheitspolitik der Gemeinschaft haben folgende Ziele:

- Anregung zu einer gesunden Lebensgestaltung durch Förderung einer verantwortungsbewußten Haltung gegenüber ausschlaggebenden Faktoren und/oder Risikofaktoren (Alkohol, Ernährung, Tabak, Hygiene und Sexualität, körperliche Bewegung usw.);
- Förderung sektorübergreifender und multidisziplinärer Ansätze zur Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung unterschiedlicher kollektiver Gesundheitsfaktoren (Wohnverhältnisse, physikalische Umweltgegebenheiten, Erziehungs- und Gesundheitssysteme, Arbeitsbedingungen usw.);
- Unterstützung der Strategie der "Gesundheitsförderung" im Rahmen der Gesundheitspolitik der Mitgliedstaaten durch Hilfe für verschiedene Maßnahmen der Zusammenarbeit (Erfahrungsaustausch, Pilotprojekte, Netze usw.).

Die im Rahmen des Programms vorgesehenen Aktionen sollen die Bemühungen der Mitgliedstaaten auf diesem Gebiet ergänzen und konzentrieren sich auf Bereiche und Themen, bei denen ein Beitrag der Gemeinschaft einen echten Mehrwert darstellen würde. Solche Bereiche sind:

- Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten bei der Definition von Strategien und dem Erfahrungsaustausch;
- Transnationale Netze für Gesundheitsförderung, -erziehung und -ausbildung;
- Unterstützung innovativer Projekte.

Unterteilung

Strategien und Strukturen der Gesundheitsförderung:
Förderung der Bewertung der Auswirkungen von gesundheitsfördernden Maßnahmen und Instrumenten und der Entwicklung eines Ansatzes im Sinne der Gesundheitsförderung in den Mitgliedstaaten durch Förderung der Ausarbeitung und Beurteilung von Strategien zur Gesundheitsförderung und die Verbreitung der besten Praktiken;

-Spezifische Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung:
Verbesserung der Kenntnisse insbesondere in Verbindung mit Maßnahmen im Rahmen des BIOMED-Programms, über die Lage und die Probleme der Gesundheitsförderung in bezug auf bestimmte Risikofaktoren, Gesundheitsdeterminanten und benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Diese Aktivität dient auch der Förderung von sektorübergreifenden und multidisziplinären Konzepten zur Gesundheitsförderung im Hinblick auf besonders anfällige oder benachteiligte Bevölkerungsgruppen;

- Gesundheitsaufklärung:
Verbesserung des Wissensstands über die Mechanismen bei der Konzipierung der Mitteilungen und der Bewertung der Methoden zur Information über Gesundheitsfragen sowie Förderung des Austausches von Informationen und Dokumentation zwischen Fachleuten und den für die Gesundheitspolitik und Gesundheitsförderung verantwortlichen Personen;

-Gesundheitserziehung
-Förderung einer besseren Eingliederung der Gesundheitserziehung in der Schule einschließlich der sexuellen Aufklärung. Aktionen im Rahmen dieses Abschnitts zielen auch auf die Förderung der Entwicklung und Verbreitung der besten Projekte und Methoden der Gesundheitserziehung in verschiedenen Umfeldern (z.B. Schule, Arbeit und Freizeit) und für unterschiedliche Zielgruppen (z.B. Kinder, Jugendliche und Arbeitnehmer);

- Berufsbildung im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Gesundheitsförderung:
Beitrag zu Maßnahmen, die darauf abzielen, dem Gesundheitspersonal, den Entscheidungsträgern und dem Verwaltungspersonal im Bereich Gesundheitspolitik und gesundheitspolitische Maßnahmen sowie den Hauptakteuren der Gesundheitsförderung (beispielsweise Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter) Wissen, Konzepte und Methoden aus den Bereichen öffentliche Gesundheit, Prävention, Gesundheitsförderung, Aufklärung und Gesundheitserziehung nahezubringen.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung der Aktionen des Programms verantwortlich. Sie wird dabei von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus jeweils zwei Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.

Kofinanzierte Projekte, die von öffentlichen, halböffentlichen oder privaten Organen durchgeführt werden, können bis zu einem bestimmten Prozentsatz der Gesamtkosten des vorgeschlagenen Projekts von der Gemeinschaft gefördert werden. Zur Förderung dieser Aktionen wurde ein Haushalt in Höhe von 35 Mio. ECU vorgeschlagen. Die für jedes Finanzjahr zur Verfügung stehenden Mittel werden von der Haushaltsbehörde festgelegt.

Die Kommission ist für die Kohärenz und Komplementarität der Gemeinschaftsaktionen verantwortlich, die im Rahmen dieses Programms und im Rahmen anderer Programme und Initiativen der Gemeinschaft durchgeführt werden. Dazu gehören Programme der Gemeinschaft zur Bekämpfung von Aids, Krebs und anderen übertragbaren Krankheiten, Drogen und das spezifische FTE-Programm für Biomedizin und Gesundheit, das durch das Vierte Rahmenprogramm 1994-1998 abgedeckt wird.

Die Kommission wird sich bei der Durchführung der Aktionen um die Stärkung der Zusammenarbeit mit Drittländern und den im Bereich der öffentlichen Gesundheit tätigen internationalen Organisationen, einschließlich der Weltgesundheitsorganisation, und wenn angemessen um die Zusammenarbeit mit dem Europarat bemühen. EFTA-Ländern, die sich am Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum beteiligt haben, und den mittel- und osteuropäischen Ländern, mit denen die Gemeinschaft ein Europaabkommen geschlossenen hat, steht die Teilnahme an den Aktivitäten offen.

Die Kommission veröffentlicht regelmäßig Informationen über die durchgeführten Aktivitäten und die Möglichkeiten der Unterstützung durch die Gemeinschaft in den verschiedenen Aktionsbereichen. Sie unterbreitet dem Rat, dem Europäischen Parlament, dem Wirtschafts- und Sozialausschuß und dem Ausschuß der Regionen einen Zwischenbericht über die durchgeführten Aktionen und nach Ablauf des Programms einen Abschlußbericht.
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