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  • Gemeinschaftsinitiative für Beschäftigung und Entwicklung der Humanressourcen - "Beschäftigung - YOUTHSTART" (Erleichterung der Eingliederung von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt), 1994-1999

Programmfinanzierung

EUR 441 million

Referenz zum Amtsblatt

C 180 von 1994-07-01

Rechtsrahmen

94/C180/08 von 1994-07-01
Erleichterung der Arbeitsmarktintegration von Jugendlichen, insbesondere von Jugendlichen ohne eine grundlegende Qualifikation oder Ausbildung.

Kurzbeschreibung

YOUTHSTART ist einer der vier Aktionsbereiche der Gemeinschaftsinitiative für Beschäftigung und Entwicklung der Humanressourcen; die anderen drei Aktionsbereiche sind: "NOW" (zur Förderung gleicher Beschäftigungsaussichten für Frauen), "HORIZON" (zur Förderung der Eingliederung von Behinderten in den Arbeitsmarkt) und "INTEGRA" (zur Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Beschäftigungsaussichten für gefährdete Gruppen).

YOUTHSTART wurde im Kontext des Weißbuches der Kommission über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung eingerichtet, das größeren Bemühungen zur Förderung der Arbeitsmarktbeteiligung von Jugendlichen eine große Bedeutung beimißt. Ziel des Programms ist es, in den Mitgliedstaaten durch Formulierung einzelstaatlicher, auf die Anforderungen der einzelnen Mitgliedstaaten zugeschnittener Programme Aktionen anzuregen, die langfristig zur schrittweisen Einführung von Maßnahmen führen, die allen Jugendlichen entweder den Zugang zu einer Vollzeitbeschäftigung oder einer anerkannten Bildung oder Ausbildung garantieren.

Um mit YOUTHSTART den größtmöglichen Erfolg zu erzielen, gelten für die im Rahmen des Programms unterstützten Maßnahmen vereinbarte Mindeststandards und Zielsetzungen. Beispiele für die Standards und Ziele, zu denen die Initiative einen wesentlichen Beitrag leisten soll, sind:

- eine kohärente Verbindung zum Arbeitsmarkt;
- Mindestausbildungs- bzw. Qualifikationsniveaus;
- unabhängige Beratung;
- adäquate Vermittlung nach entsprechenden Maßnahmen;
- angemessene Vergütung;
- umfassende Bereitstellung "stützender Infrastrukturen" (Kinderbetreuung, Alphabetisierung usw.);
- soziale Sicherheit und geplante, strukturierte transnationale Austauschmöglichkeiten.

Unterteilung

Förderfähige Maßnahmen:

- Entwicklung von geeigneten Ausbildungs-, Orientierungs- und Beschäftigungssystemen je nach Bedarf im öffentlichen oder privaten Sektor, einschließlich:
. Erarbeitung von Zielsetzungen und Standards für Berufsberatung, Berufsvorbereitung, Berusfbildung, Lehrlingsausbildung, Arbeitsvermittlung, unterstützende Maßnahmen und Bewertung;
. Ermittlung, Anpassung und Verbreitung modellhafter, bewährter Vorgehensweisen bei der Eingliederung Jugendlicher in den Arbeitsmarkt;
. Planung, Entwicklung und Einführung innovativer Ansätze zur Eingliederung Jugendlicher in den Arbeitsmarkt;
. Unterstützung eines aktiveren Zusammenspiels zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung und dem Arbeitsmarkt zur allgemeinen Förderung der Beschäftigungsmöglichkeiten;

- Berufsbildung und Arbeitsvermittlung, einschließlich:
. strukturierter Ausbildungs- und Vermittlungsprogramme für Jugendliche mit Schwerpunkt auf der Förderung und Stärkung beruflicher, persönlicher, unternehmerischer und sprachlicher Fähigkeiten, die mit den auf lokaler Ebene vorgesehenen Ausbildungs- und Vermittlungsmaßnahmen abzustimmen sind;
. Ausbildung von Ausbildern und Personal für die Arbeitsvermittlung, insbesondere auf lokaler Ebene, um die Eingliederung Jugendlicher in den Arbeitsmarkt zu verbessern;
. Erleichterung des Sammelns von Erfahrungen im Hinblick auf Ausbildung und Vermittlung, insbesondere in den Bereichen Kunst, Erhaltung des kulturellen Erbes, Umweltschutz, Stadterneuerung und Pflegedienste;
. Anwendung innovativer Modelle, die die Aktionen auf lokaler Ebene unterstützen und fördern können;

- Förderung der Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere durch transnationale Zusammenarbeit, einschließlich:
. Maßnahmen zugunsten von Jugendlichen, die eine selbständige Erwerbstätigkeit anstreben, mit Schwerpunkt auf der Herstellung von Beziehungen zu jungen Unternehmern in anderen Mitgliedstaaten, länderübergreifenden Handelsagenturen und Selbsthilfenetzen;
. landerübergreifender Austausch zwischen örtlichen Entwicklungsstellen zur Ermittlung und Anwendung innovativer Unterstützungs- und Entwicklungsmodelle;
. Unterstützung örtlicher Beschäftigungsinitiativen zur Eingliederung von Jugendlichen, insbesondere in den Bereichen Kunst, Erhaltung des kulturellen Erbes, Umweltschutz, Stadterneuerung und Pflegedienste;

- Maßnahmen zur Informationsverbreitung und Sensibilisierung, insbesondere auf transnationaler Basis, einschließlich:
. Maßnahmen zur Sensibilisierung, insbesondere der Sozialpartner und der zuständigen Stellen, in bezug auf die besonderen Eingliederungsprobleme Jugendlicher und die möglichen Reaktionen;
. Unterstützung einschlägiger Informationsdienste auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene;
. Informationsmaßnahmen zur Werbung für das Programm "Beschäftigung - YOUTHSTART" bei Jugendlichen.

Ausführung

Die Aktivitäten des YOUTHSTART-Programms werden als Teil der Gemeinschaftsinitiative für die Beschäftigung und Entwicklung der Humanressourcen ("Beschäftigung"), 1995-1999, durchgeführt. Ihre Aufgabe ist es, die Einführung oder Entwicklung geeigneter Maßnahmen im Rahmen der einzelstaatlichen Programme und Aktionen, die vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und vom Programm LEONARDO DA VINCI unterstützt werden, zu ergänzen.

Aktionen zur Verbesserung der Beschäftigungsaussichten der Jugendlichen werden von den Mitgliedstaaten, der Gemeinschaft und den Unternehmen sowie gegebenenfalls von anderen Organen gemeinsamen finanziert. Werden Arbeitnehmer eines Unternehmens an den verschiedenen Operationen beteiligt, finanziert das betreffende Unternehmen einen angemessenen Teil der Kosten. Das Programm gilt für das gesamte Gebiet der Union. Besonders berücksichtigt werden jedoch die Anforderungen der weniger begünstigten Regionen. Eine Reihe von Maßnahmen gilt daher nur für prioritäre Regionen (Ziele 1, 2, 5b und 6).

Die Mitgliedstaaten wurden gebeten, Vorschläge für eine Unterstützung im Rahmen des Aktionsbereichs YOUTHSTART der "Beschäftigung"-Initiative bis zum 1. November 1994 bei der Kommission einzureichen. Entsprechend den Vorschriften der Strukturfonds müssen diese Vorschläge eine allgemeine Beurteilung der Situation unter Angabe der zu erreichenden Ziele beinhalten und einen Zeitplan sowie Kriterien und Verfahren für die Durchführung, Überwachung und Bewertung der Maßnahmen enthalten. Die Vorschläge der Mitgliedstaaten werden von der Kommission genehmigt.

Die Gemeinschaft unterstützt ausgewählte Vorschläge im Rahmen der "Beschäftigung"-Initiative in Form von Zuschüssen aus einem Haushalt in Höhe von 1,835 Milliarden ECU, wovon 441 Millionen ECU für die Durchführung der Aktionen des YOUTHSTART-Programms bestimmt sind. Aus dem Gesamthaushalt für die Durchführung der "Beschäftigung"-Initiative werden 900 Millionen ECU den Ziel-1- und Ziel-6-Regionen zugewiesen.

Grundlage des Programms sind die nationalen Programme, die gegebenenfalls im Rahmen der Gemeinschaftlichen Förderkonzepte unterstützt werden. In begrenzterem Umfang, aber gezielter, werden hauptsächlich Mittel für Pilotmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Die Aufteilung der Mittel zwischen den Mitgliedstaaten im Rahmen dieser Initiative richtet sich nach der relativen Schwere der strukturellen Probleme, wobei insbesondere die jeweiligen Arbeitslosenzahlen berücksichtigt werden, sowie nach der Qualität der eingereichten Vorschläge für operationelle Programme oder Globalzuschüsse. Zur Förderung von transnationalen operationellen Programmen können zwei oder mehr Mitgliedstaaten auf eigene Initiative oder auf Aufforderung der Kommission einen einzigen gemeinsamen Antrag auf Unterstützung einreichen.

Die technische Unterstützung im Rahmen des Programms kann die Verbreitung von Informationen und andere Sensibilisierungsaktionen, die Bereitstellung von Beratungs- und Sachverständigendiensten, die Schaffung oder Entwicklung gemeinschaftsweiter Netze zur Erleichterung von Innovationen und transnationaler Zusammenarbeit, die Entwicklung und gemeinsame Nutzung von Datenbanken für Ausbildungsfragen und Arbeitsverwaltungen sowie sonstige Aspekte der Arbeitsmarktorganisation usw. umfassen.

In jedem Mitgliedstaat übernimmt ein Begleitausschuß die Verantwortung für die Durchführung der Initiative. Im Verlauf und am Ende der Planungsphase wird die Kommission in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten die Ergebnisse der eingereichten Programme auswerten. Die Kommission wird die von den Mitgliedstaaten in ihren Vorschlägen angegebenen Ziele als Maßstab für die Bewertung des Fortschritts zugrunde legen. Das Europäische Parlament, der Lenkungsausschuß für Gemeinschaftsinitiativen und die einzelstaatlichen Begleitausschüsse werden über die Ergebnisse dieser Bewertungen und die entsprechenden Folgemaßnahmen informiert.

Um den Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken zu gewährleisten, wird YOUTHSTART die Entwicklung strukturierter Netze von Projekten und Programmen unterstützen.
Datensatznummer: 532 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07