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  • Gemeinschaftsinitiative für Beschäftigung und Entwicklung der Humanressourcen - "Beschäftigung - HORIZON (Verbesserung der Beschäftigungsaussichten für Behinderte)", 1994-1999

Vorheriges Programm

EMP-HORIZON 1

Programmfinanzierung

EUR 513 million

Referenz zum Amtsblatt

C 180 von 1994-07-01

Rechtsrahmen

94/C180/08 von 1994-07-01
Förderung von Maßnahmen, durch die Behinderten, die vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt sind oder von einer Ausgrenzung bedroht sind, unter besonderer Berücksichtigung der transnationalen Dimension der Zugang zur Beschäftigung erleichtert werden soll.

Kurzbeschreibung

Das Programm HORIZON ist einer der vier Aktionsbereiche der Gemeinschaftsinitiative für Beschäftigung und Entwicklung der Humanressourcen; die anderen drei Aktionsbereiche sind: "NOW" (zur Förderung gleicher Beschäftigungsaussichten für Frauen), "YOUTHSTART" (für arbeitslose Jugendliche) und "INTEGRA" (zur Verbesserung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Beschäftigungsaussichten für gefährdete Gruppen).

Zu Anfang beinhaltete "Beschäftigung - HORIZON" Aktionen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt sowohl von Behinderten als auch von anderen benachteiligten Gruppen. Im Mai 1996 beschloß die Kommission, den Aktionsbereich HORIZON ausschließlich der Arbeitsmarktintegration von Behinderten zu widmen. Für andere benachteiligte Gruppen, insbesondere Langzeitarbeitslose, arbeitslose alleinerziehende Eltern, Obdachlose, Fahrende, Sinti und Roma, Strafgefangene und ehemalige Strafgefangene, Drogenabhängige usw., wurde ein neuer Aktionsbereich mit der Bezeichnung "Beschäftigung - INTEGRA" eingerichtet.

Unterteilung

Förderfähige Maßnahmen:

- Entwicklung geeigneter Ausbildungs-, Orientierungs- Beratungs- und Beschäftigungssysteme, insbesondere durch transnationale Zusammenarbeit, einschließlich:

. Unterstützung bei der Einrichtung oder Entwicklung von auf die entsprechenden Erfordernisse zugeschnittenen Beratungsdiensten und Stellen für die lokale Entwicklung, um die Schaffung von Arbeitsplätzen für Behinderte insbesondere in den Bereichen, in denen ein großes Beschäftigungswachstum möglich erscheint, zu fördern (nur Ziel 1, Ziel 2, Ziel 5b und Ziel 6);
. Anpassung der Arbeitsplätze, insbesondere durch die Einführung neuer Technologien, sowie Verbesserung der Bedingungen für Telearbeit;
. Unterstützung bei der Implementierung flexibler Ausbildungs- und Lernsysteme wie beispielsweise Fernunterricht und interaktives rechnergestütztes Lernen;
. Verbesserung des Zugangs zu Ausbildung und arbeitsbezogenen Diensten durch Anpassung von Gebäuden und Verkehrssystemen (nur Ziel-1- und Ziel-6-Regionen);

- Vermittlung von Ausbildung, insbesondere durch transnationale Zusammenarbeit, einschließlich:

. Ausbildung von Behinderten im Hinblick auf Qualifikationen und Fertigkeiten zur Nutzung der neuen Technologien am Arbeits- oder Ausbildungsplatz;
. Ausbildung von Behinderten im Hinblick auf neue Fertigkeiten und Qualifikationen insbesondere für Sektoren, in denen ein großes Beschäftigungswachstum möglich erscheint, sowie in den Bereichen FTE und innovative Technologien;
. Ausbildung von Behinderten (funktionelle, psychologische und soziale Rehabilitation, vorbereitende Ausbildung, Verbesserung der grundlegenden Fertigkeiten, Umschulung) mit vorheriger und gleichzeitiger kontinuierlicher Bewertung und Beratung. Dazu gehören unter anderem Module für die Ausbildung am Arbeitsplatz in Verbindung mit speziellen Kursen für bestimmte Zielgruppen zur Verbesserung der Eingliederung in den Arbeitsmarkt;
. Ausbildungspläne für Sachverständige und mit Personalangelegenheiten befaßtes Personal auf dem Gebiet der Neuorganisation der Arbeit und der Anpassung von Arbeitsplätzen;
. Ausbildung oder Verbesserung der Fertigkeiten und Qualifikationen der Berater, des in der lokalen Entwicklung tätigen Personals, der Ausbilder, der Sozialarbeiter, der Vertreter der Sozialpartner und der im privaten Sektor für Personalangelegenheiten Zuständigen, um ihr Verständnis und ihr Bewußtsein für Fragen im Zusammenhang mit der Eingliederung von Behinderten in Bereiche, in denen ein großes Beschäftigungswachstum möglich erscheint, zu fördern;

- Schaffung von Arbeitsplätzen und Unterstützung bei der Gründung von Unternehmen und Genossenschaften sowie der Einrichtung von öffentlich-privaten Partnerschaften, insbesondere auf transnationaler Basis, einschließlich:

. Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, die das örtliche Potential für die Entwicklung neuer Beschäftigungsformen auf der Grundlage innovativer Ansätze der Arbeitsorganisation nutzen sollen. Einführung solcher Ansätze in Unternehmen, um zu vermeiden, daß behinderte Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verlieren;
. innovative Ansätze zur Reduzierung der den Arbeitgebern bei der Beschäftigung von Gruppen mit niedriger Produktivität auf dem Arbeitsmarkt entstehenden Kosten;
. Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten und neuen Beschäftigungsprogrammen (z.B. geschützte Beschäftigung und Genossenschaften;
. Aktionen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, die die Eingliederung in den Arbeitsmarkt erleichtern und mögliche finanzielle Verluste beim Übergang aus einer geschützten Umgebung ausgleichen sollen;
. Unterstützung von lokalen Beschäftigungsinitiativen einschließlich öffentlich-privater Partnerschaften mit Beteiligung lokaler Einrichtungen insbesondere in Bereichen, in denen ein beschäftigungsintensives Wachstum möglich erscheint;

- Informationsverbreitung und Sensibilisierungsaktionen, einschließlich:
. Unterstützung einer weitreichenden Verbreitung von Informationen über Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten in einem den Behinderten zugänglichen Format;
- Sensibilisierungsmaßnahmen für Öffentlichkeit, Sozialpartner und das Personal der für allgemeine und berufliche Bildung und Beschäftigung zuständigen Stellen hinsichtlich des Beschäftigungspotentials Behinderter, insbesondere durch Veröffentlichung entsprechender Verhaltensregeln;
. Unterstützung von Informationsdiensten und unterstützenden Strukturen, wie beispielsweise Netzwerke für die Verbreitung der einschlägigen Informationen.

Ausführung

Die Aktivitäten im Rahmen des HORIZON-Programms werden als Teil der Gemeinschaftsinitiative für Beschäftigung und die Entwicklung der Humanressourcen ("Beschäftigung"), 1995-1999, durchgeführt.

Aktionen zur Verbesserung der Beschäftigungsaussichten für Behinderte und andere benachteiligte Gruppen werden von den Mitgliedstaaten, der Gemeinschaft und den Unternehmen sowie gegebenenfalls von anderen Organen gemeinsamen finanziert. Werden Arbeitnehmer eines Unternehmens an den verschiedenen Operationen beteiligt, finanziert das betreffende Unternehmen einen angemessenen Teil der Kosten. Das Programm gilt für das gesamte Gebiet der Union. Besonders berücksichtigt werden jedoch die Anforderungen der weniger begünstigten Regionen. Eine Reihe von Maßnahmen gilt daher nur für prioritäre Regionen (Ziele 1, 2, 5b und 6).

Die Mitgliedstaaten wurden gebeten, Vorschläge für den Aktionsbereich HORIZON des Programms "Beschäftigung" bis zum 1. November 1994 bei der Kommission einzureichen. Entsprechend den Vorschriften der Strukturfonds müssen diese Vorschläge eine allgemeine Beurteilung der Situation unter Angabe der zu erreichenden Ziele beinhalten und einen Zeitplan sowie Kriterien und Verfahren für die Durchführung, Überwachung und Bewertung der Maßnahmen enthalten. Die Vorschläge der Mitgliedstaaten werden von der Kommission genehmigt.

Die Gemeinschaft unterstützt ausgewählte Vorschläge im Rahmen der "Beschäftigung"-Initiative in Form von Zuschüssen aus einem Haushalt in Höhe von 1,835 Milliarden ECU, wovon 513 Millionen ECU für die Durchführung der Aktionen des HORIZON-Programms bestimmt sind. Aus dem Gesamthaushalt für die Durchführung der "Beschäftigung"-Initiative werden 900 Millionen ECU den Ziel-1-Regionen zugewiesen.

Die Aufteilung der Mittel zwischen den Mitgliedstaaten im Rahmen dieser Initiative richtet sich nach der relativen Schwere der strukturellen Probleme, wobei insbesondere die jeweiligen Arbeitslosenzahlen berücksichtigt werden, sowie nach der Qualität der eingereichten Vorschläge für operationelle Programme oder Globalzuschüsse. Zur Förderung von transnationalen operationellen Programmen können zwei oder mehr Mitgliedstaaten auf eigene Initiative oder auf Aufforderung der Kommission einen einzigen gemeinsamen Antrag auf Unterstützung einreichen.

Die technische Unterstützung im Rahmen des Programms kann die Verbreitung von Informationen und andere Sensibilisierungsaktionen, die Bereitstellung von Beratungs- und Sachverständigendiensten, die Schaffung oder Entwicklung gemeinschaftsweiter Netze zur Erleichterung von Innovationen und transnationaler Zusammenarbeit, die Entwicklung und gemeinsame Nutzung von Datenbanken für Ausbildungsfragen und Arbeitsverwaltungen sowie sonstige Aspekte der Arbeitsmarktorganisation usw. umfassen.

In jedem Mitgliedstaat übernimmt ein Begleitausschuß die Verantwortung für die Durchführung der Initiative. Im Verlauf und am Ende der Planungsphase wird die Kommission in Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten die Ergebnisse der eingereichten Programme auswerten. Die Kommission wird die von den Mitgliedstaaten in ihren Vorschlägen angegebenen Ziele als Maßstab für die Bewertung des Fortschritts zugrunde legen. Das Europäische Parlament, der Lenkungsausschuß für Gemeinschaftsinitiativen und die einzelstaatlichen Begleitausschüsse werden über die Ergebnisse dieser Bewertungen und die entsprechenden Folgemaßnahmen informiert.
Datensatznummer: 533 / Zuletzt geändert am: 1998-05-07