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  • Programm zur Förderung der Zusammenarbeit mit Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen im Bereich der Medien in der Europäischen Union und in Mittelmeer-Drittländern (MNC), 1993-

Nachfolgeprogramm

IC-MEDA
Förderung der Zusammenarbeit von Mitgliedern der Medienberufe in der Europäischen Union und den Mittelmeer-Drittländern (MNC) und Verbesserung der beruflichen Bedingungen in den MNC durch Konsolidierung und den Aufbau von transmediterranen Netzen, die über Kurzzeitverbindungen hinausgehen.

Kurzbeschreibung

Bei MED-MEDIA handelt es sich um eines von mehreren gemeinschaftlichen Programmen, mit deren Einrichtung die sektorale Zusammenarbeit zwischen entsprechenden Organisationen der Europäischen Union und den Mittelmeer-Drittländern verstärkt werden soll. Zu den anderen Programmen zählen MED-URBS (dezentralisierte Zusammenarbeit zwischen städtischen Behörden), MED-TECHNO (Zusammenarbeit auf dem Technologie-Sektor), MED-CAMPUS (Zusammenarbeit von Universitäten) und MED-MIGRATION (Zusammenarbeit von einander entsprechenden Organisationen, die sich mit Fragen der Außenwanderung befassen).

Das MED-MEDIA-Programm soll die Beziehungen zwischen Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen im Bereich der Medien in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union und den Mittelmeer-Drittländern in allen ihren Formen verbessern. Das Programm gibt den MNC eine Gelegenheit zur Nutzung der Erfahrungen und des Know-hows der Medien der Europäischen Union. Gleichzeitig werden Mitglieder der Medien-Berufe sowohl in der Europäischen Union als auch im Mittelmeerraum in die Lage versetzt, durch regelmäßige Kontakte Erfahrungen über die politischen, kulturellen und Alltagsbedingungen in den Ländern ihrer Partner zu sammeln.

MED-MEDIA unterstützt Projekte, die langfristig gesehen einen Beitrag zur Erhaltung des Friedens und der Stabilität im Mittelmeerraum leisten. Dazu sollen folgende Maßnahmen dienen:

- Zusammenarbeit von Mitgliedern der Medien-Berufe der EU und der MNC-Länder;
- Verbesserung von Standards in den Medien-Berufen;
- Erfahrungs- und Know-how-Austausch (Nord-Süd und Süd-Süd);
- Aufbau und Ertüchtigung transmediterraner Mediennetze;
- Förderung nachhaltiger Verbindungen, die das Verständnis politischer und kultureller Unterschiede fördern;
- Anstoß von dezentralisierten, umfassenden Medienaktionen auf breiter Basis, mit denen die breitere Öffentlichkeit angesprochen werden kann.

Das Programm entspricht in seiner Gesamtheit der neuen Orientierung der Mittelmeerpolitik der Europäischen Union, die in der Kommunikation der Kommission von 1995 über Vorschläge für die Realisierung einer "Euro-Mittelmeer-Partnerschaft" (COM (95) 72) dargelegt wurde. Diese Strategie betont die Notwendigkeit der Fortsetzung der 1992 begonnenen, dezentralisierten Zusammenarbeit, deren Ziel der Aufbau von Netzen zur Verbindung von Institutionen und Organisationen auf beiden Seiten des Mittelmeers ist.

Unterteilung

Fünf Maßnahmen werden erfaßt:

- Medien-Ausbildungsprogramme:
Praktische Journalisten-Ausbildung, Fernsehsendungen und Medien-Management. Eine spezialisierte Ausbildung wird auf den Gebieten der Medien-Ethik, bei neuen Technologien und für die Gebiete, Enthüllungs-, Umwelt- und Finanzjournalismus in Betracht gezogen. Projekte sollten auf junge Berufsmitglieder, Redakteure in leitender Stellung, Geschäftsführer oder MNC-Ausbilder abstellen;

- Media-Gemeinschaftsproduktionen:
Gemeinschaftsproduktionen können sich auf Rundfunk, gedruckte Produkte oder Fernsehen beziehen. Bei Projekten kann es sich um komplette Produktionen oder Teile einer Produktion handeln, z.B. F+E oder Nachbereitung von Produktionen. Projekte müssen stark ausbildungsbezogen sein und MNC-Ausbildungspartner mit einbeziehen;

- Medien-Austauschprogramme;
Programme unter Austausch von entsendeten Mitgliedern der Media-Berufe zwischen den EU- und den MNC-Ländern. Plazierungen, bei denen praktische Erfahrungen vermittelt werden, werden bevorzugt gefördert;

- Verbreitungsprojekte:
Projekte zur Verbesserung der Verbreitung von Fernseh- und Rundfunkproduktionen und gedruckten Veröffentlichungen in der EU und den MNC-Ländern. MNC-Produktionen werden besonders betont;

- Seminare und Workshops:
Seminare über alle Gesichtspunkte der Zusammenarbeit der Medien der EU und der MNC-Länder. Projekte mit Treffen von Entscheidungsträgern zur Diskussion praktischer Wege zur Verbesserung der Verhältnisse für die Medien in den MNC-Ländern werden bevorzugt gefördert.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms insgesamt zuständig. Dabei wird sie von einem beratenden MED-MEDIA-Sonderausschuß unterstützt. Das 1993 ursprünglich als Pilotaktion eingerichtete Programm wird auf jährlicher Basis erneuert. Die Durchführung erfolgt über Aufforderungen zur Unterbreitung von Projektvorschlägen.

Die MED-MEDIA betreffenden Maßnahmen werden aus einem für jedes Jahr von der Planungsstelle vorgegebenen Haushalt aus den Ressourcen finanziert, die in den allgemeinen Haushaltsrahmen für die finanzielle Zusammenarbeit mit den MNC eingestellt wurden. Es wurde vorgeschlagen, ab 31. Dezember 1996 alle gemeinschaftlichen Maßnahmen in den MNC aus dem MEDA-Haushalt (B7-410) zu finanzieren.

Das Programm steht Netzen der Medien-Berufe, Institutionen, und Organisationen in den Mitgliedstaaten der EU oder den MNC-Ländern offen. Für die Zwecke des Programms handelt es sich bei letzteren um: Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Malta, Marokko, die Palästina-Gebiete, Syrien, Tunesien, die Türkei und Zypern.

Netze werden von Einzelpersonen oder Organisationen eingerichtet, die im Rahmen eines gegebenen Medienprojekts zusammenarbeiten; jedes Netz muß Partner aus wenigstens zwei EU-Mitgliedstaaten und einem MNC-Staat aufweisen (obwohl im Idealfall mehr als ein MNC-Mitglied teilnehmen sollte).

Die Projektauswahl erfolgt nach einer Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen auf Basis der nachfolgenden Auswahlkriterien:

- Potentieller Beitrag zur Erreichung der MED-MEDIA-Zielsetzung;
- Wirksame, ausgeglichene Zusammenarbeit zwischen EU- und MNC-Partnern;
- Finanzielle und technische Durchführbarkeit;
Geographisches Gleichgewicht der MED-MEDIA-Projekte.

Die ausgewählten Projekte werden von der Kommission kofinanziert, wobei der gemeinschaftliche Beitrag 80% der Gesamtkosten der Media-Ausbildungs- und Austauschprojekte und 60% der Gesamtkosten von Media-Koproduktionen, Verbreitungsprojekten und Seminaren und Workshops nicht übersteigen darf. In der Regel ist eine gemeinschaftliche finanzielle Unterstützung für Infrastruktur-Investitionen oder die Beschaffung von Ausrüstungen nicht möglich. Ausnahmen werden nur in Fällen von Ausrüstungen gemacht, die für ein Projekt unerläßlich sind, jedoch darf im allgemeinen nicht mehr als 20% eines Projekthaushalts für Ausrüstungen aufgewendet werden.

Interessenten am Programm für 1996/97 wurden aufgefordert, ihre Vorschläge vor dem 14. September 1994 einzureichen (die Bekanntmachung der Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen erfolgte im Amtsblatt Nr. C 128 vom 25.5.1995). Mit dem Abschluß des Auswahlverfahrens wird bis Ende 1995 gerechnet, während Projekte Anfang Februar 1996 in Angriff genommen werden sollen. Es wird auch einer Reserveliste von Projekten angelegt. Eine Unterstützung erfolgt dann, wenn 1997 ausreichende Mittel verfügbar sind.
Datensatznummer: 536 / Zuletzt geändert am: 1995-10-09