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  • Abkommen über Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Gemeinschaft und Kanada im Bereich in den Bereichen höhere Bildung, Berufsbildung und Ausbildung, 1996-1999

Programmfinanzierung

EUR 3,24 million

Referenz zum Amtsblatt

L 300 von 1995-12-13

Rechtsrahmen

95/523/EC von 1995-11-27
Einrichtung eines Programms für die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Kanada zur Förderung innovativer Maßnahmen im Bereich von Erziehung und Berufsbildung mit dem Ziel von Verbesserungen durch Aufbau auf den relativen Stärken aller Beteiligten zum gemeinsamen Vorteil.

Kurzbeschreibung

Das gegenwärtige Abkommen sieht die Einrichtung eines Programms zur Förderung kooperativer Maßnahmen mit Kanada auf dem Gebiet der höheren Bildung, der Berufsbildung und der Ausbildung vor. Damit soll eine formale Basis für die Durchführung von Aktionen auf diesen Gebieten auf der Basis von Kooperation geschaffen werden. Dieses Programm ist eine praktische Ausdrucksform des Transatlantik-Abkommens von 1990 (Abschnitt über Zusammenarbeit auf den Gebieten Erziehungswesen, Wissenschaft und Kultur) und des vom Europäischen Parlament ausgedrückten Wunsches, daß die Gemeinschaft die aktive Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Bildungswesens mit Drittländern entwickeln sollte.

Als ein für einen Zeitraum von fünf Jahren (1995-1999) vorgeschlagenes Programm ist es spezifisch auf die Einbeziehung der höheren Bildung und der Berufsbildung zugeschnitten. Soweit angebracht, soll es die Wechselwirkung zwischen beiden fördern. Außerdem wird eine Wechselwirkung zwischen höheren Bildungseinrichtungen, Ausbildungsorganisationen und dem Arbeitsplatz angestrebt. Die verschiedenen Kooperationsmaßnahmen aufgrund des Programms stellen daher auf folgende Gebiete ab:

- Förderung des gegenseitigen Verständnisses der Völker der Europäischen Gemeinschaft und Kanadas, einschließlich eines besseren gegenseitigen Verständnisses ihrer Sprachen, Kulturen und Institutionen;
- Verbesserung der Entwicklung der Humanressourcen sowohl in der Europäischen Gemeinschaft als auch in Kanada;
- Förderung eine studentenbezogenen Zusammenarbeit bei der höheren Bildung und der Berufsbildung in den verschiedenen Regionen der Europäischen Gemeinschaft und Kanadas;
- Verbesserung der Qualität der transatlantischen Mobilität, einschließlich der Förderung des gegenseitigen Verständnisses, der Anerkennung und damit der Übertragbarkeit akademischer Grade;
Ermutigung des Erfahrungsaustauschs über neue Entwicklungen auf dem Gebiet der höheren Bildung, einschließlich der Anwendung neuer Technologien und des Fernstudiums für die gegenseitige Erweiterung der Praxis in der Europäischen Gemeinschaft und in Kanada;
Gründung oder Stärkung von Partnerschaften zwischen höheren Bildungsanstalten und Berufsbildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Berufsverbänden, öffentlichen Behörden, Unternehmer- und anderen geeigneten Verbänden sowohl in der europäischen Gemeinschaft als auch in Kanada;
- Einführung einer EU- und einer kanadischen Dimension für die transatlantische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der höheren Bildung, der Berufsbildung und der Ausbildung;
- Durchführung sich ergänzender bilateraler Programme zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und Kanada, sowie von anderen Programmen und Initiativen der Europäischen Gemeinschaft und Kanadas auf dem Gebiet der höheren Bildung, Berufsbildung und Ausbildung (die LEONARDO DA VINCI- und SOCRATES-Programme sind Beispiele).
- Streben nach gegenseitiger Ergänzung von Maßnahmen der Europäischen Gemeinschaft und Kanadas im Bereich der wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit

Die von dem Programm erfaßten Bereiche stellen auf die nachfolgenden Gruppen ab:

- Entscheidungsträger im Bereich von Erziehung und Berufsbildung, einschließlich von höheren Beamten und Vertretern der Sozialpartner;
- Anstalten für höhere Bildung und ihre Mitarbeiter und, im Rahmen der Projekte, ihre Studenten;
Ausbildungsstätten, einschließlich von Einrichtungen des lebensbegleitenden Lernens, deren Mitarbeiter und (indirekt im Rahmen der Programme) ihre Studenten;
- Industrie und FuE-Einrichtungen, soweit sich diese an Projekten beteiligen, die unter der Leitung eines Partners auf dem Gebiet der Berufs- oder Ausbildung stehen.

Aus der Perspektive der Europäischen Gemeinschaft bauen Projekte von Gemeinschaftsunternehmen auf einschlägigen internen Gemeinschaftsprojekten und -programmen auf, wobei davon ausgegangen wird, daß auf vielen Fachgebieten die Funktion vorhandener Netze in der Gemeinschaft durch die beigetragenen kanadischen Erfahrungen verbessert wird. Dazu kommt, daß die Strukturierung der Maßnahmen auf der Basis von Konsortien die Teilnahme von Erziehungs- und Berufsbildungseinrichtungen der Regionen erleichtert, für die sich bisher eine transatlantische Kooperation als zu aufwendig erwiesen hat.

Unter Berücksichtigung der relativen Stärken in den einzelnen Stadien der Übertragung des wissenschaftlichen Fortschritts auf den Marktplatz ist auch zu erwarten, daß Maßnahmen dieses Programm europäischen Teilnehmern die Gelegenheit geben, den verlorenen internationalen Wettbewerbsvorsprung auf dem Gebiet des Welthandels mit Hochtechnologie teilweise wieder wettzumachen.

Unterteilung

Zwei Aktionen:

- Gemeinsame EG/kanadische Konsortialprojekte:
Förderungswürdige Maßnahmen sind u.a.:
. Entwicklung eines organisatorischen Rahmens für die Mobilität von Studenten, einschließlich von Plazierung mit ausreichender sprachlicher Vorbereitung und voller akademischer Anerkennung;
. Gemeinsame Erarbeitung von innovativen Lehrplänen, einschließlich der Entwicklung von Unterrichtsmaterial, Methoden und Modulen;
. Kurze Intensivprogramme mit einer Laufzeit von mindestens drei Wochen;
. Lehraufgaben als integrierender Teil des Lehrplans in einem Partnerinstitut;
.Andere innovative Projekte, einschließlich von Projekten unter Nutzung neuer Technologien und Fernstudiumsmethoden mit dem Ziel der Verbesserung der Qualität der transatlantischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der höheren Bildung, Berufsbildung und Ausbildung;

- Flankierende Maßnahmen:
Nachfolgende Maßnahmen der Parteien sind möglich:
. Konferenzen zu Themen von Interesse für die Europäische Gemeinschaft und Kanada auf dem Gebiet der höheren Bildung und/oder der Berufsbildung;
. Maßnahmen zur Erleichterung der Verbreitung von Information über das Programm, einschließlich der Zurverfügungstellung der Ergebnisse und Leistungen gemeinsamer Konsortialprojekte zur Verwendung durch ein breiteres Publikum;
. Gewährung technischer Hilfe zur Unterstützung des Programms.

Ausführung

Die Durchführung des Programms erfolgt primär durch gemeinsame Projekte auf dem Gebiet der höheren Bildung und der Berufsbildung im Rahmen von EG/Kanada-Konsortien. Die förderungswürdigen Themenbereiche für gemeinsame Konsortien unterliegen einer Abstimmung durch die zuständigen Behörden auf jeder Seite.

Jedes gemeinsame Konsortium muß wenigstens sechs aktive Partner haben, wobei mindestens zwei Partner auf jeder Seite höhere Bildungs- oder Berufsbildungsanstalten in verschiedenen Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und verschiedenen Provinzen Kanadas sein müssen. Die Verwaltung der gemeinsamen Projekte wird durch die zuständigen offiziellen Vertreter der einzelnen Parteien durchgeführt. Zu den Aufgaben zählen:

- Festlegung der Regeln und Verfahrensweise für die Unterbreitung von Vorschlägen, einschließlich der Vorbereitung von Leitlinien für die Antragsteller;
- Festlegung des terminlichen Rahmens für die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen, die Unterbreitung von Angeboten und die Auswahl von Vorschlägen;
- Bereitstellung von Information über das Programm und seine Durchführung;
- Beauftragung akademischer Berater und Experten;
- Empfehlungen an die zuständigen Behörden jeder Partei über die zu finanzierenden Projekte;
- Finanzielle Leitung;
- Programmverfolgung.

Das Programm sieht auch eine Anzahl flankierender Maßnahmen vor, insbesondere den Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der höheren Bildung und der Berufsbildung, um den Dialog zwischen der Europäischen Gemeinschaft und Kanada auf diesem Gebiet zu fördern. Eine vollständige Liste der vorgesehenen flankierenden Maßnahmen findet sich im Abschnitt "Unterbereiche" dieser Übersicht.

Zur Vereinfachung der Durchführung des Programms ist ein gemeinsamer Ausschuß aus einer gleichen Anzahl von Vertretern jeder beteiligten Partei zu bilden. Der gemeinsame Ausschuß hat insbesondere die Aufgabe, die im Programm vorgesehenen Zusammenarbeitsmaßnahmen zu verfolgen und einen Bericht an die Parteien über Umfang, Stand und Wirksamkeit der Zusammenarbeit im Rahmen des Programms zu verfassen. Es wird damit gerechnet, daß der gemeinsame Ausschuß wenigstens einmal im Jahr tagt. Weitere Treffen sind nach vorheriger Vereinbarung ebenfalls möglich. Die Treffen finden wechselweise in den Staatsgebieten der beiden Partner statt.

Kooperationsaktionen unterliegen der Verfügbarkeit von Finanzierungsmitteln und den anwendbaren Gesetzen und Vorschriften, Strategien und Programmen der Europäischen Gemeinschaft und Kanadas. Die Finanzierung der Maßnahmen dieses Programms erfolgt aus dem vorgegebenen Haushaltsrahmen unter gleichmäßiger Aufteilung der Mittel auf alle Beteiligten. Bei gemeinsamen Konsortialprojekten nimmt die Europäische Kommission die finanzielle Unterstützung für die Konsortiumpartner aus der Europäischen Gemeinschaft vor, während Kanada seine Konsortiumpartner finanziell unterstützt.

Die Kosten, die dem gemeinsamen Ausschuß bzw. für ihn entstehen, werden von der Partei getragen, für die das Mitglied zuständig ist.

Das Inkrafttreten der Vereinbarung über die Einrichtung des Programms erfolgt am ersten Tag des Monats nach dem Datum der gegenseitigen schriftlichen Benachrichtigung durch die Partner, daß die einschlägigen Bedingungen und Rechtsvorschriften hierfür erfüllt sind. Die Vereinbarung kann nach Ablauf der ersten Laufzeit von fünf Jahren im Jahre 1999 weiter verlängert werden.
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