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  • Ein von der GFS (direkte Aktionen) für die Europäische Gemeinschaft auszuführendes spezifisches Programm für die Forschung und technologische Entwicklung, einschließlich der Demonstration - Industrielle Technologie und Werkstofftechnologien, 1995-1998

Rahmenprogramm

FP4

Vorheriges Programm

JRC-ADVMAT 2C

Programmfinanzierung

EUR 90 million

Referenz zum Amtsblatt

L 361 von 1994-12-31

Rechtsrahmen

94/918/EC von 1995-12-15
Institutionelle Forschungstätigkeiten mit dem Ziele einen Beitrag bei der Durchführung von spezifischen Programmen zu industriellen und Werkstofftechnologien zu leisten, insbesondere in den Bereichen mit pränormativer Dimension und Potential für einsatzfähige Technologien unter besonderer Hervorhebung von sauberen Technologien.

Kurzbeschreibung

Die GFS führt unter dem vierten Rahmenprogramm institutionelle Forschungstätigkeiten mit Unterstützung der spezifischen FTE-Programme im Bereich der industriellen und Werkstofftechnologien durch (BRITE/EURAM). Die GFS-Tätigkeiten bauen auf den unter vorhergehenden Rahmenprogrammen durchgeführten Tätigkeiten auf und erweitern sie.

Als institutionelle Forschungstätigkeiten, die ein Element der direkten Aktionen der GFS darstellen, sind solche Tätigkeiten zu definiert, für welche die GFS über Fachwissen und besondere oder sogar in der Gemeinschaft einzigartige Voraussetzungen verfügt, die einen Beitrag zu der Durchführung der FTE-Politik der Gemeinschaft leisten. Das andere Element der direkten Aktionen der GFS sind institutionelle wissenschaftlich und technische Unterstützungsaktivitäten, mit denen solche Tätigkeiten bezeichnet werden, die zur Entwicklung und Verwirklichung der Gemeinschaftspolitiken und der Aufgaben erforderlich sind, die die Kommission durchführt. Die GFS führt keine institutionellen wissenschaftlichen und technischen Unterstützungstätigkeiten für das spezifische Programm zu industriellen und Werkstofftechnologien durch.

Die institutionellen Tätigkeiten der GFS unter der Phase 1994-98 des BRITE/EURAM-Programms beziehen sich hauptsächlich auf folgende Bereiche:

- Keramische Werkstoff, Metalle und Verbundwerkstoffe: Verfahrenstechnik, Studie zu Einlagen und Verbindungsstücken, Verbesserung von technologischen Eigenschaften, Charakterisierung und Demonstration;
- Oberflächenbehandlung und Charakterisierungstechnologie: Ioneneinlagen und Laserstrahlen, schützende Überzüge, zerstörungsfreie Bewertungsmethoden;
- Die pränormative Forschung soll zur Normung von wiederverwendbaren Werkstoffen (ökologischen Eigenschaften und ihrer Nutzbarkeitseinschätzung) führen.

Diese Bereiche wurden aufgrund ihrer pränormativen Tragweite und ihres Potentials als einsatzfähige Technologien ausgewählt. Besondere Beachtung soll dabei sauberen Technologien zukommen.

Ziel der Forschung ist, in enger Zusammenarbeit mit den betreffenden nationalen Laboratorien, die notwendigen wissenschaftlichen Kenntnisse für die industrielle Verwendung dieser Materialien zu erwerben sowie Normungsorgane mit Kenntnisse zu schaffen, die für Normungen in diesem Bereich wesentlich sind. Ferner wird die Entwicklung von zerstörungsfreien Bewertungstechniken fortgeführt zur Untersuchung der Verläßlichkeit und Lebensdauer von mechanischen Konstruktionen unter Berücksichtigung der Entwicklung einer Inspektionstechnik für Komponenten und der Harmonisierung von Qualifikationsverfahren. Während des Zeitraums von 1995-98 wird diese Forschungsarbeit weiterhin im Rahmen des Laboratorien-Netzwerks durchgeführt werden, das bereits seit mehreren Jahren existieren. Diese Laboratorien-Netzwerke werden den Bedürfnissen entsprechend erweitert werden.

Unterteilung

Institutionelle Forschungsaktivitäten:

Vier Bereiche:

- Fortgeschrittene Werkstoffe, Anwendungsnormen:
Dieser Bereich besteht aus der pränormativer Forschung für die industrielle Anwendung sowie Normungsbemühungen mit folgenden Zielen:
. Der Entwicklung von Test- und Bewertungsverfahren von Hochtemperaturwerkstoffen in komplexer Umgebung. Den Aufbau von Netzwerken zur Umsetzung der vereinbarten Ergebnisse in CEN-Normen einzuleiten;
. Die Verwertung von Messverfahren und -daten, in Zusammenhang mit neuen Modellierungstechniken zur Vorhersage und Erweiterung der nutzbaren Lebensdauer von industriellen Strukturen in Zusammenarbeit mit nationalen Partnern;

-Oberflächenbehandlung für fortgeschrittene Werkstoffe:
Die Tätigkeiten in diesem Bereich haben zum Ziel
. Stimulierung der industriellen Bereitschaft, die sich schnell weiterentwickelnden Technologien der Oberflächenbehandlung zu akzeptieren;
. Die Einführung der Oberflächenbehandlung bei industriellen Anwendungen durch die Entwicklung von Bewertungstechniken und -verfahren zu erleichtern;
. Die Verwendung des Kernbereichs von fortgeschrittenen Einrichtungen der Oberflächenbehandlung zur Förderung von Forschungszusammenarbeit von für den Massenmarkt produzierten Produkten mit Oberflächenbehandlung sowie zur Ausdehnung des Modells des von der GFS geleiteten Eureka-Projekts CEFIR (das Hochtemperaturwerkstoffe und -strukturen einschließt) auf andere relevante Eureka-Projekte;

- Recycling und Ökotechnologie von Stoffen:
Strategische pränormative Forschung mit dem Ziel ein Ökotechnologie Netzwerk für europäische Stoffe zu entwickeln, das folgendes beinhalten soll:
. Quantitative Bewertung der Auswirkung verarbeiteter Materialien auf die Umwelt, einschließlich von Recycling und Wiederverwendungspotentialen;
. Design und Verarbeitung von umweltfreundlichen Materialien;
. Entwicklung von Normen, einschließlich ökologisch relevanter Parameter;
. Entwicklung einer einsatzfreudigen Materialdatenbank zur Bereitstellung und Verwaltung von Information;

- Zerstörungsfreie Bewertung (ZFB), Testverfahren und Inspektion von strukturellen Komponenten:
Die Tätigkeiten unter dieser Überschrift haben zum Ziel:
. Die Entwicklung mit Hilfe des Europäischen Netzwerks für Inspektion und Überprüfung (ENIQ), einer auf der ZFB-basierenden Inspektionstechnik für die Kontrolle von strukturellen Komponenten, operative Inspektion sowie Schadenüberwachung und Herstellungskontrolle;
. Verbesserung der Effizienz der Inspektionstechniken und der Unterstützung ihrer Harmonisierung in Europa durch die Entwicklung von normierten Qualifikationsverfahren wie der Leistungsdemonstration.

Ausführung

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) leistet durch die Durchführung von institutionellen wissenschaftlichen und technischen Unterstützungsaktivitäten (Siehe die Definition unter dem Abschnitt "Allgemeine Information" in diesen Angaben)einen Beitrag zu den Tätigkeiten des spezifischen FTE-Programms im Bereich der Informationstechnologien (1994-1998).

Die Tätigkeiten werden am GFS-Institut für fortgeschrittene Werkstoffe durchgeführt, das in Petten und Ispra über Laboratorien verfügt.

Die Kommission ist mit Unterstützung des Aufsichtsrat der GFS für die Durchführung dieser Tätigkeiten verantwortlich, und zwar in Übereinstimmung mit der die spezifischen Programme der direkten Aktionen der GFS verabschiedenden Entscheidung, daß sie mit Unterstützung von bestimmten Programmen unter dem vierten Rahmenprogramm durchgeführt werden, auf Wettbewerbsbasis beruhen sowie das Ziel der Gemeinschaftspolitiken in wissenschaftlicher und technischer Hinsicht unterstützen.

Bei der Durchführung ihrer institutionellen Tätigkeiten beteiligt sich die GFS an Netzen von öffentlichen und privaten Laboratorien in den Mitgliedstaaten bzw. europäischen Forschungskonsortien oder organisiert solche Netze, sofern dies angemessen und durchführbar ist. Besondere Beachtung findet dabei die Zusammenarbeit mit der Industrie, insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Die Kommission kann unter Zugrundelegung des Kriteriums des gegenseitigen Nutzens die GFS um die Durchführung von Projekten in Zusammenarbeit mit juristischen Personen ersuchen, die in Drittländern ansässig sind, sofern dies effektiv zur Durchführung der Tätigkeiten der GFS beiträgt. Für die Teilnahme von juristischen Personen aus Drittländern kann die Gemeinschaftsfinanzierung im Rahmen dieses Programms nicht in Anspruch genommen werden. Besondere Beachtung findet dabei die Zusammenarbeit mit Forschungslabors und -instituten in den Mittel- und osteuropäischen Ländern und der früheren Sowjetunion.

Im Rahmen des Programms werden Vorrichtungen für mehrere flankierende Maßnahmen getroffen, die beinhalten:

- Die Organisation des Aufenthalts von Stipendiaten, Gastwissenschaftlern und abgeordneten Experten in den Instituten der GFS;
- Die Organisation der Abordnung wissenschaftlicher Mitarbeiter der GFS in nationale Labors, Industrielabors oder Hochschulen;
- Systematischer Informationsaustausch, u.a. durch die Veranstaltung von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Kolloquien sowie durch wissenschaftliche Veröffentlichungen etc.;
- Fachausbildung mit Betonung der Multidisziplinarität;
- Die unabhängige wissenschaftliche und strategische Bewertung der Ausführung von Projekten und Programmen.

Die für die Durchführung der direkten Tätigkeiten der GFS für notwendig erachteten finanziellen Mittel unter dem vierten Rahmenprogramm belaufen sich auf 600 Millionen ECU, wobei der Betrag von 11 Millionen ECU für die Durchführung von direkten Aktionen zurückgestellt wird, die ein spezifisches Programm im Bereich der Informationstechnologie unterstützen.

Ein weiterer Gesamtbetrag von 128 Millionen ECU wird unter dem Vierten Rahmenprogramm für die Durchführung von wettbewerbsfähigen Unterstützungsaktivitäten zurückgestellt, von denen 10 Millionen ECU für Aktionen zur Durchführung von Programmen im Bereich der Informationstechnologie vorgesehen sind. Wettbewerbsorientierte Tätigkeiten werden von der Kommission Forschungsinstituten und -Zentren zugeteilt, einschließlich der GFS, Hochschulen und Ausschreiben auf Wettbewerbsbasis.

Die Kommission überwacht kontinuierlich und systematisch, welche Fortschritte bei der Durchführung der Aktionen unter diesem Programm erzielt werden, wobei sie insbesondere überprüft, ob die Ziele, Prioritäten und Finanzmittel der verschiedenen Aktionen noch angemessen sind.

Die Kommission legt jährlich vor dem 15. April einen Jahresbericht über die Durchführung der GFS-Aktionen unter de, spezifischen Forschungsprogramm, der technologischen Entwicklung und Demonstration vor, die von der GFS unter dem Vierten Rahmenprogramm durchzuführen sind. Zusätzlich beauftragt die Kommission unabhängige Sachverständige mit der externen Bewertung der spezifischen Tätigkeiten, die unter dem GFS-Programm und dessen Management während der fünf Jahre vor dieser Bewertung durchführt wurden. Die Ergebnisse dieser Bewertung werden gemeinsam mit den Jahresberichten dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß unterbreitet.
Datensatznummer: 540 / Zuletzt geändert am: 2012-05-11