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  • Von der GFS für die Europäische Gemeinschaft durchzuführendes spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung, einschliesslich Demonstration (direkte Aktionen) - Nichtnukleare Energie - 1995-1998

Rahmenprogramm

FP4

Programmfinanzierung

EUR 20 million

Referenz zum Amtsblatt

L 361 von 1994-12-31

Rechtsrahmen

94/918/EC von 1995-12-15
Institutionelle Forschungstätigkeiten umfassend: pränormative Forschung über Methoden, Normungsverfahren und die Bewertung von Technologien auf experimenteller Basis in den Bereichen der photovoltaischen Energie und der Energieeinsparung in Gebäuden und strategische Forschung im Bereich der Werkstoffe für umweltverträgliche Technologien.

Kurzbeschreibung

Die GFS führt im Vierten Rahmenprogramm institutionelle Forschungstätigkeiten zur Unterstützung des spezifischen FTE-Programms im Bereich der nichtnuklearen Energien durch.

Institutionelle Forschungstätigkeiten, die ein Element der direkten Aktion der GFS darstellen, werden als die Tätigkeiten definiert, für die die GFS über Sachkenntnis und besondere, wenn nicht gemeinschaftsweit einzigartige Einrichtungen verfügt, die zur Durchführung der FTE-Politik der Gemeinschaft beitragen. Das andere Element der direkten GFS-Aktion bilden institutionelle wissenschaftliche und technische Unterstützungstätigkeiten, die als die Tätigkeiten definiert sind, die zur Ausarbeitung und Durchführung von Gemeinschaftspolitiken notwendig sind, sowie andere Aufgaben, die von der Kommission durchgeführt werden. Für das spezifische Programm im Bereich der nichtnuklearen Energie führt die GFS keine institutionellen wissenschaftlichen und technischen Unterstützungstätigkeiten durch.

Der Beitrag der GFS liegt hauptsächlich im Bereich der erneuerbaren Energiequellen. Die pränormative Forschung wird in den Bereichen photovoltaische Energie, Sonnenenergie, Energieeinsparung, Entwicklung von Werkstoffen für umweltverträgliche Technologien und Analyse der Systeme und Normungsverfahren unter dem Energieaspekt intensiviert.

Die GFS wird zur Entwicklung von Technologien für eine umweltverträglichere und effizientere Energienutzung in folgenden Bereichen beitragen, wobei das Hauptgewicht auf Umweltaspekte gelegt wird:

- Photovoltaische Energie: Diese Tätigkeiten umfassen die Prüfung von Bauteilen und die Studien zur Konzeption und Überwachung von Grossanlagen. Die Forschungsarbeiten werden an der Solartestanlage ESTI ("European Solar Testing Installation") der GFS sowie im Rahmen der Netze mit Partnern in den Mitgliedstaaten durchgeführt.

- Werkstoffe für umweltverträgliche Technologien: Die Forschung erstreckt sich auf die Entwicklung von Werkstoffen für umweltverträgliche Technologien, wie z.B. Langzeitkatalysatoren zur Emissionskontrolle, nanoporöse Keramikmembranen für fortschrittliche Keramikfilter, Keramiklegierungen und Verbundmaterialien zur Anwendung im Hochtemperaturbereich (Turbinen und Wärmetauscher).

Zusätzlich zu den direkten Aktionen kann sich die GFS im Rahmen eines wettbewerbsorientierten Ansatzes für die Durchführung anderer Unterstützungstätigkeiten bewerben. Aktionen in diesem Rahmen werden durch Arbeiten abgewickelt, die sich für einen wettbewerbsorientierten Ansatz im Auftraggeber-Auftragnehmer-Verhältnis eignen. Dies sind im allgemeinen Bereiche, in denen die Neutralität und die Autonomie der GFS nicht unbedingt erforderlich sind.

Im Rahmen des spezifischen Programms im Bereich der nichtnuklearen Energie beinhalten die Unterstützungstätigkeiten im Rahmen des wettbewerbsorientierten Ansatzes:

- die Behandlung und Verarbeitung von Informationen, die bei der Durchführung von Projekten im Rahmen von Gemeinschaftsprogrammen, insbesondere Demonstrationsprogrammen, ermittelt wurden;
- Zertifizierungsverfahren für die Energieeinsparung in Gebäuden, in der Industrie sowie im Verkehrswesen und die Anwendung von Energie-Modellierungsmethoden (Zusammenhang zwischen Energieerzeugung, Verbrauch und Umweltauswirkungen) auf bestimmte Energieszenarien.

Unterteilung

Innstitutionelle Forschungstätigkeiten:

Zwei Bereiche:

- Photovoltaische Energie und Energieeinsparung:
Pränormative Forschung über Methoden, Normungsverfahren und Bewertung von Technologien auf experimenteller Basis in den Bereichen der photovoltaischen Energie und Energieeinsparung in Gebäuden;

- Werkstoffe für umweltverträgliche Technologien:
Strategische Forschung für die Energiepolitik mit besonderer Betonung der Auswirkungen auf die Umwelt. Behandelte Themen sind:
. Werkstoffe für bessere Leistungsfähigkeit bei hoher Temperatur;
. Demonstrationsvorhaben;
. Werkstoffe für die Verbesserung industrieller Emissionen;
. Datenbanken über Werkstoffe für umweltverträgliche Technologien.

Ausführung

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) trägt durch die Durchführung institutioneller Forschungstätigkeiten (siehe Definition im Abschnitt "Allgemeine Informationen" dieser Beschreibung) zu den Tätigkeiten des spezifischen FTE-Programms im Bereich Nichtnukleare Energie (1994-1998) bei. Bei Tätigkeiten auf dem Gebiet der photovoltaischen Energie und der Energieeinsparung wird die Arbeit vom Institut für Systemtechnik und Informatik (ISEI) der GFS in Ispra durchgeführt; für mit Werkstoffen für umweltverträgliche Technologien verbundene Tätigkeiten wird das Institut für fortgeschrittene Werkstoffe (IAM) der GFS verwendet, das über Labore in Petten und Ispra verfügt.

Für die Durchführung dieser Tätigkeiten in Übereinstimmung mit der Entscheidung zur Annahme des spezifischen Programms der direkten GFS-Aktionen, die zur Unterstützung bestimmter Programme im Vierten Rahmenprogramm durchzuführen sind, und der Tätigkeiten, die im Rahmen eines wettbewerbsorientierten Ansatzes durchzuführen und für die wissenschaftliche und technische Unterstützung der Gemeinschaftspolitiken bestimmt sind, ist die Kommission, unterstützt vom Aufsichtsrat der GFS, zuständig.

Bei der Durchführung der institutionellen Tätigkeiten muss die GFS, wenn angebracht und praktisch durchführbar, sich an Netzen öffentlicher und privater Labore in den Mitgliedstaaten oder an europäischen Forschungskonsortien beteiligen oder solche organisieren. Besondere Beachtung muss dabei die Zusammenarbeit mit der Industrie, insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), finden.

Die Kommission kann unter Anwendung des Kriteriums des gegenseitigen Nutzens die GFS um Durchführung von Projekten in Zusammenarbeit mit juristischen Personen aus Drittstaaten ersuchen, wenn deren Teilnahme effizient zur Durchführung der institutionellen Tätigkeiten der GFS beiträgt. Für die Beteiligung juristischer Personen aus Drittstaaten ist im Rahmen dieses Programms aber keine finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft vorgesehen. Besondere Beachtung findet die Zusammenarbeit mit Forschungslabors und -instituten in den mittel- und osteuropäischen Ländern und der früheren Sowjetunion.

Im Rahmen des Programms ist eine Reihe von begleitenden Massnahmen vorgesehen, die folgendes beinhalten:

- die Organisation des Aufenthalts von Stipendiaten, Gastwissenschaftlern und abgeordneten Experten in den Instituten der GFS;
- die Organisation der Abordnung wissenschaftlicher Mitarbeiter der GFS in nationale Labors, Industrielabors und Hochschulen;
- der systematische Informationsaustausch, unter anderem durch die Organisation von wissenschaftlichen Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Kolloquien sowie durch wissenschaftliche Veröffentlichungen;
- Fachausbildung mit Betonung der Multidisziplinarität;
- die unabhängige wissenschaftliche und strategische Bewertung der Ausführung von Projekten und Programmen.

Der für die Durchführung der direkten GFS-Aktionen im Vierten Rahmenprogramm für notwendig erachtete Gesamtbetrag beläuft sich auf 600 Millionen ECU, hiervon ist ein Betrag von 20 Millionen ECU für die Durchführung direkter Aktionen zur Unterstützung des spezifischen Programms im Bereich der nichtnuklearen Energien reserviert. Der GFS-Gesamthaushalt beinhaltet Rückstellungen für orientierende Forschung (rund 6 % des Gesamtbetrags) und den erforderlichen Haushaltsbeitrag der GFS für ihre Beteiligung an Aktionen auf Kostenteilungsbasis.

Im Rahmen des Vierten Rahmenprogramms ist ein weiterer Gesamthaushalt von 128 Millionen ECU für die Durchführung wettbewerbsorientierter Unterstützungstätigkeiten zurückgestellt, hiervon sind 15 Millionen ECU für im Bereich der nichtnuklearen Energie durchzuführende Aktionen reserviert. Die Aktionen im Rahmen eines wettbewerbsorientierten Ansatzes werden von der Kommission auf Wettbewerbsbasis Forschungsorganen und -stellen, einschliesslich der GFS, Universitäten und Unternehmen, zugewiesen.

Die Kommission wird die bei der Durchführung der Aktionen im Rahmen des Programms erzielten Fortschritte ständig und systematisch überprüfen. Sie bewertet insbesondere, ob die Ziele, Prioritäten und Finanzmittel der verschiedenen Aktionen noch der jeweiligen Entwicklung entsprechen.
%Die Kommission muss jedes Jahr vor dem 15. April einen Bericht über die Durchführung der GFS-Aktionen im Rahmen des spezifischen Programms auf dem Gebiet der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration, die von der GFS im Vierten Rahmenprogramm durchzuführen sind, unterbreiten. Darüber hinaus muss die Kommission eine externe Bewertung der spezifischen Tätigkeiten der GFS in den unter dieses Programm fallenden Bereichen und deren Verwaltung während der letzten fünf Jahre vor dieser Bewertung durch unabhängige Experten organisieren. Die Ergebnisse dieser Bewertung zusammen mit den Jahresberichten werden dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuss vorgelegt.
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