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  • Von der GFS für die Europäische Gemeinschaft durchzuführendes spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung, einschliesslich Demonstration (direkte Aktionen) - Landwirtschaft und Fischerei (einschliesslich Agro-Industrie, Nahrungsmitt

Rahmenprogramm

FP4

Programmfinanzierung

EUR 47 million

Referenz zum Amtsblatt

L 361 von 1994-12-31

Rechtsrahmen

918/94/EC von 1995-12-15
Institutionelle wissenschaftliche und technische Unterstützungstätigkeiten in den Bereichen Fernerkundung für die Landwirtschaft, Europäisches Büro für Wein, Alkohol und Spirituosen und Referenzmessungen und Referenzmaterialien für die Qualitätskontrolle von Nahrungsmitteln.

Kurzbeschreibung

Auf Ersuchen von GD VI (Landwirtschaft) und Eurostat erbringt die GFS institutionelle wissenschaftliche und technische Unterstützung für die Durchführung des spezifischen FTE-Programms im Bereich Landwirtschaft und Fischerei (einschliesslich Agro-Industrie, Nahrungsmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und ländliche Entwicklung) des Vierten Rahmenprogramms (1994-1998). Die von der GFS durchgeführten Tätigkeiten bauen auf Arbeit auf, die im Rahmen früherer Programme in diesen Bereichen durchgeführt wurde, insbesondere im Bereich der Fernerkundung, und führen diese weiter aus.

Institutionelle wissenschaftliche und technische Unterstützungstätigkeiten, die ein Element der direkten Aktion der GFS darstellen, sind als die Tätigkeiten definiert, die zur Ausarbeitung und Durchführung von Gemeinschaftspolitiken notwendig sind, sowie andere Aufgaben, die von der Kommission durchgeführt werden und die Neutralität der GFS erfordern. Das andere Element der direkten Aktion der GFS bilden institutionelle Forschungstätigkeiten, die als die Tätigkeiten beschrieben werden, für die die GFS über Sachkenntnis und besondere, wenn nicht gemeinschaftsweit einzigartige Einrichtungen verfügt, die zur Durchführung der FTE-Politik der Gemeinschaft beitragen. Die GFS führt keine institutionellen Forschungstätigkeiten zur Unterstützung des Programms Landwirtschaft und Fischerei durch.

Die von der GFS durchgeführte Arbeit liegt hauptsächlich, aber nicht ausschliesslich, auf landwirtschaftlichen und nahrungsmittelbezogenen Themen. Auf Ersuchen der entsprechenden Dienststellen der Kommission wird die Entwicklung neuer Methoden für die EU-weite Erfassung der Agrarstatistik und der Ertragsvorhersage durch die Verwendung von Satellitenaufnahmen und Fernerkundungstechniken fortgeführt, wobei der Verbesserung der Qualität und der Einheitlichkeit dieser Statistiken besondere Beachtung geschenkt wird. Das Einsetzen der Fernerkundung für die Register von Zitrusfrüchten, Olivenbäumen und Weinbauflächen und Subventionskontrollen sind gute Beispiele dieser Arbeit

Insbesondere ist ein Beitrag zur zweiten Phase des Pilotvorhabens für die Anwendung der Fernerkundung in der Agrarstatistik (MARS-STAT) zu leisten. Die zweite Phase bezweckt vor allem die Fortführung der Arbeiten zur Verfolgung der Vegetation und zu Modellen der Ertragsvorhersage mit dem Ziel eines integrierten landwirtschaftlichen Informationssystems auf gemeinschaftlicher Ebene. Studien über die Anwendung neuer Methoden oder neuer Sensoren werden auch fortgeführt werden.

Die GFS unterstützt weiterhin das Büro für Wein, Alkohol und Spirituosen (BEVABS). Dieses Büro wurde von GD VI eingerichtet mit dem Ziel, die ordnungsgemässe Anwendung der Gemeinschaftsvorschriften im Weinsektor zu unterstützen. Seine Tätigkeiten bedienen sich fortgeschrittener Technologien, wie der kernmagnetischen Resonanz und der Massenspektrometrie, zur Kontrolle von Verfälschung von Weinen und zur Bestimmung der Herkunft eines Weins.

Die Fachkenntnis und Neutralität der GFS wird auch auf andere Forschungsbereiche im Rahmen des Programms Landwirtschaft und Fischerei ausgedehnt werden, vor allem auf die Entwicklung analytischer Methoden zur Anwendung auf Nahrungsmittel und Verbrauchsgüter und die Erstellung von Referenzmessungen für die Qualitätskontrolle von Nahrungsmitteln und anderen Verbrauchsgütern für GD XXIV (Verbraucherpolitik). Darüber hinaus soll das Institut für Referenzmaterialien und -messungen der GFS auf Anfrage wissenschaftliche und technische Unterstützung im Bereich der Qualitätskontrolle für Nahrungsmittel erbringen. Dies wird durch die Lieferung von Referenzmaterialien, durch Bereitstellen angemessener Analyseverfahren und durch die Koordinierung von Vergleichen zwischen Labors erreicht werden.

Zusätzlich zu den direkten Aktionen kann sich die GFS im Rahmen eines wettbewerbsorientierten Ansatzes für die Durchführung anderer Unterstützungstätigkeiten bewerben. Aktionen in diesem Rahmen werden durch Arbeiten abgewickelt, die sich für einen wettbewerbsorientierten Ansatz im Auftraggeber-Auftragnehmer-Verhältnis eignen.

Im Rahmen des spezifischen Programms im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei können Unterstützungstätigkeiten in diesem Bereich beitragen zu:

- der Anwendung von Fernerkundungstechniken in der Landwirtschaft durch Zusammenstellung von Aufnahmen, die Behandlung und Verarbeitung von Daten;
- einer Reihe von Tests für die Qualitätskontrolle von Nahrungsmittelprodukten;
- der Bewertung von phytopharmazeutischen Erzeugnissen, insbesondere im Hinblick auf die Aspekte der Markteinführung.

Unterteilung

Institutionelle wissenschaftliche und technische Unterstützungstätigkeiten:

Drei Bereiche:

- Fernerkundung für die Landwirtschaft:
Institutionelle Unterstützung bestehend aus FuE im Bereich neuer Fernerkundungstechniken zum Erstellen verbesserter Methoden für die Überwachung der europäischen Agrarpolitik. Die Tätigkeiten sind:

. Die Weiterverfolgung oder zweite Phase des Pilotvorhabens zur Anwendung der Fernerkundung in der Agrarstatistik (MARS-STAT);
. Umfassender Einsatz der mit der Überwachung und Kontrolle der Gemeinsamen Agrarpolitik verbundenen Tätigkeiten (MARS-PAC-FEOGA);

- Europäisches Büro für Wein, Alkohol und Spirituosen (BEVAPS):
Wissenschaftliche und technische Unterstützung für GD VI zur Unterstützung der Anwendung der Gemeinschaftsvorschriften im Weinsektor. Die durchzuführenden Tätigkeiten betreffen:
. Kontrolle von Weinen auf Antrag von EG-Inspektoren, offiziellen einzelstaatlichen Organisationen, die im Auftrag von GD VI tätig sind, oder den Mitgliedstaaten auf mögliches Verzuckern, Verwässern oder sonstiges Verfälschen von Weinen;
. Kontrolle des Ursprungs von durch Destillieren von Weinüberschüssen erzeugtem Äthanol, von auf dem Kraftstoffmarkt verwendetem Äthanol und des Ursprungs von Alkoholen in Spirituosen;
. Fortführung der Datenerfassung für die EG-Weindatenbank, die jedes Jahr aktualisiert wird und zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Methoden zur Kontrolle auf Verfälschung durch Zuckerzugabe und Ursprung dient;
. Auf Ersuchen die Vermittlung als neutrales Labor bei Schiedsverfahren zwischen Mitgliedstaaten;
. Teilnahme an der kooperativen Studie zur Bestimmung des Urprungs der in Früchten (nach ihrer Vergärung) angetroffenen Zuckerarten;
. Zusammenarbeit mit offiziellen Labors von Mitgliedstaaten für Qualitätssicherungstätigkeiten in Verbindung mit kernmagnetischer Resonanz und der Massenspektrometrie;

- Referenzmessungen und Referenzmaterialien für die Qualitätskontrolle von Nahrungsmitteln:
Ziel ist die Entwicklung von Mitteln für geeignete Aktionen durch Erstellen zertifizierter Referenzmaterialien, durch Liefern von Analyseverfahren und durch Koordinieren von Vergleichen zwischen Labors. Der Beitrag der GFS kann die folgenden Bereiche erfassen:
. Präparation von Nahrungsmittel-Referenzmaterialien für die Feststellung der Verfälschung oder des Verschnitts von Produkten;
. Lieferung von Referenzmaterialien für Expertenanalysen und Fragen der Qualitätskontrolle;
. Entwicklung von Referenzanalyseverfahren für die Feststellung von hochgiftigen Zusätzen (als Konservierungsstoffe) oder Schadstoffen (als Dioxine);
. Weitere Verbesserung der Isotopen-Identifizierungsmethode (Isotopen-Fingerprinting) zum Feststellen des Ursprungs von Produkten oder Schadstoffen;
. Erstellen einer Reihe verschiedener und unabhängiger, auf europäischer Ebene anerkannter Analyseverfahren (Konzentration und Spezifikation von Spurenmetallen, Mehrelement- und Mikroanalyse).

Ausführung

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) trägt durch die Durchführung institutioneller wissenschaftlicher und technischer Unterstützungstätigkeiten (siehe Definition im Abschnitt "Allgemeine Informationen" dieser Beschreibung) zu den Tätigkeiten des spezifischen FTE-Programms im Bereich Landwirtschaft und Fischerei (einschliesslich Agro-Industrie, Nahrungsmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und ländliche Entwicklung) bei. Das Institut für Anwendungen der Fernerkundung (IRSA) der GFS dient zur Durchführung von Tätigkeiten im Bereich der Fernerkundung; das Umweltinstitut (EI) zur Durchführung von Unterstützungstätigkeiten für das Europäische Büro für Wein, Alkohol und Spirituosen und das Institut für Referenzmaterialien und -messungen (IRMM) für Referenzmessungen und -materialien für die Qualitätskontrolle von Nahrungsmitteln.

Für die Durchführung dieser Tätigkeiten in Übereinstimmung mit der Entscheidung zur Annahme des spezifisches Programms der direkten GFS-Aktionen, die zur Unterstützung bestimmter Programme im Vierten Rahmenprogramm durchzuführen sind, und der Tätigkeiten, die im Rahmen eines wettbewerbsorientierten Ansatzes durchzuführen und für die wissenschaftliche und technische Unterstützung der Gemeinschaftspolitiken bestimmt sind, ist die Kommission, unterstützt vom Aufsichtsrat der GFS, zuständig.

Bei der Durchführung der institutionellen Tätigkeiten muss die GFS, wenn angebracht und praktisch durchführbar, sich an Netzen öffentlicher und privater Labore in den Mitgliedstaaten oder an europäischen Forschungskonsortien beteiligen oder solche organisieren. Besondere Beachtung muss dabei die Zusammenarbeit mit der Industrie, insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), finden.

Die Kommission kann unter Anwendung des Kriteriums des gegenseitigen Nutzens die GFS um Durchführung von Projekten in Zusammenarbeit mit juristischen Personen aus Drittstaaten ersuchen, wenn deren Teilnahme effizient zur Durchführung der institutionellen Tätigkeiten der GFS beiträgt. Für die Beteiligung juristischer Personen aus Drittstaaten ist im Rahmen dieses Programms aber keine finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft vorgesehen. Besondere Beachtung findet die Zusammenarbeit mit Forschungslabors und -instituten in den mittel- und osteuropäischen Ländern und der früheren Sowjetunion.

Im Rahmen des Programms ist eine Reihe von begleitenden Massnahmen vorgesehen, die folgendes beinhalten:

- die Organisation des Aufenthalts von Stipendiaten, Gastwissenschaftlern und abgeordneten Experten in den Instituten der GFS;
- die Organisation der Abordnung wissenschaftlicher Mitarbeiter der GFS in nationale Labors, Industrielabors und Hochschulen;
- der systematische Informationsaustausch, unter anderem durch die Organisation von wissenschaftlichen Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Kolloquien sowie durch wissenschaftliche Veröffentlichungen;
- Fachausbildung mit Betonung der Multidisziplinarität;
- die unabhängige wissenschaftliche und strategische Bewertung der Ausführung von Projekten und Programmen.

Der für die Durchführung der direkten GFS-Aktionen im Vierten Rahmenprogramm für notwendig erachtete Gesamtbetrag beläuft sich auf 600 Millionen ECU, hiervon ist ein Betrag von 47 Millionen ECU für die Durchführung direkter Aktionen zur Unterstützung des spezifischen Programms im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei reserviert. Der GFS-Gesamthaushalt beinhaltet Rückstellungen für orientierende Forschung (rund 6 % des Gesamtbetrags) und den erforderlichen Haushaltsbeitrag der GFS für ihre Beteiligung an Aktionen auf Kostenteilungsbasis.

Im Rahmen des Vierten Rahmenprogramms ist ein weiterer Gesamthaushalt von 128 Millionen ECU für die Durchführung wettbewerbsorientierter Unterstützungstätigkeiten zurückgestellt, hiervon sind 30 Millionen ECU für Aktionen reserviert, die für das Programm Landwirtschaft und Fischerei durchzuführen sind. Die Aktionen im Rahmen eines wettbewerbsorientierten Ansatzes werden von der Kommission auf Wettbewerbsbasis Forschungsorganen und -stellen, einschliesslich der GFS, Universitäten und Unternehmen, zugewiesen.

Die Kommission wird die bei der Durchführung der Aktionen im Rahmen des Programms erzielten Fortschritte ständig und systematisch überprüfen. Sie bewertet insbesondere, ob die Ziele, Prioritäten und Finanzmittel der verschiedenen Aktionen noch der jeweiligen Entwicklung entsprechen.
%Die Kommission muss jedes Jahr vor dem 15. April einen Bericht über die Durchführung der GFS-Aktionen im Rahmen des spezifischen Programms auf dem Gebiet der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration, die von der GFS im Vierten Rahmenprogramm durchzuführen sind, unterbreiten. Darüber hinaus muss die Kommission eine externe Bewertung der spezifischen Tätigkeiten der GFS in den unter dieses Programm fallenden Bereichen und deren Verwaltung während der letzten fünf Jahre vor dieser Bewertung durch unabhängige Experten organisieren. Die Ergebnisse dieser Bewertung zusammen mit den Jahresberichten werden dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuss vorgelegt.
Datensatznummer: 543 / Zuletzt geändert am: 2012-05-11