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  • Initiative zur Förderung der Integration erneuerbarer Energiequellen in die Verfahren zur Behandlung und Verwertung von Haushalts- und Industrieabwässern in den Gebieten der Mittelmeerpartner, 1995-1996

Nachfolgeprogramm

IC-MEDA

Programmfinanzierung

EUR 7 million
Verbesserung der Anwendung effizienter Technologien in den Mittelmeer-Drittländern (MNC) durch Förderung der Nutzung von europäischen Fachkenntnissen durch Technologienutzer in den MNC-Ländern zusammen mit dort vorhandenen Fachkenntnissen; Anstoß der Zusammenarbeit verschiedener MNC, so daß sie gemeinsam zur Entwicklung regionaler Lösungen von gemeinsamen Problemen beitragen können.

Kurzbeschreibung

MED-TECHNO ist eines von mehreren gemeinschaftlichen Programmen, mit dessen Einrichtung sektorale Zusammenarbeit von einander entsprechenden Organen in der Europäischen Union und den Mittelmeer-Drittländern gefördert werden soll. Andere Programme sind MED-URBS (dezentralisierte Zusammenarbeit von Gemeindebehörden), MED-MEDIA (Zusammenarbeit im Bereich der Medien), MED CAMPUS (Zusammenarbeit von Universitäten) und MED-MIGRATION (Zusammenarbeit von einander entsprechenden Organisationen, die sich mit Fragen von Wanderung befassen).

Für den Zeitraum von 1995 bis 1996 befaßt sich MED-TECHNO mit der Integration erneuerbarer Energien in die Behandlung und Verwertung von Haushalts- und Industriebwässern in den MNC-Ländern. Dieses Thema wurde wegen der allgemeinen Bedeutung der Versorgung mit ausreichenden Mengen Wasser von der erforderlichen Qualität auf dem Gebiet der MNC zum "ersten Zielproblem" erklärt. Die Herausforderung liegt in der Deckung des steigenden Wasserbedarfs ohne Beeinflussung der Integrität des Ökosystems und bei nachhaltiger Entwicklung. Dies erfordert neue Wege in der Wasserwirtschaft. Die Durchführung des Programms erfolgt über Netze von öffentlichen und privaten Organen und KMU sowohl in den MNC-Ländern als auch in der Europäischen Union.

Zu den während des Zeitraums von 1995/96 erwarteten Vorteilen der MED-TECHNO-Aktion zählen u.a.:

-Einrichtung einer Partnerschaft zwischen EU-Teams und Teams aus dem Mittelmeerraum, einschließlich von Hochschulen, Regierungsstellen, Gemeinden und privaten Einrichtungen, bei denen von einer weiteren Funktion auch nach Beendingung der finanziellen Unterstützung durch die EG auszugehen ist;

- Gemeinsame Arbeiten an innovativen strukturellen und nichtstrukturellen Wegen zur Behandlung und Verwertung von Abwässern unter Einbeziehung der Nutzung verschiedener erneuerbaren Energiequellen. Auf diese Weise sollen die erfolgversprechendsten technischen Optionen identifiziert und die potentielle Anwendungen in kleinen und mittleren Gemeinden und Industrien in den Mittelmeer-Drittländern bestimmt werden.;

- Als Spin-off sollten Mechanismen für den Technologietransfer ermittelt und an konkreten Projekten erprobt werden. Auch innovative Kombinationen und die Anpassung bestehender oder bekannter Methoden sind hier mit einzubeziehen;

- Im Rahmen des Programms in Angriff genommene Pilotprojekte könnten als Katalysator für breitere Anwendung in anderen Teilen der Mittelmeerregion und als Brennpunkt für Zusammenarbeitsprojekte fungieren;

- Vorhandene, die Verbreitung und Integration von bestehenden, innovativen Technologien und Konzepten behindernde Schranken sind zu identifizieren; Wege für ihre Anwendung sind zu erschließen. Die Bedeutung einzelstaatlicher Rechtsverordnungen und Politiken, wie z.B. Energiestrategie, Wasserbewirtschaftungspolitik (einschließlich von Wasseraufbereitung, Besteuerung usw.) sowie die der staatlichen Umweltpolitik läßt sich dann analysieren und besser verstehen. Das gleiche gilt für die Bedeutung und die Wirkung internationaler (regionaler oder globaler) Maßnahmen.

Das Programm entspricht in jeder Hinsicht der neuen Orientierung der Mittelmeerpolitik der Europäischen Union, wie sie in der 1995er Kommunikation der Kommission über Vorschläge für die Einrichtung einer "Euro-Mittelmeer-Partnerschaft" zum Ausdruck kommt (COM(95) 72). Diese Strategie hebt hervor, daß die 1992 begonnene, dezentralisierte Kooperation mit dem Ziel des Aufbaus von Netzen zur Verbindung von Institutionen auf beiden Seiten des Mittelmeers fortgesetzt werden muß.

Unterteilung

Ein Gebiet:

- Nutzung von Haushalts- und Industrieabwasser als zusätzliche Wasserquelle für unterschiedliche Anwendungen in der Landwirtschaft, Aquakultur und Forstwirtschaft und in der Industrie unter Nutzung erneuerbarer Energiequellen.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung von MED-TECHNO zuständig. Dabei wird sie durch die Agentur für transmediterrane Netze unterstützt.

MED-TECHNO-Aktionen stehen öffentlichen und privaten Organisationen, Institutionen und Unternehmen offen, die in den Mittelmeer-Drittländern (Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Malta, Marokko, den Palästina-Gebieten, Syrien, Tunesien, der Türkei und Zypern) bzw. in den EU-Mitgliedstaaten ansässig sind. Die förderungswürdigen Maßnahmen im Rahmen dieses Programms müssen sich auf die Behandlung und Verwertung von Abwässern von mittleren Gemeinden mit bis zu 250.000 Einwohnern und von KMU (mit bis zu 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von unter 10 Mio. ECU pro Jahr) beziehen, die sich in beiden Fällen in den MNC-Ländern befinden müssen.

Die Bekanntmachung der Aufforderung zur Interessensbekundung durch die Kommission erfolgte am 27. Juni 1995, um das Interesses und die Kapazitäten auf den von MED-TECHNO erfaßten Gebieten abwägen zu können. Die Aufforderung zur Interessensbekundung (Einsendeschluß war der 31. August 1995) richtete sich an (öffentliche und private) Forschungs-und Technologie-Institute mit Tätigkeit auf dem Abwassersektor sowohl in den MNC-Ländern als auch den Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Auf der Basis der anhand der Interessensbekundungen identifizierten Gebiete soll zur Unterbreitung von Vorschlägen für gemeinsame Entwicklungsprojekte und/oder Netze aufgefordert werden. Die Bekanntmachung von Aufforderungen zur Unterbreitung von Vorschlägen ist für Mitte Dezember vorgesehen. Einsendeschluß ist der 15. Februar 1996. Vor dem Schlußtermin eingegangene Vorschläge werden mit Unterstützung unabhängiger Experten aus Europa und den MNC-Ländern ausgewertet. Der Beginn der Vertragsverhandlungen ist für Februar 1996 geplant.

Gemeinsame Entwicklungsprojekte in Form von Laboranlagen oder kleinen Pilotanlagen sollen nachfolgende Aktivitäten entwickeln:
. Anpassung vorhandener Technologien und Entwicklung innovativer Lösungen;
. Auswahl und Ausbildung von geeignetem Personal für die Durchführung und Begleitung des Projekts;
. Sozialökonomische und umweltbezogene Bewertung, Ermittlung des Nutzwerts und des Anwendungspotentials, Einschätzung der Wirkung vorhandener Schranken und Abwägung der langfristigen Wirkung und Konsequenzen;

Die Durchführung gemeinsamer Entwicklungsprojekte erfolgt im Rahmen von Verträgen auf der Basis von Kostenteilung, wobei der gemeinschaftliche finanzielle Beitrag im Normalfall 50% der Gesamtkosten eines Projekts bzw. einen Höchstbetrag von 250.000 ECU pro Jahr nicht übersteigt. An einem Gemeinschaftsprojekt beteiligte Gemeinden in MNC-Ländern dürfen nicht mehr als 250.000 Einwohner haben, und beteiligte Unternehmen müssen die obengenannten Kriterien für KMU erfüllen. Gemeinschaftsprojekte haben eine Laufzeit von 36 Monaten.

Unterstützung wird auch für gezielt eingerichtete Netze gewährt, die Wissenschaftler, technische Experten, Industrien (Umweltverschmutzer und Umweltunternehmen) öffentliche Verwaltungen und Behörden (Gemeinden und andere), nichtstaatliche Organisationen und andere interessierte Einrichtungen einbeziehen. Netze sollen dabei als Forum für die Intensivierung des Austauschs über praktische Erfahrungen und wissenschaftliches und technisches Know-how und deren Diskussion dienen. Ziel dabei ist die Identifikation von Vorgehensweisen und /oder Technologien, mit denen spezifische, vom Netz angesprochene Probleme gelöst werden können. Jedes Netz soll spezifische, gemeinsame Maßnahmen vorbereiten und muß das Potential aufweisen, das sein Weiterbestehen gewährleistet, nachdem die gemeinschaftlichen Förderungsmittel verbraucht sind.

Gemeinschaftliche Unterstützung für Netze ist auf maximal 24 Monate beschränkt. Die Gemeinschaft leistet keinen Beitrag zu den Kosten der von den Netzteilnehmern durchgeführten Arbeiten, vergütet jedoch bis zu 100% der Kosten für die Netzeinrichtung, z.B. Kosten für die Vorbereitung von Gesprächen, Reisekosten, wissenschaftliche Unterstützung einschließlich von zentralisierten Möglichkeiten, Kurzzeit-Austauschprogramme und die Ausbildung von wissenschaftlichem und technischem Personal. Sollen Netzwerk-Studien durchgeführt werden, so müssen diese im voraus genannt und im Projektvorschlag beschrieben werden. Die Kosten solcher Studien sollen einen Betrag von 50.000 ECU pro Jahr während der Aufbauzeit des Netzes nicht überschreiten.

Obwohl der Schwerpunkt von Vorschlägen für gemeinsame Entwicklungsprojekte und Netze auf der Abwasserbehandlung und -verwertung unter Einbeziehung des Transfers und der Anpassung von einschlägigen Technologien liegen soll, die andererorts für Mittelmeer-spezifische Verhältnisse entwickelt wurden, dürfen auch Forschungselemente integriert werden, die Lücken in dem vorhandenen Wissen schließen. Die sozialökonomische und technologische Einstufung und die prospektiven Studien zur Bestimmung des realistischen Erfolgspotentials eines vorgeschlagenen Vorgehens sind ebenfalls im Details zu belegen.
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